lät deſen— . önen den. jdeffent ddes Cangvin dee auf Reiſen duingt und Bu⸗ en, die hoch in und jubelt mit ermahnt, mit gen. So gehen „ wo der Pfad eine der vielen , vo die Gäſte molkenen Milch derthin, die ſih ie ſchon wartend Milch einmelken. ad wird von ihr rigen Gäſte, die une Dame trin⸗ dere um dicker zu s Comptoirbuc lch mundet ihn ziergange in der ſe Mädchen hin⸗ jedenfalls ſcheint hagen, wie den ammen ſprechen, ſich nur über die errliche Morgen und Liebesfüll, ſie zu gegenſeit⸗
hier hinaus zu ganzen Gegend genden Sonne mburg keucht reits, noch eme ms wieder der⸗
er Hamburger
Wohnungen n 88 voll
— 6
zwölf verſchiedenen Orten, meilenweit auseinander gelegen, unſre Glaubensbrüder aufſuchen mußten.— Bei Sonnenaufgang rüſtete ich mich zu meinem erſten Amtsweg. In die Taſchen des weiten Rockes wurden Teſtamente und kleinere Schriften zur Erbauung oder Unterhaltung der Kranken geſteckt; aber auch Briefpapier und Cou⸗ verte, Schreibzeug, Chocolade und ſonſtige Süßigkeiten zur Er⸗ quickung der armen Soldaten gehörten mit zur Ausrüſtung des Feldpredigers.
Als ich die enge Schlucht hinabſtieg, die zum erſten Lazarethe führte, begegnete mir ein langer Zug ruſſiſcher Gefangenen, die nach Kamieſch befördert wurden. Zu zweien ſchritten die Saumthiere, auf welchen die Unglücklichen in Körben ſaßen, oder in eiſernen Bettchen(cacolets) lagen, vorwärts. Es war ſchaudererregend, dieſe verbrannten und zerſchmetterten Glieder zu ſehen und das Schreien, ja ſelbſt Brüllen der Leidenden zu hören, denen jeder Tritt der Thiere unſägliche Schmerzen bereitete.
Im Lazarethe angekommen, ſchritten wir von Zelt zu Zelt,*) wo die Kranken und die Verwundeten des geſtrigen Tages je zu zehn bis zwölf Mann beiſammen lagen. Beim Eintritt erkundigten wir uns laut in deutſcher und franzöſiſcher Sprache, ob ſich Evangeliſche darin befänden. Kam keine Antwort, ſo richteten wir an alle Kranken einige freundliche Troſtesworte und betraten ein andres Zelt, aus dem vielleicht ein ſchwaches: Ja! unſre Frage beantwortete. Dann ſetzten wir uns zu dem Kranken, ſprachen ihm Muth und
roſt zu und ſuchten ihm nach Kräften unſre Theilnahme zu bewei⸗ ſen. Je nachdem ſein Zuſtand es erlaubte, laſen und beteten wir mit ihm, wobei die Nachbarn immer andächtig zuhörten. Eine unſrer Hauptaufgaben war, uns nach den Anverwandten des Kranken zu erkundigen, um ihnen Nachricht von dem entfernten Sohne oder Bruder zukommen zu laſſen. So ward mein erſter Morgen reich⸗ lich ausgefüllt durch den Beſuch eines einzigen Lazareths mit ſeinen fünf bis ſechshundert Kranken, unter welchen wir vielleicht zwanzig Proteſtanten gefunden hatten.
Am Sonntage war ich zu Marſchall Peliſſier durch ſeinen Ad⸗ judanten zur Tafel eingeladen. Eine denkwürdige Zuſammenkunft war mir dies Frühſtück. Der Obergeneral mit der kurzen gedrun⸗ genen Geſtalt und dem ſchneeweißen Haupte, auf welchen damals ganz Europa blickte, ſaß in der Mitte der Tafel; zu ſeiner Linken der ſardiniſche, zu ſeiner Rechten der engliſche General, Sir Hugh Roſe, der heutige Befehlshaber der indiſchen Armee. Freundlich ſagte der Marſchall, indem er mir neben dieſem intereſſanten Mann meinen Platz anwies:„Monsieur le pasteur, je vous présente une de vos brebis.“— Ich unterhielt mich ſehr gut mit meinem weitgereiſten Nachbar, der beim Beginn des Krieges als Vertreter Englands in Conſtantinopel eine ſo wichtige Rolle geſpielt hatte.
