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Ihnen geſtehen, daß ich nur deshalb das Thor unſeres Stiftes habe öffnen laſſen, um ihn zu empfangen;— ich glaubte: God, my God! zu hören und wollte einen verwundeten Landsmann nicht an der Thüre unſerer Stiftung hilflos liegen laſſen.“
„O Vater Anſelmo!“ erwiederte die andere Stimme im Tone leiſen Vorwurfs,„iſt denn ein verwundeter Spanier nicht ebenſo Ihr Landsmann im Reiche des Herrn wie ein Engländer?“
„Verzeihen Sie, durchlauchtigſte Fürſtin,“ antwortete der An⸗ dere,„aber inmitten dieſer unbegreiflichen Revolution und bei un⸗ ſerer Stellung in dieſem Lande iſt die größte Vorſicht nöthig, um uns nicht zu compromittiren und Ew. Hoheit...“
„Ich bin Schweſter Maria delas Anguſtias, wie Sie, Mylord, Va⸗ ter Anſelmo ſind,“ unterbrach die Nonne,„ſeien Sie in allem vorſich⸗ tig, man könnte uns verſtehen... vielleicht ſogar dieſer Kranke, denn der Arzt ſagte mir, daß die Verwundeten gewöhnlich, wenn die Wunden nicht am Kopfe ſind, alles hören, was um ſie vorgeht... und vielleicht iſt es ſogar ein Deutſcher.“
„Dieſe ſchwarzen Haare und dieſe bleiche, bräunliche Geſichts⸗ farbe ſagen das Gegentheil,“ war die Antwort.
Der Kranke hörte nur noch ein leiſes Gemurmel; alles ward wieder wirr in ſeinem Geiſte, er hatte keine Begriffe von Zeit und Ort mehr, nur beſaun er ſich ſpäter, einen ungeheuren Schmerz im ganzen Körper gefühlt zu haben, worauf eine unbeſchreibliche Mattig⸗ keit folgte.— Er verſuchte, die Augen aufzuſchlagen, es gelang ihm, er ſah ſich in einem einfach möblirten Zimmer, das von einem Geiſt⸗ lichen bewohnt geweſen zu ſein ſchien, denn an den Wänden hingen nur Heiligenbilder und auf einem ſeinem Bette gegenüberſtehenden Betpulte ſtand ein hölzernes Cruziſix. Die Thüre öffnete ſich und eine alte Nonne trat herein, näherte ſich leiſe dem Bette und ſtaunte ihn verwundert an. 1.
„Gott ſei gelobt,“ rief ſie,„es ſcheint beſſer zu gehen!“
„Wo bin ich?“ fragte der Kranke.
„In der Infirmerie des Kloſters Sta. Trinidad,“ erwiederte die Nonne,„wohin Sie vor ungefähr einer Woche gebracht wor⸗ den ſind. Man wollte Sie ins Militärhospital bringen, aber Sie waren ſo krank, daß der Arzt erktärte, Sie könnten auf keinen Fall weiter transportirt werden, und da unſer Orden dieſelben Pflich⸗ ten wie der des heiligen Vincenz von Paula hat und wir dieſe kleine Infirmerie haben, ſo wurden Sie hierher gebracht... wie fühlen Sie ſich, Caballero?“
„Sehr matt, liebe Schweſter,“ erwiederte der Kranke, deſſen Haupt in die Kiſſen zurückfiel. Ein wohlthätiger Schlaf ſchien den Reſt des Fiebers verſcheucht zu haben, denn gegen Abend ſchon erklärte der Arzt, daß die Gefahr vorüber ſei.
Während der folgenden ſchlafloſen Nacht verſuchte Don Louis ſeine Gedanken zu ſammeln; er konnte nicht wiſſen, ob ſeine Fieber⸗ phantaſien ihm jene Figuren, die er geſehen zu haben glaubte, vorge⸗ führt hätten, oder ob ſie in der Wirklichkeit exiſtirten; auf jeden Fall beſchloß er, mit der größten Vorſicht zu handeln.
