Jahrgang 
1865
Seite
547
Einzelbild herunterladen

c an, wurden

erie ein 1 6 N ageholt.

ic die Reſere Compagnien Sumpfe ver⸗ ſche 30 Mann

ten gewohnten ag ein. Unſer Bühne. Er newaffen und ſein Diene, O. K. wand, tlaſſen. Der Dienſten ge⸗ aus Canada e hier ſeinen Da er durch 5, ſich durch zum Drillen vurde er bald daß er einen gten, gefangen zen und wurde fzum Capitän he geſchworen, en hatte an die hleppen laſſen. ſorgte ängſllich

Kurze Zeit, fand er Ge⸗

d der Oberſt

Compagnien ſich von den rhement Halt, worden war, ich der ausge⸗ te Apfelbäume, en Wahlſpruc te der Tapfer Lepfel, die ihm das Pferd an zchüſſe und be⸗

euen Belli

st bei Fuirju . Mann⸗

a*

ſich. Aber der tapfre Capitän verſchmähte den angebotenen Pardon und vertheidigte ſich, bis er todt vom Pferde ſank.

Durch dieſe unglücklichen Gefechte hatte das Regiment über 100 Mann eingebüßt; die meiſten waren gefangen und ihr Loos geſtaltete ſich ſehr traurig, denn ſie litten in den ſog. Gefangenen⸗ lagern Mangel an allem. Pro Mann erhielten ſie täglich ein Pfund Mehl; die Folge war, daß der Scorbut in Schreckenerregender Weiſe ausbrach und die Reihen dieſer Unglücklichen furchtbar lichtete.

*

Die amerikaniſchen Zeitungen haben über die Behandlung der Ge⸗ fangenen im Süden viele Berichte gebracht, die ſtark aufgetragen ſein mögen, und ſogar geradezu behauptet, daß die Rebellen ihre Ge⸗ fangenen vorſätzlich umkommen ließen. Ich will dies zur Ehre der Conföderirten nicht glauben, aber wahr iſt es, daß die Behandlung und Verpflegung äußerſt mangelhaft waren.

(Schluß folgt.)

Hören und Nichthören. Von Dr. Erhard. (Schluß.)

Wenn eine Sprache zum erſten Male unſer Ohr erreicht, ſo hören wir ihre Laute, ohne dieſelben gleich zu verſtehen; erſt wenn dieſelben Laute oftmals denſelben Weg gegangen, lernen wir ſie verſtehen, ohne ſie beſſer als anfangs zu hören. Nur da⸗ durch, daß wir das Geſprochene verſtehen, erlernen wir ſelber das Sprechen. Entbehren wir von Geburt an der erſteren Fähigkeit, ſo erlernen wir nimmer die letztere. Nur wer Klang empfindet, kann Klang erzeugen. Und ſo treffen wir denn im aufwärtsſtrebenden Thierreiche, zuerſt bei den Vögeln, klangempfindende Schnecken. Stumm iſt der Fiſch im Waſſer, denn er hat keine Schnecke, es locken ihn wohl Glockengeräuſche, doch nimmer die Stimme. Zwar treffen wir bei einzelnen Amphibien ſchon Schnecken, doch dieſe haben kein Weſen, denn ſie haben keine Gegenöffnung, kein rundes Fenſter, keine oder nur wenig Reſonanz.

Haben wir bereits ſprechen können und verlieren dann ſpäter das Gehör für jeglichen Klang, ſo verlernen wir auch wieder das Sprechen und zwar um ſo langſamer, je länger wir bereits ſpre⸗ chen gekonnt; taubſtumm wird jeder, deſſen klangempfindender Faktor völlig erliſcht.

Es bleibt nun noch übrig, die genußreiche Fähigkeit unſeres Gehörorganes zu erklären, hohe Töne anders zu empfinden als tiefe, einen hellen und vollen Klang anders zu fühlen, als einen dumpfen und leeren. Woher mag es denn kommen, daß wir gleichzeitig mehrere Töne und Klänge unterſcheiden und wahrnehmen können? Wo iſt der Sitz jener wunderbaren muſikaliſchen Anlage, von har⸗ moniſchen Tönen ſo angenehm berührt zu werden und vor Dis⸗ harmonien, wie vor allen verwickelten Verhältniſſen, zurückzu⸗ beben?

Solche Geheimniſſe löſt die microscopiſche Forſchung! Unter dem Microscope ſehen wir die Netzhaut der Schnecke(rr) zerfallen in eine Unzahl kleiner, feiner Saiten, Hammerwerke, Taſten von verſchiedener Länge und Dicke, und an jeder dieſer un⸗ zähligen Saiten haftet je eine Faſer des unendlich ſich theilenden Schneckenaſtes(V). Nach dem Entdecker nennen wir dieſe Gebilde die Cortiſchen Faſern. Es iſt uns bekannt, daß wenn in einem Raume ſich mehrere Flügel befinden und wir mit einer Stimmgabel z. B. den Grundton GC anſchlagen, die C entſprechenden Saiten von ſelbſt in Schwingungen gerathen, mittönend reſoniren.

