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ſoll ihr den Zuſammenhang der Begebenheit abfragen. Bis dahin reinen Mund. Durch uns darf eine ſo gehäſ⸗ ſige Anklage nicht verbreitet werden. Van der Velde wird hoffentlich...“
Schall redete dazwiſchen:„Von Velde iſt nichts zu beſorgen; der ſitzt den ganzen Tag über ſeinen Acten und den Abend über ſeinen literariſchen Arbeiten. Der ſpricht vor Montag früh mit keinem lebendigen Menſchen.“
Durch dieſe Zuſicherung beruhigt entfernte ſich Steffens. Ich blieb noch bei Schall, dem ich Allerlei mit⸗ zutheilen gehabt hätte; aber es kam kein anderes Geſpräch in Gang. Immer wieder geriethen wir über Manſo und er⸗ ſchöpften uns in den abenteuerlichſten Muthmaßungen, was dieſen friedlichſten aller Schulmänner, der nur einmal im Leben zornig geweſen, als er den„Sudelköchen in Weimar
Noveſlen⸗Zeitung.
[II. Jahrg.
ſchmückten Verein, deſſen Hauptverdienſt memes Erinnerns darin beſtand, keine andern Anſprüche zu machen, als die⸗ jenigen, welche lebhafte und geiſtvolle Geſelligkeit, wo auch der Scherz ſeine Rechte wahrt, überhaupt bedingt*).
Steffens, Schall, Menzel formten einen von noch etlichen Freunden verſtärkten Knäuel, dem nuch ich mich anſchloß und in welchem nicht laut geredet, rur geflüſtert wurde,— denn nicht fünf Schritte davon ſtend der Ver⸗ brecher, in munterſter Converſation begriffen, unbefangen, als ob nichts vorgefallen wäre, als ob er keir Waſſer ge⸗ trübt, viel weniger einer wehrloſen Frau die Knochen zer⸗ ſchlagen hätte! Wie harmlos er ausſah! Wit unſchuldig weiß die Kaſimir⸗Hoſen lächelten; wie nett ihm die Es⸗ carpins wieder ſaßen; wie heiter ſein gutmüthig⸗heuchelndes Antlitz ſtrahlte!
und Jena“ auf die Kenien erwiderte, in ſolch unbändige Wuth verſetzt haben könne? Zuletzt vereinigten wir uns in Möglichkeit der Annahme, die ſchmählich Zerprügelte ſei vielleicht die Mutter eines ungerathenen, beſtraften Schülers und habe als ſolche durch allzulebhafte Klagen und Vorwürfe die Ehre und Würde des Rectors angetaſtet; doch auch dieſe Erklärung blieb unbefriedigend.
Zum erſten Male ſeitdem ich die, mir übrigens ſehr wichtige, Auszeichnung genoß, mich zu den Mitgliedern des akademiſchen Klubs zählen zu dürfen, der eines ſeiner Grundgeſetze:„keine Perſonen vom Theater aufzunehmen“
konnte ich die Theeſtunde kaum erwarten. Ich brannte vor Neubegier und hätte keine Minute verſäumt.
Die Damen ſaßen wie gewöhnlich um die große Tafel, worauf einige derſelben, an denen die Reihe war, den be⸗ gehrten Trank brauten, An re ſtrickten, ſtickten und plau⸗ derten. Die Herren ſtanden in Gruppen, wie ſie ſich zu⸗ ſammenfinden mochten, hier und da zerſtreut. Nicht allein
für mich und meine Frau ignorirte;— zum erſten Male
Profeſſoren, auch höhere Beamte von der Regierung wie von der Juſtiz bildeten den durch manche Celebrität ge⸗
Menzel war ſchon windelweich gefragt. Jeier, dem das bereits öffentliche Geheimniß ins Ohr geraint worden, begehrte vom„Geſchichtſchreiber der Deutſcher“ Special⸗ Berichte. Damit konnte dieſer nicht aufwarten. Er mußte ſich begnügen, zu wiederholen, was er heute früh von ſeiner Frau gehört, was er an Steffens erzählt, mufte zugleich eingeſtehen, daß er, von Geſchäften überhäuft, ſätdem ver⸗ geſſen und verſäumt habe, ſich um die Details zu erkundigen. „Still,“ rief Steffens,„ſtill! Jetzt iſt Hanne auf⸗ geſtanden; jetzt rückt ſie ihren Stuhl zu Madame Menzel heran; jetzt ſitzt ſie neben ihr. Sie beginnt zu fragen.“ Wirklich; mit einem ſo ernſten Geſicht, wie penn ſie die ſinnigſte Compoſition ihres Vaters vorzutragen im Begriff wäre, neigte ſich Reichardt's Tochter zu Menzel’s Frau und wir laſen in Beider Mienen, daß ihr Zwiege⸗ ſpräch einen feierlichen Anlauf nahm.