Es wurde viel von dem bedeutenden Gefecht an der Tſchernaja geſprochen, an welchem ſich wenige Tage zuvor mehrere der anweſen⸗ den Officiere perſönlich betheiligt hatten. Der Marſchall ſah ernſt und ſchweigſam vor ſich hin und berührte kaum die koſtbaren Ge⸗ richte. Eis ſtand da, das auf Schiffen von Amerika herüber gekom⸗ men war, daneben wunderſchöne Trauben, aus dem einzigen noch erhaltenen Rebhügel im engliſchen Hauptquartier. Nach einer klei⸗ nen Stunde hob der Feldherr die Tafel auf und verabſchiedete mich mit dem freundlichſten Wohlwollen; dies ward uns allen eine große Ermuthigung in unſrem Amte, das zum erſten Male und zwar ver⸗ ſuchsweiſe, in der franzöſiſchen Armee geduldet wurde und ſich in dieſem Kriege ein Recht zum Beſtehn erworben hat.
An einem der folgenden Tage kam ich in das Lazareth der fran⸗ zöſiſchen Fremdenlegion. Mit dieſem Namen werden die aus andern Völkern angeworbenen Regimenter bezeichnet. Dieſe Truppenabthei⸗ lung, die gewöhnlich in Algerien liegt, war auch in die Krim beor⸗ dert worden und hatte mehrmahls ihr Lager gewechſelt, ſo daß ich das Lazareth derſelben noch nicht aufgefunden hatte, als ich eines Abends durch eine mir unbekannte Diviſion zurückritt. Plötzlich hörte ich die wohlbekannte Melodie des Uhlandſchen Liedes:„Dies iſt der Tag des Herrn“ vierſtimmig aus einem Zelt erklingen.„Sind hier Deutſche?“ frug ich unwillkürlich in deutſcher Sprache einen blonden Jüngling, der mich treuherzig anſchaute.„Ja wohl, Hoch⸗
*) Ein Feldlazareth beſtand aus etwa 100 Zelten, die zum Theil im Winter durch hölzerne Barracken erſetzt wurden, in denen ſich die Kranken beſſer ſchützen konnten.
würden,“ entgegnete er,„wir ſind hier aus allerlei Ländern beiſam⸗ men, zumeiſt aber aus Deutfchland; es iſt das Lager der Fremden⸗ legion.“— In der That, als ich mich aufmerkſam umſchaute, be⸗ merkte ich an der ſinnreichen Ausſchmückung der Zelte, an den niedlichen Gartenanlagen und Kücheneinrichtungen, an den Haus⸗ thieren, die umherliefen, ja ſelbſt an einigen Drahtkäfigen, in denen Eichhörnchen ihre Sprünge machten, daß hier deutſche Gemüthlichkeit herrſchte, welche auch einem Feldlager den Anſtrich heimatlicher Wohn⸗ lichkeit verleiht. Ueberall präſentirten die Schildwachen das Gewehr, was mir bisher noch nicht geſchehen war, und mein Gruß wurde ſtets mit einem herzlichen:„Grüß Gott, Herr Pfarrer! oder guten Abend, Herr Paſtor!“ in allen Mundarten der lieben Mutterſprache erwiedert. Wie mir da zu Muth war, deutſch ſingen und deutſch reden zu hören, auf wildfremdem Boden, im Angeſichte Sewaſtopols, kann ich nicht beſchreiben. Ich beſuchte von nun an, ſo oft als möglich, das Lazareth der Fremdenlegion, das mir meine Amtsbrüder als ſpezielles Gebiet meiner ſeelſorgerlichen Thätigkeit überließen.
