Heft 
(1820) 1
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Wie nun vollends am Morgen der Reiſe ſelbſt, der junge Graf Arminiens Mutter in einem, von ihm offenbar aͤngſtlich geſuchten und behaupteten Alleinge⸗ ſprach, ſeine Abſichten auf die Niedergeſchlagene deutlich zu erkennen gab, da verſchwand ziemlich ihr ganzer Kummer. Sein Auge glanzte vom Sterne der Freude, der ſein Innerſtes durchblitzte, als ſie ihn bat, im fremden Lande ſich ihres geliebten Kindes fortdauernd anzunehmen. Uebrigens aͤußerte ſie ſelbſt den Wunſch,

ſeine Erklärung gegen Arminien noch ausgeſetzt zu

ſehen.. Dis Betruͤbniß des Fraͤuleins, welche ſich durch

eine ſtarre Stille ohne Thranen offenbarte, war all⸗

zugroß, als daß ihrem Gemüthe eine rechte Empfaͤng⸗

lichkeit fuͤr irgend ein anderes Gefuͤhl zuzutrauen ge⸗

weſen waͤre.* Erſt als jetzt der noch zuruͤckgebliebene Wagen

Doſſenheims mit dieſen eintraf, velebte ſich Arminia

einigermaßen. Frau von Sendow empfahl ſie der ſo wohlwollenden

Freundin beſonders und bald gingen die Wege der Reiſe⸗

fertigen auseinander. Die Sendow, von Niemand als ihrer Jungfer vegleitet, fuhr nach ihrem Wohnorte