Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
438
Einzelbild herunterladen

Wie es den Blumen erging.

Ein Sommermärchen

grniſe Eſche⸗)

Es war einmal des Sonntag Morgens ganz früh. Die Blumen ſchliefen noch alle und es war noch ſtille im Garten. Ich glaube, es war auch noch nicht die eigentliche Zeit zum Aufſtehen, da kam der luſtige Morgenwind herangefahren in dem ſchönen Wagen mit roſenrothen Polſterkiſſen. Er ſchwang ſich heraus, und huſch, huſch, da war er bei den Blumen, die Glocken haben. Die müſſen immer zuerſt den Schlaf aus den Augen ſchütteln, denn ſie haben früh zu thun. Der Morgenwind iſt nun ein recht loſer Schelm; das Eine zupfte er bei der kleinen Naſe, das Andere ſchüt⸗ telte er unbarmherzig am krauſen Bärtchen, und dem Dritten blies er ins Geſicht, daß die kleinen Dinger ganz erſchrocken zuſammenfuhren, und weg war aller Schlaf im Umſehen.

Aber ſie kannten ſchon den jungen Sauſewind, das war Keiner, dem man was übel zu nehmen brauchte, denn das kümmerte ihn doch nicht; darum ließen ſie es auch bleiben, ſagten herzhaft:guten Morgen! und dann wußten ſie, was ihres Amtes war, und machten ſich rüſtig ans Läuten.

Es währte auch nicht mehr lange, da wachten die an⸗ dern Blumen alle auf und ſchauten friſch um ſich und ſpie⸗ gelten die holden Antlitze in den Thautropfen, die ihnen die Elfen an die grünen Blätter hängen, und da ſahen ſie, daß ſie heute Morgen ganz beſonders ſchöne Perlenkränze auf den kleinen Scheiteln hatten, und wußten nicht warum. *) Verfaſſerin des in Nr. 49 des vorigen Jahrg. mitgetheilten MärchensWas ſich Canapee und Sorgenſtuhl erzählen.

Novellen»Zeitung.

J. Jahrg.

Aber ich weiß es und der Morgenwind wußte es auch, warum er ſie ſo früh wecken ließ, das aber erzähle ich erſt nachher!

Die Blumen waren ſtillvergnügt und unbekümmert,

In der Mitte des ſchönſten Beetes ſtand eine ſchlanke, weiße

Lilie, vor der verneigten ſich Alle, auch die Roſe, und die Lilie nahm jeden Gruß ſtill und ſtolz dahin; ſie durfte ſtolz ſein, weil ſie ſo weiß und ſo rein war. Auf dem hohen Stengel ruhte ſie, wie eine Königin auf ihrem Thron, und blickte herab auf die Andern. Die Lilie allein und die Roſe werden nicht geweckt von den Blumenglocken; eine Stunde früher, als die Andern erwachen, kommt ein ſchöner Elfe und küßt die Roſe wach, und dieſe Stunde iſt der Roſe eine geweihete, denn der Elfe bleibt bei ihr und haucht wunderbare, geheimnißvolle Erzählungen in ihre hundert Blätter; davon ſenkt dann die Roſe den ganzen Tag ſinnend das ſchöne Haupt und davon erglüht ſie ſo traumhaft ſchön! Aber die weiße Lilie darf nicht der Kuß eines Elfen be⸗ rühren, ſie wäre dann nicht Lilie mehr; in den Kelch der Lilie fällt allmorgens die Freudenthräne eines Engels und davon erwacht die Makelloſe!

Doch ich bin weit abgekommen von dem, was ich eigentlich erzählen wollte. Als die Blumen ſich vor der Lilie verneigt hatten, da läuteten wieder die Glockenblumen mit drei feinen hellen Schlägen; das war das Zeichen zur Hora! Die kleinen perlgeſchmückten Häupter neigten ſich, Nelke und Jasmin ſchwangen die niedlichen Weihrauchfäffer, der leichte, weiße Opferduft wallte empor, dreimal ſchlugen wieder die Glocken an, die Blumen erhoben ſich, die Mor⸗ genandacht war beendet, und ſie gehörten nun einander an im trauteſten Verkehr. O, wer ſie ſo daſtehen ſieht in ihrer unſchuldsvollen Schönheit, die jungen Lenzeskinder, der mag wohl die Hände fromm zuſammenlegen und ſie glücklich preiſen! Aber ich weiß es und ich will es jetzt

erzählen: die armen Blumen wiſſen nicht all' ihr reines

Glück! In den kleinen Herzen klopft es ſehnend, und ge⸗

Gläubiger wenden ſich an mich und behaupten, daß Sie großartige Summen gewinnen, während Sie ihnen nicht einen Sou bezahlen. Ich bitte Sie dringend, dieſen fatalen Moquerien ein Ende zu machen, oder ich würde mich in die traurige Nothwendigkeit verſetzt ſehen, Ihnen den Eintritt in die Börſe zu unterſagen! Armer Lagingeole! Du liebteſt die Vergangenheit gar nicht, und mußteſt nun ſo zudringlich an ſie erinnert werden! In einem Augenblicke, wo Du ſolche Zahlungen erheben ſollteſt, Dir die

