Jahrgang 
1865
Seite
659
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Einer Spazierfahrt in die Umgebung von Berlin folgt um vier Uhr das Diner, welches aber nur eine Stunde währt, und von dem königlichen Ehepaar oft ganz allein eingenommen wird. Nach dem Diner kommen die Geſchäfte von neuem an die Reihe und dauern ge⸗ wöhnlich bis zur Theaterzeit. Alle Kinder Friedrich Wilhelms III haben die Vorliebe ihres Vaters für das Theater geerbt, und faſt regelmäßig wohnt der König der Vorſtellung im Opern⸗ oder Schau⸗ ſpielhauſe bei. Der Thee wird, und zwar auf ſehr einfache Weiſe, nach dem Theater in den Gemächern der Königin eingenommen. Abends ſind die Herrſchaften nie allein. Außer der dienſtthuenden Umgebung ſind Hofleute, Militärs, Fremde von Diſtinction, oder Gelehrte und Künſtler, ſeltener Diplomaten zugegen. Hier iſt es, wo die Königin das Scepter der Liebenswürdigkeit und des Geiſtes führt. Fremde, an die ſteife Etikette anderer Höfe gewöhnt, ſprechen voll Rühmens von der edlen Freiheit und dem wahrhaften Ge⸗ nuſſe dieſer Cirkel. Für die Geſellſchaft hat die Königin außer ihrer Fähigkeit, franzöſiſch, engliſch und italieniſch wie deutſch zu ſprechen, das große Talent, andere intereſſant zu machen, indem ſie mit ſicherer Fühlung einen Gegenſtand aus dem Leben des anderen aufgreift, der das Wort von der Zunge löſt; und wo der Menſch individuell, iſt er auch intereſſant. Sie kann mit der einfachſten Frau vom Lande ebenſo über Wirthſchaft und Kindererziehung ſpre⸗ chen, wie mit dem Botſchafter einer fremden Macht über hohe Politik, oder mit einem Künſtler über Leſſings Laokoon. Kein Geringerer als Goethe hat den Grund zu einer ſo allumfaſſenden Bildung gelegt und die Königin hat geiſtig weiter gearbeitet. Von ſieben Uhr des Morgens an, wo die hohe Frau, eine ächte Enkelin Johann Fried⸗ richs von Sachſen, nach dem Aufſtehen ihre Morgenandacht verrichtet, bis Mitternacht iſt die Zeit in Arbeit getheilt. Kein Augenblick wird unnütz vergeudet. Selbſt wenn ſie ſich vorleſen läßt, iſt die Hand beſchäftigt, Blumen auf Marmor zu malen, eine Kunſt, in welcher die Königin Meiſterin iſt. Oefter kommt es vor, daß ſie, während der König im Theater iſt, wie jede andere Hausfrau, ihre Handarbeit nimmt und zu einer der Prinzeſſinnen oder zur fürſt⸗ lichen Familie von Radziwill fährt, um da die Zeit bis zumThee, den ſie ſtets ſelbſt bereitet, zuzubringen. Wenn die Königin die Geſellſchaft entlaſſen und ſich zurückgezogen hat, beginnt die Lectüre von Zeitungen. Für dieſelben und zwar aller Parteien und Länder, iſt in ihrem Schlafzimmer, welches zugleich ihr Arbeitszimmer iſt, ein eigener Tiſch beſtimmt; die Lectüre nimmt eine Zeit von ein bis zwei Stunden in Anſpruch. Die Königin iſt mit allem, was ſich in der Politik ereignet, von der Stimmung des Landes, den Beſtrebun⸗ gen der Parteien auf das vollkommenſte unterrichtet. Dabei findet ſie immer noch Zeit, ſich um Wirthſchaftsfragen der königlichen Haus⸗ haltung zu bekümmern, Ateliers der Künſtler, öffentliche wiſſenſchaft⸗ liche oder wohlthätige Anſtalten, Spitäler, unbekümmert um die Krankheiten, die dort herrſchen, zu beſuchen, und zwar begnügt ſie ſich nicht etwa mit einem oberflächlichen Durchgehen, ein ſolcher Beſuch nimmt oft mehrere Stunden in Anſpruch.

