Jahrgang 
1865
Seite
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den ſchönen, kecken Piz Languard, gern würden wir Dir die Wunder zeigen, die ſich da oben aufthun. Nimm wenigſtens einen Rath mit auf den Weg. Willſt Du die große theure Route meiden, oder kennſt Du ſchon jene hocheiviliſirten Orte, wo dem biedern deutſchen Thaler bange wird vor Albions Pfunden,

wieder einmal auf

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ſo verſuch's einmal mit dem Engadin. Für angegriffene Körper, für gedrückte Gemüther, für beſcheidene Beamten,⸗Studenten⸗ und Can⸗ didatenbeutel kann es keine beſſeren Orte geben wie Pontreſina und St. Moriz, und unter allen auch für mittlere Kräfte ausführbaren Bergtouren keine ſchönere, als die auf den prächtigen Piz Languard!

Kus vielen Meeren.

Erinnerungen eines deutſchen Seeofficiers.

I- Die Verbrecherinſel in der Südſee.

Am 22. Juni des Jahres 1S47 hatte ich auf dem Bremer Bark⸗ ſchiff Louiſe, Capitän Cl. Wittmann, den Hafen von Honolulu auf den Sandwichsinſeln verlaſſen und befand mich auf der Fahrt nach Sidney. Diesmal als Paſſagier; das Kreuzen auf Walfiſche war mir verleidet, ich ſehnte mich darnach, die alte Heimat und die Meinigen nach ſechzehn langen Jahren wiederzuſehen, und es war mir nicht ge⸗ lungen, ein Engagement zu finden. In Sidney hoffte ich dagegen, daß mir daſſelbe nicht fehlen werde; ich nahm daher getroſt Paſſage, noch dazu ziemlich billig, und genoß einmal nach langer Zeit wieder das ſüße Behagen des Nichtsthuns. Wir ſchwammen, nach einer ver⸗ hältnißmäßig glücklichen Fahrt, ſchon in der neunten Woche, da wir über den 240. Grad öſtl. L. aufkreuzen mußten, bis wir den N. N. W. Paſſat fanden, auch mehrmals Windſtillen gehabt hatten. Die Reiſe war ziemlich einförmig; nur ganz wenige Segel waren uns in Sicht gekommen. Wir ſahen in der Ferne den Pik von Witi⸗Lewu, die blauen Umriſſe mehrerer neuen Hebriden und dann wieder der Freundſchaftsinſeln. Ich war der einzige Paſſagier an Bord und langweilte mich, trotz der zuvorkommenden Freundlichkeit des Capi⸗ täns und der guten Haltung der Mannſchaft, aufs äußerſte, zumal an Tagen der Windſtille. Zwar hatte ich mir regelmäßige Beſchäf⸗ tigung vorgenommen, führte ein Tagebuch, und hatte begonnen die allen Seefahrern nothwendige ſpaniſche Sprache zu ſtudiren; aber ich brachte es zu keinem geſunden, anhaltenden Thun. Es iſt ordent⸗ lich, als ſei dies eine Krankheit, die dem Paſſagierleben auf dem Schiff anhaftet, an welche ich aber, ſo viel ich daoon hatte erzählen hören, niemals recht glauben wollte, bis ich nunmehr an mir ſelber die Er⸗ fahrung ihrer Thatſächlichkeit machte. Jeden Morgen ſpringt man mit dem feſten Entſchluß aus ſeiner Hängematte: Heute willſt Du fleißig ſein! und jeden Abend knüpft man ſie auf mit dem Gemurmel: Wieder nichts gethan! Alſo morgen! Ob daran das Schaukeln des Schiffs, die Seeluft oder die Witterung ſchuld iſt ich weiß es nicht; wohl aber, daß mich in meinem langjährigen Seemannsberuf dieſe körperliche und geiſtige Hingebrochenheit niemals überfallen hat. Beſtimmte Thätigkeit mit dem Hintergrunde: Du mußt! iſt ein radi⸗ cales Mittel dagegen. 3

