446 So trant ſein Glück er heiß mit Vampyrzügen gZwei flüchtige, geheim verſchwelgte Wochen;
Da bricht ſein Fittig in den höchſten Flügen, Juana's Hochzeitstag iſt angebrochen.
Der Vater hat ein Herrlein ihr verſchrieben, Ein fremdes, vornehm Kind aus fernen Landen; Es mögen denn ſich die Verlobten lieben,
Wie ſie dazu ſich frei zuſammenfanden!—
I Der Neger liegt zu ſeiner Dame Füßen, Ein treuer Hund, und weint der Thränen viele; Doch was ihm auch die Augen überfließen, Er war ein Werkzeug nur zu ſchnödem Spiele.
Vergebens kniet er an des Zimmers Pforte,
Die ſonſt ihn zu Juana's Herzen führte,
Und lallt ihr ſeines Landes weichſte Worte, Als ob der Thor die ſatten Sinne rührte!
Noch geſtern hielt ihn weich ihr Arm gekettet,
Es war der letzte ſeiner Freudentage;
Heut iſt's der Narrenhüter, der ihm bettet,
Weil, wie die— Jungfrau meint, ihn Wahnſinn plage.
Da brauſt er auf, wie wenn in ſchwarzer Eſſe, b Vom Sturmeshauch geweckt, die Flamme leuchtet, Und wenn er weint, dann iſt's der Thränen Näſſe,
Die nur zu höherm Brand die Gluth befeuchtet.
Horch! feierlich vom Kathedralenthurme
Die Glocken zu dem Trauungsaltar rufen;
Es johlt das Volk, geſpornt zum Freudenſturme, Und drängt ſich bis zu des Palaſtes Stufen.
Da naht ſie denn in Sammt und Goldbrocate Und geht zum Tempel, ſtolz und ſündig eitel,
Und lügend, als die Krone an dem Staate,
Grünt ihr das Myrtenkränzlein auf dem Scheitel.
Rovellen⸗ Zeitung.
(II. Jahrg.
Viel hohe Herren geben das Geleite,
Viel Edelfraun mit blumigen Gewinden;
Sie ſind beim Altar, ihr der Graf zur Seite, Der Biſchof will das ſchöne Paar verbinden.
Da ſchießt mit Vipernhaſt der wilde Neger I Durch das Spalier der ſteifen Ehrenwachen; Die Augen ſprühn, verrätheriſche Kläger,
Den Mund verzerrt ein niederſchmetternd Lachen.
Er ſchnellt Juana von dem ſtolzen Haupte,
Als ob ein Pfeil daran vorüberſchwirrte,
Den Kranz herab, der ihre Schmach belaubte, Und reißt in Stücken jäh die blüh'nde Myrte.
Er wirft die Zweige grinſend ihr zu Füßen, Als ſpräch' er: Lügneriſche Augenweide! Und ihren Schleier, mitten durch zerriſſen, Birgt triumphirend er in ſeinem Kleide.
Kaum war es Eine flüchtige Minute,
Daß er gethan, was heimlich er verſchworen, Da ſchwingt man über ihn die Geißelruthe, Für immer hat die Freiheit er verloren.
Im Irrenhauſe liegt er angeſchmiedet,
Bis ſeinen Wahnſinn dämpft die lichte Pauſe Und ſeines Blutes Brandung leiſ' ermüdet;— Doch niemals wieder darf er aus dem Hauſe.
Und aus der engen Kammer, hinterm Gitter, Da ſah der Wahnſinnige lang' noch, lange Mit hellem Sinne, wenn auch ſprachlos bitter, Juana mit der freudenrothen Wange.
Mit dem Gemahl hielt oft ſie an der Stätte, Trat lachend ſelbſt in ſeines Fenſters Nähe; Doch ſeine Antwort war nur mit der Kette Ein wüthend Klirren und ein dumpfes Wehe!
nämlich Macaulay, Tennyſon, Bulwer und Thackeray; Dickens gehört, gleich Shakespeare, keiner Univerſität an. a.
Mannigfaltiges.
