Jahrgang 
1865
Seite
543
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Stelle aufnahm, brachte mir eine Frau einen Stuhl und einen kleinen Aenderungen vertrug, eine Niederlage bereiteten.

Mahagonitiſch aus ihrer Wohnung, um mir die Sache bequemer zu machen. Bei meiner Gewohnheit im Stehen zu ſkizziren konnte ich von ihrer Gefälligkeit keinen Gebrauch machen, einen Regenſchirm aber nahm ich an, da es anfing bedenklich zu tröpfeln. Als ich ihr denſelben nach beendigter Arbeit zurückgeben wollte, beſtand ſie darauf, daß ich ihn mitnehmen und gelegentlich wiederbringen ſolle. Ich drückte meine Verwunderung aus über das große Vertrauen, welches ſie mir Unbekanntem ohne weiteres ſchenkte, worauf ſie ohne Beſinnen er⸗ widerte:Na, denn beholt ſe em, ſo arm bin ick noch nich, den kann ick ook noch miſſen.

Die brennende Wohnungsfrage, ſowie der ſehr getheilte Bei⸗ fall, den das neue Straßenbauprojekt als ſolches bei Sachverſtändigen und Laien fand, verbunden mit der in immer weiteren Kreiſen zur Geltung gekommenen Meinung über das Gängeviertel, nämlich daß die Zuſtände daſelbſt doch nicht ſo gar ſchwarz ſeien, waren wohl die Gründe, welche dem Plane, der weder Aufſchub noch weſentliche

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Er wurde in der betreffenden Bürgerſchaftsſitzung nach lebhafter Debatte abgelehnt. Auf die nächſte und natürlichſte Frage, ob denn das Gänge⸗ viertel nun bleibt, nach wie vor? iſt zur Zeit noch keine bündige Antwort da. Die Angelegenheit wird oder iſt bereits einer beſondern Kommiſſion zur gründlichen Prüfung übergeben und ſteht wohl zu erwarten, daß nach einer ſo mächtigen Anregung die Sache nicht wieder ganz einſchlafen könne, daß vielmehr vom Staate ein Umbau dieſes Stadttheils nach und nach in Angriff genommen werde, freilich mit bedeutend größern Geldopfern.*) A. Mosengel.

*) Indem wir uns vorbehalten, auf die großen Aufgaben der chriſt⸗

lichen Liebesthätigkeit, gegenüber der Wohnungsnoth, und ihre begonnene

Löſung ausführlicher zurückzukommen, verweiſen wir unſere Leſer für heute nur auf eine Mittheilung am Familientiſche über das bisher in ſolchem Sinne in Hamburgs Gängen und Höfen Geleiſtete.

Die Redaktion.

Irlebniſſe eines deutſchen Officiers im nordamerikaniſchen Kriege.

VI. Neuer Dienſtbetrieb. Ein verunglückter Zug wider die Guerillas. Meine unfreiwillige Reiſe durch die Wildniß.

In Vienne harrte unſrer eine große Ueberraſchung. Seit einigen Wochen hatten wir das Vergnügen, einen neuen Oberſt und einen neuen Oberſtlieutnant zu haben und beide, die aus der regu⸗ lären Armee zu uns kamen, ließen es ſich angelegen ſein, den dort üblichen ſtraffen Dienſt auch bei den Freiwilligen einzuführen. Von Faullenzen und Herumbummeln war keine Rede mehr, ebenſowenig wurden ſchmutzige Anzüge und roſtige Waffen geduldet, ſogar das Putzen der Pferde wurde zur Wirklichkeit. Da ſich der Oberſt auf ſeine Officiere ſehr wenig verlaſſen konnte, ſo führte er das Regiment wie eine große Schwadron. Alles geſchah auf ſeinen alleinigen Be⸗ fehl, er dirigirte jeden und auch den kleinſten Dienſt ſelber und zwar durch Trompetenſignale. Ohne dieſe durfte kein Pferd geputzt oder gefüttert werden, ohne ſie durfte kein Mann eſſen, ſchlafen ꝛc. Die unteren Officiere waren eben von der Art, daß ihnen keine Selbſt⸗ ſtändigkeit eingeräumt werden konnte. Die jetzige Dienſteintheilung ſtand freilich im ſchroffſten Gegenſätze zu unſerem früheren Nichts⸗ thun. Der Tag verfloß auf folgende Weiſe: 5 Uhr Aufſtehen, 5 ½ in den Stall, 6 Uhr Frühſtück, 7 Krankenruf, 7 ½ Tränken, 9 ½ bis 12 Exereiren zu Pferde reſp. zu Fuß, 12 ½ Tränken, 1 Uhr Eſſen, 2 Uhr Vorpoſtenablöſen, was nicht auf Vorpoſten kam bis 3 Exerciren zu Fuß, 3 ½ Tränken, 4 Uhr Dreß⸗Parade mit Reviſion der Waffen und Kleider, 5 Uhr Stalldienſt.

