Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
464
Einzelbild herunterladen

Du biſt alſo Künſtlerin, mein Kind! rief er aus. Eine Deutſche, und Künſtlerin! das verſpricht allerdings viel! fügte er höhnend hinzu.Nun, ſo zeige mir die Producte Deiner Kunſt, ſagte er, nachdem er einen Blick auf den jungen Lord geworfen, der immer noch mit dem Anſchauen der Rembrandts und der Prüfung der Briefe beſchäftigt war.

Man ſah, mit welcher Anſtrengung das arme deutſche Mädchen allen Muth zuſammennahm. Bebend öffnete es die Mappe und legte fünf Aquarell⸗Blätter auf den Laden⸗ tiſch, die zwar keine Meiſterſtücke, aber mit ſo viel Sau⸗ berkeit und Geſchmack in der Farbenwendung gemalt waren, daß ſie die Aufmerkſamkeit erregten und feſſelten. Die Blätter ſtellten die vorzüglichſten Punkte der ſächſiſchen Schweiz dar.

Copien von Landſchaften! ſagte geringſchätzend der Kunſthändler.

Verzeihung, mein Herr, antwortete die Malerin, es ſind keine Copien, ebenſowenig ſind es Compoſitionen. Mein Vater hat ſie nach der Natur gezeichnet, und ich habe ſie ſeinem Skizzenbuche entnommen. Da ich ſelbſt mehr als ein Mal die ſächſiſche Schweiz geſehen habe, war es mir möglich, die Bilder ziemlich naturgetreu auszuführen.

Immerhin, mein Kind; aber die Blätter ſind keine Gegenſtände für meinen Vertrieb. Biete ſie auf den Straßen feil. Die Käufer, die in meinen Laden kommen, ſuchen andere Dinge. Lege nur die Bilder wieder in Deine Mappe.

Das Mädchen erbleichte, und ein heller Thränenſtrom rann über die zarten Wangen.

des größten Schmerzes vor ſich hin.Nun ſind wir ver⸗ loren! In dieſem Augenblicke wandte ſich der Lord; theil⸗

nehmend betrachtete er das liebliche Kind, das in ſeinem

II. Jahrg.

verzweiflungsvollen Schmerze einen rührenden Anblick darbot. Es war von keiner gewöhnlichen Schönheit; den eleganten Wuchs und die zierlichen Formen des jugendlichen Körpers konnten ſelbſt die armſeligen Kleider nicht ver⸗ bergen, und die Trauer und der Kummer konnten die An⸗ muth der feinen Geſichtszüge nicht beeinträchtigen. Das große himmelblaue Auge ſchwamm in einem feuchten Glanze, und die feinen Lippen zitterten wie im Fieber. Das arme Mädchen war von der ablehnenden Antwort ſo niederge⸗ ſchmettert, daß es die Umgebung vergeſſen zu haben ſchien. Starr wie eine Bildſäule ſtand es neben den Bildern, auf

die es die letzte Hoffnung geſetzt haben mußte. Die kalten,

herzloſen Worte des Kaufmanns, der nur ſein großes Ge⸗ ſchäft mit dem Lord im Sinne hatte, ſcheuchten die Künſt⸗ lerin aus ihrer Betäubung empor.

Packe den Bilderkram zuſammen, ſagte er;meine Zeit iſt viel zu koſtbar, als daß ich ſie auf dieſen Trödel verwenden könnte.

Warte noch einen Augenblick, ſagte der Lord, indem er näher trat.Ich will die Bilder ſehen.

Ein Hoffnungsſtrahl erhellte das Geſicht der armen Malerin. Ehrerbietig⸗machte ſie dem jungen Manne Platz, der nun, wie es ſchien, mit großem Intereſſe die Aquarellen betrachtete. Nicht ſelten ſah er dabei nach dem jungen Mädchen hinüber, das ihm zur Seite ſtand.

Wie ich hörte, ſagten Sie, daß dieſe Anſichten nach der Natur gezeichnet ſind? fragte er.

Ja, mein Herr. Sachſen iſt mein Vaterland, und ich kann verbürgen, daß hier keine Täuſchung obwaltet.