Börſe zu ſchließen, das hieße Deinen Ruin herbeiführen! Was

blieb ihm übrig, als ſeine Gläubiger zu befriedigen, und endlich doch noch dem väterlichen Rathe des Commiſſaires Dank

zu ſagen, der ihn veranlaßte, ein gutes Werk zu thun, das er ſo

lange ſich vorgenommen, aber im Trubel der Geſchäfte immer auszuführen unterlaſſen hatte!

Täglich faſt nimmt der Herr Specialcommiſſaire der Börſe Gelegenheit zu derartigen moraliſchen Ermahnungen, und der zartfühlende Sprachgebrauch des Tages bezeichnet ſolchen Vorgang mit den Worten: zu denkleinen Sitzungen gezogen werden*).

Eine geiſterbeſchwörung. Es moͤchte wohl Keinen von allen unſern Zeitgenoſſen geben,

voon dem ſo viele und zum Theil ſeltſame Anekdoten erzählt werden,

wie von Marſchall Peliſſier, doch werden alle bisher von in⸗ und ausländiſchen Zeitſchriften mitgetheilten durch die folgende rtroffen, welche wir neulich in einer engliſchen Zeitſchrift

*) passer aux petites assises.

fanden. Wir theilen dieſelbe unſern Leſern mit, ohne uns jedoch für deren Wahrheit zu verbürgen..

Als Peliſſier noch als Obriſt eines Linienregiments in Afrika ſtand, kam eines Tages der Regimentsarzt zu ihm, um ſich mit ihm wegen der Mittel zu berathen, welche man gegen eine mora⸗ liſche Epidemie anwenden könnte, die damals haufenweiſe. die Soldaten in das Hospital und von da in das Grab lieferte, ohne daß eigentliche Krankheitserſcheinungen wahrnehmbar waren.

Ich habe den Grund entdeckt, ſagte der Arzt;ein junger Conſcribirter, welcher heute Morgen ſtarb, theilte ihn mir mit,

aber das Heilmittel müſſen Sie aufſuchen. Es ſcheint, als hätten

dieſe thörichten Menſchen dadurch gelitten, daß ihre Phantaſie durch die Gaukeleien eines aus der Bretagne ſtammenden Burſchen aufgeregt iſt, welcher ein Zauberer zu ſein behauptet und ihnen für wenige Sous ihre Heimath und die Geſtalten ihrer abweſenden Eltern, Verwandten und Freunde zeigen will. Die Gefühle unſerer Soldaten vermögen dieſen Gaukeleien nicht zu widerſtehen; es ſtellt ſich Heimweh ein und führt meiſt den Tod herbei. Sie müſſen dem ein Ende machen, Obriſt, oder Sie werden alle Ihre beſten Leute verlieren.

Beunruhigt durch die Folgen dieſes Gaukelſpiels, obſchon an der Möglichkeit noch immer zweifelnd, ließ Peliſſier ſogleich den Angeſchuldigten vor ſich rufen. Es war das ein nüchterner, ernſter, faſt würdig ausſehender junger Mann, der aus den bretoniſchen Haidegegenden ſtammte und Coëtquen hieß. Er war früher Schäfer in den Haiden geweſen und als Stellvertreter eingetreten für ſeinen Bruder, den das Loos bei der Recrutirung betroffen hatte, während er ſeine alte Mutter, deren Liebling er war, nicht gern verlaſſen wollte.

heimes Verlan Thränen ſtebem ſt, ſich nnckzut auch manche der Slel, kl / 2,, zu ihlen Füßel ſolen Farben jict, an meine 8, nur bei ihr nir herüber, v ch niedrig geb den Blätterma

meſſenes werde

ſenken vor der weh mir, weh was mich durc

Aber die! ſie trägt verſch ihr nicht umſon ſporn!. Das

gerne Freundſe

die blüht weit Veilchen kagt die lachen und leßt, es wäre, Mümchen, der namenMaͤn Stiele ſäße, Doch das tre Aurikel got großen, klugen aderd Blumen Und jetzt, heute fiher, recht mitten in in leiſs Wet Was iſt d Waipronne hinagzt znui mit üſen di werabſäun 14 ommen lüſn eina Veliſier mite erbrechens. Das bim 2en gemacht.