Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
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im äußerſten Nothfalle angewendet werden. Später, als Lamoricière General geworden war, ſah man ihn einen Plan verfolgen, den die arabiſchen Behörden in der Zu⸗ kunft verwirklicht haben, den Plan einer Coloniſation.

Nicht weniger lobenswerth war ſeine Verwaltung über die Provinz Oran. Bei der erſten Abweſenheit Bugeaud's hatte er die interimiſtiſche Regierung über Algerien und führte die Expedition, welche den Zweck hatte, die bei Sidi⸗ Brahim Gefallenen zu rächen.

Endlich iſt ihm die Ehre zu Theil geworden, durch ſeine vortrefflichen militäriſchen Operationen den Fall Abd⸗el⸗Kader's vorbereitet zu haben.

Nach dieſer glänzenden That ging er nach Paris, wo kurz vorher die Republik proclamirt worden war. Auch hier hat Lamoricieère Gelegenheit gehabt, ſich um Frank⸗ reich verdient zu machen, indem er das Amt eines Kriegs⸗ miniſters bekleidete und in den traurigen Julitagen ein Corps commandirte.

Cavaignac wurde zuerſt bekannt, als man ihm das Commando der Garniſon in Mechouar übertrug. Dieſes Commando war für Cavaignac ſchwierig und gefahrvoll; mit ſeiner kleinen Truppenſchaar war er überall von Fein⸗ den umgeben und konnte nur mit großer Mühe eine Ver⸗ bindung mit den Garniſonen der Provinz Oran unter⸗ halten. Aber der Capitain Cavaignac hatte Vertrauen zu ſich ſelbſt. Seine Ausdauer in der Schlacht, ſeine militäriſche Führung, die beſte in der ganzen Armee, ſeine ſpeciellen Kenntniſſe und ſeine Inſtruction flößten ſeinen Untergebenen das größte Vertrauen zu ihm ein. Mit einem ſolchen Garniſoncommandanten war die Beſatzung in Mechouar vor jedem Handſtreich von Seiten des Fein⸗ des ſicher. Die äußere Erſcheinung dieſes dazumal noch unbekannten Ingenieurofficiers verrieth ſchon den großen Mann. Der Capitain dachte Viel und ſprach Wenig, ſein Geiſt war niemals müßig; wenig dem Vergnügen zu⸗

geneigt, war er die perſön liche Pflicht. Dieſer Pflichteifer, verbunden mit einer Uneigennützigkeit im höchſten Grade und einer außerordentlichen Beſcheidenheit, was ihm in ſpäter Zeit großen Nachtheil gebracht hat, gab ſeinem Charakter ein antikes Anſehen. Seine Lectüre trug noch außerdem dazu bei; Plutarch war das Buch, das an ſei⸗ nem Feldbette ſtand.

Aber ſein ernſtes Weſen benahm ihm die Freundlichkeit nicht, welche den Untergebenen ihren Anführer lieb und werth macht. Im Bivouak, im Lager, auf dem Marſche, in den Cantonnements, überall beſchäftigte er ſich zuerſt mit ſeinen Soldaten und dann erſt mit ſich ſelbſt. Mäßig, ſparſam und unempfindlich gegen alle Anſtrengungen, war er weit davon entfernt, von Anderen dieſelben Eigenſchaf⸗ ten verlangen zu wollen; Niemand war toleranter als der Capitain Cavaignac. Sanft wie ein Kind in ſeinem ge⸗ wöhnlichen Umgange, erwachte der Löwe in ihm bei dem

erſten Schuß, wenn der geringſte Anſchein von Gefahr drohte, oder im Gefechte, wenn es einen Sieg zu erringen

galt. Dann ging eine wahre Verwandlung mit ihm vor. Seine Augen funkelten, ſein Athmen wurde ſchneller; in der gebieteriſchen Art, mit welcher er dann den Fuß auf den Boden ſetzte, konnte man ſehen, daß dieſer Mann von Eiſen nicht einen Schritt breit weichen würde.

Der Capitain Eugen Cavaignac war zu der Zeit zwei⸗ unddreißig Jahre alt. Seine ausgezeichneten Dienſte hat⸗ ten ihm die Gunſt der Regierung und ſeiner Vorgeſetzten erworben; dem Marſchall Clauſel aber hat man es zu danken, daß er dieſen tapfern Soldaten, dieſen achtbaren Mann und intelligenten Officier aus der Dunkelheit her⸗ vorgehoben hat.

