Jahrgang 
1865
Seite
737
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ehe er Herrn v. Hundſtein um Verzeihung bat, wollte er Gott um Ver⸗ gebung anflehen an derſelben Stelle, wo Meinhard von ſeiner Hand gefallen war. Wohl grauſte es ihm, als er nun droben im düſtern Forſte vom Wege abbog; aber kein Grauſen durfte ihn irre machen in ſeinem Vorhaben.Dieſer ſchreckliche Augenblick, ſprach er zu ſich,iſt der Anfang meiner verdienten Strafe. Er trat an die furchtbare Stelle er erkannte ſie deutlich wieder lange ſtand er, die Hände ringend. Ein unnennbares Gefühl trieb ihn weiter in der Richtung, in der er damals geflohen war; er wollte jene ſchauder⸗ haften Augenblicke noch einmal in der Erinnerung durchleben, um ganz aus der Tiefe für das damals Geſchehene Buße thun zu kön⸗ nen. Aber unwillkührlich fuhr er zuſammen, als plötzlich die Stroh⸗ hütte vor ihm ſtand. Daß ſie noch, daß ſie jetzt nach faſt neunzehn Jahren noch, ſtehen würde, darauf war er nicht gefaßt geweſen. Ver⸗ fallen war ſie freilich; die Sparren waren zum Theil zuſammenge⸗ fault, die Strohlage hin und wieder eingeſunken, mit Moos und

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faulenden Pilzen überzogen ein grauſiger Anblick. Verworrene Strohhalme hingen ins Innere hinein wie ein ſtarrgewordener Regenguß. Ein Fußtritt würde hingereicht haben, die ganze Hütte über den Haufen zu werfen. Karl ſchaute ſie an, ernſt ſinnend. Und nun ſtreckte er die Hand aus er zog ſie ſcheu wieder zurück aber es ließ ihm keine Ruhe noch einmal, zitternd, krampfhaft, ſtreckte er ſie aus, und ſeinen Abſcheu gewaltſam überwindend, unterſuchte er eine Stelle des Strohs; er bog die faulen Halme auseinander ein verroſteter Degengriff grinzte ihm entgegen. Er prallte rückwärts und kehrte geſenkten Hauptes an jene Stelle zurück, wo er Meinhard hatte in ſeinem Blute liegen ſehen. Hier ſank er auf ſeine Kniee und rang im Gebet.Heiliger Gott! Barmherziger Vater! Waſche dieſe blutigen Hände rein! Vergib Du mir und laß mich vor den Menſchen büßen! Deiner Gnade bin ich gewiß; alles andre iſt eitel.

So ſprach er und lag noch lange ſchweigend auf ſeinen Knieen.

(Schluß folgt.)

Sine Völkerbildungsſtätte.

An den Marken dreier Völkerſchaften auf beiden Seiten unſeres Rheines liegt freundlich und behäbig in einer fruchtbaren, reizenden Gegend die alte, reiche Stadt Baſel. Eigenthümlich und charakte⸗ riſtiſch für den Sinn und das Streben ihrer Bewohner iſt ihr Wappen. Daſſelbe ſtellt nach oben den biſchöflichen Krumm⸗ ſtab, nach unten die Schiffergabel dar. Jener weiſt auf den für Religion und Wiſſenſchaft offenen und empfänglichen Sinn der Stadt, die vor der Reformation ſeit alten Zeiten der Sitz von Biſchöfen war und ſeit 1460 eine Univerſität beſitzt; dieſe auf das rege Handelstreiben und den raſtloſen Gewerbfleiß, der in ihr ſtets geherrſcht hat.Beides, ſagt ein Basler Gewährsmann, Dr. Oſter⸗ tag,iſt auch im Laufe der Zeiten ein glückliches Eigenthum unſerer Bevölkerung geblieben und hat dieſer Stadt ein erfreuliches und in dieſem Maße ſelten ſich wiederfindendes Gepräge von vereinter geiſti⸗ ger und materieller Wohlfahrt aufgedrückt.

