Jahrgang 
1865
Seite
580
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Wir freuen uns ſagen zu dürfen, daß unter dieſen ein Erde, daß es zerbricht. Beide treten es dann völlig in kleine Scherben Deutſcher oben an ſteht. Haaſt nämlich, der als Regierungsgeolog der mit den Worten:So müſſen auch alle die, ſo zwiſchen uns Feindſchaft Provinz Canterbury 1861 bis zu den Quellen des Rangitata vordrang und und Haß zu erwecken gedenken, vor unſre Füße fallen und zertreten wer⸗ ſeit 1862 dem Quellengebiet des Waitangi am Monet Cook ſeine wiſſen⸗ den. Ein ähnlicher Brauch findet bei den Hochzeiten der Juden ſtatt, die ſchaftliche Aufmerkſamkeit widmet. noch die hergebrachten Ceremonien beobachten. Der Bräutigam zerbrach ein Mit Bewunderung, ſagt Haaſt, der überhaupt die erſten augenzeug- Glas durch Schleudern an die Wand oder Zertreten mit den Füßen. Die lichen und verläßlichen Nachrichten über neuſeeländiſche Gletſchergebiete Symbolik war eine ähnliche, Glück hoffende, wenn ſie auch in Worte nicht gab,betrachtete ich die über alle Beſchreibung großartige Gebirgswelt gefaßt ward... 4 um mich. Gehüllt in feierliche ſilberne Schneemäntel thronten ringsum Die Intention des Polterabends iſt alſo an ſich eine wohlmeinende die Patriarchen der Alpen mit ehrwürdigen Häuptern und lang herab⸗ geweſen, ein Zeichen guter Wünſche von Nachbarn und Freunden. Jetzt wallenden Bärten. Nur der Donner der Lawinen oder der melancholiſche freilich iſt der Geiſt entwichen, aber der Spektakel iſt geblieben. Ruf des Neſtorpapageis unterbrach die Stille der jungfräulichen Natur Mehrere Abonnenten in Königsberg i/P. Für Ihre liebenswürdige und ein Gefühl von Ehrfurcht und heiliger Scheu überkam mich, wenn Anerkennung wie für Ihren offnen Tadel unſern Dank; erſtere ermuntert ich dachte, daß da, wo ich ſtand, in dieſer einſamen Wildniß noch nie uns, von letzterem eignen wir uns das Zutreffende an. Hierbei ein Paar zuvor ein menſchlicher Fuß geſtanden. Worte im allgemeinen. Daß wir die uns von allen Seiten und maſſen⸗ So Haaſt.Und aber nach fünfhundert Jahren will ich deſſelbigen haft zugehenden Wünſche nicht alle berückſichtigen können, liegt auf der Weges fahren. Wird es dann noch immer eineeinſame Wildniß ſein? Hand; es geht ſchon deshalb nicht, weil ſie ſich oft diametral entgegenſtehen.

zuklimmen.

Oder wird es dann auch in jener Alpenwelt unter unſern Füßen Alpen⸗ Dieſer will mehr Ernſt, jener mehr Humor, dem dritten iſt des Novelli⸗ führer und Alpenwirthshäuſer geben? Graul. ſtiſchen zu viel, dem vierten zu wenig, der fünfte möchte näht Geſchicht⸗ räß liches, der ſechſte mehr Naturhiſtoriſches, der ſiebente wünſcht dringend

4 Präſident der Acordada.. das Gewerbliche oder das Geographiſche mehr herangezogen, der achte

Wie voll und vornehm klingt der Titel! und was ſteckt dahinter? empfiehlt mehr Berückſichtigung der Tagesgeſchichte, der neunte warnt da⸗

vor. Hier begehrt man mehr Pädagogiſches, dort mehr für Haushaltung, Handarbeit, Geſundheitspflege, wogegen wieder ein andrer dies langweilig findet und nach Tages Laſt und Mühe heiter unterhalten ſein möchte.

