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Säckchen nicht, das ſeit Valladolid Sie nie zu verlaſſen
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kleine
ſcheint... Die Dame gehorchte ſchweigend, man konnte jedoch an allen
ihren Bewegungen wohl bemerken, daß, wenn ſie Herrin ihres Thuns und Laſſens geweſen wäre, ſie vielleicht nicht ſo gehandelt hätte. Don Louis half ihr ein Pferd, das von einem Soldaten gehalten wurde, beſteigen, wonach er ſich einen Augenblick entfernte, und da die Nacht ſehr finſter war und der Officier verboten hatte, Laternen anzu⸗ zünden, ſo konnte ſie nicht ſehen, wer einige Schritte von ihr fol⸗ gende Worte ſprach:
„Sie ſind nicht geſcheit, Pedro, mit Ihren ewigen Voraus⸗ ſetzungen, wie wäre es nur möglich zu denken, daß dieſe Dame eine Emiſſärin der Hierros wäre und daß wir ſie escortirten. Sie wiſſen nicht, was Sie reden, Pedro, und wäre es wirklich ſo, nun, in einer halben Stunde werden wir ja wahrſcheinlich mit ihnen zuſammen⸗ kommen, und wenn ſie da nur eine verdächtige Bewegung macht... glauben Sie es mir, Pedro, ich kenne Don Louis ſehr gut, und wäre es ſeine leibliche Mutter, Schweſter oder Frau, er würde ihr ſeinen Dolch in die Kehle ſtoßen, ſo wahr die heilige Jungfrau mich be⸗ ſchützen möge!...“
Die Dame zitterte am ganzen Körper, ſie wollte ihre Hand auf den Sattelknopf legen, fand ihn aber nicht und bemerkte zu ihrem größten Erſtaunen, daß ſie auf einer wollenen Decke ſäße, und daß der Sattel dem Pferde abgenommen ſei.
Plötzlich zuckte das Pferd zuſammen und ein Arm legte ſich um die Taille der Dame... ſie ſchrie auf...
„Verzeihen Sie mir, Sennora,“ ſagte Don Louis, der ſchon hinter ihr auf dem Pferde ſaß,„ich dachte nicht daran, daß es ſo dunkel wäre, daß Sie mich nicht hätten zu Pferde ſteigen ſehen ... ſo, jetzt incommodire ich Sie weniger.“
„Erlauben Sie mir denn nicht, allein auf dieſem Pferde zu blei⸗ ben?“ fragte die Dame. 3
„Ganz gewiß nicht,“ antwortete Don Louis,„ich habe unſerm Freunde, dem Vater Anſelmo, verſprochen, über Sie zu wachen und habe mich, ſo zu ſagen, bis Vittoria für Sie verbürgt und muß alle Vorſicht aufwenden, damit ich meinem ihm gegebenen Verſpre⸗ chen treu bleibe... Wir ſind bereit, Don Cajetano,“ fuhr er fort, ſich an den Officier wendend,„befolgen Sie nur aufs genaueſte meine Befehle.“
Die Dame fühlte, wie der linke Arm des Hauptmanns ſich um ihren Körper legte und die Zügel ergriff; in ſeiner Rechten ſah ſie einen Revolver und bemerkte ganz gut, daß an der an ſeinem Hand⸗ gelenke befeſtigten Degenquaſte der bloße Säbel hing.
„Fürchten Sie nichts, Sennora,“ ſagte der Hauptmann,„ich verſichere Sie, Sie kommen unverſehrt in Vittoria an.“
Auf das Commando des Officiers ſetzte ſich der Zug in Bewe⸗ gung, der Wagen fuhr zuerſt und die Eskorte, den Hauptmann und Donna Anna in der Mitte, folgten. Ungefähr eine halbe Stunde lang fuhr man ziemlich langſam, aber beim Eingang in eine Art von Gebirgswald fing ein ſtarker Trab an; noch ungefähr zehn Minuten ging alles in der größten Ruhe von ſtatten... da erſcholl plötzlich ein gelles Pfeifen durch den Wald... Don Cajetano commandirte Galopp...
Der Zug brauſte mit Windeseile dahin... nach einigen Augenblicken fiel ein Schuß bald ein zweiter— mit einem Male eine ganze Salve.
Die Maulthiere, die den Wagen zogen, ſtürzten; doch ohne einen Augenblick zu verziehen, trennte ſich die hinter ihm reitende Es⸗ korte, ſtürmte an den beiden Seiten des Wagens vorbei und vereinigte ſich wieder, nachdem ſie an den in ihrem Blute ſchwimmenden Maul⸗ thieren vorüber waren.— Als wäre nicht das Geringſte vorgefallen, jagte die Eskorte den Berg hinauf, man ſah aber ganz gut, daß der zurückgebliebene Wagen von Leuten umringt ſei— man hörte fluchen
— noch einige Schüſſe— dann wurde alles mit einem Male ſtill.
„Vorwärts, Don Cajetano,“ ſchrie Don Louis,„ich wette, ſie ſchlagen den Fußſteig über Cavedra ein und in einer halben Stunde haben wir ſie wieder auf dem Nacken, wenn wir ihnen nicht zuvor⸗ kommen.“
Die Pferde ſchienen Flügel zu haben, ſie ſchienen die Angſt der Reiter zu theilen, denn in weniger als einer halben Stunde war das Plateau erreicht.
