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Am FJamilientiſche.
Voltaire in Lauſanne.
Nach ſeiner Rückkehr aus Preußen ließ ſich Voltaire an den Ufern des Genferſees nieder, um hier ſo angenehm, ſo gemüthlich und ſo unabhängig als möglich zu leben. Dabei aber fuhr er gleichwohl fort, ſeinen Platz in Paris zu behaupten und nach allen Seiten in Europa ſeinen Schatten zu werfen, als Gegenſtand der Verehrung oder des Schreckens. Während er in der Ferne durch ſeine Schriften die Aufmerkſamkeit der Welt in Anſpruch nahm, ſetzte in der Nähe ſein Ruf, ſeine unerſchöpfliche Laune und ſeine über⸗ ſprudelnde Activität alles in Bewegung. Neben ihm war in unmittelbarer Nähe kein Raum für einen zweiten, und man weiß, mit welchem groben Ge⸗ ſchütz er ſeinen Nebenbuhler Rouſſeau aus dem Felde zu ſchlagen wußte: „Dieſer falſche Bruder, dieſer platte Charlatan, dieſer Affe, dieſer größte kleine Narr von der Welt.“
Die Schweizer nannte er gern ſeine„großen Freunde und guten Ge⸗ vattern“. Doch ſpendete er ihnen auch wirkliches und großes Lob:„In dieſem ehemals ſo rohen Lande iſt man an einigen Orten dahin gekommen, atheniſche Geſittung mit lacedämoniſcher Einfachheit zu vereinigen“. Anders⸗ wo rühmt er ihre Enthaltſamkeit und Beſcheidenheit, die Beſchützerinnen der Freiheit, und thut ihnen gar die Ehre an, ſich ſelbſt einen guten, alten Schweizer oder einen armen Schweizer Teufel zu nennen. Er findet„an den Ufern des Leman mehr Philoſophie als in der Sorbonne“, was ihn jedoch nicht hindert, ein anderes Mal zu ſagen:„Ich bin nicht ſo ſehr Schweizer, daß ich keine Vernunft annehmen ſollte.“
Bei aller Gemüthlichkeit hatte der Aufenthalt in der Schweiz indeſſen auch ſein Widerwärtiges für ihn. Zunächſt mußte er den großen Haller neben ſich dulden und ſogar reſpectiren; dann„die Schurkereien der Buch⸗ händler“, und endlich die„Manie der Schweizer, ihn zu malen“ und„ſein mageres Bild“ zu beſitzen.„Als ich eines Tages,“ erzählt er,„bei Bern mit einem höchſt vortrefflichen Schultheiß der Republik ſpazieren ging, hatte man in der Nähe einen Maler poſtirt, der mich zeichnete. Da aber das Wappen Unſerer Herrſchaft ein Bär iſt, ſo glaubte er nichts Beſſeres thun zu können, als mir das Geſicht dieſes Thieres zu geben. Er malte mich wie — einen Bären.“
Zu der Zeit ſtand nämlich der Canton Waadt unter Berner Oberherr⸗ ſchaft, und die regierenden Herren von Bern waren eben nicht nach dem Ge⸗ ſchmack des freiheitliebenden Philoſophen. Der Bailli von Lauſanne erlaubte ſich einmal, ihm einen wohlgemeinten Rath und Verweis zu geben:„Monsieur de Voltaire!“ redete der ehrenfeſte Richter ihn an;„man ſagt, daß Er gegen den lieben Gott geſchrieben hat; das iſt ſchlimm, aber ich hoffe, daß Gott Ihm vergeben wird. Man ſagt, daß Er gegen die Religion geſchrieben hat; das iſt auch ſehr ſchlimm. Man ſagt, daß Er gegen unſern Herrn Chriſtum geſchrieben hat; das iſt ſehr ſchlimm, ſehr ſchlimm, aber Er wird Ihm ver⸗ geben nach Seiner großen Barmherzigkeit. Monsieur de Voltaire! Hüte Er ſich gegen J. J. Excellenzen Unſere Höchſten Herren zu ſchreiben; denn die würden es Ihm nimmer vergeben.“
