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des zu ihrem Huͤter beſtellten Dieners Miene uͤber das Wohin? Erkundigung einzuziehen dachte, ſprach er mit Heftigkeit: Es iſt unverzeihlich, daß man einer Krau⸗ ken dieſer Art anſinnen will, nichts als die verdorbene Zimmerluſt einzuathmen.—
Der Diener zuckte die Achſeln, als ob er ſagen wollte, der Wille ſeiner Gebieterin veranlaſſe das. Auch fuͤgte er hinzu, daß ja die Fenſter wohl offen waren.— Allein der verſtellte Arzt gab vor, dies reiche bei weitem nicht aus, und begleitete Giulien in den Garten. Hier bat ihn das Fraͤulein, nur einen Augen⸗ blick zu verweilen, waͤhrend ſie die Thuͤr eines kleinen Gartenhauſes aufſchloß und dahineinging.
Allori wartete eine ziemliche Zeit. Er vegriff nicht, warum die Schoͤne ſo lange in dem finſtern Häuschen verweilte, naͤherte ſich daher endlich leiſe der Thür, fand dieſe aber verriegelt. Er rief immer aͤngſtlicher hinein. Keine Antwort.— Kalte Schweißtropfen tra⸗ ten ihm auf die Stirn mit dem Gedanken, daß viel⸗ leicht gar Giulia, eines Lebens uberdruͤſſig, wie man es ihr zumuthete, ſich getodtet haben koͤnne.— Welche Schuld fiel dabei auf ihn, weun es herauskam, daß
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