Jahrgang 
1865
Seite
591
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Geſchoſſen wird unterſucht; die kleinſte undichte Stelle im Metall und die geringſten Abweichungen von der vorgeſchriebenen Form und Größe überliefert hunderte dem unbeſiegbaren Feuertode; nur ein läuterndes Feuer, eine neue Geburt läßt ſie würdig erſcheinen vor den Augen und den Maßſtäben jener Artilleriſten.

Treten wir in den Hof, den Eiſengarten. Da ſind alle Eiſen⸗ mulden, der Urſtoff, geordnet nach tauſenden, je nach Geburt und chemiſchem Rang, und zwiſchen ihnen ruhen die Verworfenen, ob groß ob klein, der über 100 Zentner wiegende Achtundvierzigpfünder, wie die 100 pfündige Bombe, die niedliche Granate des Vierpfünders und die verlornen Köpfe der ganzen Compagnie. Auch ſie erwartet der feurige Ofen zur Neugeburt.

Der Hof ſtößt an die Spree, und wollen Sie den Mittelpunkt der preußiſchen Macht ſehen, ſo treten Sie auf dieſe Ladungsbrücke. Dieſer Kahn trägt die ultima ratio an alle Enden der Monarchie, jener bringt von der Gewehrfabrik das ſchnellſichre Zündnadelgewehr, und jener enthält die belebenden donnernden Geiſter. Alles das ſo friedlich und im Zorne der Welt ſo vernehmlich.

Hier kommt eine Ladung alter Kanonen viele haben dem Vaterlande treu gedient, viele aber waren gegen uns gerichtet, und nur ungern, weil in unſeren Feſtungen treulos von ihren Brüdern wie von ihren Herren zurückgelaſſen, gehen ſie nach Spandau. Viele erzählen von vergangenen Jahrhunderten, ihre Inſchriften zeugen von des Vaterlandes Noth, von des Feindes Macht, und ſie alle zeugen durch ihr Schickſal von des Vaterlandes Sieg.

Kommen Sie nach jener Stelle des Hofes da liegt die alte Garde der vergangenen Artillerie. Mit welcher Kunſt, wie mit Reliefs, Friſen und Karnießen ſind ſie ausgeſtattet; mit welchem Stolze betrachtete wohl der Conſtabel ſeinen alten Donnerer! Wie geringſchätzend würde er auf unſre Kanonen ſehen, welche einſt als Zeichen unſers Geſchmackes werden Zeugniß ablegen von unſerm nüchternen Streben nach Nützlichkeit.

Aber was würde der Conſtabel ſagen, wenn er vor Düppel hätte ſein können? Donnern konnte er wie wir, aber treffen? In⸗ deſſen die Feſtungen waren auch früher groß genug, um dem Be⸗ lagerer als Zielobjekt dienen zu können, und der Vertheidiger machte durch ein einziges Geſchütz das ganze Vorterrain unſicher, denn man wußte nie, wohin es ſeinen Donnerkeil ſenden würde.

Freilich hatten die alten Büchſenmeiſter nicht ſolche Maſchinen, wie wir ſie jetzt ſehen wollen aber es war wohl eine ſchöne würdige Zeit, wo man nicht ſo ſorglos mit Pulver und Schießwolle, und wie die Knallgeiſter alle heißen, umging. Da wurde nach jedem Morgen vor dem Eintritte in das Laboratorium dem Kanonier ein ernſtes Wort vorgeleſen, und ernſte Formeln wußte er in ſeiner Rede zu führen, dennder ſollte nach kaiſerlicher Ordonnanz geſtäupet werden, der in dieſen dem Uneingeweihten nicht zugänglichen Räumen den Namendes ſchwarzen Mannes ausſprechen würde. Welche andre Forderungen hatte der Artilleriſt von damals als der von heute! Wie der Churfürſt bekanntlich ſeine Artillerie belohnte, indem die faule Grete ſenkrecht aufgericht't und das Zündloch ſeiberlich verpicht, um ſie mit ſüßem Weine zu füllen, ſo gab der Kaiſer ſeinen Feuerwerkern je nach dem Grad und nach Verdienſt zur beſondern Labung eine wohl fixirte Anzahl von Tonnen Bieres iſt etwa das Bedürfniß heute nicht ſo groß?

