Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
445
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Jahrg.

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Nr. 28.] oich(Heumonat), Sſiorli⸗oich(Sichelmonat), Biadans⸗oich (Hanfmonat) und Awyn-oich(Dreſchmonat),

An keine der durch den Stand der Erde zur Sonne hervorgebrachten Jahreszeiten geknüpft endlich iſt die mo⸗ hammedaniſche Jahresrechnug, die, dem immer klaren Him⸗ mel des trockenen Arabien entſtammt und daher um den Temperatur⸗ und Witterungswechſel ziemlich unbekümmert, ein reines Mondjahr von 354 Tagen darſtellt. Die ab⸗ wechſelnd zu 29 und 30 Tagen gezählten Monate deſſelben, Moharrem, Sepher, Rebiul⸗ewwel, Rebiul⸗akhir, Dje⸗ maziul⸗ewwel, Djemaziul⸗akhir, Radsjeb, Schaban, Ra⸗ madſan(als heiliger Monat bekannt), Schauwal, Dſul⸗ kade und Sulhadsje, müſſen, da ſie nur eben ſo viele Mondwechſel ſind und da nicht, wie im jüdiſchen Kalender, alle drei Jahre ein Schaltmonat, ſondern nur alle zwei oder drei Jahre ein Schalttag im Djemaziul⸗akhir einge⸗ ſchoben wird, in jedem wirklichen oder Sonnenjahre etwa um 11 Tage früher, als im vorhergehenden, beginnen und ſchließen. Nach etwa 17 Jahren ſind ſie demnach mit allen Feſten, die ſich danach richten, bereits in die entge⸗ gengeſetzte Jahreszeit gerückt, indem man in der That nur 16 ½ Jahre vorgeſchritten iſt. Durch 34 Kalender⸗ jahre ſind nur 33 Sommer und Winter dargeſtellt; alte Leute erſcheinen um zwei Jahre älter, als ſie nach dem von ihnen erlebten Jahreszeitenwechſel ſind; ein Jahrhun⸗ dert iſt deem Mohammedaner ſchon faſt gleich 103 Jahren, und was ſeit Mohammed's Flucht zu viel gezählt worden iſt, beläuft ſich bereits auf nahezu 38 Jahre, indem die im

Juli 622 der chriſtlichen Zeitrechnung begonnene Jahres⸗

zählung, ſtatt augenblicklich(Frühling 1856) im Jahre 1234 zu ſtehen, ſeit Anfang vorigen Herbſtes bereits 1272 ſchreibt. Dennoch iſt es dieſer höchſt unvollkommenen Zeit⸗ rechnung, da die mohammedaniſche Feſtordnung ſich auf ſie ſtützt, gelungen, weit richtigere zu verdrängen und im Morgenlande allgemeine Verbreitung zu finden.

G. L. L.

Dritte folge.

Juana. Von NRudolf Hirſch).

O Neger, dem am Haupt die ſchwarze Wolle Verräth die krauſe, dichte Selavenſchlinge, Vergebens ringt dein Herz in dumpfem Grolle, Daß endlich deine ſtarre Feſſel ſpringe!. Wie deine Zähne, dieſe beiden Zeilen,

Die gnädig die Natur dir weiß geſchrieben, Vergebens an der Seclavenkette feilen,

Woran ſich deine Seele wund gerieben!

Und du, du ſchwarzer Block in Krämerhänden, Woraus ſich Zierrath formt des Menſchen Laune, Du wagſt, dein Herz der Herrin zuzuwenden,

Und wähnſt, ſie würde lächeln ſolchem Faune? Weil es Natur vergaß, dich abzuſchleifen,

Den trüben Grund dir blendend abzuſchälen, Drum ſollſt du nie nach weißem Liebchen greifen, Und ſollſt die Blumen deiner Flur nur wählen! Und doch an ſeiner Herrin hängt der Neger,

Ein glühend Herz verbirgt die ſchwarze Schale; Er ſchützt ihr ſchlummernd Haupt, als treuer Pfleger, Als ſtürb' ſein Fluch in ihrem Segenſtrahle.

Juana liebt er, und mit Wahnſinngluthen, Indeß ihn ſeine Zunge doppelt bindet

Und ſeiner Seele ſchmerzliches Verbluten

Das matte Leuchten nur des Aug's verkündet.

