Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
437
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Jahrg.

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Nr. 28.]

die Genoſſin meiner Jugend und ſoll die Freundin meines Alters ſein; denn mit Gartenlauben, Häuslichem Heerd und Blättern der Art kann ich mich nicht befreunden. Sie ſind, wie das tägliche Brod, mich aber gelüſtet nach Ambroſiga.

Ich habe mich bereden laſſen, heute an einen öffentlichen Ort zu gehen, und bereue es jetzt faſt, daß ich es that. Wie iſt doch Alles ſo anders geworden in der Welt! Wahr⸗

einer Schenke zur andern, kam mir mein ſchönes Dresden wie ein großes Wirthshaus vor. Die Mütter führen ihre Töchter alle Tage hier hinaus, wie ich höre, und ſtellen ſie hier aus, wie in einem Bazar. Ich hätte es gerne nicht geglaubt, aber ich konnte nicht umhin; denn wohin ich blickte, gewahrte ich die lieblichſten Mädchengeſichter in ihren bunten Hütchen. Ich fragte, warum man es denn nicht wenigſtens ſo einrichte, daß die Schenken für Männer und Frauen geſondert wären. Da antwortete mir eine Freundin lächelnd, daß dann die liebe Jugend wohl zu Hauſe bleiben würde, denn die jungen Mädchen gingen nur her, um zu ſehen und geſehen zu werden. Ich war ganz entſetzt über den harten Ausſpruch. Sie nahm mir

Dritte Folge.

gemacht, hielten wir bei dem Conditor an.

unſerm Familienleben gekommen. Wie nun erſt die un⸗ verheiratheten Männer ihre Tage verbringen, das wollen wir gar nicht fragen. Aber glauben Sie es nur, die armen Mütter können wirklich nicht anders handeln, ohne ſich auch die letzte Möglichkeit abzuſchneiden, vielleicht eine Tochter abzuſetzen. Darum tadeln wir ſie nicht zu hart!

Aber tadeln mußte ich ſie doch; denn es verletzte mich

in meinem weiblichen Gefühle, ein Mädchen ſo ausgeſtellt haftig, als wir durch den großen Garten fuhren, von

zu ſehen, und es wäre mir als Mutter tauſendmal lieber geweſen, meine Tochter nie zu verheirathen, als ſie auf dieſe Art zu einer Waare zu machen. Als wir die ganze Runde Dies, ſagte man mir, ſei die ariſtokratiſche Schenkwirthſchaft des großen Gartens. Wirklich ſaßen hier ſehr viele geputzte

Damen mit ihrer Arbeit, als brächten ſie hier ihre Tage zu, dazwiſchen ſaßen junge Männer und rauchten nach⸗

läſſig ihre Cigarren. Ich ſah bald, daß ich hier Niemand kannte, und war recht froh darüber, meine Freundinnen nicht auf dieſem Wege zu ſehen. Um mich zu unterhalten,

nannte mir meine Gefährtin mehrere der bekannten Perſön⸗

meine Entrüſtung zum Glücke nicht übel, ſondern erwi⸗

derte:Sie leben ſo zurückgezogen von der Welt, meine gute Cordelia, daß Sie unſere heutige Jugend kaum noch kennen. Es iſt alles anders geworden. Wir haben acht⸗

hundert ſolcher Schenken in unſerm lieben Dresden.

Sehen Sie hier gleich am Eingange in der Wirthſchaft des Hofgärtners, da trinken ſchon früh um ſechs Uhr eine An⸗

eine Schenke, und denen es beſſer gefällt, hier mit Männern zu rauchen und eine derbe Sprache zu führen, als häuslich

neben der Gattin ein Stündchen zu ſitzen und den Tag

damit anzufangen, ſich für das, was er an Geſchäften und Sorgen mit ſich bringt, zu ſammeln.

lichkeiten, darunter auch Gutzkow, auf den ich ganz unbe⸗ merkt ſogleich meine Lorgnette richtetez denn er intereſſirte mich von allen modernen Dichtern am meiſten. Es ſaß eine allerliebſte junge Frau bei ihm, die man mir als ſeine Gattin nannte: Ich hätte ſehr gerne mit ihm ſprechen mögen, das kann ich nicht leugnen, doch an einem öffent⸗ lichen Orte wollte ich nicht dadurch provociren, und ſo freue ich mich inzwiſchen auf die Ankunft meiner Couſine, der

Baronin Overbeck, die mit lauter Notabilitäten verkehrt zahl Familienväter ihren Kaffee, würdige, ſehr reſpectable Männer, denen ihr Haus aber darum weniger gilt, als

und gewiß auch ihn bei ſich ſehen wird. Sie wird mir das Leben übrigens ſchwer genug machen, denn ſie iſt ein

rechtes Weltkind; ſie ſteht mir aber doch zu nahe, um ſie

zurückzuweiſen. Gewiß ſetzt auch ſie ſich mit ihrer Tochter hierher, dachte ich im Stillen, und fühlte dabei die Scham

auf meinen Wangen. Dahin iſt es mit

(Wird fortgefetzt.)

