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gegründet, eins i legerinnen, ſeien a Stätte zum gus⸗ dlen Frauen beſeat, Selbſtverleugnun, Wäiber ſahen, N en oder Söhnen n großen Theil ihre bdach und Nahnmg ten Nachrichten un
dor dieſen dienenden aus dem Unionslaga ört: überall ſichen nur vor Beläſtigung
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ſnle er mit fürchterlicher Stimme.
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Ein deutſches Familienblatt mit Illuſtrationen.
Erſcheint wöchentlich und iſt durch alle Buchhandlungen und Poſtämter vierteljährlich für 15 Sgr. zu beziehen.
Ausgegeben im Juli 1865. Der Jahrgung läuſt vom October 186 bis dahin 1865.
Kann im Wege des Buchhandels auch in Monatsheften bezogen werden.
N) 41.
Sine Srbtochter.
. Mittheilungen eines Landedelmannes, herausgegeben von Victor von Strauß. (Schluß.)
Aus Adelgundens Tagebuche.
Es iſt vorbei. Heute, an meinem neunzehnten Geburtstage, will ich es hier einſchreiben. Das ſoll ſeine einzige Feier ſein. Soll ich bei den Paar Worten bleiben, die mich ſeit drei Wochen keinen Augenblick verlaſſen: Mein Gatte hat meine Mutter getödtet? Was ſie ſagen, das iſt es, was mich erſtarren macht. Es bleibt nichts übrig, als dies. Und wie es war, das will ich mir ſelbſt heute erzählen und hier aufſchreiben für künftige Jahre.
Immer leidender und immer ſchwächer war Mama geworden, der Arzt gab aber noch Hoffnung. Sie lag in ihrem Bette und hatte, ſeit ich bei ihr war, niemand außer dem Arzte geſehen, als Benno, der dreimal herübergekommen war. Er war auch an dieſem Tage dageweſen und hatte von heiligen und ewigen Dingen mit ihr geredet. Er war ſo eben weggeritten. Da hörte ich drunten Karls Stimme, rauh und heiſer, wie ſie immer war, wenn er zuviel Cham⸗ pagner getrunken hatte. Wo iſt er? Er muß noch hier ſein! rief er. Ich gerieth in große Angſt— damals konnte ich mich noch ängſtigen— ich wollte hinaus und ihm entgegen, da ſtreckte mir Mama erſchrocken die Hände entgegen, ich ſuchte ſie zu beruhigen. Sie hielt mich feſt. Ich hörte ihn die Treppe heraufkommen mit harten, ungleichen Schritten. Plötzlich riß er die Thür auf und ſtürzte auf uns los mit wilden funkelnden Augen, die Mütze auf dem Kopfe, die Jagdbüchſe in der Hand. Er muß noch hier ſein! Wo habt Ihr ihn? Ihr habt ihn verſteckt?— Die Mama zitterte und wimmerte. Ich wußte nicht, was ich that. Ich ſtürzte vor ihm auf die Kniee. Karl, lieber Karl! rief ich; um Gotteswillen verlaß uns! Ich flehe Dich an! Sieh nur die Mama an! Sie überſteht es nicht! Sei barmherzig,
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lieber Karl, und verlaß uns!— Da ſchrie er auf mich ein: Ver⸗ dammte Heuchlerin! und hub die Büchſe auf und ſchoß nach uns.
Der Schuß ging donnernd durchs Fenſter. Das Glas klirrte nach. Dann hörte ich die Mutter ſtöhnen und ächzen und röcheln. Ich ſprang auf, ich wollte ihr helfen. Da kam noch ein Schrei aus ihren Lippen. Da war ſie verſchieden. Ich ſah mich um. Da
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ſtand er noch, bleich wie ein Tuch vor Zorn oder Schreck, mit blut⸗ unterlaufenen Augen und ſtarrte auf uns. Und ich fiel ſtumm und erſtarrt auf die Todte, als er hinausrannte. Sie ſagen, er habe ſich im Hofe ſchreiend aufs Pferd geworfen und ſei wie raſend davongejagt.
So iſt es geſchehen. Zwei Nächte und zwei Tage habe ich bei der Getödteten geſeſſen. Der Arzt ſagte, ſie ſei vom Schreck ge⸗ ſtorben. Das wußte ich auch. Geweint hab ich nicht, auch nicht, als ſie weggebracht wurde, auch bis heute nicht. Und heute iſt mein neunzehnter Geburtstag.
Es iſt vorbei. Ich ſehe ihn nie wieder. mir. Ich will mich auch ferner eingeſchloſſen halten. Er hat zu mir gewollt, mehrmals! Nein.— Er hat mir geſchrieben. Nein. Ich leſe nichts. Gott mache es mit mir, wie es Ihm gefällt. Es iſt alles einerlei.
Niemand darf zu
Baron Karl von W. an Adelgunde.
Adelgunde, was habe ich gethan— im Wahnſinn, in der Raſerei! Adelgunde, mein theures, himmliſches, geduldiges Weib! Du willſt mich nicht ſehen, nicht anhören. O ich begreife es! Aber lies dieſe Zeilen. Sie ſollen Dir alles ſagen, was Du aus meinem Munde nicht hören willſt. Sie ſollen meine Schuld nicht bemänteln, meine Schändlichkeiten nicht verkleinern.— O ich bin der unglück⸗ lichſte, der verdammenswertheſte Menſch!
Ich ſchwöre es Dir, Adelgunde, der unſelige Schuß geſchah ohne meinen Willen. Ich raſete, ich hatte keine Beſinnung, aber ſo viel weiß ich, ja ich kann es beſchwören: das Gewehr entlud ſich ohne daß ich es wollte, ohne daß ich daran dachte. Iſt es von meinen Händen geſchehen, ſo weiß ich es nicht, ſo hat es eine andere hölliſche Macht durch mich gethan, aber nicht ich. O Du weißt nicht, wie ſich mein Herz ſchon umgekehrt hatte. Als ich Dich ſchalt, er⸗ bebte ich bis ins Mark, denn es war gegen meine Ueberzeugung. Du mußt alles wiſſen. Du ſollſt aber auch meine ganze Schlechtig⸗ keit und die Bösartigkeit meines Herzens erfahren, die ich jetzt ver⸗ fluche und beweine.


