Heft 
(1820) 1
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30.

Mit dem Tagesſtrahle, der am folgenden Morgen

Arminia's Ange begruͤßte, ſiel das ſchrecklichſte Licht auf die vergangene Nacht.

Klandia hatte ſo ſehnſuchtsvoll auf Arminien

geharrt, als Arminia auf ſie. Dieſe beiden Vertrauten

ſonderten ſich ſogleich von den aͤltern Damen. Sie gingen auf und ab, ohne ſprechen zu koͤnnen. Auch

Klaudia war unverkennbar tiefbetrubt. Endlich loͤſten

ſich noch ihre Worte zuerſt von den Lippen. Ein junger, weitlaͤufiger Verwandter, Graf Doſſenheim,

hatte ſich eingefunden. Er warb um ſie. Die beſte

Parthie, wie ihre Aeltern einſtimmig ſagten. Sie hatten in vieler Hinſicht Recht. Ein bevorſtehender großer Streit um einen Veſitz, anf welchen ſein und Klaudig's Vater zugleich Anſpruch machten, erledigte ſich auf Einmal durch dieſe Heirath. Der junge Freier war zudem ein guter Menſch und als ein Freund und

nicht talentloſer Ausuber der Malerkunſt, gemeint,

ſeinen Aufenthalt kuͤnftig gleichfalls in Rom zu wählen⸗

Daher machten die Aeltern Klaudien den Abſchluß dieſes Buͤndniſſes zur Gewiſſensſache. Die Neiguns

behauptete der ältere Weißenburg, welche ihr bis