Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
439
Einzelbild herunterladen

Jahrg.

es auch, tich erſt

kümmert ke, weiße und die irfte ſtolz em hohen ron, und und die ken; eine ſchöner de iſt der ad haucht hundert g ſinnend aft ſchön! Elfen be⸗ Keelch der gels und

was ich vor der nblumen. ichen zur ten ſich, uchfäſfer ſchlugen di Nor⸗ einander ſieht in skinder, und ſie les jetzt ir reines und ge⸗

V

uns jedoch

in Afrika

nſich mt

ine morn- weiſe. di erte, ohne 3 darcr. ein junger mmir mit, als hätten Phantafie Burſchen und ihnen weſenden Gefühle erſtehen; Sie

kl. alle Ihre l

obſchon pälech chterner, aus den Ex war vertretel rrutirung ebling ei

Nr. 28.]

heimes Verlangen läßt gar oft das reine Blumenauge in Thränen ſtehen; wie es vielen weiblichen Gemüthern eigen iſt, ſich mitzutheilen ihr geheimſtes Fühlen, ſo vertrauten auch manche der Blumen einander an, was ſie bewegte. Sieh, klagte die Tulpe der beſcheidenen Primel, die zu ihren Füßen blühte,was hilft es mir, daß ich in ſtolzen Farben einſam verglühe, zur Feuerlilie darf ich nicht, an meine Scholle bin ich gebannt und doch fühle ich es, nur bei ihr finde ich Glück. Sehnſüchtig ſchaut ſie zu mir herüber, von derſelben Gluth wird ſie verzehrt! Wäre ich niedrig geboren, gleich wie du, geborgen im verhüllen⸗

den Blättermantel, nimmer würde mein Sehnen ein ver⸗

meſſenes werden, aber die ſtolzgekrönte Stirn mag ſich nur

ſenken vor dem feuerſtrahlenden Scepter jener Lilie, weh mir, wehe! Kleine, arme Primel, du faſſeſt nimmer

was mich durchſtrömt, preiſe dich glücklich!

Aber die kleine Primel preiſt ſich nicht glücklich, auch ſie trägt verſchwiegenes Leid; der bunte Schmetterling hat ihr nicht umſonſt die Grüße gebracht vom ſchmucken Ritter⸗

ſporn!. Das kleine Veilchen ſeufzt, es möchte gar ſo

gerne Freundſchaft ſchließen mit der Männertreue, aber die blüht weit fort, ganz am Ende des Gartens; das Veilchen klagt wohl davon zu den andern Blumen, aber die lachen und ſpotten es aus und ſagen dann immer zu⸗ letzt, es wäre gar nichts un ihm, ein ganz einfältiges Blümchen, der winzige Ehrenpreis, habe nur den Spitz⸗ namenMännertreue erhalten, weil es ſo gar loſe am Stiele ſäße, ſo daß der leiſeſte Wind es ſchnell entblättere. Doch das treuherzige Veilchen läßt ſich nicht beirren, die Aurikel hat ihm davon erzählt, und der Aurikel mit den großen, klugen Augen traut das Veilchen ja mehr als allen andern Blumen.

Und jetzt, hört, jetzt kommt es, warum die Blumen heute früher, als ſonſt, geweckt wurden. recht mitten in ihrem Sehnen waren und eine der andern ihr leiſes Weh vertrauten, da kam ein Mädchen in den

Als ſie noch ſo

439

Garten gegangen, friſch wie der junge Morgen! Zu den verſtummenden Blumen neigte ſie ſich und ihr Finger brach die ſchönſten und die ihr die liebſten waren, und wand ſie, dahinſchreitend, zum Kranze. Das Veilchen ſchauerte in ſeligem Entzücken, als es zur Männertreue gefügt ward, und in ſtolzer Siegesfreude lehnte die Tulpe das erhabene Haupt an den ſtrahlenden Kelch der Feuerlilie, indeß die Primel, mit ſchüchterner Freude, den luſtigen Ritterſporn ſich keck ihr neigen ſah!

Das Mädchen trug das blühende Gewinde mit fort. Die meiſten der zurückgebliebenen Blumen neideten den Auserkorenen ihr ſchimmerndes Loos; nicht heiter wie ſonſt verging ihnen der Tag, und als des Abends die großen Bienen kamen und ihr Wiegenlied begannen, um, ihrer Pflicht gemäß, als alte Kinderfrauen die Blumen in den Schlaf zu ſingen, da waren die meiſten bereits im Unmuth entſchlummert. Nur einige wenige hielten ſich noch wach im traulichen Zwiegeſpräche, unter ihnen die ſinnige Aurikel und die ehrwürdige Kaiſerkrone; das verſtändige Marienblümchen war auch dabei. Auf das Geheiß der Blumen waren nämlich zwei Schmetterlinge ausgeflogen, um Kunde zu bringen über das fernere Loos der ihrem Kreiſe entführten Geſpielen.