„Demonio,“ ſchrie plötzlich Don Cajetano,„dort das Licht
.. die Schurken haben uns überholt...Sie hatten Recht, Capitän, was thun?“
„Vorwärts,“ ſchrie Don Louis,„vorwärts, wir müſſen durch!“
Wiederum ſauſten die Pferde im fürchterlichſten Galopp davon, die Dame hatte ſich feſt an den Hauptmann geklammert, ſie konnte kaum mehr athmen und ſchien leiſe ein inbrünſtiges Gebet zum Him⸗ mel zu ſenden.
Eine Kugel riß plötzlich den Tſchako eines Soldaten herunter ... bald folgten mehrere Schüſſe... bald wiederum eine ganze Salve ... es ſchien, als wenn die Rebellen ſich nicht mehr eines Hinter⸗ haltes bedienen, ſondern die Eskorte auf der Landſtraße erwarten wollten...
Schon ſah man die ſchwarzen Umriſſe von einigen dreißig Menſchen in der Entfernung von einigen hundert Schritten ſich auf den grauen Grund der Heerſtraße zeichnen.
„Was thun?“ fragte Don Cajetano.
„Vorwärts!“ rief Don Louis,„durch! und einige tüchtige Pi⸗ ſtolenſalven den Hunden!“
Man rückte mit Sturmeseile der Cataſtrophe näher. Der Haupt⸗ mann hielt die am ganzen Körper zitternde Dame mit dem linken Arme, während er mit der Rechten ſeinen Revolver erhob...
„Bücken Sie ſich, Sennora,“ ſagte er,„und verbergen Sie Ihren Kopf in meinem Mantel.
„Gott ſei mir gnädig!“ rief die Dame in deutſcher Sprache.
„Er wird uns beſchützen, Durchlauchtigſte Fürſtin!“ antwortete Don Louis ebenfalls deutſch.
Schweſter Maria de las Anguſtias, die unſere Leſer vielleicht
ſchon längſt unter den Falten der Mantille der Donna Anna ver⸗
muthet haben werden, ſtieß einen furchtbaren Schrei aus...
„Ich bin verloren!“ rief ſie.
„Feuer!“ kommandirte Don Cajetano.
„Feuer!“ klang es aus dem Haufen der Rebellen.
„Es lebe die Königin!“ ſchrien die Soldaten, indem ſie ihre Piſtolen links und rechts abfeuerten, ohne den wüthenden Lauf ihrer Pferde nur einen Augenblick anzuhalten.
„Es lebe die Religion!“ war das Geſchrei, das unter Musketen⸗ feuer von beiden Seiten ihnen zuſcholl.
Wie ein Ungewitter ſtürmte die Eskorte vorwärts, und obgleich ſie von dem Schießen der Rebellen verfolgt wurde, war ſie doch in wenigen Augenblicken aus der Schußweite und konnte den Lauf der kaum mehr athmenden Pferde etwas vermindern. Nach einer hal⸗ ben Stunde erreichte man ein Städtchen, wo einige Garniſon lag und wo man beſchloß, die Nacht zu verbringen, denn einige von den Sol⸗ daten waren verwundet und viele von den Pferden verſagten den Dienſt. Don Louis, der ſeit dem Augenblicke, wo die Gefahr am höchſten war, noch kein Wort mit der Dame gewechſelt hatte, ließ ſie auf ein Zimmer führen und ſie bitten, möglichſt ſchnell ſich zur Ruhe zu begeben, da man wahrſcheinlich am nächſten Morgen früh die Reiſe fortſetzen würde. Sie warf einen Blick zum Fenſter des ihr angewieſenen Zimmers hinaus, Lanciere lagerten im Hofe; ſie öffnete die Thüre, ein auf⸗ und abgehender Soldat fragte, was ſie befehle; ſie begriff, daß ſie bewacht ſei und ſchloß die Thüre.
Gegen Mittag erwachte die Schweſter; ein Geräuſch ließ ſich vor der Thüre des Hauſes hören; ſie erhob ſich, war in einem Augen⸗ blicke angekleidet und ſah, daß es die Poſt, die ſo eben angekom⸗ men und die die Pferde wechſelte, war. Im ſelben Augenblicke klopfte man an die Thüre und Don Cajetano trat ein.
„Sennora,“ ſagte er zu der Nonne, die eiligſt mit der Mantille ihr Geſicht verdeckt hatte,„der Hauptmann Don Louis läßt ſich Ew. Gnaden empfehlen und bittet Sie, ſich bereit zu halten, ſogleich ab⸗ zureiſen; der Wagen harrt ſeit einer halben Stunde Ew. Gnaden.“
Die Schweſter nahm ihre kleine Reiſetaſche.—„Ich bin bereit, Sennor,“ ſagte ſie.
Der Ofſicier verbeugte ſich tief und öffnete die Thüre, eine Dienerin ſtand mit der Chocolade davor, jedoch die Schweſter gab mit einer Handbewegung kund, daß ſie nichts begehre und ſtieg die Treppen hinunter.
Eine ziemlich bequeme Reiſekutſche hielt vor der Thür und kaum war die vorgebliche Donna Anna eingeſtiegen, als der Wagenſchlag ſich ſchloß, Don Cajetano ihr mit entblößtem Haupte eine gute Reiſe wünſchte und die Pferde im Trabe das Städtchen verließen. Schwe⸗
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