gefaßt erſcheint. Nur der fächerförmige Schwanz bringt eine Unter⸗ brechung hierbei hervor. Der Butffiſch ſchiebt ſich in unſerm Glaſe langſam an der Seitenwand empor, als wolle er einen Fluchtverſuch aus ſeinem Gefängniß probiren; die dunkle Seite hält er dabei fort⸗ während oben; jetzt kann er ſich jedoch nicht mehr in der ſteilen Stellung behaupten, ſchlägt kopfüber zurück ins Waſſer und liegt zappelnd mit der dunkeln Hälſte zu unterſt auf dem Grunde des Beckens, als ſei er von Krämpfen befallen. Nur durch fortgeſetzte Anſtrengungen gelingt es ihm, ſich wieder auf die andere Seite zu wenden.
Um ſo gewandter erſcheint dagegen das handlange, ſchmale Fiſch⸗ chen, welches ſveben aus dem Krebsgewimmel herausſchnellt, um ſich womöglich nach dem befreundeten Elemente zu retten. Es glänzt wie ein Streifen polirtes Silber und wird wegen ſeiner ſcharfzuge⸗ ſpitzten Geſtalt von den Fiſchern gewöhnlich Sandlanze genannt. (Siehe Tafel J. in der Mitte.) Kaum iſt es über den Rand des Tuches gelangt, und fühlt den naſſen Sand unter ſich, als es auch ſofort beginnt, ſich in den letzteren einzugraben. Der auffallend ver⸗ längerte harte Unterkiefer dient ihm hierbei als Schaufel und Grab⸗ ſcheit. Da, wo es ſich im Strandſande in größeren Zahlen vor⸗ ſindet, ſammeln es die Fiſcher gern mit dem Schleppnetz, um es als Köder für größere Fiſche zu gebrauchen. Noch ſind wir damit be⸗ ſchäftigt, die ſilberne Sandlanze für unſer Seewaſſeraquarium zu fangen, in welchem das Fiſchchen ein prächtiges Schauſpiel gewährt und ſich lange Zeit lebendig erhält,— da ſchnellt ein andrer be⸗ ſchuppter Geſell aus dem Haufen und beginnt ſich im Sande zu ver⸗ graben. Wir ſtrecken die Hand nach ihm aus, der Fiſcher, der eben im Begriff ſteht, mit ſeinem Gaul und Netz wieder ins Waſſer zu wandern, ruft uns jedoch zu, bei dem Burſchen vorſichtig zu ſein. Es iſt eiin Petermännchen, zwar nicht giftig, wie an manchen Küſten von ihm behauptet wird, aber doch gut genug bewaffnet, um die War⸗ nung des Mannes völlig zu rechtfertigen. Die ſammetſchwarze vor⸗ dere Rückenfloſſe des Thieres enthält drei knochenharte weiße Strahlen, deren hervorſtehende Spitzen nadelſcharf ſind. Der Fiſch kann die⸗ ſelben gleich einem Schnäpper in eine Furche des Rückens zurücklegen und dann dieſelbe plötzlich kräftig aufſchnellen. Mit dieſen Floſſen⸗ ſtrahlen bringt der Fiſch empfindliche Wunden bei, die, wie alle ge⸗ riſſenen, ebenſo ſchmerzhaft ſind wie langſam heilen. Der Körper des Petermännchens iſt auf dem Rücken hell olivenfarbig mit undeut⸗ lich begrenzten röthlichen Flecken. Die Seiten ſind ſilbergrau mit verwaſchenen bläulichen Stellen, der Bauch iſt perlweiß, Backen und Kiemendeckel ſind mit herrlichem Perlenſchimmer überzogen.
Des Fiſchers„Ausſchuß“ bietet uns noch vielerlei, hier den ſchlanken Meerſtichling, ein flinkes, munteres Ding und gut bewaffnet, hochgeprieſen wegen der Zärtlichkeit, mit welcher er für ſeine Nachkommen Sorge trägt. Er heftet die Zweige der Tang⸗ büſchel an den Geſteinen mit Hilfe ſeidenartiger Fäden zu einer Art Neſt zuſammen, birgt im Innern deſſelben den Laich und bewacht den letzteren unverdroſſen, bis die jungen Stichlinge ausgeſchlüpft ſind. Hier ſind ferner mancherlei Krabben, flinke und langſame, große und kleine, dann ein junger Stachelrochen, mit Dornen beſetzt wie eine Roſenknospe, mancherlei Schnecken und Muſcheln u. ſ. w. Wir ſammeln von ihnen nach Belieben, um ſie daheim im Aquarium weiter beobachten zu können, ſagen unſerm Fiſcher Lebewohl auf Wiederſehen und ſetzen unſere Wanderung am Strande fort nach jener Stelle, an welcher zahlreiche Geſteine die Einförmigkeit des Sandes etwas unter⸗ brechen. Wir können mit Sicherheit darauf rechnen, hier auch ſofort andern Meeresgeſchöpfen mit abweichenden Gewohnheiten zu begegnen.
