Jahrgang 
1865
Seite
615
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ler Raſenbank dn des Haupt.

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dei der Capelle Sfalls erhoben dater Anſelmo Douna Annn lſe des Haupt⸗

ine Strecke zu lrme und legte

ölen, waren n, um ihr die zuß ich Ihnen afterin in ihr derzen und ſie

zu Pferde und mit der Hand i Pferd einige er zurief:

de las Angu⸗ tzllichſten Dank

wurzelt ſtehen, davoneilenden

ſe frühe ſchon bkeit gezogen zu n, wenn es von wird, frei von veun es ſo zunn den Geſchlechte

leben enthob. Dem einen die ernſtgeſtimmte, tieffühlende Seele, die in beglückter Demuth den reichen Beſitz ihm zu Füßen legte, die in ſtolzer Liebe die ganze Reinheit, den vollen Adel ſeines Weſens erfaſſen und Theil nehmen konnte an ſeinem ganzen innern Leben, ſo daß das edle Paar im Gefühl der innigſten Vereinigung ſich darein ergeben konnte, allein miteinander durchs Leben zu gehen, und er ihr mit Elkana ſagen konnte:Bin ich Dir nicht beſſer denn zehn Söhne?

Dem andern ward das ſorgſame, kluge, ſelbſtvergeßne Haus⸗ mütterlein, das mit praktiſchem Blick und nüchternem Sinn mit hin⸗ gebender Treue die Ausſchreitung ſeiner phantaſtiſchen Ideen im Gleiſe hielt, und doch ſo geduldig und liebevoll ſich all ſeinen

Wünſchen fügte, wo immer es möglich war, die treue aufopfernde

Mutter ſeiner Kinder, die auch hier ergänzend und helfend dem Vater zur Seite ſtand, von der er ſelbſt mit Beziehung auf die be⸗ rühmten Frauen der Weibertreue nicht ganz ohne Grund ſagt:

Getragen hat mein Weib mich nicht,

Aber ertragen,

Das war ein ſchwereres Gewicht

Als man kann ſagen.

Wie nun jedem der Dichter gegönnt war, ſich die Heimat nach ſeinem Herzen zu gründen, ſo trug denn auch dieſer Wohnſitz bei jedem das Gepräge, das ihm die Eigenthümlichkeit des Hausherrn aufdrückte.

Da ſteht Uhlands Haus, ſchlicht und feſt, angebaut an den Hügel am Neckarſtrand, beſchattet von Acazien, ein einfacher, ſchmuck⸗ loſer Bau; ebenſo einfach und ſchmucklos das Zimmer, wo er, mehr in ernſter Geiſtesarbeit und mühevollem Forſchen, als inſüßen Dichterträumen ſeine meiſte Zeit verlebt. Gleich dem Knaben vom

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Berge, begrüßte ſeine Fenſter der frühe Sonnenſtrahl und weilte bis

zum letzten Blick.

Ein Mann der Freiheit im reinſten und beſten Sinne des Wortes, ſuchte ſich Uhland vor allem die perſönlichſte Freiheit, die Freiheit von Bedürfniſſen zu bewahren; warme Hüllen, Leibchen, Shawls, Ueberzieher ꝛc., an die jetzt ſchon der Schulknabe gewöhnt wird, hat er zum Theil nie, zum Theil erſt im hohen Alter getragen, nie in einem geheizten Zimmer geſchlafen, und manchen wohl erlaubten Genuß, z. B. den Kaffee nach Tiſch, ſich verſagt, nur um ſich kein neues Bedürfniß anzugewöhnen.Man muß gegen Alter und

Krankheit jeden Poſten vertheidigen, ſagte er ſcherzend noch in ſeiner

letzten und einzigen Krankheit, als die beſorgte Gattin ihn mit mehr Bequemlichkeiten umgeben wollte.

