Jahrgang 
1865
Seite
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muthen. Ueberall jenes gleichmäßige ſchauerliche Dunkel, das zu⸗ gleich in die Seele dringt und auch ſie mit der Nacht der Verzweiflung erfüllt! An Bord desSeeſtern werden alle Maßregeln getroffen, die bei ſolchem Wetter und beſonders in einem ſo engen Fahrwaſſer erforderlich ſind, wo tauſende von Sahkiffen ſich auf ihren Wegen kreuzen und man ſchon bei hellem Tage die größte Vorſicht anwenden muß, um nicht gegen einander zu ſegeln.

Zwei Poſten auf dem Back und der Horniſt der Seeſoldaten blaſen auf Nebelſignalhörnern, die ſich zu dieſem Zwecke an Bord eines jeden Schiffes befinden, der Tambour rührt in Zwiſchen⸗ räumen die Trommel und von fünf zu fünf Minuten wird ein Kano⸗ nenſchuß gelöſt, denn das Gehör ertheilt jetzt die einzige Warnung vor der Gefahr. Die Wachmannſchaft ſteht fertig zum Manövriren, um dem Schiffe in dringenden Fällen ſchnell eine andere Richtung zu geben und hunderte von Augen ſuchen die dunkle Wand zu durch⸗ dringen, die denSeeſtern umlagert.

In den Pauſen erſchallen bei dem ſchwachen Winde aus den verſchiedenen Himmelsgegenden, bald näher bald ferner, ähnliche Warnungstöne des Hornes oder der Trommel. Bisweilen gleitet in unmittelbarer Nähe ein Schiff wie ein geſpenſtiger Schatten vorüber, deſſen Formen der Nebel zu rieſenhaften Phantomen vergrößert und die der Phantaſie der Matroſen neuen Stoff zu abenteuerlichen Er⸗ zählungen geben. Ja oft unterſcheidet man in der bei Nebel ſo hell⸗ hörigen Nacht Stimmen und Worte, die unheimlich über das Waſſer klingen, wie Töne aus einer andern Welt, weil es nicht gelingt, das Schiff zu entdecken, dem ſie angehören.

Der faſt ganz gefallene Wind hebt ſich jetzt plötzlich wieder und die Fregatte fliegt förmlich durch das Waſſer trotz der verkleinerten Segel; doch auch die Gefahr wird dadurch bedeutend vergrößert. Mehr um dem eigenen Bewußtſein zu genügen, als daß man ſich wirklichen Nutzen davon verſpricht, werden die Poſten und Ausgucke verdoppelt; der Capitän, der noch keinen Augenblick das Deck verlaſſen, läßt ununterbrochen ſein Nachtglas durch das Dunkel ſchweifen und

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Jedermann an Bord ſtrengt die Augen auf das Aeußerſte an, als gälte es eine Krone damit zu gewinnen.

Feuer voraus! ſchallt es plötzlich aus hundert Kehlen zugleich. Halt ab, halt ab, es iſt ein Schiff! im Tone der höchſten Angſt her⸗ vorgeſtoßen, folgt unmittelbar dem Rufe.

Auf mit dem Ruder, hart auf! um Gotteswillen! befiehlt der Capitän und ſpringt ſelbſt zum Steuerrade, um es ſchneller drehen zu helfen.

Vergebens! es iſt zu ſpät. Ein furchtbares Krachen erfolgt; derSeeſtern erzittert in den innerſten Fugen und ſcheint einen Augenblick an dem Orte gebannt durch Schrecken vor einem entſetz⸗ lichen Unglück.

Ein Schrei des Todes und der Verzweiflung ringt ſich aus den Waſſern und verhallt erſterbend im Rauſchen des Windes und der Wogen. Dann iſt alles wieder ſtill.

Die Fregatte ſtürmt fort in unaufhaltſamer Fahrt, als werde ſie von Dämonen gejagt und die Mannſchaft ſteht ſtarr vor Schrecken und der Sprache beraubt.

Ein Fahrzeug iſt übergeſegelt! Gott erbarme ſich der Aermſten, eine Rettung iſt nicht möglich in einer ſolchen Nacht.

Peilt die Pumpen! unterbricht das Commando des Capitäns die Todtenſtille auf dem Deck und jeder lauſcht in angſtvollem Harren der kommenden Antwort.

Ein Zoll Waſſer bei der Pumpe! rapportirt mit lauter Stimme der Zimmermann. Ein ſchwerer Stein wälzt ſich vom Herzen der Mannſchaft. Gott ſei Dank, die Fregatte iſt unbeſchädigt. Die Freiwache, welche durch den Zuſammenſtoß geweckt und auf das Deck geſtürzt iſt, begibt ſich langſam wieder herunter und alle be⸗ dauern theilnehmend die Unglücklichen, die ſich auf dem fremden Schiffe befunden haben..

Jal ja! ich wußte es wohl, ſagt Schramm zu ſeinem Kameraden Leberecht:der Klabautermann wollte ſein Opfer haben. Freitagſegeln bringt nimmer etwas Gutes.

Am Fanilientiſche.

Die Normaluhr.

