Jahrgang 
1865
Seite
743
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aben wir daß vorfen, ſo ſuct der Umgebung einen ähnlichen

weiße Ding R ellen hier antrie en Streifen onf ahneln, allein bei and des Blattes das räthſälheſt iſche Natur. I ſeſpitzten Buchen⸗ glatt iſt. Der itzte des Thieret ge nach wie die wir zwei kleine dwärts ſchlagen;

Vor ihnen iſ erungsglas als inen lichtbrechen⸗ ut und an ihrem mige weiche Leit mit deren hiff des ſonderbaren das vorliegende nde. Es iſt ein des Langwurme erer, trot ſeiner des Plattwurmes eceen. Wir ver⸗ aäblern, wie dis n der Plattwurm Oeffnung und in Trompete ähnelt zſich, in Falten ahnliche unregle er, ja theilen

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ſehr kurze Fühler, um den Nacken aber 4 Paar längere und hinter etwas geringere Anzahl Borſten; ſie könnte vielleicht ihrer Lage wegen

dieſen noch ein Paar unvollſtändige, abgeſtutzte. Berühren wir es, ſo hebt es erſchreckt und drohend den Kopf nach uns empor und ſtülpt aus dem Munde einen ſonderbaren Schlauch hervor, der eine birnen⸗ förmige Geſtalt hat, acht Mal ſo lang und drei Mal ſo breit iſt als der Kopf. Die Oberfläche dieſes eigenthümlichen Rüſſels oder dieſer verlängerten, umgeſtülpten Speiſeröhre iſt rauh und am Ende mit einer Anzahl Warzen und ſtarken hornigen Zähnen beſetzt. Mit dieſem Inſtrumente erfaßt der Wurm ſeine Beute und zieht ſie in den Magen. Die Färbung des Thieres iſt ſehr angenehm. Die blatt⸗ ähnlichen Floſſen, mit denen die Seiten des Körpers beſetzt ſind und mit deren Hilfe der Wurm im Waſſer gewandt ſchwimmt, ſind gelb⸗ grün, mit ſchwärzlichen Schattirungen. Der Mitteltheil des Rückens zeigt ein geſättigtes Braun, dabei aber einen ſchönen Regenbogen⸗ glanz in Blau und Purpur, während die perlmutterartig ſchillernde fleiſchfarbene Unterſeite hiervon lebhaft abſticht. Beim Kriechen helfen dem Ringelwurm zwei Reihen Warzen an jeder Körperſeite. Auf einer ſolchen Warze ſtehen gegen 100 ſteife Borſten, deren Bau nur ein ſtarkes Vergrößerungsglas in ſeiner Eigenthümlichkeit zeigt. Am Grunde ſind die Borſten ſtielrund, nach oben erweitern ſie ſich gleich dem Blatte eines Ruders, ſind an den Seitenwänden mit Wimpern beſetzt und endigen an der Spitze mit einem Haken. Sämntliche Borſten ruhen auf einem Knorpelſtück in den Warzen, können zuſam⸗ mengelegt und in das Innere des Körpers zurückgezogen, eben ſo ſchnell auch ausgeſtreckt werden. Die obere Warzenreihe enthält eine

als unnütz erſcheinen, wird aber den Thieren bei ihrem Aufenthalt unter Steinen wahrſcheinlich von Vortheil ſein.

Der Perlenwurm(Cafel, III links), den wir unter einem flachen Stein dicht daneben hervorkriechen ſehen, gehört zu demſelben Geſchlecht und zeigt einen ganz ähnlichen Bau. Seine Benennung bezieht ſich auf den prächtigen Perlenſchimmer, den ſeine braun und grün gefärbte Oberſeite zeigt. An ſeinem Kopfe bemerken wir zwei fleiſchige knopfartig angeſchwollene Fühler und vier Paar fadendünne Fühler, die an jeder Seite gleich den Schnurren einer Katze abſtehen. Intereſſirt uns der innere Bau dieſer Thiere, ſo bietet der Perlen⸗ wurm uns vortreffliche Gelegenheit, Beobachtungen darüber anzuſtellen, denn durch ſeine halbdurchſichtige Oberhaut ſchimmern deutlich die Blutgefäße des Innern hindurch. Wir ſehen das Rückengefäß, wie es ſich perlſchnurartig zuſammenzieht und ausdehnt und das Blut in der Richtung nach dem Kopfende hin vorwärts treibt, ſehen das Bauchgefäß, in welchem das Blut die entgegengeſetzte Richtung ver⸗ folgt, ſowie die ſeitlich liegenden kleinern Blutgefäße und ihre Ver⸗ äſtelungen.

Wir könnten unſere Forſchungen am Strande noch weiter aus⸗ dehnen auf die Seeaſſeln hier dicht über der Flutgrenze, auf die Muſcheln, die dort an dem Steingeröll eine neben der andern ſitzen, durch Byſſusfäden feſtgehalten, allein die rückkehrende Flut mahnt uns, für diesmal unſre Unterſuchungen abzubrechen und uns zu be⸗ gnügen mit den erhaltenen Proben des Thierlebens am Meeresgrunde.

