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Kaiſer ebenfalls einwilligte und der Bruder des Prinzen, Xaver, um die Hand der Erzherzogin für Albert anhielt, ſchrieb Maria Thereſia zurück, wie ſie den Prinzen wegen ſeiner trefflichen Eigen⸗ ſchaften lieb gewonnen und gern und freudig ihre Einwilligung er⸗ theile. Sie berief ſich ſtolz auf ihre eigne, glückliche Ehe und betonte: daß keine„zeitliche Abſicht“, ſondern innige Neigung das junge Paar verbinden und deſſen dauerndes Glück befeſtigen werde.
So waren denn die heiterſte Stimmung, die froheſte Laune, das ungetrübteſte Familienglück am kaiſerlichen Hofe herrſchend, und Maria Thereſia, die Frau, welche wie nie eine andre ihres Geſchlechtes,
die unermüdlichſte, erſprießlichſte Thätigkeit in Staatsgeſchäften an den
Tag legte, zugleich eine wahrhaft glückliche Mutter. Die erhabne Kaiſerin hat es, vielleicht einzig in der Geſchichte daſtehend, meiſter⸗ haft verſtanden, die Hausfrau mit der Trägerin der ſchweren Krone eines der mächtigſten Reiche zu verbinden und ſteht als ein Muſter⸗ bild großer Regentinnen, eine Vereinigung von Kraft, Milde und häuslicher Tugend vor den Augen der Nachwelt. So gewiſſenhaft wie ſie heute jedes Bündel Staatsakten durchlas, ihre Bemerkungen dazu machte und mit klarem, treffenden Verſtande entſchied, wie ſie heute Befehle über Krieg und Frieden erließ, Urtheile fällte— eben⸗ ſo ſorgſam ſchrieb ſie die Anzahl der Kipfel, der Brötchen, die Quantität Chocolade vor, die ihre Kinder zum Frühſtück genießen ſollten. Die Unterrichtsſtunden, die Wäſche, Spaziergänge, Gebet und Erholung waren durch eigenhändig entworfene Vorſchriften eben⸗ ſo genau für die kaiſerlichen Kinder durch die ſorgende Mutter be⸗ ſtimmt, als die ſorgende Kaiſerin ihre Entſcheide genau in die zahl⸗ loſen Kanzleien ſendete, mit denen zu jener Zeit Oeſterreich verſehen war.
Daß die Kaiſerin als ſorgende Mutter glücklich war, wenn eine Heirath nach Wunſch geſtiftet wurde, bedarf keiner Frage, und in der That ſtiftete Maria Thereſia gern Heirathen. Sie hatte zwei Ehen zu fördern: erſtens die ihrer Lieblingstochter Marie Chriſtine mit dem Prinzen Albert, ein Bündniß, das durch ſeinen romantiſchen Hauch die Kaiſerin beſonders intereſſirte, dann die Heirath des Erz⸗ herzogs Leopold mit Maria Louiſe von Spanien.
Unter Vorbereitungen zu dieſen Feſten war das Jahr 1765 herangekommen. Merkwürdiger Weiſe rückte die Angelegenheit Marie Chriſtinens und Alberts nicht vorwärts. Obgleich öffent⸗ liches Geheimniß, zögerte die Kaiſerin, den Akt der Verlobung herbei⸗ zuführen, und die Erzherzogin hatte alle Mühe, ihren ungeduldigen Bräutigam zu beſchwichtigen. Gleichwohl überſchüttete ihn die Kaiſerin mit Gnaden, und der Grund jener Zögerung iſt wohl darin zu ſuchen, daß Prinz Albert erſt einen hohen Poſten bekleiden ſollte, be⸗ vor er die Hand der Kaiſertochter am Altare empfinge. So voll ſchöner Pläne, mit dem Bewußtſein, allen zu ihrem Glücke verhelfen zu wollen, trat die Kaiſerin an der Spitze des Hofes die Reiſe nach Innsbruckan, wo das Vermählungsfeſt des Erzherzogs mit der ſpaniſchen Prinzeſſin gefeiert werden ſollte. Dieſe Reiſe war ein Zug, der Freude in alle Herzen goß. Alle Landſchaften paradirten, die Städte und Dörfer glänzten in feſtlicem Schmucke und in prachtvoller Er⸗ leuchtung; Adel, Geiſtlichkeit, Bürger wetteiferten, dem geliebten
Herrſcherpaare und ſeinen Kindern den Aufenthalt, die Reiſe unver⸗
geßlich zu machen. Die Kaiſerin war glückſelig. Sie hatte eine glänzende Feier in Ausſicht, tägliche Feſte, dabei Ruhe im Innern und nach außen, ihre Kinder glücklich— welch ein Zuſammen⸗ ſtrömen freudiger Ereigniſſe!