Haben die Bilder auch keinen künſtleriſchen Werth, ſo Mein Gott, mein Gott! hauchte es im Ausbruche haben ſie doch den der Wahrheit und Treue. Für die Be⸗

wohner Englands iſt dies vielleicht nicht ohne Intereſſe.

Dieſe Vorausſetzung allein hat mir den Muth gegeben, die

Aquarellen feil zu bieten. Die Verkäuferin athmete

Feuilleton.

de

Die Pariſer Börſe.

Vv. Die Couliſſe.

Staate garantirte Concurrenz an die Seite geſetzt zu ſehen, die ihrer Stellung ein Drittel, vielleicht die Hälfte des Werthes nehmen könnte. Und im Grunde man ſagt, das Parquet und

Wir nannten ſchon oben neben dem Parquet der Wechſel⸗ die Couliſſe könnten gar nicht ohne einander beſtehen; man⸗ ſagt,

agentendie Couliſſe. phoriſchem Sinne genommen werden, das, was man nicht ſieht und was man nicht ſehen ſoll, ein wini voller Räthſel, Geheimniß und Contrebande. In Wahrheit gleicht nichts weniger einer Couliſſe als der Ort, wo die Cou⸗ liſſiers der Pariſer Börſe ſich verſammeln; man überzeugt ſich davon, ſowie man nur einen Blick auf den ſchmalen Gang wirft, der ſich von der Corbeille bis zu den letzten Säulen erſtreckt.

Der Couliſſier macht ohne ſtaatliche Conceſſion dieſelben Geſchäfle, dieſelben Operationen als der ſanctionirte Wechſelagent. Aber was kann irgend Jemand dagegen ſagen? Wollte die Be⸗ hörde ſich beklagen, ſo könnte man ihr nur erwidern:Es gibt nur ein Gegenmittel, ernennen Sie neue Wechſelagenten! Auch die officiellen Herren Agenten haben es vorgezogen, die Augen zu ſchließen über dieſe Wintelmäklerei, denn ſie wollen lieber in dieſer Art die unerlaubte Privatconcurrenz ertragen, als mit einem Schlage durch Ernennung neuer Wechſelagenten ſich eine vom

und in ſolchem bedeutet es

des elektriſchen Telegraphen von Tage zu Tage mächtiger

Das Wort muß hier natürlich in meta⸗ der Couliſſier ſei gar nicht der Rival des Wechſelagenten, er ſei

vielmehr ſein Genoſſe, ſeine Hülfstruppe, ſein Helfershelfer, eben

weil er ganz dieſelben Geſchäfte, dieſelben Operationen macht und

leitet und ſtützt und vertuſcht und ausbeutet. Doch wer win das Alles ſagen, was de dannſ iſt! Damit man das. ¹

ſagen könne, darum heißt die Couliſſe eben die Couliſſe! Außer dieſer eigentlichen Couliſſe aber, die ſeit Erfir 1 gibt es noch eine Petite⸗Couliſſe und eine Contre⸗petite⸗Co Die erſtere macht die Geſchäfte der kleinen Bourgeviſie, die die des Proletariats. Jene arbeitet für die Portiers, die die Kutſcher, die kleinen Krämer, die Kellner; dieſe ſteig! tiefer herab in die Intereſſen der großen namenloſen Menge Ddie Flickſchuſter, die Schwefelhölzchenverkäufer, die S ſteinfeger-Jungen, die Aepfelweiber u. ſ. w. ſagten eines

zu ſich, als ſie das Geſetz der ſocialen Aſſociation kennen

halten:Warum treten wir nicht zuſammen, warum hab

hoch auf, als ob ihr eine

V T

ſchwere Laf Erklärung tuch hetvor Dann wart ſchluß des Mir ſc händler, ankaufen Der lat flüſterte: Glaul finden wird Ich g Sie das( Rembrand Die Rechn Gegenſtän ſette er lei dern wird. Die K Diesmal al freudige Ue

Main

es Ihnen! Im! Lords un wäre ſelb junge Ma der reizen Qehalten. Sie öanndel, uun, und Kſächſiſe

mnn Ae mmuſa: önan, die Guuſſ ooffnate Lontres

D8ö gibt Pre ibre

uten de Küüthli⸗