Jahrgang 
1865
Seite
583
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t zurück und heut

zusgegangen. 9

mit dem Frühſtüt

der Thür, während

und lieb war er

ſeine deftigkeitzu

iddenkleid und eine

atte. Ich umauntt

ſagte er, er habe

noch heute Nach⸗ ſendmal, und wir

un mußte er noch aller Eile ſchreiben, rlnichts Unrechtes aber, liebe Mama, wnach der Schwei h Dein Schutz chen und ſehe durch himmelhohe nackte i darüber ſtrecken hhtes Gewölk ſpiel Bächlein aus den ſen in den dunkeln Welle bewegt, d Brüllen von Kühen gen tönt bisweilen über. Und warum l nach den Vergen t dem freundlichen gegt, wich bedient um ich nicht mit Anl reine Folge meiner Frau beſonnen und in einem Schifflei Fartigen prächtigen nd ſo kam es, al in Ausſteigen nich ſich umbog und daß ich bis in dies die Leute rühmten, nterjuchte den Jih

nund exklärte und anumd e ritt

Aus Adelgundens Tazßebuche.

So zogen wir denn auf dem Herrnhofe ein, und Karl ſchien dabei ſehr glücklich, ich war es auch, vor allem weil ich die liebe Mama wiederſah, die uns empfing. In den nächſten Tagen war viel zu thun mit Einrichtungen im Hauſe, und Karl war in guter Stimmung. Dann machten wir Beſuche in der Nachbarſchaft. Es ſcheint nicht, als ob er ſich mit Benno befreunden werde, und als wir von H.s zurückfuhren, war er ſehr verſtimmt. Er hat aller⸗ lei Jagdpartien verabredet. Heute haben ſie angefangen.

Wir könnten ſo glücklich ſein, Karl hat wirklich ein gutes Gemüth und iſt in weichen Augenblicken unendlich liebenswürdig, aber es muß in meinem Weſen und Benehmen etwas ſein, was ihm Urſache gibt unzufrieden zu ſein. Ich fühle das, und denke viel darüber nach und kann es nicht entdecken. Ach Gott, ich fürchte, das iſt der Grund, weshalb er ſich ſo oft durch Weingenuß zu betäuben ſucht. Was kann ich anders machen, als daß ich ihm in allen Stücken gehorſam bin, mich immer gleich freundlich und liebevoll zeige und alles thue, was ich ihm an den Augen abſehen kann?

Geſtern am Sonntage war Benno hier. Karl war in der übelſten Stimmung und überließ mir die ganze Unterhaltung, wäh⸗ rend er viel Wein trank. Ich verſuchte es umſonſt mit aller Freund⸗ lichkeit, ihn in unſer Geſpräch zu ziehen, er blieb einſilbig und ver⸗ drießlich, und Benno ſchien ſich über uns beide zu verwundern, was mir einen Stich durchs Herz gab. Ich hoffte, Bennos Fort⸗ gehn ſollte ſeine Laune verbeſſern, aber nun ward ſie erſt recht ſchlimm, er fuhr über jede Kleinigkeit auf und wir hatten einen recht unglücklichen Abend. Nein, ſein Herz war nicht dabei! Es iſt was Krankhaftes in ſeiner Natur Hypochondrie oder wie ſoll ich's nennen? worunter der Arme ſelbſt erſichtlich am meeiſten leidet. O wie ſollt ich denn es an ihm nicht mit aller Geduld und Liebe tragen? Ich fürchte nur, daß es ſchlimmer wird durch den Wein⸗ genuß und durch die häufigen Gelage mit ſeinen Jagdfreunden. Wenn ich ihm nur ein Wort darüber ſagen könnte! Aber ſeit jenem ſchrecklichen Auftritt in F. wage ich es nicht. Er verſteht nicht, wie ich es meine

