Jahrgang 
1865
Seite
587
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eſer ſeinläden,

e Berninagruge t das freundlihe nſten Ruheyant nur plumpe, mi als Fenſter ange ſenn die eäinzelua maugenblickliten der Heuſtadel in eöt aber ſtehen d en ſich überzeng n Winterszet i das liebe Vie zebenfalls ohne darf. Die Pon⸗ nd diseuriren iſt valbennatur nac führt wurden, un Schade, daß ſie ir Bruchſtücken ver⸗ nlich blos in de ruf die Bärenhaul keln, beſonders i

Bewohner unſeres befaſſen, wovon ſondern zugleih betreiben und da⸗ ütteln. Seiner ſ feuriges Sara⸗ ßt. Und da von zedeln Veltline⸗ nit ihren ſtarken rwen ſich treflic peramentes beige weingenuſſes ve⸗ reiche Thierlebe an Gemſen und är in entlegenen ſcherm Vli rühmten B

gthiſche Petſe 6 und Näſ

Präſdent Sard iger der Bernina⸗

Bändern gleichend fallen die Bergbäche hernieder. Iſt der Alpen⸗ reiſende in das gemüthliche Quartier eines Pontreſiner Gaſthauſes eingezogen, hat er einen Tag beſchaulich ausgeruht, dann tritt eine Frage an ihn heran, die einem auf dieſem glücklichen Fleck Erde beinahe Kopfzerbrechens machen könnte, die Frage: wohin zuerſt? doch da iſt keine Wahl: Morgen auf den Piz Languard.

Der beliebteſte Punkt des Oberengadins, das Ziel der Sehnſucht

vieler iſt, wie geſagt, der 10,887 Schw. F. oder 10054 Par. F. hohe

Piz Languard geworden, in der Gegend jetzt nicht ſelten einfach der Piz genannt. Es gibt im Engadin und in Graubünden über⸗ haupt gar nicht wenige über 10,000 F. hohe Nadeln, Kegel oder Kronen, die mehr oder weniger leicht zu erſteigen ſind und im ganzen ungefähr das Nämliche oder doch Aehnliches bieten, wie der Languard. Insbeſondere wollen wir ſeinem nächſten Rivalen, dem blos einige Meter niedrigeren Piz Ot ob Samaden durchaus nicht zu nahe treten, vielmehr aus voller Ueberzeugung jedem anrathen, auch ihm einen Beſuch zu machen, was niemand bereuen wird. Aber der Languard hat ſich nun einmal in die Nähe Pontreſinas hingeſtellt, wo gleichzeitig ſo viele Partien anderer Art ſich anreihen; und über⸗ troffen wird ſein Panorama doch nicht leicht von irgend einem anderen ebenſo bequem zugänglichen in den Alpen.

Sobald der Himmel ein heiteres Geſicht macht, pflegen ſich die Pontreſiner Gäſte zur Languardtour zu rüſten. Es iſt rathſam, des Morgens ſehr früh aufzubrechen, womöglich vor Sonnenaufgang, wo dann des Führers Laterne zuerſt den Weg erhellen muß, daher weckt der Nachtwächter gewöhnlich die Führer und dieſe die Wanderluſtigen. Der Weg iſt reich an Abwechſelungen. Bei den Zeugen vergangener Zeiten, dem fünfeckigen Sarazenenthurme und der alten Kirche vor⸗ über, ziehen wir zwiſchen Alpenroſengebüſch und unter alten Lärchen und Arven hinauf nach der Hütte Bergamaskiſcher Schafhirten, dieſer maleriſchen Erſcheinungen, deren Herden zur Sommerszeit noch viele Bündner Alpen beleben und angenehme Staffagen bilden. Schon hier iſt ein Rückblick recht lohnend. Im Thale brütet wohl noch der Nebel, den die erſten Strahlen der Sonne zerſtreuen werden, aber ſchon ſchauen der breite Piz Julier mit ſeinen mächtigen Eisterraſſen, der ſchöne Piz Nair, an deſſem Fuße St. Moriz und ſeine Wälder liegen, der nette Ort Celerina⸗Creſta, über dem der Piz Ot emporragt, herauf und herüber. Da im Languardthale, nicht weit ob jener ſchwarzen Alphütte, wählte unſer Maler, Freund Amberger, den Standpunkt zur Aufnahme ſeiner ſchönen Anſicht des Piz, ohne ſich hindern zu laſſen durch einen voreiligen und unhöflichen Engadiner Sommerſchnee! Im Vordergrunde erblicken wir die letzten, zum Theil ſchon verkrüppelten Arven oder Zirbelnußbäume. Oberhalb derſelben, an mannigfaltig ſchattirten Felſen hin, wo öfters das geſchätzte Edelweiß zum Schmuck der Hüte gepflückt wird, ſchlängelt ſich der Pfad in ſanfter Steigung empor. Dort zieht eine kleine Karavane, dabei eine Dame zu Pferd; letzteres wird vom Fuße des Kegels weg durch des Führers Töchterlein heimgebracht. Rechts, am erippel della resgia, derFelspartie der Säge, vorüber, ſtürzt das Languardwaſſer hinab, das drunten im Grunde des Berninathales eine Sägemühle treibt.

