lange warten zu laſſen— der Mond ſcheint, als wenn er voll wäre — man kann uns auf eine halbe Meile ſehen und Ihr laßt uns hier eine halbe Stunde vor der Thüre ſtehen!— Wo iſt Pepe? wo iſt Dein Vater?“
„Er ſchläft,“:.. antwortet das Mädchen.
„Möge der Hund nie erwachen!“ flucht der, welcher das Wort führt,„ſetz das Licht hier auf den Tiſch und hol ihn herunter, ſonſt geh' ich hinauf und wecke ihn mit dem Kolben meines Trabuco— ſchnell— wir haben höchſtens eine halbe Stunde Zeit.“
Das Mädchen entfernt ſich und die Männer ſetzen ſich um den Tiſch. Sehr begreiflich iſt es, daß das Mädchen beim erſten Anblick dieſer Geſichter ſich erſchreckt hat, denn ſelten kann man etwas Schaudererregenderes wohl ſehen! Grauſenhaft häßliche, durch Wind und Wetter gebräunte Geſichter, kleine, ſtämmige Körper, faſt in Lumpen gehüllt, nackte Beine, nur die Füße durch Sandalen geſchützt, einen Calanes ohne Form auf dem Kopf, ſtruppige Haare, die über das Geſicht fallen— und vor allem ein Arſenal von allerhand Waffen, die ſie faſt erdrücken. Eine Carabine über die Schultern geworfen — einen Trabuco mit trompetenartigem Lauf unter dem Mantel— Piſtolen im Gürtel— und endlich die nie fehlende navaja(Dolch⸗ meſſer) von ungewöhnlicher Länge!
Schweigend ſitzen ſie um den Tiſch— einer von ihnen hat das Fenſter halb geöffnet— ſpäht und horcht... 4
Endlich hört man ſchwere Tritte auf der Treppe— die Thüre öffnet ſich von neuem und hereintritt Pepe, der Poſadero, der Wirth der Venta del Rey Moro.
„Valgame Dios,(Gott helf mir!) Caballeros,“ ſagt er,„ich will verdammt ſein, wenn ich Euch heute erwartete.“
„Das wirſt Du ohne dies ſein,“ antwortet der, welcher der Führer jener Unbekannten zu ſein ſcheint,„wir glaubten es geſtern auch nicht, daß wir in dieſer Mondnacht hinausmüßten, aber der Alte hat befohlen.“
„Wie macht Ihr's dieſe Nacht?“ fragte Pepe,„habt Ihr viel geladen?“
„Zwölf Mauleſel mit Tabak und Cacao und drei Wagen mit franzöſiſchen Waaren.“
„Pah,“ ruft Pepe mit verächtlichem Tone,„das iſt der Mühe nicht werth, ſich vom Monde beſcheinen zu laſſen und den Douaniers von Llanes ein ſichres Ziel für ihre Kugeln zu geben...“
„Der Alte will es,“ antwortet der erſte;„er hat uns ver⸗ ſprochen, daß die blauen Hunde(Grenzſoldaten) uns dieſe Nacht in Frieden laſſen werden— und Du weißt, der Alte hat immer Recht.“
„Na, na,“ erwidert Pepe;„der dicke Pedro aus Columbres hat mir erzählt, daß ein neuer Lieutenant in Llanes iſt— ein Fremder, weder Spanier, noch Catalonier— wartet mal, von wo hat er doch geſagt, daß er wäre?“
1„Gewiß ein gavacho(Spottname für die Franzoſen),“ ſagte einer.
„Nein, nein... auch kein Italiener... halt... hat er geſagt... wißt Ihr, wo das liegt?...“
„Da hinter Barcelona,“ ſagte einer mit weiſer Miene.
„Und, hat der dicke Pedro hinzugeſetzt, wenn der Alte den haben will, den bekommt er weder durch Geld noch Verſprechungen — eine Unze Blei in den Kopf oder zwei Zoll Eiſen in den Leib, das iſt der Preis, um den man den neuen Lieutenant kaufen kann!“
„Es wird wohl ſo ſchlimm nicht ſein,“ erwidert der andre, „heute z. B. ſind unſre Spione in Llanes geweſen und haben das Gerücht verbreitet, daß eine Ballancelle mit Tabak in Riva de Sella landen wird— da werden die blauen Hunde die ganze Nacht hinter dem Felſen liegen und aufpaſſen... während unſre Waare hier ruhig vorübergeht. Hahaha... wir wollen dem fremden Kerl ſchon ſpaniſche Kniffe zeigen, daß ihm Hören und Sehen vergehen ſoll!“
Doch plötzlich hielt der Sprecher inne...
„Zum Teufel... was iſt das?“ ſchrie er...„hört Ihr das Geräuſch nicht?...“ Alle ſchwiegen!„Tontos,“(Dummköpfe) rief Pepe nach einer Pauſe lachend,„das iſt ein Menſch, der ſchnarcht! Ein armer franzöſiſcher desterrado(Verbannter) hat mich heute Nacht um ein Nachtquartier im Namen der heiligen Jungfrau ge⸗ beten— er hatte nur eine peseta(1 Fr.) und ich konnte es ihm nicht verwehren, da wir heute oder morgen auch vielleicht über die Pyrenäen müſſen und auch desterrados ſein können!“
ein Aleman
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„Und wenn es ein Spion wäre?“ ſagte einer...