Am Jamilientiſche.

Ein Beſuch an Bord S. M. Fregatte Geſion.

Da ſtand ich an einem der jüngſtvergangenen Hochſommermorgen am Ufer der herrlichen Kieler Bucht und ſah hinter dem Gewirr der Handels⸗ und Fiſcherfahrzeuge die ſchlanken Maſten der Preußiſchen Flotte aufſteigen, der mein Beſuch gelten ſollte. Es war ein ſtattlicher Anblick, als mein Boot von einem leichten Winde getrieben ſich den Schiffen näherte und nun die Formen der Fregatten, Corvetten, Briggs und Kanonenboote beſtimmter hervor⸗ traten, die hier, etwa zehn an der Zahl, in einer langen Linie auf der Rhede liegen. Zuerſt erhebt ſich vor uns der altehrwürdige Barbaroſſa, ein Rad⸗ dampfer, jetzt ohne Räder und Maſchine, längſt zum Kaſernenſchiff umge⸗ wandelt und gleich allen andern erſt kürzlich von Danzig übergeſiedelt.Alter Kaſten! murmelte mein Bootsmann von ihm in den rothen Bart. Er mag Recht haben, aber jetzt fliegen wir an zwei Schiffen vorüber, ſo ſchmuck und kokett, wie ſie nur irgend eine Flotte beſitzt, die Vietoria und Auguſta, franzöſiſchen Herkommens und die ſchnellſten Kriegsdampfer der Preußiſchen Marine. Jede hat 14 Kanonen und 400 Pferdekraft. Es folgen die Vineta, dann einige Kanonenboote erſter Klaſſe, Fahrzeuge, die viel bedeutender und drohender ausſehen als das WortBoot vermuthen laſſen ſollte, der Rover, noch eine Dampfkorvette, vielleicht die Arcona, und zuletzt die ſchlanke, impo⸗ ſante Segelfregatte Gefion.

Sie iſt das Ziel meiner Fahrt, denn auf ihr hat das Daheim ſeinen unſern Leſern wohlbekannten Mitarbeiter, den Korvettencapitän Werner.

Es iſt Exercitium an Bord und ſchon ſind mehrere Boote mit Beſuchern unverrichteter Sache wieder an uns vorbeigekommen.Sie kommen nicht an Bord, meint mein Bootsmann, abernur voran! ſage ich und mit einem weiten, graziöſen Bogen legen wir an der hintern Seite an.

Der wachthabende Seeſoldat ſcheint nicht übel Luſt zu haben, mich abzu⸗ weiſen, aber eine Karte thut Wunder und ein Officier ladet mich höflich ein, an Bord zu kommen. Hier iſt es laut von Pfeifen und Trommeln, die Mannſchaften exerciren an den Geſchützen, die Officiere ſcheinen ſehr beſchäf⸗ tigt, und ſchon fange ich an mir in dem Gewühl ſehr überflüſſig vorzukommen, da naht der bekannte Kapitän mit freundlichem Willkommen. Bald ſitzen wir

ſeiner Kajüte im lebhaften Geſpräch und während der Steward, ein ehr licher Litthauer, der ſeinem Herrn mit faſt rührender Dienſtbarkeit die Wünſche an den Augen ablieſt, eine Kryſtallflaſche voll ſüdlichen Weins auf den Tiſch ſetzt, habe ich Muße, meine Augen in dem Raum umherſchweifen zu laſſen. 3

Wer bei dem WortKajüte an einen engen, wenig comfortabeln Raum denken wollte, würde ſehr überraſcht ſein, in ſolch eine Preußiſche Kapitäuskajüte zu treten. Sie iſt geräumig, hell und freundlich. i 35 Schmuckkäſtchen, ſo blitzt es von den weißlackirten Wänden, Pon den zacg⸗ leiſten, vom polirten Mahagoni und von den ſpiegelblanken Meſſingbeſch 3 gen. Es kann keinen elegantern, comfortablern Salon geben und ieenn nhe hier, je nach den Neigungen des Bewohners, vor den Fenſtern Urofiſähe Pflanzen, auf den Mahagonigeſtellen Vögel, Naturalien, Saunlaaden 21 Produkten fremder Völker, Exinnerungszeichen von Reiſe⸗ und ſ ſ abenteuern ſich befinden, ſo muß man ſagen, daß der Konmmandem Lina bedeutenden, wichtigen Organismus wie eine Fregatte, dem der 6 5 ſeivſt lionen an Werth und das Leben von tauſend Mann anvertraut h eu auf der Abgeſchiedenheit des Schiffs ein Leben führt, dem es an kein nehmlichkeit des Luxus und des Comforts mangelt.

