Heft 
(1820) 2
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Und die Braut ſoll wohl huͤbſch ſeyn? fragte Allori ſeinen Freund, der alles dies von einem mit anweſen⸗ den Gaſte, ſeinem alten Bekannten, wußte.

Nach dem, was mir geruͤhmt worden, iſt es ein wahres Prachtſtuͤck von einem Frauenbilde, ein eigent⸗ liches Wunder der Natur.

Und in der Nachbarſchaft hier auf dem Lande?

Auf einer Villa, noch kein Stuͤndchen weit.

Die muͤſſen wir aufſuchen! rief der zu allen Schelm⸗ ſtuͤcken eben aufgelegte Allori. Roſſelli hatte Vedenken dagegen. Der Wirth des Feſtes, ein gewiſſer Bambo, war mit den vornehmſten florentiniſchen Familien theils befreundet, theils bekannt, und konnte ihm manchen Schaden zufuͤgen. Daher verſetzte er: Welchen Vor⸗ wand haͤtten wir wohl zu einem Beſuche dieſer Art?

Mein Himmel, ſprach Allori, des Madchens Schoͤn⸗ heit und unſern Kunſtberuf.

Roſſelli wollte nichts davon wiſſen, Allori aber ent⸗ ſchloß ſich um ſo eher, das Abentheuer allein zu wagen, da er von ſeinem Freunde hoͤrte, das Feſt dauere we⸗ nigſtens noch uͤber eine Stunde, denn das ſey die Zeit, wo ein Feuerwerk abgebrannt werden ſolle.