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ſter Maria de las Anguſtias hatte wohl einen ſpähenden Blick umher⸗ geworfen, jedoch Don Louis, den ſie wahrſcheinlich zu finden hoffte, war nirgends zu ſehen; wohl aber bemerkte ſie gleich, daß der Wa⸗ gen mit allen Bequemlichkeiten, Spiegel, Toilette, kalter Küche und Wein, die eine ziemliche lange Reiſe erforderte, verſehen war.
Drei Tage und drei Nächte rollte der Wagen ununterbrochen auf der Landſtraße; fünf oder ſechs Mal nur hatte man angehalten, um die Pferde zu wechſeln, und jedes Mal ſah die Nonne einen Be⸗ dienten, der die den Wagen umgebenden Neugierigen in gehörigem Reſpekt zu halten ſchien. Wenn ſie ausſtieg, um einige Schritte zu gehen, ſo bemerkte ſie ganz gut, daß der Diener ſeinen Oberrock öffnete und nachläſſig mit dem Kolben eines Revolvers ſpielte; auch war es ihr aufgefallen, daß manchmal beim Pferdewechſeln dem Diener ein Billet übergeben wurde, das dieſer, nachdem er es geleſen, in kleine Stücke zerriß. Es war mitten in der Nacht, als der Wagen ſtill hielt, der Schlag ſich öffnete und der Bediente die Nonne bat, auszuſteigen; ſie gehorchte, ein Maulthier ſtand bereit, das ſie mit Hilfe des Dieners beſtieg und von ihm und einigen ziemlich verdächtig ausſehenden Män⸗ nern begleitet, ſchlug man einen Seitenweg ein, der nach einer Stunde ungefähr auf eine andere Landſtraße führte. Eine friſchere Luft und dumpfes, fernes Geräuſch ließen die Nonne ſchließen, daß man ſich nahe am Meeresſtrande befände, und wirklich ſah ſie nach einiger Zeit, vom Monde beleuchtet, zu ihrer Linken das Meer. Ein Seitenweg führte ſie zum Geſtade, wo ein ziemlich großes Fiſcherboot ihrer zu harren ſchien. Man hieß ſie vom Pferde ſteigen und ſich in das Boot begeben; je⸗ doch zum erſten Male ſeit ihrer Entführung beſchlich ſie eine un⸗ nennbare Angſt, und ſie weigerte ſich beſtimmt, das Land zu verlaſ⸗ ſen. Der Bediente näherte ſich ihr:„Sennora,“ ſagte er leiſe,„man hat mir befohlen, wenn Sie ſich weigern ſollten, mir zu folgen, Sie ſogleich in die erſte Stadt zum Corregidor zu führen und da vom Ge⸗ richte Ihren Reiſeſack öffnen zu laſſen.“ Schweſter Maria ward ſehr bleich...
„Ich folge Ihnen,“ ſagte ſie mit zitternder Stimme,„aber um Gotteswillen, wohin führen Sie mich?“
„Morgen früh ſind Sie frei und in Sicherheit, Sennora, und alles wird Ihnen erklärt werden.. bitte, beeilen Sie ſich.“
Die Nonne ſtieg in das Fiſcherboot, wo ihr ein bequemer Sitz bereitet war, der Diener und die übrigen Begleiter blieben am Lande zurück, ſie warf einen Blick um ſich und ſah nur einen ziemlich alten Mann und einen Knaben, der ihm beim Lichten der Segel half; bald bemerkte ſie jedoch einen Mann, der, in ſeinen Mantel gehüllt, in einer Ecke des Bootes zu ſchlafen ſchien.
Ein leichter Wind ſchwellte die Segel und das Boot glitt mit Vogelsſchnelle über die nahe am Ufer immer etwas hohen Wellen.
Bis fünf Uhr Morgens dauerte die Fahrt und nichts hatte ſich am Bord ſeit dem Abſtoßen des Bootes verändert; der alte Mann ſaß noch immer, ſeine Thonpfeife rauchend am Steuerruder; der Knabe war bemüht, überall etwas zu thun; die Nonne ſaß, traurig nach⸗ denkend, ihren Blick auf das flüchtige Ufer gerichtet, und immer noch lag jener Mann, den ſie ſchon beim Einſteigen erblickt, ſchlafend in ſeinen Mantel gehüllt, da.
Das Boot legte in einer kleinen Bucht an, die zwiſchen Felſen verſteckt, einem naheliegenden Städtchen faſt unſichtbar war; der alte Mann ließ es ſich in den Sand einfahren und gab dem Knaben ein Zeichen, den Schlafenden zu erwecken. Dieſer gehorchte, beugte ſich über ihn und es gelang ihm nach einigem Rütteln.
„Was iſt geſchehen?“ rief eine der Nonne wohlbekannte Stimme, die ſie jedoch tief erſchütterte,„warum weckt man mich?“
„Wir ſind angekommen,“ antwortete der Knabe.
Der Schläfer richtete ſich in die Höhe und die ſchlanke Figur des Hauptmanns Don Louis zeigte ſich.
„Ah... Pardon,“ rief er, als er die Nonne erblickte,„ver⸗ zeihen Sie mir, liebe Schweſter, Ihnen dieſe Nacht ein ſo ſchweig⸗ ſamer Geſellſchafter geweſen zu ſein; aber, bei meiner Ehre, ich konnte mich nicht mehr aufrecht halten, es ſind jetzt beinahe ſechs Tage her, daß wir Valladolid verlaſſen und,“ ſetzte er lächelnd hinzu, „wir ſind oft ſcharf geritten.“.