Während man in der Conſtruktion künſtlicher Uhren es im Laufe der Zeit zu ſo außerordentlicher Vollkommenheit gebracht hat, war man in Bezug auf die natürliche Uhr ſo zurückgeblieben, daß man ſich bis vor kurzem faſt noch auf demſelben kindlichen Standpunkte befand, den man bereits vor tauſenden von Jahren einnahm, ja man hatte es faſt vergeſſen, daß auch die beſte Pendeluhr nur relativ richtig geht, d. h. wenn ſie von Haus aus richtig geſtellt iſt, und daß man auch bei der beſten Taſchenuhr von Zeit zu Zeit einer Normaluhr bedarf, um ſie zu reguliren. Eine ſolche iſt aber um ſo mehr ein Bedürfniß einer Zeit wie die unſrige, wo Pünktlichkeit eine ſo große Rolle ſpielt, wo z. B. durch Verſäumniß eines Eiſenbahnzuges oft die wichtigſten Intereſſen gefährdet werden.

Eine ſolche Uhr, die die Zeit allemal abſolut richtig angibt, iſt nur eine richtig conſtruirte Sonnenuhr, d. h. gewiſſermaßen die Sonne ſelbſt. Die bisher üblichen Sonnenuhren waren aber höchſt unvoll⸗ kommne Inſtrumente, an einen beſtimmten Ort gefeſſelt, weit entfernt, die richtige mittlere Zeit auf Minuten genau anzugeben und daher ohne allen praktiſchen Werth. Eine ſehr intereſſante und nützliche Erſindung, der noch eine bedeutende Zukunft bevorſtehen dürfte, iſt daher die von H. Schmeißer in Berlin erfundene und demſelben patentirtehemiſphäriſche Sonnenuhr, die allen Anforderungen einer Normaluhr auf überraſchende Weiſe entſpricht. Sie iſt vollkommen transportabel, läßt ſich auf jedem Breitengrad mit Leichtigkeit und ohne vorherige Kenntniß der Meridians⸗ richtung aufſtellen und gibt die Sonnenzeit ſowohl als die mittlere Zeit ſofort auf die Minute genau an. Außerdem aber gibt ſie ein jedem Laien verſtändliches, höchſt inſtructives Bild des(ſcheinbaren) Sonnenlaufs an jedem einzelnen Tage und das ganze Jahr hindurch, wodurch ſie ſich nament⸗ lich zum Gebrauch beim Unterricht für Schulen ſehr empfiehlt.

Die hemiſphäriſche Sonnenuhr beſteht im weſentlichen aus einer halben Hohlkugel von Metall, dem Himmelsgewölbe entſprechend, die im Innern eine eingravirte Zeichnung enthält, die derartig ausgeführt iſt, daß man den Stand der Sonne für jeden Tag des Jahrs, für jede Stunde und Minute darauf nachweiſen kann. Ueber den Stand der Halbkugel iſt ein Faden⸗ kreuz geſpannt(von Süd nach Nord und von Oſt nach Weſt), ſo daß der Kreuzungspunkt genau im Centrum der Kugelfläche ruht, woraus folgt, daß der Schatten dieſes Kreuzungspunktes, wenn das In⸗ ſtrument richtig aufgeſtellt iſt, genau denſelben Weg auf der innern Kugel⸗ fläche, reſp. in der vorgeſchriebenen Zeichnung macht, den die Sonne am

Himmel zurücklegt. Um die Aufſtellung richtig zu bewirken, hat man nur nöthig, den Grad der geographiſchen Breite des Orts zu be⸗ rückſichtigen und das Datum, an dem die Aufſtellung erfolgt. Von dem

Durchſchnitt der Normaluhr.

Kreuzungspunkte der Fäden hängt nämlich ein kleines Pendel herab welches genau auf den Meridian in der Halbkugel und zwar auf den⸗ jenigen Grad deſſelben fallen muß, der dem Aufſtellungsorte entſpricht, was mittelſt dreier Schrauben, auf denen das ganze Inſtrument ruht, leicht zu erreichen iſt; dann hat man nur nöthig, es im Sonnenſchein horizon⸗ tal zu drehen, bis der Schatten des Kreuzungspunktes der Fäden auf denjenigen Kreisbogen fällt, der dem Datum der Aufſtellung entſpricht, und ſofort kann man Stunde und Minute ableſen. Der Meridian in der Sonnenuhr liegt dann genau in der Richtung des wirklichen Meridians, und während man bei andern Sonenuhren immer zuerſt die Meridians⸗ Richtung kennen mußte, iſt dies ein Inſtrument, durch welches man dieſe umgekehrt ſofort erfährt. Die Sonne befindet ſich nämlich an einem beſtimmten Tage des Jahrs zu einer beſtimmten Stunde und Minute ſtets in einer beſtimmten Höhe über dem Horizont, für jeden Breitegrad ver⸗ ſchieden; die hemiſphäriſche Sonnenuhr iſt nun ein höchſt ſinnreiches und

die Diferenz für de Taichenuhr Will man doch die jedesme ferdernde Aufſt u martiren, wo ntt, zm ſtehen de dutrigens kann duch ein ebenes die hemiſ allen Anforderun dſelbe Exempla (131 630 n. Br Die genaue drucken Erklärun Mechanikus A. T graphiſch⸗art bemwommen, ſo nehmen kann. T

Es iſt ein dorf liegt einſan der Eiſenbahn. außer ſeinem De ſeantäglich zwei ſelle; der Guts in gutem Verneht der Pfarrersleute der Pfarrer ein du beſchäftigen, ettrag der Wirt ſans iſt zugleich Scafen und da nzahl Gänſe d fehlt denn dos Dich vielle