Die Beziehungen zwiſchen dem königlichen und kronprinzlichen Palais können in einer glücklichen Privatfamilie nicht herzlicher ſein.

Obwohl jeder preußiſche Prinz geborner Militär iſt und inner⸗ halb der Monarchie öffentlich nie anders als in Uniform erſcheint, ſo iſt das ſoldatiſche Element in dem Kronprinzen nicht ſo vorwiegend als in ſeinem Vater. Schon die Erziehung beider war eine verſchie⸗ dene. Der Kronprinz war für den Thron erzogen, ſein königlicher Vater dagegen konnte in ſeiner Jugend noch nicht als Erbe deſſelben betrachtet werden. Der Kronprinz hat zu ſeiner nicht gewöhnlichen, bedeutenden natürlichen Begabung eine tüchtige wiſſenſchaftliche Bil⸗ dung bekommen, namentlich treibt er mit Vorliebe geſchichtliche Studien. Ueberhaupt iſt der Erbe des Preußiſchen Thrones darin ganz beſonders glücklich begabt und prädeſtinirt, daß ſein Intereſſe ſich gleichmäßig über alle Zweige des ſtaatlichen Lebens verbreitet, keiner von ihm bevorzugt und keiner vernachläſſigt, nichts an ihm zur Leidenſchaft wird und er doch für alles lebhaftes Intereſſe und ein⸗ dringendes Verſtändniß beſitzt. Zuerſt kommen bei ihm die Eigen⸗ ſchaften einer nicht gewöhnlichen geiſtigen Begabung, eines edlen, offenen, feſten Charakters, und den letzten Ausſchlag werden ſtets ſein guter Wille und ſein herzliches Wohlwollen geben. Er hat viel geſehen, ſelbſt geprüft und viel gelernt. Wo von einem zweiten ihn vielleicht Grundſätze und Ueberzeugung trennen, da wird ſein offenes, unbefangenes und liebenswürdiges Benehmen wieder an⸗

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knüpfen. Und ſo kann Preußen auf dieſe Eigenſchaften, die ſich auch ſchon im letzten Feldzuge glänzend bewährt haben, mit zuverſichtlicher Hoffnung als auf eine Erfüllung blicken.

Von ſehr vortheilhaftem Aeußeren iſt er im Umgange offen, ein⸗ fach, natürlich, voll herzlicher Liebenswürdigkeit, und was bei einem Fürſten auch nicht verſchwiegen werden darf ein vortreff⸗ licher Gatte. Das Familienleben des kronprinzlichen Paares erinnert in ſeiner Reinheit und Herzlichkeit, vielleicht auch in dem Kinderſegen, an die Ehe Friedrich Wilhelms III und der Königin Luiſe, die ja auch in demſelben Palais die Segnungen ihres Lebens genoſſen haben und an jenes königliche Familienglück in Windſorcaſtle, welches der Tod ſo grauſam zerriſſen hat. Wenn man im Sommer in den Alleen von Sansſouci luſtwandelt, ſo kann man oft des Nachmittags zwei Maulthiere, begleitet von Hofbedienten und einer engliſchen und deut⸗ ſchen Bonne, daher kommen ſehen. An jedem der Thiere hängen zu beiden Seiten mit buntem Tuch ausgeſchlagene Körbe; aus dieſen Körben jubeln plötzlich helle Kinderſtimmen auf, denn die Kleinen ſehen aus der Ferne einen Herrn mit einer einfach gekleideten Dame am Arme einherkommen, es ſind die kronprinzlichen Kinder, die Papa und Mama fröhlich begrüßen.

