Jahrgang 
1865
Seite
619
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1827 hatte zwar Capitän E. Parry von Spitzbergen aus den Verſuch gewagt, mit Schlitten nördlich zu gehen. Er hatte aber hier⸗ zu den Sommer gewählt. Am 22. Juli befand er ſich auf einem ſchwimmenden Eisfelde nur noch 109 deutſche Meilen vom Nordpole entfernt. Er ward zum Umkehren gezwungen, weil das Eis, auf dem er ſich befand, ſchneller ſüdwärts trieb, als er mit ſeinem Schlittenboote auf demſelben nordwärts marſchiren konnte. Peter⸗ mann ſchlägt vor, im März bereits aufzubrechen, wenn der ſüdliche Theil des Meeres noch frei von Treibeis iſt. Man würde dann mit dem Dampfer zwiſchen dem nachher aufbrechenden Eiſe ſich hin durch winden und den Pol in Zeit von eben ſo viel Wochen erreichen können, als die Osborniſche Schlittenexpedition Jahre beanſpruchte. Daß in dieſer Richtung kein Land zu erwarten ſei, ſchließt er aus dem völligen Fehlen von ſchwimmenden Eisbergen, die ſtets als Gletſcherabbrüche eines größern Landes zu betrachten ſind. Alles Eis, das den Schiffern um Spitzbergen begegnet, iſt Meereserzeugniß und bietet der Schifffahrt heutzutage kein unüberwindliches Hinder⸗ niß mehr. Man war bisher ſtets der Anſicht, daß das Meer zwiſchen Spitzbergen und Nowaja⸗Semtlja durch eine Eisbarriere jedem Weiterdringen mit Schiffen verſchloſſen ſei. Profeſſor Peter⸗ mann meint, dies ſei blos im Hochſommer theilweiſe der Fall, da zu jener Zeit das Wintereis höhere Breiten von Norden nach Süden treibe und ſich ſtellenweiſe aufſtaue. Sei einmal jener Gürtel ſchwimmender Eisfelder glücklich durchbrochen, und das Eis im Meere von Spitzbergen iſt gewöhnlich nur halb ſo dick als jenes in der Baffinsbai, ſo würde man eben ſo ſicher dahinter freies Waſſer finden, wie dies Capitän Roſſ in der Südſee hinter dem Treibeis gefunden, vor welchem ehedem Cook und viele andere muthlos zu rückgeſchreckt waren. Ja, Petermann glaubt ſogar mit ziemlicher Wahrſcheinlichkeit annehmen zu dürfen, daß man bis zum Nord pol ſelbſt eisfreies Waſſer treffen könnte, wenn die Expedition hierzu die Monate April bis Juni wählte.

Zwiſchen Südpol und Nordpol laſſen ſich bis auf einen ge wiſſen Grad ſehr intereſſante Vergleiche anſtellen, welche auch auf die vorgeſchlagene Expedition des geeignete Licht werfen. Man nahm ehedem an, der ganze ſüdliche Theil des antarktiſchen Kreiſes ſei durch einen gewaltigen auſtraliſchen Continent ausgefüllt. Der berühmte James Cook unternahm eine ſeiner Weltfahrten aus⸗ ſchließlich zu dem Zweck, den wahren Sachverhalt aufzuklären. Er traf unter dem 67. Grad ſüdl. Br. auf dichte Maſſen von Treibeis und der Kampf mit letzteren machte ihm ſo wenig Vergnügen, daß er erklärte: es ſei nicht möglich weiter vorzudringen. Die Polarſeen enthalten Eismaſſen, die ihrer Entſtehung nach zweier⸗ lei Art ſind. Die See gefriert während des Winters auf weite Ausdehnung hin, die hierbei entſtehenden Eisfelder lehnen ſich vor⸗ zugsweiſe an die Küſten der Inſeln und Continente, werden oftmals durch Ebbe und Flut zerbrochen, durch Sturm und Wellen überein⸗ andergeſchoben. Beim Eintritt des Sommers zerſpringt