4
——
Verhältniſſen lebſt als ſie. Gute Nacht/ mein herzlich⸗
geliebtes Kind. Du haſt nun Stoff genug zum Rach⸗
ſinnen uͤber dein Beſtes. Frau von Sendow verließ Arminien und dieſe
dankte einerſeits dem Himmel, daß ſie offenbar gar keine Ahnung hatte von dem Vorgefallenen, auf der andern Seite aber ward ſie auch von den Gedanken unendlich gemartert, daß ihre Mutter ſie fuͤr weit
beſſer hielt, als ſie ſich fuͤhlte.
33.
Am folgenden Tage kamen die Graͤfinnen ſehr fruhzeitig. Die ältere, frohlicher als jemals, ſtellte in ihrer Tochter die Braut des jungen Grafen Doſſenheim vor, deſſelben alſo, zu dem Klaudia bis dahin keine
Neigung gehabt hatte. Das Räthſelhafteſte war, daß
der Verlobten ihr nunmehriger Entſchluß wenig Ueber⸗
windung gekoſtet zu haben ſchien.
Arminis, ſehr begierig, das Naͤhere von dieſer ͤberraſchenden Begebenheit zu erfahren, ſonderte ſich
paldmoglichſt mit Klandien von den Uebrigen ab.
Klandia ſchloß ſie herzlich in die Arme und ſprach:
ſ 33