Am 24. Auguſt befanden wir uns unter dem 190. Grad w. K. und 28. Grad ſ. Br. Wir hatten mehre Tage lang ſo günſtigen Wind gehabt, daß wir hoffen durften binnen kürzeſter Friſt Port Jackſon anzulaufen; aber an dem genannten Tag wurde gegen Abend die Luft immer matter, und endlich flappten die Segel todt gegen die Maſte. Totale Windſtille war eingetreten. Wir hatten Land in

Sicht; über Larbord weg erblickten wir in etwa vier Meilen Entfernung

eine dunkle Klippenreihe; es war die Gruppe der Norfolk⸗Inſeln. Viel Aufmerkſamkeit ſchenkten wir denſelben nicht, dazu waren wir allzu verdrießlich, vom Capitän abwärts bis zum Schiffsjungen: Windſtille, und zwar nur noch etwa 500 Meilen(See⸗) vom Hafen entfernt! Selbſt die allabendliche Partie in der Kajüte ward im Aerger aufgegeben und mürriſch kroch ich in meine Hängematte. Der Verdruß ſchärft bekanntlich den Appetit und den SchlafV; in letzterem iſt zudem der Seemann ein Meiſter und Künſtler, der ihn zu nehmen und zu genießen verſteht, wo er ihn findet, weil er ihn nur allzuhäufig entbehren muß. So hatte ich denn auch in der Nacht eine unbeſtimmte Empfindung von Lärm und Getöſe über mir, kehrte mich aber nicht dar⸗ an und ſchlief herzhaft weiter bis in den hellen Tag hinein. Da fuhr ich aber plötzlich empor: Ein Kanonenſchuß! Darüber war bei einem Zögling der britiſchen Marine keine Täuſchung möglich mit einem Satz war ich aus dem Geflecht und an Deck. Hier fand ich aller⸗ dings Urſache zur Ueberraſchung.

DieLouiſe hatte Gäſte bekommen. An die Schnau des Hauptmaſtes gelehnt ſaßen drei Fremde, wilde Geſtalten, Europäer, aber gebräunt und zerriſſen vom Wetter, mit ganz kurz geſchorenen Haaren, ſcheuen, theilweiſe böſen Blicken und thieriſchen Zügen. Der eine von ihnen war völlig nackt bis auf ein zerriſſenes Tuch um die Lenden, der zweite trug eine graue, ſchwarzgeſtreifte Sträflingskleidung, der dritte blos Beinkleider, dafür aber einen eiſernen Ring mit einem Ende Kette am Fuß; die beiden andern hatten ſich ihrer Schellen zu entledigen gewußt. Ihre Arme waren mit Stricken über den Elbo⸗ gen dermaßen auf dem Rücken feſtgeſchnürt, daß ſie nur die Hände frei bewegen und nach dem Munde führen konnten. Düſteren Auges, ſchweigend umſtanden unſere Matroſen die unheimliche Gruppe. Der Capitän hatte ſich in ſeine Kajüte begeben.

