Jahrgang 
1865
Seite
767
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Minuten ſegeln wir nach der Richtung von Unſt hin. die Unruhe des Skippers nicht geweſen.

Mit der Dämmerung war der Himmel klar und immer klarer geworden; vor uns flieht der Nebel, der vom ſtärkerwerdenden Winde verſcheucht, ſich nur noch wie eine ſchwarze Wand am Horizonte aufzuthürmen ſcheint. Nach und nach fängt das Meer an unruhig zu werden. Stärker und ſtärker wird der Wind, zahlreicher und größer die mit ſchneeweißem Schaum bedeckten Wellen, ſo daß die ganze See bald den Anblick einer einzigen großen weißen Fläche darbietet..

Die Fiſcher ſind ſtill und beobachten das Meer; mit einem kleinen Beile in der Hand ſteht einer von ihnen bereit da, die Stricke des Segels abzuhauen, falls ein plötzlicher Windſtoß uns Gefahr brächte. Doch dieſe Vorſichtsmaßregel ſcheint unnütz, denn mehr als eine Stunde ſegeln wir raſch dahin, ohne daß der uns günſtige Wind zu ſtarr für unſer Segel geworden wäre. Mit zunehmender Dunkelheit jedoch verſchlimmert ſich das Wetter. Große Wellen ſtürzen ſich auf das Boot und gleichzeitig mit dem heranbrauſenden Wind trübt ſich der Himmel. Meiſterhaft wird das Boot geführt, keine Welle ſindet uns unvorbereitet, obgleich ſie oft das hin⸗ und hergepeitſchte Boot mit Waſſer füllen, welches wir in einem fort aus⸗ zuſchöpfen bemüht ſind. Unruhig ſucht der Steuermann die hohen Hügel von Unſt am Horizont zu erkennen; oft und vergebens ſchwei⸗ fen ſeine Blicke nach der Richtung hin, wo das Land liegen mußte, als endlich wie ein Stern am Himmel, gerade zwei bis drei engliſche Meilen von uns, das Licht des Leuchtthurms von Skaw an der Nord⸗ ſpitze von Unſt erſchien. Eine Laſt ſchien dem alten Skipper abge⸗ nommen, als er es erblickte; doch ſobald ſollten wir das Land nicht erreichen. Durch Wind und Wogen getrieben, gelangten wir in kurzer Zeit an den Eingang der Bucht von Haroldswick. Rechts und links von uns erheben ſich die hohen Felſenufer, an deren Fuß hunderte von größeren und kleineren Felsblöcken zerſtreut liegen, die durch die Stürme von der Inſel losgetrennt, theilweiſe unter dem Waſſer verſteckt, gefährliche Riffe bilden, theilweiſe hoch über die Wellen emporragen. Hier ſchien der Wind ſeine Kraft zu verdoppeln.

Die See war ganz verändert. Es waren nicht mehr die lan⸗ gen hohen Wogen des offenen Meeres. Die ſich zurückziehende Flut, mit dem entgegengeſetzten Winde kämpfend, verurſachte Wellen, welche man nichts anderm beſſer vergleichen konnte, als einem Kochen des Meers. Sie erhoben ſich und ſtürzten auf derſelben Stelle wieder zuſammen, nichts zurücklaſſend, als eine unabſehbare Fläche von Schaum, inmitten welcher unſer Boot umſonſt unter den Schutz der Inſel zu gelangen ſuchte. Bald hoch in die Höhe gehoben, bald tief hinunterſtürzend, befanden wir uns in der allerbedenklichſten Lage; wohl ſechsmal hatten wir vergebens verſucht, in die Bucht hineinzu laufen, als der Wind ſich plötzlich mit Tagesanbruch etwas drehte und unſer Boot gegen das rechte Ufer trieb. Mit dem Sturm zu kämpfen war nicht möglich, in wenigen Augenblicken ſchoß unſer Boot gegen einen der größten Felſen des Ufers. Ein Schlag, eine

Umſonſt war

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Erſchütterung und wir fühlen, wie das leck unſern Füßen ſinkt. In dieſem Aug richtete ich unwillkürlich meine Blicke a ſaß am Steuer ebenſo ruhig als ſonſt, beobachtend. Bald iſt ſie da. Ein kräftiger Woge treibt uns in den engen Canal, zwiſchen dem Felſen, auf welchen das Boot geſtoßen. einen Augenblick Ruhe und die einzige Gelegenhei zu retten. Bevor die nächſte Welle herankam, wann wir aus dem Boot geſprungen und kletterten den Felſen hinan. 8 Game hatte kaum einige Augenblicke gedauert, aber nicht eine Minute ünger hätten wir Zeit gehabt, denn kaum hatte der letzte Mann die Zaten 4

Agwordene Boot unter blick èr höchſten Gefahr den oten Skipper. Er herinkmauſende Woge des Steuers und die n Uſer, der Inſel und Hier hatten wir us vor dem Tode

des Felſens umfaßt, als ſchon das Boot unter ihm in die e ſank.