Zuge einen neuen Anſtoß. Und heutzutage beläuft die Summe der an der Pariſer Börſe fluctuirenden Capitalien ſich auf 13 Milliarden. Solche Fortſchritte hat man ſeit Villèle gemacht. Dieſe 13 Milliarden ſind ſo zu ſagen die Civilliſte der Agiotage.

II. Von den kleinen Sitzungen.

Das ancien régime, die Republik, das Conſulat, das Kaiſer⸗ thum, die Reſtauration und alle Regierungsformen, die in Frank⸗ reich auf das abſolute Königthum bis auf unſre Tage folgten, haben Geſetze erlaſſen gegen den Kauf und Verkauf von Wechſeln und kaufmänniſchen Papieren. Es iſt unnöthig hinzuzufügen, daß ſie niemals befolgt worden ſind. 11

Ein Specialeommiſſaire der Polizei hat die Aufgabe, über die innere Sicherheit der Börſe und die Geſetzmäßigkeit der Finanzoperationen zu wachen. Er iſt beauftragt, die officiellen Nachrichten zur Kenntniß des Publicums kommen zu laſſen und dadurch dem bisweilen ſehr überſpannten orientaliſch⸗tartariſchen Einbildungsvermögen der Herren Speculanten Einhalt zu thun; auch das elektriſche Telegraphenweſen ſteht unter ſeiner unmittel⸗ baren Aufſicht. Verſehen mit einer verantwortlichen, aber unbe⸗ ſchränkten Gewalt, hat er das Recht, einem Jeden den Zutritt zur Börſe zu verbieten, der ihm eine ſolche Zurückweiſung zu verdienen ſcheint. Es kommen gar leidenſchaftliche Individuen in den Tempel des Mammons und da iſt denn eine ſchnell einſchreitende Gewalt nicht ſelten gar ſehr am Orte. Wenn hitzige Helden der Hauſſe und der Baiſſe handgemein werden, wie ja das bisweilen paſſirt, ſo iſt ein Einſchreiten des Commiſſaires die gewöhnliche Folge,

z. B. ein paar zu

die beiden Kampfhähne ſind an der Thüre

conſignirt und für zwei oder drei Börſenverſammlungen werden ſie unſchädlich gemacht.

Bisweilen bewaffnet ſich dieſe patriarchaliſche, aber uner⸗ bittliche Behörde, im Namen der öffentlichen Moral, mit einer furchtbaren Macht. Es ſoll im Börſenleben Augenblicke geben, wo die durch Triumphe erhitzte Einbildungskraft völlig der Ver⸗ gangenheit vergißt, um nicht an die Zukunft denken zu müſſen; in ſolchen Momenten menſchlicher Vergeßlichkeit tritt der Herr Specialcommiſſaire der Börſe als Melpomene und Themis zugleich oft arge Schrecken erregend, aber immer zum Heile der menſchlichen Geſellſchaft an den Eingang des Börſengebäudes.

Irgend ein Herr, den er erwartet, heute z. B. Herr Lagingeole, der eben eine großartige Liquidation zu machen im Begriff iſt, tritt heiter, trillernd, nichts Böſes denkend herein. Einer der Portiers redet ihn höflich an, der Herr Commiſſaire laſſe ergebenſt bitten. Der Herr Commiſſaire! Herr Lagingeole erſchrickt, aber er tritt in das Sprechzimmer ein.

Bonjour, mein lieber Herr Lagingeole. Wollen Sie die Güte haben ſich zu ſetzen? Wie geht es Ihnen? Es ſcheint, daß Ihre Geſchäfte ſich nach Wunſch machen?

O bitte ſehr, mein Herr Commiſſaire, ich kann durchaus nicht klagen, im Gegentheil! Und Sie, wenn ich fragen darf

Das freut mich ſehr, von Ihnen ſelbſt zu horen, daß ich⸗

mich nicht in Ihnen getäuſcht habe. Sie werden gut thun, dieſe⸗ Ihre glückliche Conſtellation dazu zu benutzen, um eine gewiſſe aufgeſchobene Zahlung ſich in das Gedächtniß zurückzurufen. Es genügt nicht im Menſchenleben, Geld zu gewinnen; man m auch das bezahlen, was man verloren hat. Sie ſind meh

Liquidationen ſchuldig geblieben, mein Herr Lagingeole; Ihre