Marie Chriſtine und Prinz Albert freuten ſich doppelt des Glückes der andern, denn unmittelbar nach der Hochzeit Leopolds ſollte der feierliche Akt ihrer öffentlichen Verlobung vollzogen werden.
Nach ermüdenden Freudenrauſchen und Feſten der glänzendſten Art
langte der kaiſerliche Hof am 15. Juli in der alten Burg zu Inns⸗ V Eiligſt war hier alles erneuert und namentlich der Rieſenſaal wieder rgeſtellt worden, und am 5. Auguſt hielt die Braut
bruck an.
Maria Louiſe ihren feierlichen Einzug in die alte Hauptſtadt Tirols.
Feuerwerke, Bälle, Illumination, Theater, Ringelrennen und Tänze wechſelten mit einander ab. Die Erleuchtung der Stadt war koloſſal großartig. Als die Kaiſerin durch die Straßen fuhr, ſchien ſie in Feuer zu ſchwimmen, deſſenungeachtet erſchien die Ehrenpforte, durch
welche die Majeſtäten zogen, einem Castrum doloris gleich, die Lichter brannten ſehr trübe rings umher und die Oper, welche Abends ge⸗ geben wurde,„Parthenope,“ mißfiel, weil die Melodien ſo traurig und düſter klangen. Am 13ten ſollte großes Feuerwerk ſtattfinden, aber es konnte nicht abgebrannt werden, denn ein ungeheurer Platz⸗
regen verdarb es gänzlich. Die allgemeine Fröhlichkeit wich, man konnte ſich den Druck nicht erklären, der auf allen Gemüthern laſtete. Erzherzog Leopold erkrankte, und obwohl er ſich ſchnell wieder erholte, blieb er dennoch ein wenig leidend. Mit ernſten Gedanken beſchäftigt, geängſtigt und verwirrt, verließen Hof und Adel die Kirche am 16. Auguſt, woſelbſt ein Prediger als Stoff zu ſeiner Rede:„Die Ungewißheit der Todesſtunde“ gewählt und dargethan hatte, daß niemand unter den Zuhörern vor einem jähen Tode ſicher ſei.
Glänzend erleuchtet waren die Gemächer der Burg zu Inns⸗ bruck am Abend des 18. Auguſt. Man erwartete die Rückkehr des Kaiſers, der das Ballet„Iphigenia“ anſehen wollte. Als es beendet war, erſchien Franz, von Herren und Damen umgeben, im Corridor, der zu den Wohnzimmern Erzherzog Leopolds führte; an ſeiner Seite ſchritt ſein Sohn Joſeph. Vor dem Saale angekommen, ver⸗ abſchiedete der Kaiſer die Begleitung mit den Worten:„Bon soir Messieurs et Mesdames, à nous revoir à souper.“ Er ging zur Kaiſerin. Joſeph blieb hinter ſeinem Vater einige Schritte zurück und ſah, wie der Kaiſer die Stufen zum Saale hinanſtieg. Oben angelangt, überfiel ihn ein Zittern, er lehnte den Kopf gegen einen Pfoſten der Thüre.„Was iſt Euch, lieber Vater?“ rief Erzherzog Joſeph hinzuſpringend;„ſetzt Euch, ich rufe Hilfe herbei.“„Nicht doch, Joſeph,“ ſagte Franz lächelnd;„ein rechter Kerl muß nichts achten.“ Er erhob ſich und ging weiter. Der Erzherzog ſtellte ſich, als ginge er in das anſtoßende Gemach, aber er verlor den Vater nicht aus den Augen. Er ſah ihn plötzlich taumeln, ſich beugen, mit einem Satze ſprang Joſeph hinzu und fing den Kaiſer in ſeinen Armen auf; Graf Salm kam ihm zu Hilfe, beide trugen den Röchelnden auf das Rollbett eines Lakaien im Vorzimmer. Angſtrufe hallten durch die Burg:„Der Kaiſer ſtirbt!“— Von allen Seiten ſtürzt man her⸗ bei, mit lautem Wehſchrei eilt Maria Thereſia an das Lager ihres Gatten; Arzt, Chirurg ſind ſofort erſchienen, die Lanzette fährt in den Arm des Kaiſers, eine Ader zu öffnen, ſtumm, ängſtlich blicken aller Augen auf den entblößten Arm— kein Blut erſcheint, kein Athem regt mehr die Bruſt und die feſtlich gekleidete Verſammlung umſteht eine kaiſerliche Leiche.