Gebt mir zu trinken! ſagte der Nackte mit heiſerer, mißtönender Stimme; ich erkannte ihn ſofort für einen Irländer.Aber laßt's was Starkes ſein, ich habe das faule Waſſer ſatt bekommen. Der Bootsmann goß ihm einen zinnernen Becher voll Rum ein, und gab ihm denſelben in die zitternden Hände; ich werde nie den funkelnden Blick der Gier vergeſſen, mit welchem der Unglückliche den lang ent⸗ behrten Feuertrank empfing, das thieriſche Wohlbehagen, womit er ihn hörbar, ohne abzuſetzen, in das Gefäß beißend, daß es knirſchte, hinabſchlang. Mit einem tiefen Athemzug ließ er endlich den Becher von den Lippen fallen.Pah! rief er,für noch einmal ſo viel thäte ich es auf der Stelle wieder. Und nun Jungens, wer hat eine Pfeife Tabak für einen verlornen Mann? Die Matroſen ſtopften ihm ſofort einen thönernen Stummel und zündeten ihm den Tabak an, deſſen Rauch er mit vollen Zügen in ſich ſog. Mittlerweile hatte auch ſein Kamerad einen Becher Rum erhalten; dieſer bat ſich den Tabak zum Kauen aus, und auch ſein Wunſch ward ſofort von den mildherzigen Theerjacken erfüllt. Der dritte jedoch ſchlug den Brant⸗ wein aus und bat mit leiſer Stimme um Waſſer. Ich ſah mir ſofort den Mann näher an; er ſchien anderen Schlags, wie ſeine beiden Kameradenz obgleich gebräunt wie ſie, verrieth die Form ſeiner Hände, wie ſein ganzes Aeußere, daß er dereinſt höherem Stande angehört habe; er hob nicht ein einziges Mal die Augen, ſondern ſtarrte fortwährend tiefſinnig vor ſich auf das Deck. Ein Matroſe brachte ihm eine große Schale voll Waſſer, ein anderer drückte den Saft einer Orange hinein, der Bootsmann goß einige Tropfen Rum hinzu denn unſer Waſſer war faſt ungenießbar geworden. Mit einem leiſen Dank Euch! leerte der Mann das Gefäß. Ich bot ihm dar⸗ auf eine Manilla-Cheroot, die er gleichfalls dankend annahm und ſtill rauchte, während ſeine Gefährten in unheimlich affectirter Luſtig⸗ keit mit den roheſten Scherzen die Angſt vor dem Kommenden zu über⸗ täuben ſuchten. Jetzt erſt nahm ich den Bootsmann bei Seite und bat ihn um Auskunft. Die drei Gefeſſelten waren von der Inſel Norfolk entwichene Sträflinge. Sie waren auf einem aus wenigen mit Lianen zuſammengebundenen Baumſtämmen verfertigten Floß in der Nacht nicht unbemerkt! an das Schiff gekommen, hatten daſſelbe beſtiegen und hofften die Freiheit errungen zu haben. Sie hielten nämlich die Bark für ein von Californien heimſegelndes Fahrzeug und hofften auf Sympathie bei der Beſatzung; ſie hatten ſich aber ſehr verrechnet. DieLouiſe fuhr unter britiſcher Flagge und Capitän Wittmann kannte allzugut ſeine Pflicht, ſowie die Ge⸗ fahr, welcher er ſich im Nichterfüllungsfalle ausgeſetzt haben würde. Er ließ daher da er ſchon beim Nahen des Floſſes auf Deck geholt worden war die Flüchtlinge ſofort feſſeln und bewachen, um ſie nach Tagesanbruch auszuliefern. Es iſt wahr, die Matroſen fühlten Mitleid mit ihnen, ebenſo aber die Nothwendigkeit, unter deren Ge⸗ bot ihr Vorgeſetzter handelte. Auch konnten ſie doch, bei allem menſch⸗ lichen Rühren, einen gewiſſen Abſcheu nicht ganz unterdrücken; wer wußte, welche Verbrechen dieſe Burſchen da begangen hatten? nach

Jufflk-Jsland urtheilten, aber Da maht ein weiter dr getig trat der ugliſche Flagg Paſſer gelaſſe Capitän, welch an mich mit d ans Land zu lbergeben; nat lleidete, hatte üſte beobachte gleich ich nur; fan ich doch w ich hinauftam Nur noch ein nochmals den Augen. Die b wurden in die piegelglatte, ſehs Riemen Entflohenen ſ Wolken von T Backnhöhle i ſchon den drit An was moch Wir war ih ein großes eine mit acht, ſoldaten bemo ein Unterinten der letztren känne er es ge walt zu bekon er mußte un treng für ſei vir beilegten den die Tal heuer unherſ di Unglüclie vollte dem O diſſer aber, n thne ein Wort daj ſäine d neines Fahrz nußten wir 3 in Kielr ſoher und du N DieNa unen gge