Heft 
(1820) 2
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wicſene ſein Geſicht ſchuͤchtern nach dem unſichtbaren bravo! zuruͤckwendend zu den uͤbrigen Gäſten eilte.

Eine artige Baumgruppe in der Nahe zog des Al⸗ lori Aufmerken bald darauf von dem Feſte wieder ab. Er ſetzte ſich aufs Neue zum Zeichnen, waͤhrend Roſelli davonſchlich, um wo moͤglich das ſchoͤne Greiſenantlitz eines der Gaͤſte ſeinem Studienbuche zu gewinnen. Allori, ſehr zufrieden mit ſeinem Funde, packte die wohlgerathene Skizze eben ein, als Roſſelli gleichfalls freudig wiederkehrte. Er war beim Zeichnen des Alten von mehrern aus der Geſellſchaft uͤberraſcht worden, und hatte nachher Auftrag erhalten, den Braͤutigam zu malen. Das war aber nicht der Grund ſeiner Freu⸗ de; der ruͤhrte von der Beſchaffenheit des Feſies her. Der ſogenannte Braͤutigam naͤmlich mußte des Gegen⸗ ſtandes ſeiner voreiligen Zaͤrtlichkeit entbehren, weil die⸗ ſer aus Furcht vor dem Gelage und vor ihm unpaß ge⸗ worden war. Nun hatte er aber die Uebrigen alle aus⸗ druͤcklich zu ſeiner Verlobung eingeladen. Dieſe Um⸗ ſtaͤnde gaben auf Einmal Auskunft uͤber die unverkenn⸗ bar ſeltſame Stimmung der Gäſte.