ſich den Damen näherte.
*) Tempora mutantur. Anmerkung der Redaction.
Aus der Geſchichte. Cod und Leichenbegängniß Raiſer Rarls V.) Es iſt bekannt, daß Karl V. das tragikomiſche Poſſenſpiel ſeines Leichenbegängniſſes bei Lebzeiten aufführte, und man hat ſogar eine Erkältung, die er ſich bei dieſer Ceremonie zugezogen, als die unmittelbare Urſache ſeines beſchleunigten Todes angegeben;
Schriftſteller und Augenzeugen erwieſen iſt, ſo wurde ſie doch ſich erweiſen ließen.
merkwürdige Ereigniß:
einige Zeit zuvor.
*) Nach Prescott.
allein wenn die Sache ſelbſt auch allerdings durch gleichzeitige
jedenfalls durch ſpätere Geſchichtſchreiber ausgeſchmückt und bis in die kleinſten Details ausgemalt, ohne daß dieſe Ausſchmückungen
arrsaut. in der Wahl und Richtung ſeiner Quellen von anerkannter Gewiſſenhaftigkeit, ſagt über dies jedenfalls denk⸗ und
„Die abnehmende Geſundheit des Kaiſers mag ihm das Vor⸗ gefühl ſeines nahen Endes eingeflößt haben, und er äußerte dies bejammernswerthe Beweis ſeiner Schwäche. 3 Die ruhige Erwägung, welche ein ſolches dunklen Mantel gehüllt war und eine brennende Kerze in der Hand Gefühl natürlich erwecken mußte, brachte ihn gegen Ende des
Feuilleton.
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Auguſt 1557 zu dem ſonderbaren Gedanken, ſich auf ſein Ende
durch Anhörung ſeines eigenen Todtenamtes vorzubereiten. Er befragte über dieſen Plan ſeinen Beichtvater und wurde durch den gefälligen Pater dazu ermuthigt, ihn als eine verdienſtliche Hand⸗ lung zu betrachten. Die Kapelle wurde daher ſchwarz behangen und der Schein von hundert brennenden Wachskerzen reichte nicht hin, die Dunkelheit zu erhellen. Die Mönche in ihrer geiſtlichen Feſttracht und des Kaiſers ganzer Haushalt in tiefer Trauerkleidung umſtanden einen großen Katafalk, der, ebenfalls ſchwarz behangen, in der Mitte der Kapelle errichtet war. Dann wurde das übliche Todtenamt für Verſtorbene abgehalten, und unter den Klagege⸗ ſängen der Mönche ſtiegen die Gebete für die abgeſchiedene Sal zum Himmel empor, daß ſie in die Wohnung der Seligen auf⸗ genommen werden möchte. Die tiefbetrübten Anweſenden zerfloſſen in Thränen, als das Bild von dem Tode ihres Gebieters ihnen ſo
Karl, der in einen hielt, miſchte ſich unter ſeinen Haushalt und war ſo Zuſchauer
damit, daß er die brennende Kerze in die Hände eines Prieſters
Der Zufall wollte, daß zur nämlichen Minute Manſo
vor Augen geſtellt wurde, oder vielleicht rührte ſie auch dieſer h
ſeines eigenen Leichenbegängniſſes. Die traurige Feierlichkeit endete
Dieſe Ann handelt wutde Geeiſte ſchon hörte ſie in h Mann ſtalt fi Tiger!“ Siehe de, nichtehe ſie ute welches den hin der Urſache hr ſelbſt, liebſtr machten ihm ve kurze Mitthilu aufgefaßt,) der anfänglch beide Damn minder lachuſt jauchzte Als verblüfft, der Endlie ſo Und was ar Frühſtück nit allerdings ein Kirchhof eſchli rectorin whl b. or; und dem Hiſtorite gew Nur den Sin verſtändiiß ol gemãäß ſeſproe die der Mann Mann zäͤnlich Riſedäter nie geähen, die S entſtet man auch man — di, zun zeichn dl Ker Schluf
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