Ich habe eine ſchreckliche Entdeckung gemacht. Karl iſt ohne Glauben, ganz ohne Glauben. O darum wich er immer aus, wenn im Anfange die Rede auf ſo etwas kam, darum läßt er mich immer allein zur Kirche fahren! Als er geſtern Abend die ſchreck⸗ lichen Worte ſprach, da ſah er, daß ſie mir das Herz zerriſſen, daß ich mich nicht halten konnte, daß ich in das bitterſte Wei⸗ nen ausbrach Ich hatte mir den ganzen Tag Mühe gegeben, vor ſeinen Augen heiter und fröhlich zu ſein, weil ich bemerkt habe, daß er das gern hat es hatte ſeine Stimmung ver⸗ beſſert, er trank mäßig und ſchien ganz aufgelegt und da kam er plötzlich damit heraus und ſprach die ſchrecklichen Worte ſprach ſie, als wären es ganz gleichgültige Dinge, die ſich von ſelbſt ver⸗ ſtünden, während ich darunter zuſammenbrach, als ob mir die Bruſt zerknirſcht würde. Aber es that ihm leid, als er meinen Jammer ſah. Sein gutes Herz überwand ihn. Er bat mich um Vergebung, die Thränen kamen ihm in die Augen, er nannte mich ein gutes frommes Kind und ſagte, wenn er meinen Glauben auch nicht haben könne, ſo beneide er mich doch um ihn. Er verſuchte mich auf alle Weiſe zu tröſten. Ich bemühte mich, in all meiner Betrübniß wie der zu lächeln, aber es war doch eine ſchreckliche Entdeckung. Her⸗ nach ward er ſehr ſtille, trank viel, ſah mich öfter an, ward aber immer finſterer. O mein Herr und Gott, was kann ich thun? Was kann ich thun? Sprechen ſoll ich mit ihm ja nicht davon. Er hat es mir verboten. Beten, beten will ich für ihn.

Jenes iſt ſeine Verſtimmtheit und Heftigkeit; dieſes ſein Unglaube, ſeine Gottentfremdung. Das fühlt er, und dies Gefühl ſucht er im nen deboſt ertränken, und doch wird es wohl dadurch noch ſchlim⸗ mer, un das iſt auch eine Krankheit. Er iſt ſehr unglücklich und weiß es nicht einmal. Er jammert mich von ganzer Seele. O wie ſollte ich von einem ſo Unglücklichen nicht alles in Liebe und Sanft⸗ muth erdulden? Leide ich darunter, ſo leide ich Dir, mein Gott. Aber Du weißt, ob ich leide! Er muß Geſchäfte halber nach der

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Reſidenz. Ich bleibe gern zurück. Ich will auf die Zeit zur Mut⸗ ter gehen, um ihr auszureden, daß ich unglücklich ſei. Baron Karl von W. an Paſtor Leſemeier.

Plagt mich nicht, Paſtor! Statt der hundert l'Hombrepartien ſollt Ihr 50 Ducaten haben, wenn ich einmal bei Gelde bin, aber hier in der Haupſtadt habe ich nichts übrig. Ich habe hier, mit Verlaub Eurer ſcheinheiligen Tugend, eine alte Liebſchaft, die mir mehr koſtet, als ich dachte. Uebrigens brauchſt Du es Dir gar als kein ſo großes Verdienſt anzurechnen, daß Du mir zu einem kalten nonnenhaften Weibe verholfen haſt, die immer wie ein ſtiller Vorwurf vor mir herumgeht. Sie hat mir geſchrieben, ob ſie mir nicht nachkommen ſolle, da ſich meine Abweſenheit in die Länge ziehe, aber hier kann ich ſie beim Teufel am allerwenigſten brauchen. Sucht ihr die Dummheit auszureden und bringt ihr das beiliegende Zettelchen, indem ich eine Wendung gefunden habe, die ſie wohl zurückhalten wird. Verbieten könnt ich's ihr nicht. Im übrigen ſpielt wohl, trinkt wohl und lebt wohl, wie Dein K. v. W.

Derſelbe an Adelgunde.

