Heft 
(1820) 2
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ter. Euch hat man auch als den verſtellten Arzt von jener Nacht wiedererkannt. Ohnfehlbar werdet ihr ver⸗ folgt, vielleicht gar vor Gericht gezogen.

Jetzt zum erſten Male gerieth der Kuͤnſtler auf den Gedanken, wie er durch dieſes Bild ſein eigner Verraͤther geworden, und ſprach, ſich vor die Stirne ſchlagend: Da ſehet ihr wohl, mein Fraͤulein, daß es wahr iſt, was ich malte; daß ich wirklich meinen Kopf verloren habe, verloren an euch. Denn ſeit ich euch ſah, will ich nichts anderes mehr ſehen, und ſeit ich vernahm, daß ihr bei einem Liebhaber lebtet, wollte ich auf der Welt gar nichts mehr hoͤren und ſehen. Eure Schoͤnheit ließ aber doch meine Phantaſie nicht ruhen, bis jenes Bild zu Stande gekommen war.

Mit vielem Eifer widerlegte Giulia ihm hierauf ſeinen Verdacht wegen des Liebhabers. Sie verſicherte ihm, bei einer Freundin, dicht neben der Villa ihrer Mutter, verborgen geweſen zu ſeyn. Den Verdacht, daß Liebe ſie zu der Flucht bewogen, habe ſie unter der Hand beſtaͤtigen laſſen, weil ſie ihre Verfolger auf eine falſche Faͤhrte leiten und zugleich den Bambo von dem Gedanken einer Heirath mit lhr gaͤnzlich abbrin⸗ gen wollen. Beides aber ſey ihr mißlungen. Ein Zu⸗