dieſer Eispanzer und treibt als meilengroße flache Eisfelder oder als über⸗ einandergethürmtes Packeis nach wärmeren Meerestheilen, um dort zu zerſchmelzen. Die größern Länder innerhalb der Polarzonen bilden dagegen aus den hier ſich anſammelnden Schneemengen in ähnlicher Weiſe Gletſcher, wie ſolches in den Alpen ſtattſindet. Die Eiszungen der polaren Gletſcher ſchieben ſich in einer Mächtigkeit von mehreren hundert bis tauſend Fuß ins Meer, bis ſie durch ihr Ge wicht abbrechen und als die vielbeſprochenen phantaſtiſch geſtalteten Eisberge ebenfalls nach milderen Breiten treiben. Am Südpol folgt alles Treibeis der antarktiſchen Meeresſtrömung, die in ſehr gleichmäßigem Verlauf ſich bis in die Nähe des Feuerlandes und des Kaps der guten Hoffnung erſtreckt und ungefähr erſt in dieſen Breiten durch die wärmeren äquatorialen Meeresſtrömungen abgelenkt wird. Während der Wintermonate(Juni Auguſt) können Schiffe im ſüdlichen Polarmeer ziemlich weit vordringen. Die Handelsflotten, welche nach Auſtralien ſegeln, kreuzen jetzt jährlich denſelben Breiten⸗ grad, an welchem Cook umkehrte, ohne daß ſie eine Spur von Cis ſehen. Es bilden ſich im hohen Süden erſt die neuen Eismaſſen und liegen noch feſt vor Anker. Im ſüdlichen Sommer(Decem⸗ ber Februar) dagegen begegnet ihnen der Seefahrer oft ſchon in der Nähe des Kaps oder an den Falklandsinſeln. Sie bilden dann einen Gürtel aus kleinern und größern Schollen und Bergen, der an Breite und Dichte ſehr verſchieden iſt, je nachdem der Wind das Seine hierzu beigetragen und je nachdem die Auflöſung der

Maſſen weiter fortgeſchritten iſt. Capitän Roſſ traf jenen ſüdlichen Eisgürtel ebenfalls, durchbrach ihn aber mit ſeinem Segelſchiff und fand hinter demſelben natürlich freies Waſſer, auf welchem er bis zum 78. Grad vordrang, dort das Victoria⸗Land und die feuer ſpeienden Berge Terror und Erebus entdeckte.

Im allgemeinen ſind die Verhältniſſe im nördlichen Eismeer ganz ähnliche wie im ſüdlichen, nur treten mehrere wichtige Ver⸗ ſchiedenheiten darin hervor. Das Inſelgewirr im Norden Amerikas bietet dem Wintereis zahlloſe Stützpunkte, die engen Kanäle ſtopfen ſich nicht ſelten ſo, daß ſie jahrelang der Schifffahrt verſchloſſen bleiben. In der Baffinsbai ſpielen die Eisberge, welche Grön lands Rieſengletſcher ausſenden, die Rolle mächtiger Pflüge, zer⸗ trümmern die ſchwächeren Schollen und finden oft erſt auf den Untiefen von Neufundland ihren Untergang, ja einzelne treiben in der Nähe Amerikas bis zur Breite von Liſſabon. Jenes Inſelmeer mit ſeinem Eischaos iſt gerade dasjenige Gebiet, durch welches man anfänglich die nordweſtliche Durchfahrt, nachher den verlorengegan⸗ geuen Franklin ſuchte; es iſt das allerungünſtigſte, was man ſich den⸗ ken kann. Nach andern Theilen des nördlichen Oceans ſind ehedem auch bereits Verſuche behufs einer Durchfahrt unternommen worden. Es iſt zwar keinem derſelben gelungen, wohl aber ſind mehrfache Aufſchlüſſe über die fraglichen Gebiete dadurch erlangt worden. Dr. Petermann macht beiſpielsweiſe auf einen Umſtand aufmerkſam, der aus mehr als einem Grunde für jeden Europäer von hohem Intereſſe