Unter allen Vergnügungen des irdiſchen Lebens iſt wohl keines ſo verſchieden beurtheilt und theils ſo ſehr gerühmt und erhoben, theils ſo getadelt und verdammt worden, als die Jagd. Plato nennt ſie eine göttliche Leibesübung; St. Auguſtin ein wildes Vergnügen; Lykurg empfahl ſie den Griechen; Moſes unterſagte ſie den Juden; Plinius findet in ihr den Urſprung der Monarchie;
Salluſt will ſie bloß den Sclaven überlaſſen wiſſen; Büffon
betrachtet ſie als ein ausſchließendes Vorrecht der Helden.
Wie alt iſt der Deſſauer Marſch und wie lange hat er ſich erhalten? Den ganzen ſiebenjährigen Krieg hindurch führte er das preußiſche Heer zum Kampf und Sieg und Jahrelang belebte er ſeine Paraden. Und wie alt iſt er? Ueber 130 Jahre! Wer iſt der Meiſter davon? Ein Italiener, aber der Name deſſelben iſt wohl nicht mehr zu ermitteln. Als der berühmte Fürſt Leopold von Deſſau(† 1747) unter dem Oberbefehl des Prinzen Eugen mit 8000 Preußen 1705 der Schlacht bei Caſſano beigewohnt hatte(16. Auguſt), die man dem Marſchall Vendome lieferte überraſchten ihn die Einwohner mit dieſem Marſche zur Sieges⸗ feier. Er wurde zum erſten Male auf einer Parade geſpielt, und die eben ſo ausdrucksvolle, als faßliche Melodie gefiel dem Fürſten
wie den Truppen dermaßen, daß er nun der Lieblingsmarſch des Erſteren bis zu ſeinem Tode, ſo aber auch der lhfatſs
V des Heeres, das ihm einen oft wechſelnden Text unterlegte, länger
als ein halbes, um nicht zu ſagen, ein ganzes Jahrhundert blieb. Die Liebe des alten Deſſauers zu der Melodie des Marſches ging ſo weit, daß er alle Lieder in der Kirche danach ſang.
——
Unter den jetzt regierenden Herrſchern beſtiegen den Thron am jüngſten: 1) der Fürſt von Lippe⸗Schaumburg(2 Jahr);— 2) der Herzog von Sachſen⸗Meiningen(3 Jahr);— 3) Jſabella II., Königin von Spanien(3 Jahr);— 4) der Herzog von Parma (5 Jahr);— 5) Don Pedro II., Kaiſer von Braſilien,(6 Jahr); — 6) der Fürſt von Schwarzburg⸗Rudolſtadt.— Im höchſten Alter dagegen gelangten zur Regierung: 1) der Landgraf von Heſſen⸗Homburg(65 Jahr);— 2) der Fürſt zu Reuß⸗Schleiz (64 Jahr);— 3) Papſt Pius IX.(54 Jahr);— 4) der Fürſt von Monaco(46 Jahr);— 5) der König von Preußen(45 Jahr); — 6) der Kurfürſt von Heſſen(45 Jahr). q.
Von den 49 Regenten, welche die Throne Europa's inne haben, ſind im verfloſſenen Jahrhundert geboren worden 16;— von 1800 bis 1810— 9;— von 1811 bis 1820— 11;— von 1821 bis 1830— 10;
V einer, der Herzog von Parma(9. Juli 1848).
Der berühmte Philoſoph Baſedow grübelte ſtets über Welt⸗
verbeſſerung. Endlich müde dieſer Anſtrengung, ſagte er zu einem ſeiner Verwandten: Ich möchte gern den Weltſtaat rmniden,
aber ich ſehe ein, ich werde bei mir ſelbſt den Anfang machen müſſen.
von 1831 bis 1840— 2;— nach 1840 q.
—
—
—
Lite
Rovellen lag von Pülhel Dieerſted Jn Memoireni rins vornehme mnempftndſame aung ibres An lung ſch das von Wahnſinn Somnambulis gei der Darſt ie große Beg in jeder Zeile doch geraded vollendeten S und vor allen Goethe erinne ſie in Leben ſ fahr, in Einſe und das iſt in der Hermann! Di iſtbetſch Jenden Jeal in der wir und mit ihr den können, Folgerichtigk, giſchen und pf ne Gemeinſe Manon de 6 Fal. Wie dntereffiren, d
ann, wenn umſtrickt iſt
—
= — ½
— — ☛ —
—