Gar mancher Sturm iſt im Laufe der Zeiten über die ehr⸗ ſame Stadt dahingegangen. Gegen Ende des vorigen Jahrhun⸗ derts ertönten in ihr die Nachklänge der franzöſiſchen Revolution; am 21. Januar 1798 ward auf dem Münſterplatz vor der Kathe⸗ drale unter dem Freudenrauſch der Menge, patriotiſchen Reden und Geſängen und mit tönenden Böllerſchüſſen ein Freiheitsbaum errichtet und umtanzt. Auf dieſen kurzen Rauſch folgte bald die Ernüchte⸗ rung durch die franzöſiſche Herrſchaft. Gegen Ende des Jahres 1813 begann, trotz der eidgenöſſiſchen Neutralitätserklärung, die öſterreichiſch⸗ deutſche Armee über die Rheinbrücke in Baſel einzurücken. Wochen⸗ lang ſah die Stadt einem Waffenplatz völlig ähnlich. Schwere Tage der Angſt und Noth brachen über ſie herein. Dann kam der Friede; ein Jahr der Ruhe folgte; am 20. März 1815 brachen die Lilien der Bourbonen aufs neue vor Napoleons Scepter zuſammen. Und wieder erdröhnten die Straßen der friedlichen Stadt von dem Kriegs⸗ lärm; von der Feſtung Hüningen drohten die franzöſiſchen Ge⸗ ſchütze; am 28. Juni ließ der General Barbanègre von der Abba⸗ tuzzi⸗Schanze aus die Stadt mit Bomben und Haubitzgranaten bewerfen und erneuerte ſeinen Angriff gegen Ende Juli. Erſt nach langem, verzweifeltem Kampfe wich der tapfere Gegner und kapitulirte.

Unter den fremden Kriegsſcharen, die in und um Baſel gelagert, waren auch viele geweſen, die muhammedaniſchen und heiduiſchen Völkerſchaften angehörten: Koſaken, Kalmücken, Tataren, Baſchkiren 2c. Die Bekanntſchaft mit denſelben, wie die läuternde Noth der Zeit hatten einen Plan mehr und mehr der Reife nahegebracht, der ſchon früher von dem ſeit 1780 in Baſel befindlichen Centralcomité derdeut⸗ ſchen Chriſtenthumsgeſellſchaft ins Auge gefaßt worden war. handelte ſich um nichts Geringeres, als um⸗die Gründung einer Miſſionsſchule, d. h. um die Ausbildung und Ausſendung von chriſt⸗ lichen Predigern in die Heidenwelt. Es war ein kühner Gedanie⸗

namentlich in ſo ſchwerer Zeit, als überall noch die Nachwehen des langen Krieges ſich fühlbar machten, in einem Jahre, wo die Ernte gering, der Wein gänzlich mißrathen, eine Theurung zu fürchten malr Aber kühn waren auch die Männer, die die Sache in die Hand nah⸗ men. Der noch lebende ehrwürdige Greis Spittler, damals be. dreißigjähriger Mann, ſchrieb in jenem Jahre an ſenen Neuun Blumhardt, den Pfarrer von Bürg in Württemberg, als wider I. 50.