In der That hatte Voltaire für die Freiheit, oder richtiger für die Un⸗ abhängigkeit eine beſondere Vorliebe. Darum erwarb er ſich nach und nach vier Landhäuſer: Monrion bei Lauſanne, Les Délices bei Genf, endlich Tourney und Ferney auf franzöſiſchem Boden. Das nannte er„4 Pfoten haben anſtatt zweier, Vorder⸗ und Hinterfüße.“„Wenn ich nur Genfer wäre,“ ſagte er,„ſo hinge ich zu ſehr von Genf ab, und zu ſehr von Frankreich, wenn ich nur Franzoſe wäre.“ Der Aufenthalt in Lauſanne feſſelte ihn jedoch ganz beſonders. Er kann ſeinen Freunden nicht genug rühmen, welch ſchöne Aus⸗ ſicht er von ſeinem Hauſe aus hat.„Kein ſchönerer Anblick in der Welt: der ſchöne, 10 Meilen lange See in ſeinem ganzen Umfange, die Felder von Savoyen, und die hohen Alpen ringsum; man hat keine ſchönere Ausſicht vom Serail in Conſtantinopel; aber,“ ſetzt er hinzu,„man müßte einen guten Magen haben, das wäre mehr werth als der Anblick von Conſtantinopel.“ Die 20 pfündigen Forellen, welche der See enthält, waren dem Philoſophen nämlich auch nicht gleichgültig. Aber die ſchönſte Natur und die Freuden der Tafel konnten ihn nicht ganz befriedigen; er mußte außerdem ein wenig histrionage haben, wie er ſich ausdrückte. Und worin beſtand dieſe Er⸗ götzung? Darin daß das talentvolle Publikum von Lauſanne ſich um die Wette beeiferte, Voltaires Tragödien nach ſeinem Geſchmacke aufzuführen. „Alle Welt ſpielt mit Wärme,“ ſchreibt er einem Freunde,„Ihre Pariſer Schauſpieler ſind auf dem Eispunkt. Ich möchte nur, daß Sie einmal einen Winter mit mir in Lauſanne zubringen könnten. Sie würden hier neue Stücke von ausgezeichneten Schauſpielern aufführen ſehen; 15 Meilen weit in der Runde kommen die Fremden, und meine ſchönen Ufer des Leman ſind ein Aſyl der Künſte, des Vergnügens und des Geſchmacks geworden. Die Maulaffen von Paris glauben, die ganze Schweiz ſei ein wüſtes Land; ſie würden erſtaunen, Zafrre in Lauſanne beſſer aufführen zu ſehen als in Paris, und dazu 200 Zuſchauer, die ſo gute Kritiker ſind, als ſich irgendwo in Europa finden laſſen. Ich habe alle Schweizeraugen zu Thränen gerührt. Auf die Tragödie folgten Tänze, herrlich ausgeführt, eine komiſche Oper, noch beſſer. Alles von ſchönen Frauen, wohlgeſtalteten und geiſtvollen jungen Leuten, und vor einer Verſammlung von Geſchmack. Die Künſtler haben ſich in einem Jahre gebildet. Das ſind Früchte, welche die Alpen und das Juragebirge bis jetzt noch nicht getragen hatten. Als Cäſar dieſen Erdwinkel verwüſtete, dachte er gewiß nicht, daß ſich hier einmal mehr Geiſt entfalten würde, als in Rom. Die Liebe zur Kunſt beſeelt alle gebildeten Leute in dieſer Stadt. Hier iſt eben ſo viel Geiſt und Geſchmack, als an irgend einem Orte der Welt.“ 8
Im Gegenſatze dazu wird aber auch erzählt, daß Voltaire nie zufrieden