iſt. Es betrifft nämlich den nördlichen und nordöſtlichen Verlauf des Golfſtroms, jener gewaltigen Meeresſtrömung warmen Waſſers, die in dem Golf von Mexiko ihren nähern Urſprung hat, anfänglich geringere Breite und bedeutende Geſchwindigkeit beſitzt, nördlich vom 50. Grad aber bisher noch wenig berückſichtigt worden iſt. Dieſer Warm⸗ waſſerſtrom drängt die von Norden kommende Eisſtrömung nach der Küſte von Amerika und verleiht Europa ſein auffallend mildes Klima. Es genügt ein Blick auf die unter gleichen Breitengraden liegenden Länder und Orte Amerikas und Europas. Unter demſelben Breiten⸗ grade, unter welchem im traurigen Labrador die Eskimos ihr Leben mühſelig mit Fiſchfang friſten, liegen London und Mitteldeutſchland, die Südſpitze von Grönland liegt in gleicher Breite mit Chriſtiania Stockholm und Petersburg. Während die Oſtküſte Grönlands des Eiſes wegen faſt nie zugänglich iſt, wird an der norwegiſchen Küſte nie Eis bemerkt, ja in dem betriebſamen Hammerfeſt am Nordkap ſinkt die Temperatur meiſt nur auf 10, ſehr ſelten auf 12 Grad unter Null. Es iſt hier das Winterklima viel milder als an den ſüdlicher gelegenen Geſtaden der Nord⸗ und Oſtſee. Die Meerestheile unmit⸗ telbar an der nordaſiatiſchen Küſte ſind dann, wenn ſie durch Inſeln gegen Norden abgeſchloſſen ſind, auffallend kalt. Das Kariſche Meer iſt faſt ſtets eiserfüllt, während die Nordküſte Nowaja⸗Semljas von zahlreichen Robben, Rennthieren und Bären bewohnt iſt. Es ſind vielfache Anzeichen vorhanden, aus denen man vermuthen möchte, daß der nördliche Arm des Golfſtroms zwiſchen Spitzbergen und Nowaja⸗Semilja hindurch in der Richtung nach Neu⸗Sibirien ver⸗ läuft und etwa in der Nähe der Behringſtraße ſein Ende findet. Gerade dieſe Stelle iſt es, welche Prof. Petermann als Pforte nach dem Nordpol bezeichnet, das Meer zwiſchen Spitzbergen und Nowaja Semlja. Die erſtgenannte Inſel ward in frühern Zeiten von hol⸗ ländiſchen und deutſchen Schiffern des Walfiſchfanges und der Rob⸗ benſchlägerei wegen ſtark beſucht. Nach alten Erzählungen ſollen von hier aus Holländer nicht nur bis wirklich zum Nordpol, ſondern noch 2 Grad über denſelben zu Schiff gedrungen ſein. Befindet ſich in der Nähe des Poles Meer, ſo erſcheint ſolches auch nicht unmög⸗ lich, es iſt dann ſogar wahrſcheinlich, daß das Klima hier viel milder iſt, als in der viel ſüdlicher liegenden Mitte Sibiriens. Es iſt durch⸗ aus irrig, wenn man annimmt, daß die Kälte ſich genau in dem Verhältniß ſteigert, als man ſich dem Nordpol nähert: es ſpielen eben hier die Meeresſtrömungen, Luftſtrömungen, das Verhältniß des Waſſers zum Lande gewaltige Rollen. Auf der Taimyr Halb⸗ inſel, wo man ehedem alles in ewigem Eis und Schnee erſtarrt ſich dachte, jagte Middendorf nach Schmetterlingen und zwar in Hemds ärmeln, da es ihm zu heiß ward.

Die Walfiſche bevölkerten ehedem das Meer ſüdlich von Spitz⸗ bergen in ſolchen Scharen, daß der einzige Walfiſchfahrer Scoresby der ältere gegen eine Million Thaler an Werth beim Fang dieſer Thiere erbeutete. Selbſt Friedrich der Große befahl ſeiner Zeit Schiffe zum Walfiſchfang auf Staatskoſten auszurüſten. Gegen⸗