Doch wer ergründet irdiſches Gelüſte?

Zum Sclaven beugt die Herrin ſich hernieder; Empor zu ſich hebt ſie den Sohn der Wüſte Und bettet ſanft ihn an dem Atlasmieder.

Wien, Jas⸗

*) Aus Balladen und Romanzen. Von R. Hirſch. pers Witwe und Hügel.

der an alle Genüſſe des Luxus gewöhnt war und in ſeiner Jugend ein luſtiges Leben auf großem Fuß geführt hatte. Indeß war

Girardot thätig und unternehmend; er theilte ſeine drei Hectaren durch parallellaufende Mauern in 77 lange und ſchmale Gärten ab und bepflanzte dieſe an allen Mauern entlang mit Pfirſich⸗

bäumen. Dieſen widmete er die größte Sorgfalt, veredelte ſie, ſuchte neue Sorten auf und erbaute bald die ſchönſten Pfirſichen

von ganz Paris, ſo daß er ſchon nach kurzer Zeit davon eine

jährliche Einnahme von 30 bis 40,000 Fr. hatte. Jedes Jahr ging er nach Verſailles, dem Könige die erſten Pfirſichen aus ſeinen Gärten anzubieten. Die Stadt Paris kaufte ihm zu einem großen Feſte, das ſie gab, 3000 Stück ab und bezahlte das Stück mit einem Thaler(drei Fr.). Ein ſolcher Erfolg brachte Girardot in die Mode, und man ſtrömte von allen Seiten herbei,

ſeine Pfirſichbäume zu bewundern und von ſeinen Früchten zu

eſſen, ſo daß man zuweilen zu gleicher Zeit 70 bis 80 der glän⸗ zendſten Equipagen an der Thür ſeiner Gärten halten ſah.

So wurde Girardot durch die induſtrielle Benutzung ſeines unbedeutenden Gütchens zu einem ſteinreichen Manne. a.

Diſtel⸗Papier.

Man iſt in neuerer Zeit eifrig bemüht geweſen, in allen Theilen der Welt Stoffe aufzuſuchen, welche die Lumpen bei der Fabrication des Papieres erſetzen können. Dem Lord Berrindale ſcheint es gelungen zu ſein, dies Problem zu löſen. Er hat nämlich Papier von ſehr ſchöner Qualität aus den Faſern der gemeinen Felddiſtel anfertigen laſſen, beſonders aber aus der

ſchottiſchen Diſtel, welche eine bedeutende Höhe erreicht. Die Faſern dieſer Pflanze ſind ſehr lang und ſehr haltbar, laſſen ſich auch leicht bleichen. Man trennt ſie von den holzichten Theilen durch ein ſehr leichtes Verfahren gewöhnlicher Dürre. Der Er⸗ finder verſichert, daß die Faſern der Diſtel ſich zu den verſchiedenen Geweben eben ſo verwenden laſſen, wie die des Flachſes und des Hanfs. a.

Die Aniyerſitäten zu Cambridge und Opford.

Von den Univerſitäten zu Cambridge und Oxford ſind die meiſten großen Männer Englands hervorgegangen. Daber die Eiferſucht, der Kampf, der Krieg zwiſchen dieſen beiden berühmten Univerſitäten und in Folge davon ſogar zwiſchen den Engländern ſelbſt. Man iſt entweder für Cambridge oder für Oxford: das iſt ganz unvermeidlich. Wie viele Ströme von Tinte ſind ver⸗

goſſen worden, wie viele Flugſchriften geſchrieben, wie viele Bücher gedruckt, wie viele Reden gehalten worden, um eine oder die andere dieſer beiden Univerſitäten zu vertheidigen! Wir ſind weit entfernt, uns in den Streit miſchen zu wollen, aber wir glauben ein Argument anführen zu müſſen, das für Cambridge zu ſprechen ſcheint. Dieſes iſt nämlich, daß von fünf großen Männern der Vergangenheit, die ſich in der Wiſſenſchaft oder der Literatur auszeichneten, vier in Cambridge gebildet wurden, nämlich: Bacon, Newton, Shakespeare, Milton, Byron. Shakespeare gebhörte keiner Univerſität an. Von den fünf ausgezeichneteſten Männern der Gegenwart, Macaulay, Dickens, Tennyſon, Bulwer und Thackeray, wurden ebenfalls vier in Cambridge gebildet,