war, wenn ſeine Kunſtliebhaber und Kunſtliebhaberinnen ihm ihre Rollen vor⸗ trugen. Er tadelte alles, Declamation und Geſticulation; man konnte ihm nichts recht machen. Daß er aber bei ausgezeichneten Leiſtungen nicht un⸗ empfindlich blieb, davon iſt folgende Anecdote ein Beiſpiel:— Man ſpielte zu Monrepos, dem Landhauſe des Marquis v. Langalerie. Die Bühne war auf dem Heuboden einer Scheune, die unmittelbar an das Haus ſtieß; die Zuſchauer befanden ſich in dem Wohnhauſe; übrigens war alles ſehr hübſch eingerichtet. Voltaire nahm ſeinen Platz gewöhnlich hinter den Couliſſen. Eines Tages fühlte er ſich von dem Spiel eines Monsieur d'Hermenches und deſſen Gattin ſo hingeriſſen, daß er unwillkührlich ſeinen Lehnſtuhl immer weiter vorrückte, bis er ſich auf der Bühne zwiſchen Zalre und Orosmane be⸗ fand— gerade in dem Augenblicke, wo letzterer ſeinen Dolchſtoß ausführen wollte;— die Vorſtellung war unterbrochen.
Auf ſeinem Landhauſe zu Monrion empfing Voltaire täglich Gäſte, die bei ihm zu Mittag oder zu Abend ſpeiſten, auch wohl die Nacht feſtlich bei ihm zubrachten, und daer ſich für leidend erklärte, ſo fand man es in der Ordnung wenn er keine Gegenbeſuche machte. Aber Billete und Verschen durchkreuzten vom Morgen an die Stadt, in Erwartung der abendlichen Verſammlung. Es war das Zeitalter der galanten Reden. Nur die Berner Herren verſtanden ſich nicht auf dieſen feinen Ton. Ein alter Bailli ſagte einſt zu Voltaire:„Ei, zum Teufel, Mr. de Voltaire, Er macht noch immer ſo viel Verſe? Wozu iſt das gut? Das führt zu nichts. Mit Seinem Talent, Er könnte etwas werden. Seh' Er mich an; ich bin Bailli.“ Selbſt Gelehrte, ernſte Män⸗ ner, und ſogar Theologen zog Voltaire in ſeinen magiſchen Zirkel. Haller kam zu einer Vorſtellung von Zarre. Mit Bertrand, einem franzöſiſchen Paſtor zu Bern, ſprach er über Foſſilien und Schalthiere, doch nur um aus der Sache einen Gegenſtand ſeines Spottes zu machen.„Ich glaube eher,“ ſchreibt er ihm,„mein lieber Philoſoph, daß die Preußen nach Frankreich kommen könnten, als daß die Auſtern von Malabar, wie Sie behaupten, nach den Alpen gekommen ſeien. Jede Wiſſenſchaft hat ihren Roman. Wenn die Fiſche Indiens zu uns gekommen wären, wie unſere Miſſionare dorthin gehen, ſo hätten ſie ſich vermehrt und man fände ſie anderswo, als auf unſern Bergen.“
Voltaire brachte drei ganze Winter in Lauſanne zu: 1756, 1757 und 1758. Darauf zog er ſich nach Ferney zurück. Aber das Feuer, welches er angezündet hatte, erloſch nicht ſo bald. Lauſanne behielt ſeinen Ruf während des ganzen Jahrhunderts.„Der Geiſt der Philoſophie Voltaires,“ ſagt Gibbon,„ſeine Tafel und ſein Theater hatten die Sitten in Lauſanne merk⸗ lich raffinirt. Die Künſtler, welche er gebildet hatte, überlebten den Verluſt ihres Meiſters. Neuerdings aus Paris angekommen, wohnte ich mit Ver⸗ gnügen der Aufführung mehrerer Tragödien und Komödien bei.