Nun waren wir da, naß, ſteif vor Kälte, ohne S das Unwetter, welches um uns her tobte und uns mit dem des Meers bedeckte. Mit dem Bewußtſein der überſtandenen Gefahr und mit dem Gefühl der Sicherheit, beſiel uns, mich beſonders, eine vollſtändige Erſchlaffung, ſo daß ich eine Zeit lang unfähig war, irgend eine Bewegung zu machen. Endlich als wir uns etwas erholt hatten, ſuchten wir mit Mühe auf der geſchützteſten Seite ein Plätzchen am Abhang des Felſens, wo wir zuſammenkauernd das Ende des Stur⸗ mes abwarteten. Sehr lange ſaßen wir ſo, in einer wenig benei⸗ denswerthen Lage. Vor allem plagte mich ein unſäglicher Durſt. Mein Bart war voll kleiner Salzkryſtalle, meine Lippen trocken wie Pergament, mein Mund ganz ſalzig; alles hätte ich um einen Trunk Waſſer gegeben! Ein fieberhaftes Gefühl durchlief mich, bald warm bald kalt und meine erregte Phantaſie ließ mich von allerlei ſchönen erfriſchenden Getränken träumen. Erſt nach Verlauf von ſechs bis acht langen Stunden, drehte ſich der Wind und legte ſich nach und nach ganz, ſo daß einige Stunden ſpäter einer der Fiſcher es verſuchen konnte, den engen Canal zu kreuzen. Er wählte eine Stelle, wo andere Felſen eine, wenn auch gefährliche Verbindung mit der Küſte herſtellten. Er ſchwang ſich von einem Felſen zum andern, erkletterte den einen, watete vorſichtig über den andern und erreichte endlich das Ufer der Inſel.

Man kann ſich denken, mit welcher Spannung wir ihm nach ſahen, bis wir ihn auf der entgegengeſetzten Höhe erblickten.

Einige Stunden ſpäter befreite uns ein Boot, mit acht Schiffern bemannt, aus unſerer kläglichen Lage.

Nur mit ihrer Hilfe war ich im Stande, den Felſen herunter⸗ zuklettern und in das Boot zu gelangen. Bald hatten wir Harolds⸗ wick erreicht, wo ich mich unter der ſorgſamen Pflege der Fiſcherleute raſch erholte.

Dieſe Fahrt war meine letzte. Zwei Tage ſpäter ſchiffte ich mich wieder nach meiner Heimat ein. Als ich dem alten Skipper zum Abſchied die Hand drückte, ſagte er mir mit bewegter Stimme:G 00d bye, Sir, you may thank God, you had a narrow escape. (Leben Sie wohl, Herr, und danken Sie Gott, denn Sie ſind mit

genauer Noth davon gekommen.)

Srinnerungen eines Jeldpredigers im franzöſiſchen Lager vor Sewaſtopol. Von Max Reichard.

III. Ein Pfarrhaus im Feldlager.

Sewaſtopol war gefallen, der Hauptzweck des Krieges erreicht; durch die ganze Armee ging ein tiefes Sehnen nach Frieden und Rück⸗ kehr in die Heimat. Aber Rußlands Kraft war noch nicht gebrochen. Eine ſeiner ſchönen Flotten war verſenkt und ſein Kriegshafen im ſchwarzen Meere zerſtört, aber das ungeheure Reich war nur an einem Fleck verwundet und rüſtete ſich mit rieſiger Kraft, die Scharte aus⸗ zuwetzen durch einen neuen Kriegszug im Frühjahr. Und auf dieſen Kampf, der ein furchtbarer werden ſollte, galt es nun, ſich vorbereiten!

Das franzöſiſche Heer erwartete täglich den Befehl zum Auf⸗ bruch: im Sturmſchritt nach Simfiropol, durch die ganze Krim bis vor Odeſſa zu ziehen, das waren die Projekte, die bei Kranken und Geſunden geſchmiedet wurden.

Mehrere Male wurden auch Kolonnenmärſche nach den ſüdli⸗ chen Theilen der Halbinſel gemacht. Einzelne unter unſern Freun⸗ den, die dabei waren, wußten nicht genug von der wahrhaft italieni⸗

ſchen Schönheit des Landes zu rühmen, das ſie durchſtreift hatten:

herrliche Landhäuſer ruſſiſcher Großen, mit prächtigen Gärten am Meeresſtrand gelegen, tiefe Wälder, romantiſche Thäler mit alten ge⸗ nueſiſchen Schlöſſern, das alles lag wenige Meilen nur von uns ent fernt; wie weckten ſolche Erzählungen den Wunſch, dieſen blutge⸗ tränkten Boden der cherſoneſiſchen Hochebene zu verlaſſen und der dürren, abgebrannten Stätte des großen Elends auf immer Lebe⸗ wohl zu ſagen.

Allein Wochen um Wochen vergingen, und nichts veränderte ſich in unſerer Lage; Zeit hatten wir zwar wenig übrig, um über dieſelbe nachzudenken, denn mehr als je. waren unſere Stunden bei Tag und Nacht angefüllt mit den Pflichten unſers Berufs. Kehr⸗ ten wir Abends von den vielen Krankenbeſuchen zurück, ſo ſchrieben wir Briefe an Eltern und Verwandte der armen Soldaten, denen wir oft im Sterben noch verſprechen mußten, ihre Hinterbliebenen zu tröſten. Wie ſchmerzlich tönte dabei das bittere Weh, das ein fol⸗ cher Brief mit ſich brachte, im Herzen der Seelſorger nach, befonders wenn es galt, einer Wittwe den Tod ihres einzigen Sohnes, der Stütze ihres Alters, zu melden. Und doch war es ein Troſt, zu

gegen Schaum