Franz iſt an einem Blutſchlag verſchieden. Maria Thereſias Bruſt entwindet ſich ein kurzes, furchtbares Wimmern, dann bleibt ſie wie verſteinert vor der Leiche ſtehen, ſie kann keinen Schritt thun und man muß ſie gleich einer Marmorſtatue hinwegtragen.
Wie hatte mit einem Schlage ſich alles, alles geändert, die Tage der Freude waren den Tagen des Trübſinns, der Trauer ge⸗ wichen, die Kaiſerin hatte ihren geliebteſten Freund verloren und keine Grenzen kannte der Schmerz, dem ſie ſich ganz hingab, für nichts mehr einen Sinn verrathend, keiner Feſtlichkeit oder Angelegenheit mehr Aufmerkſamkeit ſchenkend als nur der Leichenfeier für„ihren guten, geliebteſten Kaiſer.“
Langſam und traurig, wie es einem Leichengefolge geziemte, kam der Hof zu Waſſer von Hall aus in Wien an. Statt der Hoch⸗ zeiten und Verlobungen feierte man mit düſterem Prunk die Bei⸗ ſetzung der kaiſerlichen Leiche. Maria Thereſia war für niemand ſichtbar, ſie hatte die Thüren zu ihren Gemächern verriegelt, fünf Tage ließ ſie ſich nicht ſehen.
In den Zimmern des verſtorbenen Kaiſers ging ganz allein, ohne alle Begleitung, der Erzherzog Joſeph umher. Er trug ein Schlüſſelbund und öffnete alle Kaſten oder Schubfächer. Er ſchien ſorgfältige Nachſuchung zu halten. Joſeph wollte das Teſtament ſeines Vaters auffinden, denn die große Hinterlaſſenſchaft des Kaiſers mußte geordnet ſein, oder man ging unzähligen Verwicklungen ſchwie⸗ rigſter Art entgegen; ſo viele Forſchungen aber auch ſtattfanden— es ließ ſich kein Document entdecken. 4
Die Kaiſerin war nicht zu bewegen, die Schränke ihres verſtor⸗ benen Gemahls zu durchſtöbern. Joſeph trat ſeine Entdeckungsgänge noch einmal an und zwar in Begleitung Khevenhüllers und eines Schloſſergeſellen. Wieder vergeblich!— Endlich gewahrten die Sucher im Vorzimmer einen alten, roſtigen Kaſten, der auf vier plumpen Füßen ruhte.„Wie iſt es damit?“ fragte der Schloſſer. „Laßt es nur, es iſt unnütz,“ ſagte Joſeph.„Man kann nicht wiſſen,“ entgegnete der Handwerker und erbrach das Schloß. Joſeph zog eine Schublade auf. Er fand eine alte, braune Brieftaſche darin, als er ſie öffnete, hielt er bald das kaiſerliche Teſtament in der Hand. Es war ſehr weitläufig in franzöſiſcher Sprache geſchrieben und dabei lagen
das Teſtament der Kaiſerin, ſowie eine Mahnung an ſeine Kinder.