“ Hören wir aber auch noch einen alten Krieger, den General Warnéry, der gegen Voltaire einen wahren militäriſchen Ausfall macht:„Seit 44 Jahren habe ich mein Vaterland nicht geſehen. gemächlichen jungen Mann, der nicht wenigſtens einige Jahre in fremdem Dienſte zugebracht, mit Fingern gezeigt. Damals war die Erziehung männ⸗ lich; aber man hat mir geſagt, daß ſeit Voltaire ſich in dieſem Land einge⸗ niſtet hat, der Geſchmack am Militärdienſt verſchwunden iſt. Alle, die es können, führen ein unthätiges Leben, leſen Romane und machen Verſe. Der Luxus, die Verzärtelung und die Sittenverderbniß haben in der Schweiz mit der Poeſie Fortſchritte gemacht.“
Jedoch iſt man gewiß im Irrthum, wenn man die damals in Lauſanne herrſchende Geiſtesrichtung einzig dem Einfluß Voltaires zuſchreibt. Er hatte die„fröhliche Bande,“ wie er ſeine Kunſtliebhaber nennt, organiſirt und belebt; aber es beſtanden ſchon vor ſeiner Ankunft Geſellſchaften, die ſich mit dramatiſchen Uebungen beſchäftigten. Der Geiſt der Zeit kam ihm entgegen. Gegenwärtig ſind hier nur noch ſchwache Erinnerungen von dem berühmten Philoſophen übrig. Die Geſellſchaft, in welcher er regierte, iſt ausgeſtorben, ohne Nachkommenſchaft. Die gebildete Welt macht keine Verſe mehr, und lieſt kaum noch ſeine Tragödien. Statt deſſen iſt Lauſanne jetzt ein Mittel⸗ punkt regen, chriſtlichen Lebens und Strebens geworden, und daher iſt für einen Voltaire kein Raum mehr. F. T.
„Dazu hat Buchholz kein Geld.“
Berlin hat ſchon ſeit alten Zeiten viel in„Redensarten“ geleiſtet bis auf unſere Tage, und es wäre ganz intereſſant, wenn ſich einmal einer, der das Zeug dazu hätte, die Mühe geben wollte, die verbreitetſten Berliner „Redensarten“ zuſammenzuſtellen und mit hiſtoriſchen Anmerkungen, ihre Entſtehung betreffend, zu begleiten. Das wäre ein ganz achtenswerther Bei⸗ trag zur Geſchichte oder Naturgeſchichte des Berliner Volkes. Einige dieſer Redensarten haben Menſchenalter überdauert.
So war es gegen Ende des vorigen und auch noch zu Anfang dieſes Jahrhunderts eine beliebte Berliner Redensart:„Dazu hat Buchholz kein
Geld!“ Es gibt wohl ſchwerlich einen ältern Berliner, der dieſelbe nicht
vernommen hätte aus dem Munde ſeines Vaters oder Großvaters!„Dazu hat Buchholz kein Geld!“ pflegte man in Berlin zu ſagen, wenn man ſich genöthigt ſah, eine Ausgabe, die ſonſt ganz nützlich ſein mochte, aus Mangel an Mitteln noch zu verſchieben. Uebrigens hat dieſe Redensart einen gewaltig vornehmen Urſprung, denn es war der große König Friedrich ſelbſt, der ſich derſelben zuerſt bediente und ſie in Aufnahme brachte. Der alte Fritz war bekanntlich ein ſehr ſparſamer Herr; als ihm nun eines Tages, kurz nach dem ſiebenjährigen Kriege, das Miniſterium einen Anſchlag einreichte zu einer nothwendigen Reparatur der Kurfürſtenbrücke, welcher 1982 Rthlr. 17 gr. 3 pf. betrug, und die Bitte hinzufügte, dieſe Summe auf die Hofſtaatskaſſe anzuweiſen, kam der Anſchlag aus dem Cabinet zurück, und zwar mit dem ein⸗
Als ich es verließ, hätte man auf einen,