In der kleinen Waſſerlache vor uns, die bei der Tiefebbe noch zurückgeblieben iſt, breitet ſich das lederartige braune Blatt einer Laminarie, eines Tang, aus. Es hat ſich mit der Scheibe am Grunde ſeines Blattſtieles feſt an einen Stein geheftet.(Tafel II, links.) Rechts daneben haben Röhrenwürmer mit ihren kalkigen Gehäuſen ein Steinſtück dicht überzogen. Um den Stiel des Tang, ſo wie um das Geſtein daneben ſchlingt ſich aber in vielfachen Windungen eine lange, ſchwarze Schnur von der Stärke eines gewöhnlichen Bind⸗ fadens. Im erſten Augenblick ſind wir geneigt, den langen Faden für einen Tang zu halten, etwa für die Meerſaite, die eine ganz ähnliche Geſtalt, wenn auch eine hellere Färbung beſitzt, allein wir ſehen, das Ding bewegt ſich, ſchlingt ſich umeinander und ums Geſtein, ſchlüpft unter letzterm weg und kommt an einer andern Stelle wieder zum Vorſchein. Jetzt glückt es uns auch den Kopf des Wurmes zu
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entdecken, denn mit einem Wurme haben wir es zu thun,— er neigt ſich eben über das Gehäuſe eines Röhrenwurmes und zeigt deutlich ſeine Abſicht, hineinſchlüpfen zu wollen. Wenn wir ihn nicht ſtören, wird er den unglücklichen Bewohner der Röhre in kurzer Zeit ver⸗ ſpeiſen. Wir heben eine ſeiner Verſchlingungen aus dem Waſſer; das Stück dehnt ſich gleich einer Gummiſchnur und fühlt ſich weich und ſchlüpfrig an wie ein Regenwurm. Wir ziehen den ganzen Wurm behutſam hervor und meſſen ihn; er hat ziemlich 30 Fuß Länge bei einer Dicke von nur ein Achtel Zoll und heißt deshalb mit Recht der Langwurm.(Tafel II, in der Mitte.) Kaum haben wir das ſchlüpfrige abenteuerliche Ding ins Waſſer zurückgeworfen, ſo ſucht es ſich unter den Geſteinen zu verkriechen. Hier in der Umgebung werden wir kaum einen großen Stein umwälzen, ohne einen ähnlichen Burſchen dort im Verſteck zu finden.