Schmuck; ſchöne Stickereien, Fauteuils, Teppiche ꝛc., mit denen ſeine Verehrerinnen ihn beſchenkt, wurden den Zimmern der Frau zuge⸗ wieſen; es koſtete Mühe, bis er ſich nur farbige Fenſterrouleaux ge⸗ fallen ließ, jahrelang hatte er an ſonnigen Tagen Arbeitstiſch und Stuhl immer tiefer ins Zimmer gerückt, um dem zu hellen Lichte auszuweichen, bis die Hausfrau durch Rouleaux von hübſch be⸗ ſcheidner Färbung, braun in braun gemalt, dieſe etwas beſchwerlichen Zimmerreiſen überflüſſig machte.

In den Wohnzimmern oben, da war es der Hausfrau unver⸗ wehrt, ſich mit dem würdigen, einfachen Comfort zu umgeben, der zum Reiz des gebildeten Lebens gehört und der jeden Beſucher mit wohlthuender Harmonie anſpricht.

Hier ruhte Uhland gern in friedlichem Geſpräch, oder in dem behaglichen Schweigen, das ihm, in noch höherem Grad als ſonſt ſchwäbiſchen Männern, zur Gewohnheit geworden war, und das ihm zu wirklichem Genuß wurde an der Seite der Gattin, die in liebe⸗ vollem Eingehen in ſein eigenſtes Weſen gelernt hatte, ihn auch ohne Worte zu verſtehen. Freilich wurde ſie auch reich entſchädigt für langes Schweigen, wenn irgend ein Gedanke ihn ſo lebendig be⸗ wegte, daß mit einemmal der klare Quell aus verborgnem Grunde zu Tage ſprudelte, der anſcheinend dürre Strauch ausſchlug in friſche Blüthen, ſein Mund überfloß in warmer begeiſterter Rede.

Hinter dem Hauſe zieht ſich der Garten und Weinberg den Hügel hinan, ſteil hinan, wie ſich deun Uhland nichts in ſeinem Leben zu leicht und bequem gemacht⸗hat: ein anmuthiger Garten, nicht zu ängſtlich gepflegt und regelmäßig angelegt, wie das ſchon durch ſeine Lage am Berge bedingt iſt, das Auge findet da auch noch friſche, ſchöne Raſenſtücke und allerlei ſchattige, trauliche Ruheplätzchen. Oben auf der Höhe ein kleines Gartenhaus mit Ruheſitzen daneben,

wißbegierigen Reiſenden.

von denen man den ſchönſten Ausblick hat hinauf und hinab das blühende Neckarthal, auf das alte Schloß, und auf die grünen Berge der ſchwäbiſchen Alp.

Es war ein gar ſtilles, doch innerlich reiches Leben, das in dieſen Räumen ſeinen ruhigen Gang ging, Verwandte und Freunde wurden mit herzlicher Gaſtlichkeit aufgenommen. Nie hat Uhland eine Pflicht verſäumt, die alte gute Sitte vorſchreibt, und die Güte und Freundlichkeit des ſonſt ſo ernſten und verſchloßnen Mannes hatte etwas wahrhaft Rührendes. Aber wie er einſt ſeinen erſten Lorbeer an einen alten Eichenſtamm im Schönbuchwald gehängt, ſo widerſtrebte es all ſein Lebenlang ſeiner ganzen Natur, ſich expreß aufſuchen, feiern und bewundern zu laſſen. Abgewieſen hat er niemand, auf einen herzlichen Gruß hatte er ſtets ein herzliches Wort, aber er ver⸗ hielt ſich kühl und nicht eben ermuthigend gegen den Schwarm von Touriſten, Literaten ꝛc. die, nachdem ſie etwa den Lichtenſtein, die Nebelhöhle und ſonſtige beſcheidne Merkwürdigkeiten unſres Ländchens beſucht, auch noch den Uhland ſehen wollten, um ihn nachher be ſchreiben zu können.

Es war bei ihm nie unfreundlich gemeint, er wollte niemand wehe thun, auch nicht wenn er die zahlreichen Sendungen von ge⸗ ſchriebnen und gedruckten Gedichten, die ihm von bekannten und un⸗ bekannten Dichtern zukamen, unberührt und unbeantwortet liegen ließ, er war trotz der Freiheit ſeiner äußern Stellung, in Wahrheit ein vielbeſchäftigter Mann, dem es Ernſt war mit der Arbeit, der zur Privatkorreſpondenz ſich nicht mehr Zeit nahm, und was vielleicht eigenthümlich iſt, ſelten oder nie mehr lyriſche Gedichte las.