Nur die Pulverfabrik hat etwas dem Alten Aehnliches frei⸗ lich ſind die würdigen Stampf⸗ und Walzmühlen verſchwunden, aber die blaue Blouſe des Eiſenarbeiters ſieht man hier doch nicht in ſchwarze glanzleinene Gewänder ſind ernſt die donnernde Körner erzeugenden Männer gehüllt.

Treten wir mit dem aus der Gießerei Neuangekommenen ein. Sehen Sie dieſen herrlichen Raum, dieſe Eleganz, dieſe Sauber⸗ keit, dieſe Ordnung. Ein ſolches Leben haben Sie in jeder Ma⸗ ſchinenanſtalt, aber einen ſolchen Schmuckſaal gibt es in der Art keinen zweiten. Zwei Eiſenbahnen, welche den ganzen etwa 150 Schritt langen Raum der Länge nach überſpannen, führen an Ketten hängend die Kanonen von Maſchine zu Maſchine, und dort jene glänzenden Dampfmaſchinen bilden den Nerv all dieſes Lebens. Hier wälzt ſich ein Vierundzwanzigpfünder auf der erſten Maſchine; er ſoll ſeinen verlornen Kopf weggeben, worunter man das Ende verſteht, welches beim Guſſe der Länge des Kanonenrohres zu⸗ gegeben wird, um beim Erkalten des Metalls einen großen Druck

zur Verdichtung des eigentlichen Rohrkörpers auszuüben.

Auf der Nachbarmaſchine ſehen Sie einen anderen ſchon in ſeiner richtigen Länge; der glättende Stahl ſchleicht Strich bei Strich über ſeine Oberfläche, und immer wieder muß der Gequälte um ſeine eigene Achſe ſich drehen, um würdig zu ſein, dem nächſten Arbeiter übergeben zu werden, der ihm zum höhern Daſein hilft, der ihm die Seele gibt, welche hier im Urzuſtande erſcheint, glatt, ſpiegel⸗ glatt, ohne die Furchen der Erziehung, ohne die Spuren der Erfahrung.

Fällt Ihnen nicht dieſe Maſchine auf mit ihren coloſſalen Kloben und Schrauben gegenüber dieſer ſchlanken Kanone, für welche ſie nicht gefertigt zu ſein ſcheint? Darin beſteht gerade das Eigenthüm⸗ liche dieſer Bohrwerkſtatt, daß alle Maſchinen gleichzeitig für die ſchwerſten und für die leichteſten Kaliber verwendbar ſind. Beiſpiels⸗ weiſe bearbeitet dieſe Schildzapfendrehbank heute ein Bombenkanon, in welches ein Mann kriechen kann, morgen einen ſolchen eleganten Vierpfünder, an welchem Kinder exerciren möchten.

Was iſt das für ein ſchrecklicher Schrei? Sind Arbeiter ver⸗ unglückt? O nein beruhigen Sie ſich es iſt der Klageton der Bronze, welche ſich unter dem Stahle windet. Nimmer kann dieſes Glockengut vergeſſen, daß es vor Jahrhunderten Jahrhunderte lang in ſtolzer Ruhe thronte, um nur durch ſeine weitſchallende Zunge herbeizurufen zum Gottesdienſt, nimmer kann es jenen Moment ver⸗ ſchmerzen, wo es das erſte Mal von ſeinem hohen Stuhle durch rauhe Hand hinabgeſtoßen wurde.

Bei jeder neuen Schmelzung bläht es ſich auf in neuer Hoffnung auf den Dienſt des Friedens, und jedesmal unter dem Zwange der Maſchine ächzt es und ſtöhnt es in dieſer mächtig erſchütternden Weiſe.

