Heft 
(1820) 2
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zeibet, wenn dadurch einige Stoͤtung in die Ruhe Eures Lundlebens gekommen iſt.

Mit Freuden antwortete Allori Er wollte die geiſtreichſte Artigkeit, die er jemals einem Menſchen geſagt, ihr zur Erwiederung geben. Aber die Trunken⸗ heit, worein Giulia's Reize ſein Ange geſtuͤrzt hatten, ſteckten auch ſeine Worte dergeſtalt an, daß ſie ganz verwirrt durch einander taumelten. Giulia, wie jedes ſchöne Kind, ihrer Schoͤnheit ſich vollig bewußt, war mit dieſer Verwirrung zufriedener, als ſie ſolches mit der ſüßeſten Schmeichelei geweſen ſeyn wuͤrde. Sie nahm hierauf dem noch immer harrenden Diener zor⸗

nigen Vlickes das Licht aus der Hand und verwies ihn

aus dem Zimmer.

Als dieſer ſie verlaſſen hatte, ſprach ſie: Sie ſehen ohngefaͤhr, Herr Doktor, in welchem Zuſtande ich hier zu leben gezwungen bin. Man ſchließt mich ein, und um nur ein wenzg Luſt im Garten ſchoͤpfen zu koͤnnen, habe ich keinen Ausweg gewußt, als eine Verordnung zu einem Spaziergange bei Ihnen einzuholen.

Allori, herzlich froh, daß ſein ärztlicher Rath ſich hierauf beſchraͤnken konnte, faßte ſie ſogkeich bei der

Hand, verließ mit ihr das Zimmer, und als drauſſen

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