Begleite mich, lieber Leſer, wenn's Dich nicht verdrießt, auf einem meiner Beſuche. Es iſt zehn Uhr Morgens. Die Sonne glüht über unſerm Haupte; wiehernd durchfliegen unſre feurigen Roſſe den ſtaubigen Weg nach der Strelitzkabucht zu; wir ſauſen am Artilleriepark, der in einer Vertiefung liegt, vorbei: eine ruſſiſche Kugel fliegt über unſre Köpfe weg; ſie kennen beim Feind ungefähr die Lage unfres Pulverthurms und ſchießen blindlings darauf hin, in der Hoffnung, ihn einmal zu treffen. Links liegt einer der ungeheuren Gottesäcker; ſchau, wie die Roſſe ſich bäumen— ſie wollen nicht weiter, ein un⸗ heimlich ausſehendes Tuch flattert im Winde; es ſind zwei Kranken⸗ wärter, die auf der Bahre die Leichen aus dem Todtenzelt, ſechs Stunden nach ihrem Ableben, heraustragen, um ſie im Thale zu beſtatten. Wohl zwanzig liegen neben einander, alle ſind in der Nacht geſtorben; keine theilnehmenden Freunde umgeben ſie, kein Prieſter ſteht zu Häupten des Grabes: wie hätten auch die zwölf katholiſchen Feldkaplane der großen Armee ausreichen können, die vielen zu geleiten, welche der Tod täglich hinmähete? In größter Eile ſenken die Infirmiers die lebloſen Körper hinunter, raſch wird Kalk darauf geſtreut und das Grab nur leicht zugeworfen, denn morgen wird's wieder geöffnet. Hie und da nur bezeichnet ein roh⸗ geformtes Holzkreuz die Stätte, wo ein Officier zur letzten Ruhe gelegt wurde, geleitet von dem Geiſtlichen ſeiner Kirche und betrauert von ſeinen Waffenbrüdern. Tönt's nicht wie Sterbeglocken von die⸗ ſem Leichenfelde herüber:
„Hirtenknabe, Hirtenknabe, Dir auch ſingt man dort einmal?“
Raſch geht es über die Gräber hinaus dem Ufer des ſchwarzen Meeres zu. Durch ein Gehöfte müſſen wir uns zuerſt durchſchlagen, das ein elendes Haus umgibt; hier wohnt General Forey, der die⸗ ſes ganze Corps befehligt— es iſt das eins der wenigen Häuſer, das außerhalb Sewaſtopols ſtehen geblieben und einigermaßen bewohn⸗ bar ſchien. Weit herein ins Land ſpült das Meer ſeine glänzen⸗ den Wogen, in welchen eine Schar luſtiger Soldaten ſich am Baden erlabt. An einer ſeichten Stelle ſind mehrere Krankenwärter mit Reinigen der Wäſche beſchäftigt; ſie weiſen uns den ſteilen Pfad, der hinauf zur Ambülanze führt. Wir ſteigen ab und binden unſre Pferde an, die längſt gewöhnt ſind ohne Speiſe und Trank, geduldig auf die Rückkehr ihrer Herren zu warten.
Am Eingang des Lazareths treffen wir einen bekannten Lands⸗ mann, den Oberarzt der Legion, Doctor Braunwald, der uns freund⸗ lichſt begrüßt und in ſein Zelt führt, um uns einen wichtigen Fund zu zeigen, der ihn ſeelenfroh gemacht hat; es iſt ein Heft, verfaßt durch den deutſch-lutheriſchen Pfarrer Sewaſtopols, Paſtor Hilden⸗ hagen, in welchem derſelbe den Zuſtand der verſchiedenen evange⸗ liſchen Gemeinden in der Krim genau beſchrieben hatte.
Das Pfarrhaus ſtand nämlich vor dem Stadtthor, in der Nähe des Friedhofs und war vor einigen Monaten durch die Fremden⸗ legion beſetzt worden, nachdem ſeine Bewohner es kurz zuvor ver⸗ laſſen und ſich in die Stadt geflüchtet hatten. Alles war in ſchönſter Ordnung darinnen; ehe aber die Officiere Einhalt thun konnten, hatten die rohen Burſche die koſtbare Bibliothek des Paſtors heraus⸗ geriſſen und fortgeſchleppt.
Das Haus wurde unverzüzlich zu einem Feldlazareth umgewan⸗ delt und„Clocheton“ genannt, wegen eines kleinen Glockenthürm⸗ chens, welches es überragte. Während die Aerzte und Officiere über
4 3 4 4 *½


