Jahrgang 
1865
Seite
663
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jener Gräben iſt, die einſt die Baſtille umgaben. Bei A war der Haupteingang, welcher zwiſchen halbhohen Mauern bis zu der erſten Pforte B und der daſelbſt befindlichen Zugbrücke lief. Dieſe Brücke überſchreitend gelangte man in den erſten Hof D, von hier aus durch einen bedeckten Gang E zur zweiten Pforte nebſt Zugbrücke F an das, durch zwei Wachthäuſer(Corps de Garde) G. G. geſicherte Hauptthor. In dem Hofe D lag bei C das Hotel des Gouverneurs. G war ebenfalls ein Wachthaus zur Deckung der erſten Zugbrücke. Bei Oeffnung des Hauptthores trat man in den großen Hof H. Er ward durch ſechs Thürme und die zwiſchen denſelben liegenden Gebäude gebildet. Gegenüber von der Hauptpforte befand ſich die mit Stufen verſehene Eingangsthüre I zu dem Quergebäude, welches den großen Hof von dem kleinen(L) Hofe ſchied. Eine mächtige Steintreppe führte zu den Zimmern. Mitten durch das Gebäude lief ein Gang, der in den kleineren Hof mündete. Rechts von die⸗ ſem Gange befand ſich eine Vorhalle, woſelbſt die dienſthabenden Be⸗ amten verſammelt waren. Man nannte ſie: Salle des conseils(K). Hinter dem Gange, links, dehnte ſich ein großer, öder Raum aus, welcher das für Effecten, Papiere, Geld ꝛc., den Gefangenen abge⸗ nommen, beſtimmte Depot bildete. L der kleine Hof, oder ſo⸗ genannte: Cour du Puits, wurde durch vier Thürme nebſt den Zwiſchengebäuden geſchloſſen.

Das ganze Schloß beſtand alſo aus den acht Thürmen, welche durch hohe, bis an die Zinnen reichende Gebäude mit einander ver⸗ bunden waren. Die Namen dieſer acht Thürme waren: 1) Tour du Puits, 2) tour de la liberté, 3) tour de la Bertaudièrc, 4) tour de la Bazinière, 5) tour du Comté, 6) tour du trésor, 7) tour de la Chapelle, S) tour du Coin. Die Thürme ſtanden in faſt glei⸗ cher Entfernung von einander und bildeten mit ihren Zwiſchenbau⸗ ten zwei Vierecke, von denen das des großen Hofes 120 Fuß Länge, das des kleinen 25 Fuß Länge hatte. Die Breite des erſten Hofes betrug 80 Fuß, die des zweiten 50. Im erſten ſprudelte ein Brun⸗ nen. Die Pforte oder Barrière des großen Hofes durchſchreitend ſah man rechter Hand die Wohnungen der Officiere und Schließer ſowie die einiger weniger gravirter Gefangenen. Dicht daran ſtießen die Thürme Comté und Trésor. Der Thurm Trésor hatte ſeinen Namen durch den von Heinrich IV einſt daſelbſt verwahrten Privat⸗ ſchatz erhalten, den der große König für dringende Fälle anſammelte. Es war Sitte, daß jedes Mal, ſo oft Geld daraus entnommen wurde, die Caſſierer unter Escorte und bei Trompetenſchall durch die Stadt zogen, damit das Volk ſähe, daß offen mit dem Gelde verfah⸗ ren und daſſelbe nur zu gemeinnützigen Zwecken verwendet werde. Nach dem tour du trésor gegen die Mitte des Hofes zu befand ſich eine Arcade, die eine Zeitlang das Thor gebildet und in deren dicken Mauern man zwei Wohnungen eingerichtet hatte. Im Winkel des Hofes ſtand der tour de la Chapelle. Dieſer und der tour du trésor waren die älteſten Thürme und ſchützten gleich nach ihrer Vollendung das Stadtthor. Die zwiſchen den Thürmen befindlichen Gebäude waren aus ungeheuren Quaderſteinen mit zehn Fuß dicken Mauern aufgeführt und enthielten verſchiedene Gefängniſſe. Das Querge⸗ bäude, welches beide Höfe trennte, ſtammte aus der Zeit Franz I. An demſelben, im Hofe, ſtand der tour de la liberté. Er hatte einen kleinen, zur Capelle umgeſtalteten Raum neben ſeiner Eingangs⸗ pforte. Von hier aus gegen die Pforte ſchreitend, traf man auf den tour de la Bertaudière, alſo genannt, weil während des Baues ein Maurer, Bertaud, von der Spitze des Thurmes bis in den Grund ſtürzte. Es folgte der tour de la Bazinière. Zwiſchen dieſen bei⸗ den Thürmen befanden ſich die Wohnungen des Hilfsmajors(aide de camp), des Schließmeiſters(Capitain des Porte-clefs) und einiger Gehilfen. Die Schließer(Porte-clefs) ſelbſt wohnten in dem Quer⸗ gebäude. Ebendaſelbſt waren der jedesmalige Lieutenant der Baſtille (Lieutenant du roi) im erſten Stocke, der Major im zweiten, der Chirurg im dritten Stocke untergebracht. Die übrigen Räume dien⸗ ten den Kranken zum Hospital. Vor dem tour de la Baazinière hatte man eine Art Loge errichtet, deren Thür durch doppelte Ketten geſperrt wurde. Es befanden ſich nun im kleinen Hofe du Puits noch zwei Thürme, man gelangte zu ihnen nur durch die Paſſage neben K über den kleinen Hof gehend, mußte jedoch vorher zwei ſchwere eiſerne Thüren öffnen. Links im Hintergrunde des Hofes ſah man den tour du Puits, rechts den tour du GCoin. Der Name des erſten ſtammt von den Gruben und Ziehbrunnen her, welche ihn umgaben. Der Hof L ward nur von Gefangenen betreten. Er