„Ein Spion! kenn ich ſie nicht alle?“ ſagte Pepe,„bin ich nicht ſelber ein Spion der Regierung, haha— übermorgen, zum erſten des Monats gehe ich nach Llanes und laſſe mir meine monatlichen 5 duros geben und ſehe mir bei der Gelegenheit den neuen Lieutenant an. Nein, muchachos(Jungens), das iſt, weiß Gott, kein Spion, er ver⸗ ſteht kein Wort Spaniſch, kennt keinen Weg,— und will nur nach Oviedo, wo er einen Vetter hat...“
„Ich muß ihn ſehen,“ ſagte der Führer der Bande.
„Gerne,“ ſagte Pepe, indem er das Licht vom Tiſch nahm, „kommt alle, aber leiſe, damit er nicht erwache, und wenn einer von Euch einen Spion in ihm erkennt, bezahl ich Euch morgen drei Maß Wein. Leiſe... kommt mit mir.“
Er öffnete behutſam die Thüre des Nebenzimmers und führte die Schmuggler, indem er mit der Hand das Licht bedeckte, bis zu einem aus alten Decken und Schaffellen bereiteten Lager, auf dem ein junger Menſch ſchlief. Einer nach dem andern ſah ſich ſeine Geſichtszüge an, aber, wie Pepe es behauptet hatte, keiner kannte ihn. Der Schläfer konnte von Glück ſagen, daß er nicht den ge⸗ ringſten Verdacht bei dieſen Halbmenſchen erregte; denn ihre navajos hätten ihm ſicherlich und auf immer die Luſt zum Spioniren be⸗ nommen.
„Armer Teufel,“ ſagte Pepe, indem er mit ſeinen Gäſten wieder in das große Zimmer zurückkehrte,„er war ſo müde und ſo ver⸗ hungert, als er heute hier ankam, daß, wenn ich ihn nicht hätte auf⸗ nehmen wollen, ich glaube, er hätte die Nacht nicht überlebt! Da muchachos, trinkt einen Schluck aufs Wohl des Alten!“
Die Schmuggler leerten die Flaſche, welche ihnen Pepe hervor⸗ geholt hatte und rüſteten ſich, die Venta zu verlaſſen.
„Wo poſtirt Ihr Euch?“ fragte der Poſadero.
„An der Cueva de Sta. Innes,“ antwortete der Führer,„bis ſie hier mit den Waaren vorbei ſind und dann unter der Brücke der Rambla. Alſo Du weißt, wie Du Dich zu verhalten haſt; in einer Viertelſtunde ſteigſt Du aufs Dach und beobachteſt die ganze Gegend, wenn Du nur irgend etwas Verdächtiges ſiehſt, ſo zündeſt Du ein Licht in Deiner Stube oben an. Verſtanden?— Nun, gute Nacht! — Da, nimm das Paket Cigarren für Dich— ſieh Dir den neuen Lieutenant in Llanes gut an; denn wenn er ſo iſt, wie Du ſagſt, wirſt Du ihn nicht lange mehr ſehen. Gute Nacht! Tio Pepe (Onkel Pepe), paß gut auf, der Alte, Du weißt es, bezahlt gut, aber verzeiht nie— adelante muchachos(vorwärts Jungens!)— wir haben eine gute halbe Stunde Wegs bis zur Cueva.“
Die Schmuggler unter Anführung des Sprechers verlaſſen be⸗ hutſam die Venta del Rey Moro und der würdige Wirth zieht ſich ins Innere zurück; er zündet eine Cigarre aus dem Pakete, welches ihm der Schmuggler gegeben hat, an, ſetzt ſich ans offne Fenſter und ſpäht in die Nacht hinaus. Die Fußtritte der Bande, welche vor einigen Minuten ſein Haus verlaſſen hat, ſind verſchallt, die Nacht iſt hell, kein Lüftchen ſauſt, kein Blatt der wilden Hollunder⸗ ſträuche, welche ſich längs der Landſtraße hinſtrecken, bewegt ſich— Pepe raucht mit dem größten Wohlbehagen die Cigarre und freut ſich wie die Aſche ſo weiß iſt und ſo lang wird; von Zeit zu Zeit beugt er den Kopf zum Fenſter hinaus und lauſcht... dann trinkt er einige Schluck Wein... doch plötzlich ſtellt er das Glas bei Seite, legt die Cigarre weg, ſteckt den Kopf ſo weit er kann zum Fenſter hinaus... und horcht... horcht...
„Caramba“... murmelt er,...„wer kömmt da... auf der Straße vom Meere... regelmäßige Fußtritte... heilige Jung⸗ frau, iſt das nicht ein Säbel, der an einen Gewehrlauf anſchlägt?... die blauen Hunde... valgame Dios... raſch hinauf— raſch Licht in meiner Stube!“...
Und er zieht den Kopf zurück und will das Fenſter eiligſt ſchließen... da fühlt er plötzlich, daß ſeine Cravatte ihm zu eng wird, er will ſich umdrehen... er fühlt etwas Kaltes an ſeiner Schläfe... er ſchielt hin, es iſt der Lauf einer Piſtole; immer enger wird ſeine Cravatte— er fühlt, daß man ſie von hinten zuſammen⸗ dreht... er will ſchreien— aber kaum hat er den Mund aufgethan, als er eine wildfremde Stimme hört:
„Einen Laut, und Du biſt todt.“
Er iſt mit Gewalt vom Fenſter entfernt und an den Tiſch ge⸗ führt; hier brennt das Licht, er ſchlägt die Augen auf...
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