Die Sonne iſt inzwiſchen aufgegangen und hat uns beim Rück⸗ wärtsſchauen Blicke von unnennbarer Schönheit und Erhabenheit in die Eiswüſten des ſcheinbar ſo nahe liegenden Berninacoloſſes auf die jeden Augenblick neu ſichtbar werdenden Firnſpitzen geſtattet. Dieſe Blicke können nur übertroffen werden von der Anſicht, die die oberſte Spitze des Piz bietet. Dieſe ragt über einem kleinen Schnee⸗ felde zu den Wolken empor, oder noch beſſer, nämlich zu größerer Freude der Wanderer, in das reine Blau hinein. Kopfſchüttelnd hat etwa unterwegs der eine oder andere hinaufgeblickt, doch jeder Führer vermeidet leicht alle Schwierigkeit, wie denn z. B. der Schreiber dieſes bald mit alten Herren, bald mit Damen und munteren Kindern die Tour gemacht hat. An mancher Stelle wird man aber ausrufen:

Welch ein Frühling blüht hier oben Unterm Sonnenlicht hervor!

Welch ein Teppich, reich durchwoben Mit dem ſchönſten Alpenflor!

Deſſen freuen ſich auch die Murmelthiere, welche hier aus Rück⸗ ſicht auf den Fremdenbeſuch geſchont werden und daher nicht

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mehr ſcheu ſind. Gemſe ſehen.

Wir ſind auf der letzten Bergterraſſe angelangt. Dicht vor uns, aus einem Ringe von Geröll, Schutt und Felsblöcken ragt die letzte, ſteile, zuckerhutförmige Spitze des Piz empor. Mancher mag den mächtig aufſtrebenden Burſchen und die Kante bedenklich an⸗ ſchauen, an deren vielfach unterbrochener Oberfläche wir uns, von Block zu Block ſpringend, hinaufzuarbeiten haben. Der Pfad iſt nicht ſchwierig, jedenfalls ungefährlich, aber doch muß der Kopf ſchwindelfrei und der Fuß berggewohnt ſein, denn zur Seite fällt die Tiefe hinab bis zu dem kleinen, tiefblauen Bergſee, an dem Colani ſeine Salzlecken für die Gemſen hatte und die Sprünge von einem Block zum andern wollen nach dem dreiſtündigen und ununterbrochenen Steigen ein kräftiges Knie. Damen und Schwachgewordene werden übrigens von den Führern ſo trefflich unterſtützt, daß ſo leicht nie⸗ mand wird zurückbleiben müſſen. Endlich, nach vierſtündiger Wande⸗ rung von Pontreſina weg, liegt auch das im Rücken, iſt der letzte Steg erſtiegen, und wir ſtehen erſtaunt auf der ſchmalen Fläche der Felsſpitze. Voll Entzücken ſchweifen die Augen ringsum auf den Kranz der Gebirge. Vor allem imponirt die mächtige Bernina⸗ gruppe, die man hier gerade gegenüber hat; die meiſten ſchönen Gipfel dieſer fabelhaften Eismaſſe ſind ſichtbar. Ueberragt wird ſie aber noch vom fernen Monte Roſa. Freundlich liegt unten der grüne Thalgrund der Gegend von St. Moriz, und ob dieſem erſcheinen wieder ſo viele erhabene Bergzüge.