Als Uhland einſt ein Orden von hoher Hand zugeſandt wurde, brach er nicht in hohe Tiraden und feurige Reden über die Nichtig⸗ keit menſchlicher Ehre und Fürſtengunſt aus.Wenn ſie einen doch in Ruhe ließen! war ſein einfacher Stoßſeufzer, und ſo war es nicht Kälte und nicht Menſchenfeindlichkeit, was ihn manchmal ſtill und abgeſchloſſen machte, es war nur der Wunſch in Ruhe zu bleiben.

Auch war ſeine Zurückhaltung nicht ohne Grund, denn ſeine gaſtliche Güte iſt manchmal eigenthümlich vergolten worden von Der eine hat ihm, der andre ſeiner Gattin ſeltſamliche Geſpräche in den Mund gelegt, die ſie nie ge⸗ halten haben, ein dritter behauptet, Uhland ſei mit ihm auf den Stadtkirchthurm geſtiegen, um Violinſaiten zu holen, und ein vierter erzählt gar, Uhland habe ihm jeden Morgen die gewichſten Stiefeln

aufs Zimmer gebracht, was vielleicht einmal geſchehen konnte, wenn er ihn zum Frühſpaziergang abholte, was aber als regelmäßige Artig⸗ So verſchmähte er auch in ſeinem Zimmer jeden überflüſſigen

keit des Wirthes ſich zu denken für jeden lächerlich erſcheint, der

Uhlands bei aller Einfachheit ſo durchaus würdevolle Perſönlichkeit gekannt hat.

All ſolche Mythen ſind aber nicht unrecht gemeint und nicht ſchwer zu nehmen, in der Erinnerung mag ſich die Begegnung mit einem bedeutenden Mann leicht verklären und ausmalen; um große Männer und alte Thürme ſetzen ſich Sagen an, wie die kleinen Buden um hohe Domkirchen.

Bei ſeinem ſonſt ernſten und zurückhaltenden Weſen hatte Uhlands Güte und Freundlichkeit etwas beſonders Wohlthuendes, Rührendes, möchte ich ſagen, und ſie hat manche Glückliche gemacht.

Eine Dame aus Norddeutſchland, die längere Zeit in Tübingen verweilt hatte, war am Ende ihres Aufenthalts troſtlos darüber, daß ſie nicht einmal den Uhland geſehen. Eine Freundin, die Frau Uhland kannte, bot ihr an, bei dieſer einen Beſuch mit ihr zu machen, vielleicht fügt ſich's doch, daß wir Uhland ſelbſt ſehen. Es fügte ſich ſo günſtig, daß Uhland allein zu Hauſe war, und zufällig den Damen im Hausgang begegnete; und nicht nur unterredete er ſich freundlich mit ihnen, er führte ſie ſelbſt in den Garten, um der Fremden die ſchöne Ausſicht zu zeigen, und ſchnitt dieſer eigenhändig eine Traube aus ſeinem Weinberg. Die war nun auf dem Gipcfel irdiſcher Glückſeligkeit.Wie ſchmeckt denn die ſchöne Traube? fragte die Freundin.Sie glauben doch nicht, daß ich die Uhlands⸗ traube allein eſſen werde! nein, nicht eine Beere erlaube ich mir, die muß ich unverſehrt nach Hauſe bringen! aber wie bringe ich die koſt⸗ bare Frucht am beſten heim? Mancherlei Vorſchläge wurden ge⸗ macht: ſie allein packen war nicht thunlich, in eine Schachtel mit andern gemeinen Trauben? gewiß nicht! wie leicht konnte ſie da ver⸗ wechſelt werden? Sie einmachen? da verliert ſie zu viel von ihrer Eigenthümlichkeit. Der letzte und beſte Vorſchlag war, die ganze