Unſer Geſpräch wendet ſich auf die japaneſiſche Eepeditien. iſ ein merk

Sehen Sie ſich einmal jene Kommode genauer an. Beft Land dte würdiges Stück. Ich erſtaune über die koſtbaren, tirten nſehe Fee fremdartigen aber höchſt geſchmackvollen Arabesken, über die tüchtig

Sie iſt von Japan. Ebenſo jener Tiſch von Ebenholz mit Moſaikge⸗ bilden von Perlmutter ausgelegt. Haben Sie je etwas Aehnliches geſehen? Ich habe dieſe und andere Koſtbarkeiten um Spottpreiſe von Japau mitge⸗ bracht. Und dieſe Lackwaaren, Körbchen, Schüſſeln und andere Gefäße, ſie ſind, wie Sie zugeben müſſen, von unnachahmlicher Eleganz und der Lack iſt unverwüſtlich.

Aber dies da iſt doch geſchmacklos.

Allerdings, lacht der Capitän,das iſt nach europäiſchem Muſter gemacht. O, die Japaneſen ſind klug.Wofür halten Sie das Bild dort an der Wand? Für ein Oelgemälde, kann mir's denken. Es iſt eine japane⸗ ſiſche Handſtickerei und zwar von wunderbarem Farbenſchmelz. Das andere Bild dort iſt die Thetis, wirklich in Oel und zwar in China von einem chine⸗ ſiſchen Maler gemalt. Und nun, ſage ich Ihnen, alle dieſe Sachen koſten wahre Spottpreiſe, wie ſie unſerer Induſtrie unbekannt ſind.

Aber das iſt ja erſtaunlich. Darnach ſtände ja die Kunſtinduſtrie und das Handwerk in Japan weit über den unſrigen!

Zweifelsohne, aber auch nur dieſe Zweige; nur das Mechaniſche, Tech⸗ niſche iſt auf ſolcher Höhe. Im übrigen iſt mir Japan ein Räthſel; wenn Sie mein Buch darüber geleſen haben, werden Sie wiſſen, daß ich für das Land ſchwärme, aber über der Routine iſt dem Volk der Geiſt und die Seele unter⸗ gegangen, es iſt verknöchert. Wir ſitzen auf einem Divan von eigenthüm⸗ lich leuchtendem, blauen Seidendamaſt.Das iſt ein Beuteſtück aus dem kaiſerlichen Palaſt von Peking; ich habe es einem franzöſiſchen Soldaten dort abgekauft. Sehen Sie, dieſe Erinnerungszeichen ſind das Schöne in unſerm bewegten Leben und müſſen uns für die harten, ſchweren Tage entſchädigen. Dort oben ſteht auch der Maki, von dem ich Ihnen am Familientiſch erzählt habe, es war ein liebes, liebes Thier, fährt der Capitän fort, indem er aus einer andern Flaſche einſchenkt.Es iſt Rheinwein vom Cap, Sie trinken dieſen Wein in Europa nur an Bord der Geſion, er iſt das erſte Wachsthum von friſch importirten Reben vom Rhein; wie man mir ſagt, hat gleich der erſte Jahrgang den Capgeſchmack vollſtändig angenommen.

Aber Herr Capitän, bemerkte ich,Sie haben ja noch nicht einmal genippt?

Ich trinke nie Wein.,Keinen Wein, wie ſo? aber Bier?Auch nicht.Oder wenigſtens....Rum, meinen Sie? lacht der Capitän, Sie meinen, der Seehund müßte Rum trinken? Nein, weder das eine noch das andre, nur Milch und Thee.

Wie halten Sie das aus, Herr Capitän, ein Seemann und keinen Wein, kein Bier, keinen Branntwein?

Sie können ſich das nicht denken, glaub' es wohl, ich eſſe auch faſt kein Fleiſch, aber grade dieſer Lebensweiſe ſchreibe ich es zu, daß ich mich unter den Tropen ſo wohl befinde wie in der winterlichen Nordſee, daß ich alle Climate ohne Beſchwerden ertrage.

Und Ihr vortrefflicher Weinkeller? ich ſehe, er enthält die beſten Sorten der Erde.

Die nehme ich ſo an Ort und Stelle mit, für Gäſte; mir perſönlich ſchmeckt der beſte Wein wie Tinte.

Es klopft. Der Admiral wird gemeldet, ich ſehe, daß ich überflüſſig bin und bitte um Erlaubniß, mir das Schiff anſehen zu dürfen. Der Capitän übergibt mich einem ſchmucken, freundlichen Kadetten und wir treten unſere Wanderung an.

Sie kennen wohl ſchon unſre Kriegsſchiffe? leitet mein Führer unſre Unterhaltung ein;oder wenigſtens überhaupt ein Kriegsſchiff?

Engliſche, franzöſiſche und öſterreichiſche wohl, aber unſre eignen nicht, um ſo mehr bin ich geſpannt