Am nächſten Morgen erſchien der Prieſter, den der Hauptmann glaubte, Vater Anſelmo nennen gehört zu haben, und wünſchte dem Verwundeten zu ſeiner baldigen Geneſung Glück. Nachdem der Arzt, der ihn begleitete, das Zimmer verlaſſen hatte, ſetzte er ſich zu ihm und, ſeine Hand ergreifend, ſagte er:
„Der Herr, mein Sohn, hat ein Wunder zu Ihren Gunſten gethan, mögen Sie das nie vergeſſen und in Ihren Gebeten Ihm dafür danken! Als ich zuerſt Ihre Wunde ſah, glaubte ich nicht, daß der Herr mir die Gnade erweiſen würde, das Werkzeug zur Erhal⸗ tung eines ſeiner Kinder zu ſein. Gebenedeit ſei die heilige Jung⸗ frau von Covadonga, zu der wir ſo innig für Ihre Geneſung gebetet haben, daß ſie unſer Flehen erhört hat.“
Der Kranke drückte leiſe die Hand des Prieſters.
„Ich danke Ihnen, mein Vater,“ ſagte er,„Gott wird wiſſen, warum er ein Leben erhalten, dem vielleicht noch viele Leiden und Schmerzen beſtimmt ſind... Doch ich möchte wohl wiſſen, wie ich hierher in Ihre wohlthätige Pflege gerathen bin, denn mein Gedächt⸗ niß verläßt mich ganz, ſeit dem Augenblicke, wo ich mein letztes „Adelante“(Vorwärts) am Thore von Burgos commandirte.“
Vater Anſelmo ſah einen Augenblick den Hauptmann forſchend an, dann erzählte er ihm in wenigen Worten, wie man eines Abends ihn verwundet und halb ohnmächtig zu ihm gebracht, wie man ihn nach einigen Tagen mit Zuſtimmung des Arztes nach dem Militär⸗
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hospital habe bringen wollen, wie auf dem Wege der Arzt es für rathſam gehalten hätte, ihn in das nahe liegende Kloſter von Sta. Trinidad tragen zu laſſen, wo er durch die Pflege jener barmherzigen Schweſtern einer baldigen Geneſung entgegengehe.“
Bevor der Vater ſich entfernte, um, wie er ſagte, den Kranken nicht zu ſehr zu ermüden, fragte er ihn, als wenn ihm zufällig dieſer Gedanke gekommen wäre:„Sind Sie ein Spanier, mein Sohn?“
„Sehen Sie denn nicht, mein Vater,“ antwortete Don Louis, indem er ihm ſeine Uniform mit der Hand zeigte,„daß jene Uniform, die mir meine Königin gegeben, noch mit dem Blute, das für ihren Dienſt gefloſſen, geſchmückt iſt?“
Ein unbemerkbares Lächeln ſpielte auf den Lippen des Prieſters. „Nicht allein Spanier, ſondern ſogar Andaluſier, das heißt zweimal Gascogner ſcheint er zu ſein,“ murmelte er im Herausgehen.
Die Beſſerung des Hauptmanns ging mit ſchnellen Schritten vorwärts; täglich kam Vater Anſelmo, um einige Stunden mit ihm zu verplaudern und konnte ſich nicht genug wundern, wie ſehr jegliche Bildung in dieſem Officiere, der doch vielleicht noch bis zu den höchſten Stufen der Militär⸗Hierarchie ſich hätte emporſchwingen können, vernachläſſigt war. Don Louis ſchien ihm einer jener Soldaten, die für nichts, als nur für ihren Stand leben und für die ihr Regiment die Welt iſt; lebendige Kriegsmaterialien, mit denen man Schlachten gewinnt, aber die, wenn ſie einmal die Uniform ausgezogen haben, für nichts anderes tauglich ſind.
