Jahrgang 
1865
Seite
680
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letzte König, der es gewußt haben ſollte, ſei, behauptete man, Ludwig XVI geweſen. Lange Jahre hindurch beſchäftigte ſich die literariſche Welt mit Vermuthungen über den Gefangenen.

So kam das Jahr 1789 heran. Die Baſtille fiel in Trümmer, tauſende drangen hinein. Jetzt mußte ſich das Geheimniß löſen; vort ſteigt ein Soldat des Volkes aus dem Schutthaufen, auf der Spitze ſeines Bajonettes trägt er das Regiſter der Baſtille. Nun wird alles klar werden, man ſchlägt die Actenſtöße auf aber das dem Jahre 1698 und der Ankunft des maskirten Gefangenen von den Margarethen⸗Inſeln entſprechende Folioblatt 120 war herausgenom⸗ men und durch ein Neugeſchriebenes erſetzt. Die Municipalität von Paris ließ alle auf die Baſtille bezüglichen Schriften und Blätter, die beim Sturm zerſtreut waren, ſammeln, ganze Stöße hatte man auf dem großen Hofe unter Jubelgeſchrei verbrannt. Charpentier erhielt

Eine Patrouille.

den Auftrag, die Geſchichte zu ſchreiben, fand aber nur bis 1663

Actenſtücke. Kleine Blättchen enthielten allerlei Bemerkungen und das große Regiſter war erſt 1686 angefangen. Mit um ſo größerer Freude ward die Einlieferung des Folioblattes 120, über die eiſerne Maske, begrüßt.*)

Dieſes Document iſt das einzige Authentiſche, was über den Gefangenen exiſtirt. Alles andre iſt Vermuthung oder Ro⸗ man. Das Schriftſtück iſt deshalb wichtig, weil es die wirkliche Exi⸗ ſtenz des maskirten Gefangenen beweiſt, die ſonſt immerhin angefoch⸗ ten werden könnte. Aus dieſem Blatte erſieht man, daß der Lieutenant Dujonca die Ankunft, die Aufnahme, den Tod regiſtrirt hat. Namen der Staatsſecretäre und die Gründe der Verhaftung fehlen. Die unten ſtehenden Bemerkungen ſind von dem Major der Baſtllle, Chevalier, im Jahre 1749 eingeſchrieben. Man forſchte nun in dem

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Nach alten Originalen.

*) Zlatt aus dem Regiſler der Baſtille, dieeiſerne Maske betreſſend.

Namen der Staatsſecretäre, welche den Ver

haftbefehl contra

Datum ihrer Ankunft

Namen und Eigenſchaften der Gefangenen

Band

Seite

Ehemaliger Staatsge⸗ 18. Sept.

Datum des Todes

. Dujon- V, 37. Am 19. No⸗ Dujon-

Band

Gründe der Haft der Ge fangenen

Seite Bemerkungen.

gefangener in Pignerol. 1698 um ca vember ca es nie er⸗ mand gekannt hat. Geſtorben am 19. No⸗ Genöthigt eine Maske von 3 Uhr Nach 1703. fahren. vember 1703 ungefähr 45 Jahre alt(),

ſchwarzem Sammet zu tra⸗ mittags. gen.

Den Namen deſſelben hat man nie erfahren.

Sänfte in die Baſtille gebracht worden. zeichnung behandelt, nur von demſelben und

nur einige Stunden krank geweſen und gleichſam plötzlich verſtorben. ganz neuen leinenen Tuche begraben worden.

iſt verbrannt worden. Stühle, Geräth ꝛc. z

worfen.

im dritten Zimmer des Thurmes Bertaudiere.

abgekratzt und neu von Grund geweißt.

Es iſt zu bemerken, daß man bei dem Namen Marchialy, den man ihm im Todten

Anmerkung: Dieſer Gefangene iſt von Gouverneur von Pignerol geweſen, aus ſeinem Gouvernement der Inſeln St. Mar⸗ guerite und Houvrat kam, um das Gouvernement der Baſtille anzutreten, in ſeiner Er wurde vom Gouverneur mit großer Aus

Silber, Kupfer und Zinngeſchirr iſt eingeſchmolzen. Der Gefangene wohnte

begraben zu St. Paul, am andern Tage

Herrn von St. Mars, als er, der früher

dem Major bedient und geſehen. Er iſt ſt Er iſt in einem Alles was ſich in ſeinem Zimmer fand, u Staub gebrannt und in die Cloake ge⸗ gekoſtet. Seinen Begräbnißtag nicht mit in⸗ griffen, hat der Gefangene 5 Jahre und 62 Tage in der Baſtille zugebracht.

Das Zimmer iſt bis auf die Steine

regiſter von St. Paul gegeben hat, buchſtäblich die beiden Wörter, das eine lateiniſch,

das andere franzöſiſch findet: Hic amiral.

D

ieſes iſt der Admiral.

V Fichenregiſer liers beacſend ſirte beerdigt. nl Nun wa geweſen ſein, d llug wie zuvor vonym man d auf: die Mas talieniſche S ſehr gewandt, inander verg ftage ſchuldig Vordergrund ſonders daran zige zu verbe Vermuthung ir ih lrber die, nach de Bruder des! Ludwig XI (und höchſt auch richtig Mazarins, d von Oeſterr Memoiren Orleans a⸗ geſtellt iſt für änen ausgegeber ten zu g führen ko nahme hat für ſich, d hier nicht, maßungen zu beſchreit Nur vil ich no⸗ der die Bel genoſſe de erwähnt, und der d Betracht Conſtantin normanniſ 1702 ind Ihm verda lichſte beſch die er unter Ktion franc ueBastille herausgab. I dieſem Bu