Aber was iſt das hier am Tangblatte klebende weiße Ding? Iſt es ein Stückchen Zeitungspapier, das Wind und Wellen hier antrie⸗ ben? Es iſt kaum dicker als ſolches, auch mit dunkeln Streifen auf hellem Grunde verſehen, die von ferne Schriftzeilen ähneln, allein bei genanerer Beobachtung bemerken wir, daß ſich der Rand des Blattes wellenförmig hebt und ſenkt und vorwärtsſtreckt. Das räthſelhafte Ding kriecht langſam und verräth dadurch ſeine thieriſche Natur. In Geſammtumriß und Größe ähnelt es einem etwas zugeſpitzten Buchen⸗ blatte, nur daß ſein Rand nicht gezähnelt, ſondern glatt iſt. Der ſtumpfe Theil deſſelben iſt das Kopfende, der zugeſpitzte des Thieres Schwanz. Die dunkeln Streifen ziehen der Länge nach wie die Nerven eines Lilienblattes. Am Vorderende ſehen wir zwei kleine blattähnliche Anhängſel, die ſich wie Schlappohren rückwärts ſchlagen; ſie ſind an ihrem Grunde zierlich ſchwarz punktirt. Vor ihnen iſt eine Gruppe ähnlicher Punkte, welche das Vergrößerungsglas als Augen ausweiſt. Sie beſitzen eine Hornhaut, innen einen lichtbrechen⸗ den Körper, umgeben von einer dunklen Farbenhaut und an ihrem Grunde verläuft ein Nervenende. Der ganze ſchleimige weiche Leib des Geſchöpfes iſt mit feinen Wimperhaaren beſetzt, mit deren Hilfe das Thier wahrſcheinlich fühlt. Nahe Verwandte des ſonderbaren Weſens ſchwimmen auch mittelſt ſolcher Wimperhaare, das vorliegende Thier hingegen kriecht nur langſam am Meeresgrunde. Es iſt ein Plattwurm(Taf. II., links oben), ein Verwandter des Langwurms und eben ſo räuberiſch in ſeinen Sitten wie letzterer, trotz ſeiner ſcheinbaren Unbehilflichkeit. Aber wo der Mund des Plattwurmes iſt, werden wir ſchwerlich auf den erſten Blick entdecken. Wir ver⸗ muthen ihn natürlich am Kopfende, etwa vor den Fühlern, wie dies bei den Nacktſchnecken der Fall iſt, ſtatt deſſen hat ihn der Plattwurm in der Mitte der Unterſeite; dort befindet ſich eine Oeffnung und in der Mitte derſelben ein Organ, das einer weiten Trompete ähnelt, wenn es ausgeſtreckt wird. In der Ruhe zieht es ſich, in Falten gelegt, zurück und ſein Rand bildet dabei fühlerähnliche unregel⸗ mäßige Zipfel. Schneiden wir den Wurm auseinander, ja theilen wir ihn ſelbſt in S oder 10 einzelne Stücke, ſo wird doch jedes der letztern, ſobald der erſte Schreck vorbei iſt, in der frühern Richtung weiter kriechen, als ſei nichts Sonderliches vorgefallen. Nach wenig Tagen wird jedes zu einem neuen ſelbſtändigen Plattwurm geworden ſein und die Geſchichte vom zerhackten Beſen in Goethes Zauberlehr⸗ ling verwirklicht haben.
Wenig Schritte weiterhin ſehen wir im Waſſer deſſelben Tüm⸗ pels ein anderes wurmartiges Geſchöpf über das Geſtein kriechen und ſich in ſchönen Schlangenwindungen allen Vorſprüngen und Ver⸗ tiefungen deſſelben anſchmiegen. Es hat viel Aehnlichkeit mit unſern Aſſeln, iſt jedoch viel größer als dieſe, denn es mißt reichlich einen Fuß in der Länge und hat dabei einen Viertelzoll Breite. Es iſt eine Nereide,(Tafel III, rechts) eine Art Ringelwurm, ſo genannt nach den deutlich unterſcheidbaren einzelnen Ringen, aus denen ſein Leib beſteht. Bei dieſem Thiere hier können wir über 200 derſelben zählen, man hat aber von derſelben Art einzelne getroffen, die bei zwei Fuß Länge gegen 500 Ringe hatten. Das Hinterende des Wurmes hier iſt kurz abgeſtumpft und zeigt einen kleinen weißlichen Auswuchs. Aus letzterem Umſtande erkennen wir, daß das Thier ſeinen Schwanz durch irgend ein Unglück verloren hat und im Be⸗ griff ſteht, denſelben wieder zu erſetzen. Ein ſolches abgeriſſenes Schwanzſtück kriecht zwar noch ein Paar Tage lang in gewohnter Weiſe,„geführt von ſeinem dunklen Drange“, allein ein Kopf wächſt ihm nicht wieder und deshalb geht es dann zu Grunde.
Der Kopf der Nereis iſt nur klein; vorn trägt er zwei Paar
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Ein Da ſtand ich, Ufer der herrlichen und Fiſcherfahrzeuge mnein Beſuch gelten einem leichten Wind der Fregatten, Co traten, die hier, et liegen. Zuerſt erhe dampfer, jetzt ohn wandett und gleich Kaſten!“ murmelte Recht haben, aber okett, wie ſie nu franzöſiſchen Herko Marine. Jede hat dann einige Kanon doohender ausſehen noch eine Dampfko ſante Segelfregatte Sie iſt das unſern Leſern wohl Es iſt Erereit underrichteter Sach Bde meint mein wei en, grazibſen „Der wachthab
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