Bald wird das Auge gefeſſelt von den Berner Alpen, bald an⸗ gezogen durch die zahlloſen, verſchiedenartigſten Formen der Bündner Höhen. Dort findet es den Säntis und viele andere bekannte Berge, dann die Tyroler Ferner und Gletſcherzüge; nun ruht es wieder auf dem majeſtätiſchen Ortler und wendet ſich von den Veltliner Spitzen zum nahen Bernina zurück. Man kann unmöglich alle einzelnen Punkte nennen, und was würde es auch nützen? Um die Wette ſtreben die Silbergipfel himmelwärts, die fernſten Gebirge zeichnen ſich bei reiner Luft noch deutlich am Horizonte ab, und der Geſammteindruck des ganzen Bildes bleibt doch der Hauptgenuß. Wer nur nach Namen haſcht, möge die vorhandenen Panoramen be⸗ nutzen und dazu ſich vom Führer die ausgezeichnete Orientirungs⸗ ſcheibe nebſt Inſtrument hervorholen laſſen.

Wir waren mehr denn ein Dutzend Male da oben, im Früh⸗ ſommer und im Spätherbſte, des Morgens zum Aufgange und des Abends zum Untergange der Sonne, beim hellſten Tagesglanze wie bei zauberiſcher Mondbeleuchtung: jedesmal empfanden wir neuen Reiz.

Weit ſeltener läßt ſich jetzt am Languard eine

O unabſehbar weite Landeskarte,

Vor unſern Augen herrlich ausgeſpannt! Wie klein erſcheint von dieſer hohen Warte, Was in den Tiefen Höhe wird genannt!

Ja, faſt nur Höhen treten da hervor; zwiſchen ihnen aber lagern die vielen, vielen Thäler, und immerhin iſt es nur ein ſo kleines Stückchen Erde, auf dem ſich die Blicke bewegen, und über demſelben wölbt ſich ein weiter, unendlicher Himmel!

Die Reiſezeit iſt da. Der wohlhäbige Hamburger, der muntre Berliner, der gebildete Sachſe und der gemüthliche Schwabe fühlt einen beſtimmten Drang nach friſcher Luft. Bald ſieht man über den Bodenſee und die Basler Rheinbrücke fremdartige Geſtalten ziehen. Der carrirte oder graumelirte Engländer(Lord oder Reverend, letzterer in der Regel der kühnſte Bergſteiger) wandelt einher mit dem rothbraunen Murray; der ſtadtentflohene deutſche Profeſſor, hellen, glücklichen Angeſichts, blättert auf einer Steinbank vergnüg⸗ lich im Bädeker. Neben ihm liegt die Pflanzentrommel, denn er botaniſirt ſtets. Bequeme Väter mit beweglichen Töchtern ſchauen aus den Fenſtern derDrei Könige herunter auf den grünen Strom. Der echte Bergſteiger, den man an keiner Aeußerlichkeit erkennt, lächelt theilnehmend über die naive Freude des erwartungsvollen Laienvolkes, das eine Rigifahrt ſchon für eine Leiſtung hält. In den Störchen, Bären, Schwänen, Schwertern, wilden Männern und weißen Kreuzen der Schweiz beginnt's lebendig zu werden und auch Du, lieber Leſer des Daheim, ſchnürſt Dein Bündel. Wohl Dir, wenn Mittel und Zeit reichen bis zum Fuß der Alpenrieſen. Wir wollten, wir könnten mit. Und beſonders wünſchten wir, wir könnten