„Ehrwürdiger Vater,“ ſagte eines Tages der Hauptmann, als er langſamen Schrittes am Arme des Prieſters in den ſchattigen Alleen des Kloſtergartens auf⸗ und abging,„Sie ſcheinen lange außerhalb Spanien gelebt zu haben, denn Sie haben ganz und gar einen der Mutterſprache fremden Accent angenommen.“
„Ich bin kein Spanier“ antwortete Vater Anſelmo lächelnd, „das Königreich Großbritannien iſt mein Vaterland.“
Don Louis ſah ihn erſtaunt an.
„Zu Zeiten der grauſamen Königin Eliſabeth, der Tochter des erſten engliſchen Ketzerkönigs, erlitten die Chriſten ſo viele Verfolgungen in jenem unglücklichen Lande, daß unſer heiliger Vater darauf bedacht ſein mußte, daß wenigſtens die nöthige Anzahl von Hirten der ver⸗ folgten Herde nie fehle, und er errichtete mit Erlaubniß des da⸗ maligen Königs Philipp II in dieſer Stadt drei Seminare für eng⸗ liſche, ſchottiſche und irländiſche Geiſtliche, die heute noch durch göttliche Hilfe beſtehen und der Kirche ſo manchen treuen Diener vorbereitet haben. In eines dieſer Seminare, deſſen Vorſteher ich bin, hat man Sie verwundet gebracht.“
„Und dauert dieſe Chriſtenverfolgung noch immer in England?“ fragte Don Louis,„daß man verpflichtet iſt, junge Leute, die ſich dem Dienſte ihres Heilandes widmen wollen, nach Spanien zu
ſchicken?“ Vater Anſelmo wußte einen Augenblick dem Hauptmann keine Antwort zu geben; aber Schritte, die man in einer
Seitenallee hörte, gaben dem Geſpräche eine andere Wendung.
„Ein anderes Mal, mein Sohn, werde ich Ihnen die ge⸗ wünſchte Erklärung geben, ich glaube, unſre geliebte Schweſter Maria de las Anguſtias zu hören, ich werde ſie Ihnen vorſtellen, Sie ſind ihr Dank ſchuldig; während Ihrer Krankheit hat ſie ſich viel mit Ihrem Wohle beſchäftigt, eifrig für Sie gebetet und manche Nacht an Ihrem Bette gewacht.“
Begierigen Blickes ſpähte der Hauptmann nach der Gegend, aus der ſich die Tritte vernehmen ließen, und als er bald eine maje⸗ ſtätiſche Geſtalt in langem, ſchwarzen Gewande und weißem Schleier erſcheinen und ſich ihm nähern ſah, beſchlich ihn ein eigenthümliches, man könnte ſagen, ängſtliches Gefühl. Seit einigen Tagen war er in beſtändigem Zweifel geblieben, ob jene geheimnißvolle Nonnen⸗ figur, die er während ſeiner Krankheit zu ſehen geglaubt hatte, wirk— lich exiſtire oder ob ſie ein Trugbild ſeiner fieberiſchen Phantaſie ge⸗ weſen. Jetzt ſah er ſie einige Schritte von ſich, und obgleich der Schleier ſie faſt gänzlich verhüllte, konnte er doch aus ihrem hohen Wuchſe und aus ihrer majeſtätiſchen Haltung ſchließen, daß ſie die— ſelbe ſei, die ihm in ſeinen Fieberträumen erſchienen.
„Meine Schweſter,“ ſagte Vater Anſelmo, als ſie herange⸗ treten war,„ſehen Sie, wie der Herr unſer Streben geſegnet hat und wie unſer Kranker der gänzlichen Geneſung ſchnell zuſchreitet; ſeit einer halben Stunde gehen wir ſchon im Garten ſpazieren, ohne daß er ſich ermüdet fühlt.“