Beinahe war es völlig Nacht geworden; hier ſchwebte ein Leuchtkäferchen und dort wieder eins. Da kamen die beiden Boten zurück, es waren der ernſte Trauermantel und ſein heiteres Gemahl, das liebliche Pfauenauge! Schweigend wurden ſie von den harrenden Blumen em⸗ pfangen; erſt als ſie ſich niedergelaſſen auf dem für ſie bereit gehaltenen Polſter von duftigem Mooſe und ihnen von der Aurikel der ſüße Kelch kredenzt war, genügte die Kaiſer⸗ krone den in ungeduldiger Erwartung ſtehenden Blumen; mit würdevoller Herablaſſung ließ ſie die Beiden ihren Bericht erſtatten.

Das Pfauenauge ſeufzte ſchwer auf, aber mit maje⸗ ſtätiſchem Anſtand hob der ſchöne Trauermantel die präch⸗

Was iſt das, was ich da höre? fragte der Obriſt, welcher ſich vorgenommen hatte, mit der größten Strenge zu verfahren. Was find das für Lügen, mit denen Du Deine Kameraden hintergehſt?

Weſſen bin ich angeklagt, mein Obriſt? fragte Kostquen mit größter Ehrerbietung.Habe ich meine Pflichten als Soldat verabſäumt? Habe ich mir je einen Fehler im Dienſte zu Schulden kommen laſſen, oder habe ich meinen Vorgeſetzten nicht gehorcht?

EAEiner ſolchen Sache biſt Du nicht angeklagt, entgegnete Peliſſier mit 8 Verbrechens. Es wird geſagt, daß Du ein Zauberer ſeieſt.

Das dn iſinandndiien Costquen ruhig.

Dummheit: ſuche nicht, mich zu täuſchen. Es wird geſagt, 8 ababeſt alberne Burſchen an zoantefcheinuangen ginbden emacht.

Sie haben die Geiſter ſelbſt geſehen, antwortete Costquen mit ſtets gleicher Ruhe.Ich habe nur einen Grund, daß ich die von meinen Vätern ererdte Kraft anwende ich ſammle mir das Geld, welches ich von meinen Kameraden bekomme, bis ich mir einen Stellvertreter kaufen und nach meinen geliebten Haiden zurückkehren kann. 3

Der Obriſt fuhr verlegen mit der Hand durch ſeine Haare.

Wenn das iſt, ſo wollen wir einen Vertrag mit einander machen. Zeige mir den Geiſt, welchen ich zu ſehen verlange, und ich werde Dir dieſes Goldſtück geben; aber bedenke, daß ich Dir eine Kugel durch den Kopf ſchießen werde, wenn Du Dich als

Windbeutel zeigſt.

um

Obriſt ſeinen Worten mehr Nachdruck zu geben, zeigte der

dem Bretonen mit der einen Hand eine Piſtole, während

er ihm auf der andern das Goldſtück hinhielt. Costquen blickte verliebt nach dem letztern und ſagte mit größter Heiterkeit:

Der Handel iſt abgeſchloſſen, mein Obriſt. Um Mitternacht werde ich pünktlich an dem Eingange des kleinen Waldes hinter

Ihrem Garten erſcheinen.

Nochmals, ſagte Peliſſier, der offen geſtand, daß er ſich in einer ſeltſamen Weiſe aufgeregt fühle,nochmals warne ich Dich und erlaube Dir zurückzutreten. Ich habe keine große

jten. 1 1 en Sehnſucht, Geiſter zu ſehen. Geſtehe, daß Du Deine Kameraden einiger Verlegenheit,ſondern eines weit ſchwerern

betrogen haſt, und Du ſollſt gleichwohl dieſes Goldſtück erhalten.

Nimmer! rief der Zauberer in einem Tone aus, als wäre er ſchwer beleidigt.Sie haben mich herausgefordert, mein Obriſt, und müſſen die Folgen auf ſich neymen.

Mitternacht kam heran. Der Obriſt fand ſich an der be⸗ ſtimmten Stelle ein und fand den Zauberer ſchon auf ihn wartend. Nochmals gab er dem Letztern Gelegenheit; zurückzutreten, er⸗ hielt aber wiederum abſchlägliche Antwort. Der Soldat zog ſeinen Rock aus, ſo daß er in den Hemdärmeln daſtand, lehnte ſeinen Säbel gegen einen Baum, ſtellte Tſchako und Stiefeln daneben, hängte ſeinen Rock darüber, zog dann mit einem gabel⸗ förmigen Stocke einen Kreis und ſtellte ſich in deſſen Mitte. Er glich ganz und gar einem Begeiſterten, und das Licht der La erne, welche der Obriſt mitgebracht hatte, ließ die Verzerrung fannes Antlitzes ſehen, das viel mehr dämoniſch als menſchlich ausſah.

Plötzlich unterbrach der Zauberer ſeine Verrenkungen und wandte ſich nochmals an Peliſſier. 1 8

Obriſt, ich vergaß noch eine Bemerkung; haben heiligen Gegenſtand bei ſich?

1 1 3

Sie teinen