Erwarten ſchnell der ſehr freigeiſtige Staatsrath Ochs ſeine Geneh⸗ migung zur Cröffnung des Inſtituts gegeben hattenAbermaliges Bombardement!... Wir hatten viel Angſt und Beſorgniß, der Herr aber hat uns bewahrt. Bomben zerplatzten über unſerm Hauſe und doch geſchah uns kein Uebel; im Gegentheil widerfuhr dadurch uns und unſrer Stadt viel Gutes. Denn viele lernten wieder beten, was ſie vorher ganz vergeſſen zu haben ſchienen. Wir dachten an das alte Sprichwort:Wenn das Eiſen heiß iſt, muß man es ſchmieden. Stracks rückten wir mit unſerm Miſſionsplan zu Felde und fingen rechts und links unſre Freunde zu bearbeiten an. Ueberall Sieg! Aber jetzt kam's noch zur ſchwerſten Batterie, genannt Ochs. Ohne dieſe erobert zu haben, ſo hieß es allgemein, iſt ſoviel als nichts ge⸗ wonnen. Was war zu thun? Unter Gebet liefen wir auch da Sturm, und in weniger als einer Viertelſtunde war ſie in unſern Händen.

Am 25. September 1815 kamen Spittler und ſechs andere Freunde zum erſten Male im Pfarrhauſe zu St. Martin zuſammen, um ſich zu einer evangeliſchen Miſſionsgeſellſchaft zu conſtituiren. Im Frühjahr 1816 eröffnete alsdann der Pfarrer Blumhardt als erſter Inſpector mit acht Miſſionszöglingen in einer beſcheidenen Miethwohnung die Schule, aus der bereits nach wenigen Jahren die Gründung eigener Miſſionen hervorwuchs. Am ſechſten Juli d. J. hat die Geſellſchaft ihr fünfzigjähriges Jubiläum gefeiert.

Die Miſſionsanſtalt iſt nicht mehr, wie vor fünfzig Jahren, in einer Miethwohnung ſie iſt in ihrem eigenen, ſtattlichen Hauſe. Dahin geſtatte mir, geneigter Leſer, Dich zu führen dabei erzähle ich Dir am beſten von den verfloſſenen fünfzig Jahren, wie es mir zum Theil im vorigen Jahre dort ſelbſt erzählt worden iſt.

Von dem Spahlenthore in Baſel läuft nach einem benachbarten Dorfe eine lange, breite Straße, Miſſionsſtraße genannt, in der das von uns geſuchte Haus ſich befindet. Es iſt ein großes, pracht⸗ volles Gebäude, fünf Stockwerk hoch, jedes mit 13 Fenſtern in der Fronte und drei auf jedem Flügel. Aber es zeigt nicht ſeine breite Fronte der Straße, ſondern ſteht anſpruchslos einige hundert Schritte davon ab in einem freundlichen und geräumigen Garten, in den ein einfaches Eiſengitter von der Straße hineinführt. Zur linken Seite ſteht eine Pförtnerwohnung, von der eine Telegraphenverbindung nach dem Hauptgebäude geht, die auch durch ſeine verſchiedenen Räume ſich fortſetzt, um dem Inſpektor die Communication mit denſelben zu er⸗ leichtern und um ſchnell einen Führer für Fremde herbeizurufen.

Neunzig junge Männer) mit ihren Lehrern und deren Familien bewohnen das Hauptgebäude. Sie ſind getheilt in drei Abtheilun⸗ gen, deren jede aus zwei Klaſſen beſteht. Das Erdgeſchoß enthält einen ſehr geräumigen Saal, der 300 Perſonen aufnehmen kann; einen großen Lehrſaal, ein ethnographiſches Muſeum mit 1558 Ar⸗ tikeln aus der Heidenwelt, Pflanzen, Waffen, Götzenbildern ꝛc. Ferner iſt da eine Bibliothek mit 4000 Bänden, ein Comitézimmer ꝛc. Unter der Erde ſind die Küchen, Waſchräume, Speiſekammern ꝛc.

*) Im Auguſt 1864 waren es 87, darunter 46 Deutſche(36 Württem⸗ berger, 7 Badenſer, 1 Heſſe, 1 Preuße, 1 Hamburger), 20 Schweizer, 6 El⸗ ſäßer, 2 Deutſche aus Rußland, 8 Armenier(darunter 4 aus der Türkei), 2 Holländer, 1 Pole, 1 Oſtindier, 1 Chineſe.