Die Fülle dieſer Wünſche verdrießt und ermüdet uns nicht. Einmal lernen wir daraus, und dann geht uns daraus die große Theilnahme hervor, mit der man unſerm Daheim in Nah und Fern folgt und ihm wohlwill. Und wenn man an daſſelbe nach ſo kurzem Beſtehen ſogleich die höchſten Anforderungen ſtellt, höhere als an irgend ein andres Blatt, ſo iſt das zwar zuweilen unbillig, aber doch auch wieder ehrend. Daß die Redaction dabei ihre Selbſtändigkeit wahrt, iſt nothwendig und ſelbſt⸗

Ein Zuchthäusler. Acordada iſt der Name des großen Gefängniſſes in Mexiko und die Verbrecher, die daſelbſt zur Ueberwachung ihrer Kameraden benutzt werden, wofür ſie eine monatliche Gratification erhalten, heißen Präſidenten. Die Weiber der Acordada zu überwachen muß wohl mehr Mühe machen, da die Gratification derPräſidentin die desPräſidenten um die Hälfte überſteigt. F. L.

Briefkaſten. Abonnent in Dommitzſch. Der Brauch des Polterabends vor

der Hochzeit, nach deſſen Urſprung Sie fragen, iſt durch ganz Norddeutſch⸗ verſtändlich. land bekannt. Er hat ſeinen Namen von dem Lärmen(Poltern, Bullern), Meiſter S. in Potsdam. Der Verfaſſer vonHören und Nichthören welchen die vor und an die Thüre der Braut geworfenen alten Töpfe iſt Sanitätsrath Profeſſor Dr. Erhard in Berlin. Mauerſtraße 31. Wen⸗ verurſachen. Die Meinung eines neueren Gelehrten, daß er aus dem den Sie ſich gefälligſt direkt an ihn. Glauben des Volkes, damit böſe Geiſter zu vertreiben herſtammt, iſt irrig. Dem Leſerkreiſe in Vorſt bei Crefeld. Prämien? Iſt unmöglich. Erſtens Denn dieſeböſen Geiſter, von welchen der Aberglaube früher erzählte ſcheint uns dies Lockmittel dem Standpunkte unſres Blatts und unſres Leſer⸗ liebten alsPoltergeiſter,Rumpelgeiſter, Rumpelſtilze erſt recht den kreiſes nicht ganz angemeſſen und zweitens iſt es finanziell rein unmöglich. Scandal. Vielmehr ruht der Gebrauch in dem Eifer, recht viel Töpfe in Bedenken Sie: wöchentlich 1 ½ 2 Bogen Text, mit den beſten feinſten Scherben zu zerbrechen. Denn wie das Volk bei uns ſagt:Je mehr Illuſtrationen, alſo jährlich ca. 100 Bogen(dieſe 100 Bogen Papier, Scherben, deſto mehr Glück. Die Anſicht freilich, daß zerbrochene Scher⸗ rohes unbedrucktes Papier, koſten uns ſelbſt für jedes Exemplar 20 Gr., ben dem neuen Brautpaare Glück bereiten, hat eine weitverbreitete, unſerm gleichviel ob 100 oder 100,000 Exemplare gedruckt werden,) für 2 Thaler, Volk kaum mehr deutliche Symbolik. Olearius fand in Rußland die wovon wir noch den üblichen Buchhändler⸗Rabatt zu geben haben. Wir Sitte, daß Braut und Bräutigam ein Glas voll Wein zuſammen austrin⸗ glauben, unſre Leſer werden am beſten fahren, wenn alle Mühen und Koſten ken. Der Bräutigam nimmt hierauf das Glas und ſchleudert es auf die auf das Blatt ſelbſt verwandt werden.

An unſre Leſer.

Mit der nächſten Nummer beginnt das vierte Quartal unſrer Zeitſchrift.