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war das ſchauerlichſte Prototyp eines Gefängnißhofes, wie ihn nur die düſtere Phantaſie des Malers oder Dichters erſinnen kann. Die geſchwärzten Mauern wurden wegen der Enge des Hofes nur bis zur Hälfte von den Sonnenſtrahlen erhellt, hin und wieder gewahrte man Blutflecken an den Steinen, zwei Thürme, die hoch erhoben den Himmel zu tragen ſchienen, die langen Seufzer der Winde, welche in die⸗ ſem engen Raume faſt eingeſperrt, klagend durch den Hof ſtrichen, das tiefe, melancholiſche Schweigen dies alles brachte eine unnennbare Troſtloſigkeit in die Seele der Gefangenen, welche hier umhergehen durf⸗ ten. Im erſten Hofe glaubte man ſich noch auf der Welt, die Wohnungen der Officiere und Beamten ꝛc. gaben ihm eine gewiſſe Lebendigkeit, die Luft zog erfriſchend über ihn hinweg, aber der Cour du Puits ſchien die Höhle einer Pyramide zu ſein.

Vier der Thürme blickten nach außen gegen die Vorſtadt, vier gegen Paris. Die Zinnen derſelben waren ſämmtlich durch eine Plattform verbunden, welche in ſehr gutem Stande gehalten ward, und den Gefangenen, denen man beſondere Gnade erweiſen wollte, zum Spaziergang diente. Der Anblick, den dieſe Bevorzugten ge⸗ noſſen, war allerdings ſchön. Zu ihren Füßen breitete ſich die ganze, gewaltige Hauptſtadt aus, ſie ſahen die umfangreiche Vorſtadt St. Antoine, ſie verfolgten den blitzenden Lauf der Seine und ließen ihre Blicke bis zur lachenden Ebne von Ivri ſchweifen. Wie furcht⸗ bar der Contraſt, wenn nach kurzer Dauer der finſtre Kerker die Un⸗ glücklichen wieder einſchlos! Sämmtliche Thürme, deren Höhe vom Fuße bis zur Zinne 129 Fuß betrug, waren mit eiſernen Doppel⸗ thüren verſehen. Jede Thüre ſtand faſt unmittelbar auf der hinter ihr befindlichen und ſie öffneten ſich nach entgegengeſetzter Richtung. Bevor der Verſchluß geöffnet wurde, verging faſt eine halbe Stunde, die Officiere, Majore ꝛc. blieben daher ſehr ſparſam mit ihren Be⸗ ſuchen bei den Gefangenen, da die langweilige Arbeit des Schließens und Oeffnens nicht zu häufigem Nachſchauen einlud. Die Dicke der Mauer betrug durchſchnittlich zwölf Fuß.

