*
M
anfangen, wie er will, waͤhrend das Monſtrum durch ihn noch etwas werden kann. Der Maler aber dem in ſeinen Werken alles nur dann nothwendig ſeyn ſollte, wenn es die Schoͤnheit befoͤrdert, der wird zugleich gezwungen, das Monſtrum noch einmal in die Welt zu ſetzen. Es iſt ja wahrhaftig der bitterſte Spott auf ihn, auf ſeinen Zweck und auf die Kunſt überhaupt!—
Criſtoforo, laͤchelte der Andere, da biſt immer noch viel beſſer dran als ich. Dir geſchehen dergleichen Zu⸗ muthungen nur dann und wann. Bei dir läͤßt ſich doch auch manch Junges und Schoͤnes malen. Weil ich aber von jeher immer viel nach alten, ſchoͤnen Geſichtern herumgeſucht und die nachgebildet habe, ſo bin ich in den Ruf gekommen, das Alter beſonders gluͤcklich wie⸗ der zu geben und nun meint jedes alte Fratzengeſicht, es ſey fuͤr meinen Pinſel geboren.
Ei, verſetzte Allori, das iſt immer noch ein An⸗ deres. Beim Alter macht der Charakter oſt aus dem elendeſten Geſichte etwas. Aber das Schlaffe, Unge⸗ ſchlachte mancher Jugend und mittlen Jahre wieder⸗ geben zu ſollen, wo auch keine Linie an ihrem Platze ſteht, das iſt ein Vergnuͤgen, mit dem ich den eti6e
Tag unmoͤglich verderben kann.
9