In unſerem microſcopiſchen Flügel der Schnecke iſt nun ge⸗ gewiſſermaßen für jeden nur denkbaren Ton in der Außenwelt eine entſprechende gleichgeſtimmte Saite als Cortiſche Faſer vorhanden, und ſobald irgendwo um uns her ein Ton ſich erhebt, wird dieſer durch die Schallleitung unſeres Inſtrumentes der Netzhaut, dem Flügel zu⸗ geleitet, und läßt durch Reſonanz die entſprechende Saite ertönen durch die entſprechende daran endigende Nervenfaſer kommt er als⸗ dann zum Bewußtſein! Auf dieſe Weiſe iſt es leicht erklärlich, daß außen wie innen gleichzeitig mehrere Saiten ertönen, daß dieſe uns harmoniſch erregen, wenn die Länge und Dicke der empfin⸗ denden Taſten unſeres Flügels in einem einfachen Verhältniſſe ſtehen und daß, falls das Geſetz nicht mehr waltet, unſer Inneres davor erbebt.

Der Klang beſteht ja nach Helmholtz aus einer Reihe von Theiltönen; erreicht alſo ein Klang unſeren Flügel, ſo ertönen darin zugleich die den Theiltönen entſprechenden Saiten. Demnach hängt alſo unſere muſikaliſche Anlage unweſentlich ab von der Schärfe unſeres Gehörs und von der Schallleitung unſeres Inſtrumentes;

wir haben gewiß alle einen traurigen ſchwerhörenden Freund, der die Geſellſchaft meiden muß und ſich doch der Muſik erfreut!

Es wird alſo jeder Ton in der Außenwelt, den wir empfinden, erſt noch einmal, bevor wir ihn hören, von unſerem microſcopiſchen Flügel nachgeſpielt; fehlt alſo eine Saite, ſo fehlt immer die dieſer eutſprechende Empfindung. Alle Beobachtungen des Lebens beſtätigen dieſes Geſetz. Durch Lufterſchütterungen, z. B. durch einen Schuß und namentlich bei einem Echo zerreißen einmal einige Saiten oder werden vielleicht zerdrückt durch Sprengung kleinerer Gefäße(analog wie durch grelles Sonnenlicht die Gefäße der Netzhaut im Auge ſichtbar zerplatzen) und es fehlt von dort an die Empfindung der entſprechenden Töne. So iſt mir ein Herr bekannt, der ſehr muſikaliſch, alle Töne rein und deutlich empfindet, nur nicht den Ton d; ein anderer verlor durch einen grellen Locomotivenpfiff die Empfindung für c; eine Dame hört keinen Kanarienvogel, keine Lerche ſchlagen, wohl aber jede Droſſel eine andere hört jedes Saiten inſtrument, den leiſe tönenden Flügel, aber kein Blasinſtrument, kein Poſthorn! Alles Erſcheinungen, nur zu erklären durch die ſpecificirte ſpecifiſche Energie der microſcopiſchen Gebilde unſerer Hörnetzhaut! Sagt doch ſchon Plinius: die Gottheit offenbart ſich nirgends größer als im kleinſten.

Wir empfinden mit unſeren beiden Ohren den Schall nur einfach und einſeitig. Schwerhörende hören den Schall nur mit dem beſſeren Ohre. Denn es iſt ein ſehr weiſes Naturgeſetz, daß gleich⸗ artige, gleich ſtarke Empfindungen nur einfach zum Bewußtſein ge⸗ langen und daß von ungleich ſtarken gleichartigen Empfindungen die ſtärkere ſtets die ſchwächere beſiegt. Was hätten einſeitig Schwer⸗ hörende ſonſt zu leiden?

Es war Eingangs erwähnt, daß die Sinnesnerven auch ſubjectiv empfinden können, doch auch ſolches geſchieht nach Ge⸗ ſetzen. Die ſubjectiven Empfindungen des Ohres zerfallen in die Categorien: Empfindungen der Pulſation, des Sauſens und Brauſens, des Tönens und Klingens. Wir hören z. B. den Puls es hämmert, ſagt der Betroffene wenn die Wandungen der euſtachiſchen Röhren durch Katarrh verklebt und ſomit die Schwingungen der dort pulſirenden Gefäße beſſer zum Labyrinthe geleitet werden, aber im Augenblicke, wo wir die Halsarterie mit dem Finger comprimiren, verſchwindet das Hämmern, weil die kleinen Gefäße nicht mehr pulſiren. Sauſen und brauſen kann ſelbſtver⸗ ſtändlich nur der geräuſchempfindende Faktor, tönen und klingen aber nur der klangempfindende. So beobachten wir z. B. häufig eine einſeitige rheumatiſche Affektion des Gehörorgans, die ſich dem Be⸗ troffenen durchSauſen bemerkbar macht. Anderſeits beobachten wir nach ſtarkem Gähnen ein vorübergehendes Klingen des Ohres, indem bei ſolcher kräftigen Exſpiration die Luft zu kräftig durch die euſtachiſche Röhre zur Trommelhöhle dringt; dieſe drückt alsdann auf das Fenſter der Schnecke und ſomit den darin ſchwingenden klangempfindenden Faktor.

Alle Schwerhörende bemerken, daß ſie ungleich hören und ihre Umgebung beſtätigt es. Dieſer Wechſel iſt bald ein bedeutender, bald ein unbedeutender, erſterer iſt unnatürlich, letzterer natürlich. Erſterer wird bedingt durch eine verſchiedene zweckwidrige Lage von freien beweglichen Hinderniſſen, fremden Körpern im Gehörgange, Trommelhöhle und Trompete, ſowie durch eine verſchiedene Lage der abnorm getrennten Gehörknöchelchen. All dieſe Schwerhörende haben gegründete Ausſicht auf Heilung nicht ſo die anderen.