Es freut mich, liebe Adelgunde, daß Du bei Deiner Mutter gut aufgehoben, auch zufrieden und vergnügt biſt. Da mich, wie Du weißt, Geſchäfte hier gefeſſelt hielten, ſo habe ich das Leben auch auf alle Weiſe zu genießen geſucht. Glaube mir, das iſt das Vernünftigſte, was der Menſch thun kann. Mit dem Hauptgeſchäft bin ich nun ſoweit, daß ich ſeinen Abſchluß jeden Tag erwarte. Ich kann zwar nicht wiſſen, ob es ſich nicht noch länger hinzieht, es kann aber auch ſehr gut ſein, daß ich ſchon morgen oder übermorgen wieder abreiſe, und da verfehlten wir uns am Ende gar unterweges, wenn Du auch bei dieſem kalten Wetter die Reiſe machen wollteſt. Ich hoffe ſehr, Dich heiterer und friſcher wiederzufinden, als ich Dich verlaſſen habe. Grüße Deine Mutter und lebe wohl! Dein K. v. W.

Derſelbe an Auguſte.

Ich bin wieder auf dem verdammten einſamen Gute, meine ſüße herrliche Auguſte, und denke mit Entzücken und Sehnſucht an die köſtliche Zeit zurück, die ich bei Dir verbracht habe. Zur Eiferſucht haſt Du wahrhaftig keinen Grund. Meine Frau iſt eben meine Frau, aber nichts weiter, nicht meine Geliebte. Das biſt Du und Du ganz allein, ſeitdem wir uns kennen. Wir dürfen auch nicht länger getrennt ſein. Auf der Herreiſe habe ich mir einen Plan aus⸗ gedacht, dieſen auch ſchon eingeleitet, und Du wirſt und mußt darauf eingehen. Nun, ich weiß ja, Du kannſt auch nicht anders. Höre denn!

Eine Stunde von hier, mitten im ſchönſten Walde, liegt ein einſames ſtattliches Jägerhaus. Die obere Etage iſt frei, denn der alte Jäger iſt ein einzelner Menſch und wohnt dort mit einer be⸗ jahrten Magd ganz allein. Der Satanskerl iſt zu allem zu gebrauchen und ich habe mich mit ihm ſchon verſtändigt. Die obere Etage wird hübſch und bequem eingerichtet, für ſeine Nichte, ſagt der Jäger. Die Magd wird entlaſſen, der Alte holt Dich ſelber ab, und Du bringſt das Weib mit, das Dich bisher ſchon bediente und dann kann ich ſo oft bei Dir ſein, als ich will und als Du willſt, und wir wollen leben wie die Götter. An nichts ſoll es Dir fehlen. In einigen Wochen wird ſich der Kerl bei Dir melden. In Gedanken jetzt nur, dann aber in Wirklichkeit Dich tauſendmal küſſend und umarmend Dein K. v. W.

Aus Adelgundens Tagebuche.

Mein armer Kranker iſt wieder da! O ich kann nur für ihn beten. Ich mag nicht an die ſchönen ruhigen Wochen bei der lieben Mama zurückdenken. Wie ganz anders ſtand damals ſein Bild vor mir! Habe ich es mir nur verſchönert, während ich doch ſeiner Krank⸗ heit und Mängel nie vergaß? Oder hat er ſich in Wahrheit ver⸗ ändert? Er ſcheint nur noch zwiſchen der kälteſten Gleichgültigkeit gegen mich und der gereizteſten Heftigkeit gegen alle Welt abzuwechſeln. O mein Gotw, ich bin ſehr unglücklich und doch iſt er der Unglück⸗ lichſte von uns beiden. Das will ich nie vergeſſen

Deſſelben gleichen ſollen die Weiber ihren Männern unterthan ſein, auf daß auch die, ſo nicht glauben an das Wort, durch der Weiber Wandel ohne Wort gewonnen worden, wenn ſie anſehen Euren keuſchen Wandel in der Furcht; welcher Schmuck ſoll nicht aus⸗ wendig ſein, ſondern der verborgene Menſch des Herzens unverrückt, mit ſanftem und ſtillem Geiſt, das iſt köſtlich vor Gott.

So ſagt die heilige Schrift und es ſoll mein Leitſtern ſein.

Das waren ſchreckliche Wochen. Nun ſcheint er ruhiger zu ſein, aber er kümmert ſich kaum noch um mich. Jeden Tag reitet oder geht er mit der Flinte auf die Jagd. Oft bleibt er die Nächte hindurch aus. Es iſt eine Art Frieden und Stille im Hauſe, aber