In demſelben kommen zunächſt die ſchon mehrfach angekündigten Beiträge und Illuſtrationen zum Abdruck, welche bisher aus räumlichen Gründen keinen Platz finden konnten. Die weiteren Nummern werden unter anderm enthalten: Der Flüchtling, Erzählung aus der Camiſardenzeit von Gottfried Flammberg. Aus den Papieren eines Untergegangenen, Novelle von Victor von Strauß. Novellen von Roquette, Brachvogel, Ziemßen, Hobein, Ottilie Wildermuth u. a. Die Fortſetzung der mit ſo vielem Beifall aufgenommenen Seebilder von Werner. Eine Reihe ſelbſterlebter Epiſoden eines Seemanns, früher auf der deutſchen öſterreichiſchen, engliſchen, jetzt auf der nordamerikaniſchen Flotte, unter dem Titel: Aus allen Meeren. Zum Theil mit Illuſtrationen I. Die Verbrechercolonie in der Südſee. II. Auf dem Walſiſchfang. III. Das Sklavenſchiff. Erinnerungen eines evan⸗ geliſchen Feldpredigers aus der Krimm. Braſilianiſche Nächte, von R. Avé⸗Lallemant. Dr. Barthvon Calw, ein Lebensbild mit Portrait. Ein Beſuch auf den neuen preußiſchen Panzerſchiffen. Der Kampf um den Nordpol, von Hermann Wagner, mit Illuſtration. Der Vater des deutſchen Freiturnens, mit Spieß' Portrait. Der Fund eines Kleinodes auf dem Sinai, von Conſtantin Tiſchendorf, mit Alluſtration. Der Mann auf der Schecke, mit Illuſtration: Gellert im Roſenthal zu Leipzig. Ein Gang durch die Werkſtätten des Daheim. I. Ein Morgen im Redactionsbureau. II. In der Holzſchneiderei. III. Sturm und Drang in der Druckerei. Die Berliner Thierarzneiſchule, mit Illuſtration: in der Hundeklinik. Im Arſenal zu Spandau. In der Capuzinergruft zu Wien, mit Jlluſtration. Calvin und Servet, von H. Krummacher. Zwei königliche Wittwen, von Rob. Koenig, mit Illuſtration. Der Graubündtner Gemſenkönig, mit Illuſtration von R. Kretſchmer. Unſer Freund in Deutſchlands Wäldern, von Schlegel, mit Illuſtration. Die Arche Noahs auf der Eiſenbahnz; ein Thiertransport für den zoologiſchen Garten zu Breslau von demſelben. Eine Völkerbildungsſtätte. 50 Jahre aus der Geſchichte des Basler Miſſionshauſes. Vom Grunde des Meeres; eine Wanderung an unſren Küſten, von Hermann Wagner, mit vielen Illuſtrationen. Das unterirdiſche Berlin, mit Illuſtration. Zwei Tage aus dem Vogelleben, von Baldamus, mit Illuſtrationen. Miſſ Faithfull und ihre Setzerinnenz ein Blatt den deutſchen Setzern gewidmet von R. K. Aus den Tagen der großen Kaiſerin, von Hiltl, mit Illuſtration. Der Piz Languard im Engadin, ein Alpenbild aus Graubündten, mit Illuſtration von Amberger. Ein Abend mit Livingſtone. Von unſern bekannten Mitarbeitern kommen intereſſante Beiträge vom Gebiete der Medicin, Volks⸗ und Hauswirthſchaft, der populären Rechtskunde, der ſocialen Fragen u. ſ. w. zum Abdruck. Für die Vertretung der ernſteren Intereſſen wird durch die tüchtigſten Kräfte geſorgt. Auch wichtige Zeitereigniſſe bleiben nicht unberückſichtigt.

Leipzig, Ende Juni 1865. Die Redaction des Daheim.

Briefe und Sendungen ſind zu richten an die Redaction des Daheim in Leipzig, Poſtſtr. Nr. 2.

Unter Verantwortlichkeit von A. Klaſing in Bielefeld, herausgegeben von Dr. Robert Koenig in Leipzig.

Verlag der Daheim⸗Expedition von Delhagen* Klaſing in Bieleſeld und Berlin. Druck von Liſcher* Wittig in Leipzig.

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Aus Nachdem vir ſpät Aben Pllaſter und In dem Gaſtt dſen gut gk ſcalt mit den er ſo heftig, püßen zitterte ſagen, aber g Nanze Nacht! vrr wohl na ſich nur noch dat nicht ge ſtaft 35 ſatten wir