Mit einem Sprunge war er aus dem Boote und reichte der Nonne die Hand zum Ausſteigen; kaum waren beide ans Land, als der alte Schiffer mit der größten Eile ſein Boot wieder flott machte und in die See ſtach, nachdem er von Don Louis eine Hand voll
Geld erhalten. Mit Hilfe des Hauptmannes erſtieg Schweſter
Maria de las Anguſtias den etwas ſteilen Felſen und beide befanden ſich in einer mit Bäumen bepflanzten Allee, die zu dem Städtchen führte.
„Wo ſind wir?“ waren ihre erſten Worte, die ſie an den Haupt⸗ mann richtete.
„In San Juan de Luz,“ antwortete er,„das erſte franzöſiſche Städtchen diesſeits der ſpaniſchen Grenze.“
Nach einigem Schweigen blieb die Nonne plötzlich ſtehen, ihr Haupt erhob ſich gebieteriſch, ſie ſchlug den Schleier ganz zurück und zum erſten Male war es dem Hauptmann geſtattet, ſie genau zu betrachten. Sie konnte vielleicht dreißig Jahre alt ſein, und war, wie wir ſchon bemerkt haben, von hoher, majeſtätiſcher Geſtalt; ihr Geſicht von einem dunkelblonden, ſtarken Haarwuchs umgeben, hatte ſo weiche, ſanfte Züge, daß es mit ihrem hohen Wuchſe einen auf⸗ fallenden Contraſt bildete. Sie war ſchön, niemand konnte es leugnen, und doch ſah man auf ihrem Geſichte, daß der Sommer ihres Lebens verſchwunden und daß herbe Leiden einen frühzeitigen Herbſt herbeigeführt hätten. Sie war verblüht, vor der Zeit ge⸗ altert und doch— wer hätte behaupten können, daß, wenn das Glück dieſe halbwelke Blume mit ſeinem belebenden Hauche angeweht hätte, ſie nicht noch einen prangenden Spätſommer hätte haben können? Man ſah, daß ſie gewohnt war, gebeugte Häupter vor ſich zu ſehen, und daß jeglicher Wille bisher dem ihren gewichen war; ſie hatte ſich ſchweigſam und würdig der Gewalt, die ſie entführte, gefügt; jetzt jedoch, da ſie ſich in einem Lande wußte, wo der, wel⸗ cher ihr Verfolger zu ſein ſchien, machtlos war, jetzt erhob ſich ihr Haupt gebieteriſch und mit vor Zorn zitternder Stimme ſagte ſie:
„Ich finde keinen Ausdruck für Ihr Verfahren, mein Herr; Sie hatten Recht, Ihre Uniform auszuziehen, denn jegliche Epaulette iſt entehrt, wenn ſie dazu dient, einer Frau, die ſich der Ehre deſſen, der ſie trägt, anvertraut, Gewalt anzuthun. Bin ich frei? kann ich meine Schritte wenden, wohin ich will? oder bin ich immer noch gezwungen, Ihre Geſellſchaft zu ertragen?“
Sie hatte ſpaniſch geſprochen und das unterdrückte Gefühl ihres beleidigten Stolzes ſchien ſie mit einem Male ſo zu überwältigen, daß Thränen ihren Augen entſtrömten. Don Louis ſtand aufrecht vor ihr; ſein Blick hatte ſich nicht einen Augenblick geſenkt, als die Nonne ihm dieſe herben Worte zurief, und ſeine Stimme hatte eher einen Anklang von Traurigkeit, als von Zorn, als er ihr im fließendſten Deutſch antwortete:
„Ew. Hoheit iſt frei, ich muß noch heute nach Spanien zurück und mein Anblick wird Sie nicht länger beläſtigen. Wollen Sie mir geſtatten, Sie bis zum Städtchen zu führen, von wo aus Sie den Weg einſchlagen können, der Ihnen beliebt?“
Sie hatte weder dieſen ruhigen Ton, noch dieſe in deutſcher Sprache gegebene Antwort erwartet, blieb daher einen Augenblick unſchlüſſig.
„Und wenn ich nach Spanien zurück wollte?“ fragte ſie endlich.
„Ich glaube, die Poſt kömmt um vier Uhr durch San Juan de Luz und wenn Sie dieſelbe nehmen, können Sie ſchon um ſechs in Spanien ſein,“ antwortete Don Louis ruhig.
„Und Sie würden mir kein neues Hinderniß in den Weg legen?“ fragte ſie nach kurzem Schweigen.
„Gewiß nicht,“ erwiederte der Hauptmann,„ich ſagte ſchon vorhin Ew. Hoheit, daß Sie frei zu thun und zu laſſen ſei, was Ihr beliebt.“
„Aber warum haben Sie mich denn gezwungen, Spanien zu verlaſſen? Warum haben Sie mich denn mit Gewalt hierher gebracht, um mir einen Augenblick nachher zu geſtatten, wieder dahin zurück⸗ zukehren, von wo Sie mich entführt haben?“ Don Louis ſah ſie ruhig an:
„Es iſt dies ſehr einfach,“ antwortete er,„weder der Arzt, noch meine kräftige Conſtitution haben mich vom Tode errettet, ſondern nur die aufopfernde Pflege Ew. Hoheit, die Tage und Nächte an meinem Lager zugebracht haben. Ich wollte die Schuld zu be— zahlen ſuchen und Ew. Hoheit von einer ſicheren Schmach erretten.“
„Ich verſtehe Sie nicht, mein Herr.“
„O gewiß verſtehen Sie mich,“ fuhr der Hauptmann mit der⸗ ſelben Ruhe fort,„in jener Reiſetaſche tragen Sie Papiere genug, um, wenn dieſelben der Oeffentlichkeit übergeben werden, einen der größten Skandale, die je ein Land erlebt hat, hervorzurufen. Sie, gnädigſte Fürſtin, ſind die Emiſſärin, von deren Durchreiſe der