Unſer Bild zeigt den Kronprinzen im Kreiſe ſeiner Familie im Familienzimmer des kronprinzlichen Palais in Berlin. Vor dem Vater rechts ſteht der Erſtling dieſer glücklichen Ehe, Prinz Friedrich Wilhelm, der am 27. Januar ſechs Jahre alt geworden und durch das in ſeinen Händen befindliche Buch andeutet, daß er eben die erſten Verſuche in der edlen Kunſt des Leſens und Schreibens macht; neben ihm, unmittelbar vor dem Vater, ſteht Prinzeſſin Charlotte, am 24. Juli fünf Jahre alt, zeigt ſich auf das innigſte befreundet mit ihrer Puppe, hat aber auch, wenn ſie ſpazieren fährt, einen Sonnen⸗ ſchirm und kann ihn ſchon ebenſo graziös, wie Mama, in der Hand halten. Hinter dem Vater ſcheint Prinz Heinrich, der in dieſem Sommer drei Jahre alt wird, den elaſtiſchen Sitz des Sophas zu gymnaſtiſchen Uebungen beſonders geeignet zu halten. In voll⸗ ſtändiger Toilette, von der Hand des Vaters gehalten, präſentirt ſich Prinz Siegismund, annoch ein Prinz Baby, das jüngſte Kind und als ſolches von der Mutter ſelbſt genährt. Die Mutter ſcheint der Kleine von allen ringsum auch am allerbeſten zu kennen; auf die Arme des Sophas ſich ſtützend, lächelt ſie zu ihm hinüber und Prinz Baby, die kleinen Händchen von ſich ſtreckend, deutet ihr mit ſehnſüchtigem Blicke an, daß er ein ſehr geſundes und kräftiges Kind ſei und demnächſt der Mutter wieder bedürfe.

Die Kwonprinzeſſin hat alle häuslichen Tugenden ihrer Mutter Victoria geerbt, ihren Ordnungsſinn, ihre Sparſamkeit und ihr wach⸗ ſames Auge auf Zucht und Sitte im Hauſe, vor allem aber die unbe⸗ grenzte Liebe zu den Kindern. Der erſte Gang der hohen Frau am Morgen iſt zu ihren Kindern. Einen großen Theil des Tages, ſoviel es nur ihre Stellung zuläßt, verweilt ſie inmitten derſelben, alle körper⸗ lichen und geiſtigen Regungen mit dem Auge der Liebe verfolgend. Täglich bei der Tafel, zum Deſſert, wenn auch noch ſo viele Gäſte da ſind, erſcheinen die Kinder. Die Kronprinzeſſin iſt eine Hausfrau, wie ſie mancher tief unter ihrer Stellung zum Muſter dienen könnte. Sie verſteht alles und kümmert ſich um alles. Die Symbole der weiblichen Tugenden, Bibel, Harfe und Spinnrocken, können als ihre Symbole gelten. Der Spinnrocken iſt es ſogar thatſächlich; er ſteht in ihrem Salon, von einem rothſeidnen Band umwickelt, und nicht etwa zum oſtenſiblen Schmuck, nein, die Kronprinzeſſin ſpinnt wirklich, und täg⸗ lich wird ein neuer Rocken angelegt. Dabei gewinnt ſie noch Zeit, ſich für alle Erſcheinungen der Kunſt zu intereſſiren, ja ſich ſelbſt künſtleriſch zu beſchäftigen. Da ſie verſchmäht, etwas halb zu ſein, ſo ſind ihre Aquarelle originell gedacht und künſtleriſch ausgeführt. Putz und eitler Tand ſind ihrem Leben fremd, aber wenn ſie zu irgend einer großen Gelegenheit als Kronprinzeſſin von Preußen erſcheinen muß, dann erfindet ſie mit Hilfe ihres künſtleriſchen Sinnes ſich ſelbſt eine Toilette.

Die königlichen Eltern erblicken in dem Glücke ihrer Kinder ihr eigenes und verkehren, wenn ſie an einem Orte ſind, mit den⸗ ſelben täglich. Ueberhaupt zeichnet die Preußiſche Königsfamilie ein ſtarkes Gefühl der Zuſammengehörigkeit aus. Die einzelnen Mit⸗ glieder derſelben verkehren ſehr viel miteinander; Familiendiners, die bei den einzelnen Prinzen abwech hſeln, verſammeln dieſelben alle Sonn⸗ tage; Geburtstage und Weihnachten geben Gelegenheit zu gegen⸗ ſeitiger Beſchenkung.