Man unterſchied fünf Arten von Gefängnißzimmern. Die im Gewölbe der Thürme und Zwiſchengebäude liegenden Kerker waren die furchtbarſten. Sie hießenCachots und dienten zum Aufent⸗ halt von Kröten, Spinnen, namentlich aber ungeheurer Ratten, welche wegen der Nähe des Waſſers und vielfachen Unrathes von erſtaun⸗ licher Größe in dieſen unterirdiſchen Löchern gefunden wurden. Den Fußboden bedeckte eine Lage von Schlamm und Schmutz, die wahr⸗ haft mephitiſche Dünſte erzeugte, deren Entweichen nur mittelſt einer ziemlich dünnen Luftröhre bewirkt ward. Das Ameublement beſtand aus einer Art eiſerner Feldbettſtelle, von Stäben zuſammengefügt und an der Mauer befeſtigt, darüber waren einige Bretter feſtgekeilt. Den Zugang ſchloſſen zwei ſieben Zoll dicke Eiſenthüren, jede mit drei ſchweren Riegeln und ebenſovielen Schlöſſern verſehen. Nach dieſen Gewölben kommen dieCages de fer, welche bereits beſchrie⸗ ben ſind. Die dritte Art waren die ſogenanntenCalottes. Sie lagen im vierten Stocke der Thürme und galten für die luftigſten Zimmer der Baſtille, hatten jedoch verſchiedene Uebelſtände. Sie wurden durch acht Arcaden, aus Quaderſteinen erbaut, gebildet, welche ſich in der Mitte oben vereinigten und ſo eine Art Plafond wölbten. Der einzige Raum, der zur Benutzung tauglich blieb, war alſo die Mitte des Gemaches, das Bett des Gefangenen füllte den Raum von einer Arcade zur andern aus. Die Entfernung zwiſchen dem innern und äußeren Fenſterraume betrug die ganze Dicke der Mauer, alſo zwölf Fuß. In⸗ und auswendig befanden ſich eiſerne Gitter. Eine unerträgliche Hitze peinigte im Sommer, eine ſchnei⸗ dende Kälte im Winter den Gefangenen, wozu noch das unaufhör⸗ liche Brauſen des Windes kam, der um die Thürme ſtrich. Die übrigen Zimmerarten beſtanden aus Achtecken(Octogones) von achtzehn bis zwanzig Fuß Breite und vierzehn Fuß Höhe. Alle Fenſter lagen ſehr hoch und konnten nur mittelſt dreier Stufen benutzt werden; die im erſten Stock liegenden hatten die Ausſicht auf den Graben, auch waren ſie ſchräg in die Mauer gelegt, ſo daß die Gefangenen nur einen Streifen Himmel erblicken konnten, während die höher ge⸗ legenen Zimmer doch mindeſtens die Ausſicht auf Paris oder das freie Feld gewährten. Die Heizung geſchah durch vergitterte Kamine; in der letzten Hälfte des ſiebzehnten Jahrhunderts ſetzte man in vielen Zimmern Oefen. Beide Arten der Heizung blieben aber ſehr mangel⸗ haft, ſie erfüllten nur nothdürftig ihre Zwecke und ſtörten durch Rauch.

Zur Bewachung der in ſolchen Gemächern verwahrten Gefan⸗ genen war ein ſehr genauer und ſtreng gehandhabter Dienſt in der