Sie wundern ſich über die Stahlkanonen? Dieſe königliche Fabrik fertigt nicht allein ihre ſelbſtgegoſſenen bronzenen und eiſernen Röhre, ſondern auch die Stahlkanonen, zu welchen Eſſen und einige andere Gußſtahlfabriken die rohen Blöcke liefern. Sie ſehen, wie man überall Begriffe gern an Perſönlichkeiten knüpft; ſo iſt es auch hier der Fall. Hohen Reſpekt vor den Männern, welche dem ſtolzen Albion den Rang abgewonnen aber fragen Sie ſie einmal ſelbſt, ſo werden ſie Ihnen ſagen: Die gezogenen Kanonen ſind nicht uns, wir ſind den gezogenen Kanonen verpflichtet mit Freuden werden ſie Ihnen ſagen: Wir gaben das Zeug, in Berlin und Spandau wurde es verarbeitet, aber der Schnitt iſt der Artillerie eigenſtes Werk.

Jedenfalls überzeugen Sie ſich hier, daß wir unſre gezogenen Kanonen ebenſo aus Eiſen und Bronze fertigen, wie aus Stahl; denn dieſe kunſtvollen und doch im Principe ſo einfachen Maſchinen, vor welchen wir jetzt ſtehen, ſind die Ziehmaſchinen. Sehen Sie, dieſe Stange trägt den Kopf mit den Meſſern; ſie wird durch eine

lange Schraube langſam vorwärtsgeſchoben, ſo daß jedes Meſſer.

einen feinen Spahn vor ſich hinſchiebt, und jene Räder geben ihr die für jede beſondere Rohrart beſtimmte Drehung, welche für die Züge als Drall vorgeſchrieben iſt. Dieſe nächſte Maſchine gibt durch einen ſchleifenden Schmirgelkolben den Zügen ihre Glätte und die genauen Abmeſſungen, welche für die Geſchütze verlangt werden.

Jene kleineren Maſchinen und die lange Reihe von Schraub⸗ ſtockarbeitern fertigen die Verſchlüſſe zu den Kanonen oder die Formen für die Geſchoßgießerei, während dazwiſchen geſchickte Ciſeleure den Kanonen im allgemeinen ihre Nummern, den Feldkanonen insbe⸗ ſondere den preußiſchen Adler mit der Umſchrift eingraviren: pro patria et gloria. Die größeren an den Röhren noch nöthigen Handarbeiten werden dort in der Behaubude ausgeführt.

Die Kanonen ſind fertig; durch dieſe Flügelthüren verlaſſen ſie die Werkſtatt, um in dem Reviſionsſaale dem prüfenden Maßſtabe der Feuerwerker ſich zu unterwerfen. Aus dem Reviſionsſaale führen nur zwei Wege, einer in die Welt, der andere den Verſtoßenen auf dem Todtenwagenzu jenen verlornen Köpfen, welche des läuternden Feuers harren. Zum Glücke iſt nur wenigen dieſes harte Loos beſchieden Dank der Vorzüglichkeit der Maſchinen und der Geſchicklichkeit der Arbeiter.

Sehen Sie ſich noch einmal um und malen Sie ſich nach dem, was Sie hier mit einem Blicke überſehen können, das aus, was in den nächſten Jahren die große Centralwerkſtatt bieten wird, welche die Wagen, die Laffeten und all das Zubehör der Geſchütze liefern wird. Sie ſehen vor uns zwiſchen der Geſchützgießerei, dem Bahnhofe und der Zündſpiegelfabrik ſchon die erſte Gebäudefront und die mächtigen Erdarbeiten, welche theils dieſer Anlage ſelbſt, theils den ſchützenden Wällen angehören.

Nicht wahr, meine weitgereiſten Leſer desDaheim, das iſt auch ein Arſenal?