Changarnier, obwohl im Norden Frankreichs ge⸗ boren, hat den Charakter eines Südländers. Er hat den Typus eines Caſtiliers. Kein Kriegsmann beſaß ſo leicht ein ſo feſtes Vertrauen zu ſeinem Geſchick und zu ſeinen ihm untergebenen Truppen, als Changarnier. Lange Zeit

zahlreichen in denſelben aufgeſtellten Thatſachen, welche der copernicaniſchen Lehre widerſprechen, die Ueberzeugung erlangen, daß die Erde ſich nicht drehe, ſondern feſtſtehe, ſo wie er an den zahlreichen aus dem copernicaniſchen Syſtem gezogenen Folgerungen zweifeln muß. Wenn man dann weiter aus der obigen und andern Schriften Schöpffer's erfährt, daß ein königlicher Aſtronom, von ſeinem Könige befragt, was er von Schöpffer's Anſichten balte, nur geantwortet habe:Majeſtät werden noch nie gefunden haben, daß ein wirklicher Aſtronom von einem copernica⸗ niſchen Syſtem ſpricht; wir kennen nur eine copern. H ypotheſe, denn die Wahrheit iſt Menſchenblicken nicht erkennbar; daß der berühmte Gauß bedauert habe, nicht früher mit ihm bekannt geworden zu ſein, da er ihn auf Manches, was der copernic. An⸗ nahme widerſprach, hätte aufmerkſam machen wollen; daß der Göttinger Weber, von dem er ſich Erklärung über die Gravitation erbeten, ihm nicht zur Antwort geſtanden, ſondern quer über ein Gartenbeet hinweg vor ihm retirirt ſei; daß der geachtete Aſtronom Brandes geradezu geſagt habe, die Hypotheſe des Tycho habe mehr Schein der Wahrheit für ſich, als die des Copernicus; daß K. von Raumer, G. H. von Schubert, der originelle Richers und tauſend Andere ebenfalls offenbare Zweifler an den heutigen Annahmen ſind, aber nur nicht wagen, geradezu gegen die Grund⸗ lage derſelben aufzutreten; wenn ein Berichterſtatter im Illuſtrirten Kalender ſagt, nur die mit der Wiſſenſchaft und ihren Lücken Unbekannten hätten ſich über Schöpffer's Auftreten gewundert; wenn in Folge der ausgeſetzten Prämien in aſtro⸗ nomiſchen Zeitſchriften und Brochüren(vgl.Aſtronomie und Aſtronomen, Lpzg. b. Remmelmann) geſagt wird, es würde eine

Schande für die Wiſſenſchaft ſein, wenn ſie die gegen ſie gerichteten

Angriffe nicht zurückweiſen könnte, aber dennoch kein Aſtronom von Fach den Muth zu haben ſcheint, eine Lanze für Copernicus zu brechen: dann müſſen wir Laien an dem Syſteme, welches man uns in den Schulen als unumſtößlich wahr lehrte, allgemach⸗ zu zweifeln beginnen.

Möchte alſo endlich ein Aſtronom, d. h. ein wirklicher Aſtronom, auftreten und Schöpffer's Behauptungen, wie ſie in dem obengenannten Buche niedergelegt ſind, entweder widerlegen oder als wahr anerkennen. Wir begreifen wohl, daß die Aſtro⸗ nomen zögern, weil mit der copernic. Hypotheſe die ſogenannte Aſtronomie, Phyſik und moderne Philoſophie ſtürzen würden, allein die Wahrheit ſoll uns doch lieber ſein, als alle Hypotheſen und Syſteme.

So weit dieſer Berichterſtatter. Wir drucken es hier ab, weil wir wohl wiſſen möchten, wie die genannten Gelehrten in der That ſich zu den obigen Bemerkungen verhalten, und behalten es uns vor, auf die Schöpffer'ſchen Argumente noch einmal zurück⸗ zukommen.**½

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Zur Länder⸗ und Völkerkunde.

Eine Brautwerbung.

Der Prinz Abderrahman⸗Ben⸗Djellab, welcher unlängſt in Tuggurt geſtorben iſt, ſchickte aller drei Monate ſeine brrueſn Diener nach Conſtantine, entweder um für ihn Einkäufe zu machen, oder um Neuigkeiten zu erfahren. Seit einiger Zeit hörte er durch dieſe Diener ein Geſchöpf von unvergleichlicher önheit rühmen,

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[II. Jahrg.

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