Jahrgang 
1865
Seite
713
Einzelbild herunterladen

uſeripten ate aen Manuſeript anlſeript ein wir nie etwag Veiſe zum Au⸗ nige Einſendun⸗ la nur 94 P⸗ à von den Vil⸗ geſchriebene Au⸗ kommenſten ſid ers geſchriebenen ielleicht nie aner⸗ dnen herrühren. Mit Bedauen wir gar wenig t doch noch gele⸗ eſten Mitarbeiten gezeichnete Auffat kkommener Hand. dicken Brief aus nthält eine lang⸗ drn. Sie nicht, Hen iſt. iſt in der Preſſ, den Nr. 48 ſ doch gar zu ſpt endlich zu einem irt. Das dort herausgenommen erhorn ſo zurech⸗ rei Setzer machen nächſten Morgen

ce Sorge machm, Recenſion ein ſſchicken? esarbeit wird oft r unſers Blattes davon en andetes ſebetenen Gäſten

des Redackeuts r, daß ein Eeha eſetzt hatte: er Redacteur das n den Nand: gi⸗

n vid nann dagegen g ſein, N,

ie, de

4 mil s der Farang ſt

e

j)ſſſchſ S)MM )),

H ſſ

Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen. Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 15 Sgr. zu beziehen.

Ausgegeben im September 1865. Der Jahrgung länft vom Oxtober 1864 bis dahin 1865.

Kann im Wege des Buchhandels auch in Monatsheften bezogen werden.

No. 49.

Kus Kurprinz Iriedrich Wilhelms Kinderzeit. Von Werner Hahn. (Schluß.)

Der Foliant, der dieſe Studien enthält, iſt drei bis vier Finger

dick. Jedenfalls umfaßte er die Arbeit mehrerer Jahre, vielleicht der ganzen Zeit, die Rebeur im Amte blieb. Die erſten Seiten ſind reinlich und vorſichtig geſchrieben, die ſpäteren etwas weniger. Die Arbeit des Prinzen, beſonders die lateiniſche Ueberſetzung hat oft Verbeſſerungen erfahren müſſen, bei denen ſich der Prinz zuweilen lange aufgehalten hat. Ein einfacher Strich durch ein fehlerhaftes Wort genügte ihm nicht, er zog verſchlungene Linien, myſteriöſe Arabesken, Linien ſo dicht nebeneinander und ſo reichlich übereinan⸗ der, daß ſie zu einem Bilde dunkelſten Schattens wurden. An einer Stelle finden ſich auch Zeichnungen von der Hand des Prinzen,

flüchtige Verſuche in Karikaturen, ſie ſind, als die Striche noch

naß waren, ſogleich mit dem Finger wieder verwiſcht, und, wie geſagt, nur einmal, ziemlich am Anfang des Buches, als der Prinz noch ſehr jung war. Die franzöſiſche Ueberſetzung iſt, vielleicht zum größeren Amüſement für den Prinzen, mit rother Tinte, alles andere mit ſchwarzer geſchrieben. Beurtheilen wir den Eifer, den Rebeur an den Unterricht des Prinzen wandte, aus dieſem Buche, ſo können wir leicht ungerecht werden. So groß wie der Plan auf den erſten Blättern angelegt iſt, iſt er nicht bis zu Ende durchgeführt. Das Diktat der latei⸗ niſchen Ueberſetzung hört ſchon vor der Mitte des Folianten auf. Es mag genug erſchienen ſein, daß dem Prinzen die eigene Ueber⸗ ſetzung verbeſſert wurde. Etwas ſpäter fängt auch die Columne für die franzöſiſche Ueberſetzung an, leer zu bleiben: dem Prinzen machte dieſe Sprache zu wenig Schwierigkeit. Auch daß die Verbeſſe⸗ rung des lateiniſchen Exercitiums nicht immer vollſtändig iſt, iſt gewiß nicht blos des Informators Schuld geweſen. In dem Programm, welches zu dem Examen des Jahres 170 1 ausgegeben wurde, werden verſchiedene Gründe angeführt, welche den Erfolg des Unterrichts bisher erſchwert hatten. Es heißt, d der Prinz,was die geiſtige Anlage betrifft, zu den Naturen Thä. die beſonders Urtheil und Tiefe verſprechen, denen aber das zernen ſchwer fällt; es wird von den vielen und langen Reiſen geſprochen,

I. 49.

die der Prinz gemacht, nach Holland, nach Preußen; von den häufi⸗ gen Hoffeſten, bei denen er immer betheiligt geweſen, auch von eini⸗ gen Unpäßlichkeiten. Nichtsdeſtoweniger war der Erfolg des Examens in allen Gegenſtänden der Art,wie man ihn von einem Prinzen ſeines Alters nur hoffen konnte.

Die königliche Bibliothek zu Berlin bewahrt unter den hand⸗ ſchriftlichen Denkmälern von Mitgliedern des regierenden Hauſes zwei Probeſchriften, welche der Kurprinz, als er zehnjährig war, angefertigt hat. Sie ſcheinen als Muſterſchriften für das Examen des Jahres beſorgt zu ſein, ſind auf oval ausgeſchnittenen Pergament⸗ blättern geſchrieben, und von dem Schreiblehrer mit beſon⸗ derer Accurateſſe arrangirt. Die Handſchrift des Prinzen iſt ebenſo reinlich wie ſicher, große, ſtark markirte Züge, die lateiniſchen Lettern in der Höhe eines guten Viertelzolles. Sie enthalten kurze Sentenzen, wie ſie die Inſtruktion zur Einprägung der Tugenden empfohlen hatte. Die eine Probeſchrift iſt franzöſiſch:

L'année 1698.

Il ne faut point s'écarter, ni se laisser emporter au torrent; mais il faut suivre toujours la Justice dans ses mouvemens et la Vérité dans ses opinions.)

Frederic Guillaume, Prince Electoral.

Die andere enthält ein lateiniſches Diſtichon und dann die freie deutſche Ueberſetzung in gereimten Jamben:

Anno 1698.

Nullius est felix conatus et utilis unquam

Consilium si non detque juvetque Deus.

Kein Vorſchlag nützt und glücklich iſt,

Wo Gott nicht räth und hilft zur Friſt.

Friedrich Wilhelm, Chur⸗Printz.

In der Religion wurde der Prinz ſeit dem Jahre 1696 vom Hofprediger Urſinus unterrichtet, zuerſt indem ihm die bibliſchen

*) Man muß garxricht abſchweifen, noch ſich mit dem Strom fortreißen laſſen, ſondern in ſeinen Bewegungen der Gerechtigkeit und in ſeinen Meinun⸗ gen der Wahrheit folgen.