Dieſe Veränderung des bisherigen Schlendrians war ein ent⸗ ſetzlicher Schlag für den allergrößten Theil unſrer Leute, die anfäng⸗ lich glaubten, es geſchehe nur der Form halber und ſie könnten doch thun und laſſen, was ſie wollten. Allein ſie irrten ſich gewaltig, wer beim Verleſen fehlte, ward vom Oberſt auf der Stelle hart be⸗ ſtraft. Da er nun durchaus nicht nachgab, und die ſchlechtgeſinnten Leute zu offener Meuterei zu feige waren, ſo fügte ſich mit der Zeit alles ſeinem Willen, und es gelang ihm, Zucht und Ordnung her⸗ zuſtellen.

Der Vorpoſtendienſt war ſehr beſchwerlich und ermüdend. Unſere aus 3 Regimentern beſtehende Brigade hatte, wie ſchon er⸗ wähnt, die Strecke von Vienne nach Fairfax zu decken und brauchte dazu täglich circa 200 Mann. Nun waren aber viele Compagnien durch Verluſte, Krankheit und Deſertion bis auf 20 Mann herunter⸗ gekommen, auch gingen ſtets einige Detachirungen nach Fairfax und anderen Orten ab, wir mußten daher die Vorpoſten jeden dritten Tag beziehen. Bei aller Veranlaſſung, die man hatte, gegen die Guerillas und Streifcorps der Conföderirten auf der Hut zu ſein, wurde dennoch der Dienſt ziemlich liederlich betrieben und häufige kleine Verluſte, die durch das Aufheben einzelner Poſten und Feld⸗ wachen verurſacht wurden, waren die Folge davon. Eines Tages fehlte beim Ablöſen wieder eine ganze Feldwache, die zweifellos den

Guerillas in die Hand gefallen war, denn zwei Unglückliche hingen an den Bäumen, der Reſt der Mannſchaft war wahrſcheinlich mitge⸗ ſchleppt worden. Dieſe Unthat verdiente Beſtrafung und noch an demſelben Tage brach ein Detachement von gegen 100 Reitern, Freiwillige aus allen Regimentern, auf, um Rache zu nehmen. Ich ſchloß mich dem Zuge an. Wir waren für 3 Tage mit Proviant verſehen und durchzogen gen Leesburg hin das Land die Kreuz und Quer, ohne auf einen Feind zu ſtoßen. Am zweiten Tage gegen Mittag trafen wir friſche Hufſpuren, denen wir ſchnell und ziemlich unvorſichtig in ein waldiges Terrain folgten. Der Wald wurde immer dichter, auf einmal werden wir von hinten aus dem Dickicht beſchoſſen. Der kommandirende Officier ſchreit:Vorwärts! und alles gallopirt auf eine Lichtung zu. In wüſten Haufen kommen wir dort an, da ſchlägt von dem jenſeitigen Rande her ein Hagel von Geſchoſſen in unſere Reihen und gleich darauf greifen uns drei Züge Cavallerie von vorn und von beiden Seiten an.

Ich habe ſchon früher bemerkt, daß die geſammte Unionscaval⸗ lerie, wenigſtens die Miliz und die Freiwilligen den Gebrauch des Säbels und den Angriff in geſchloſſener Reihe kaum dem Namen nach kannte; in aufgelöſter Linie ſprengt ſie dem Feinde entgegen, ſchießt mit dem Revolver auf ihn und verſchwindet, wenn der Feind nicht etwa ſelbſt zurückgeht. Die Conföderirten, die den Bundes⸗ truppen in jeder Beziehung an Ausbildung, Disciplin und Führung überlegen waren, brauchten die Cavallerie mehr im Nahgefecht und in geſchloſſener Attacke; ſo auch hier. Das Reſultat des Kampfes war nicht zweifelhaft. Ehe wir uns recht umſahen, ſaßen die wüthenden Südlinger mitten unter uns und hieben und ſchoſſen alles vor ſich nieder. An Widerſtand dachten nur wenige, sauve qui peut! war die allgemeine Loſung, wir ſtäubten nach allen Seiten auseinander, vom Feinde eifrig verfolgt. Ich kam nicht weit, mein Pferd erhielt einen Schuß in die Bruſt, es that etliche gewaltige Sätze in das dichte Unterholz und ſtürzte dort zuſammen. Als ich mich glücklich mit heilen Knochen unter dem Thiere vorgearbeitet hatte, hörte ich den Lärm der wilden Jagd ſchon in einiger Entfer⸗ nung, in meiner Nähe war alles ſtill. Ich ſchlich nun in dem Dickicht vorſichtig umherſpähend weiter, als ich einige Schritte vor mir einen Menſchen durch die Büſche huſchen ſah. Sowie er mich bemerkte, richtete er den Revolver auf mich zu, ich machte ſchnell Freundſchaftsſignale, denn ich erkannte in ihm zu meiner höchſten Freude den Scouter unſerer Abtheilung, d. h. den der Gegend kundigen Führer, den jede Truppe bei ſolchen Expeditionen bei ſich haben muß. Wir blieben noch eine kurze Zeit liegen, dann machten wir uns auf. Unſre Wanderung ging durch undurchdringliches Gebüſch und dorniges Geſtrüpp vorwärts und zwar ſo ſchnell, daß ich meinem Führer kaum zu folgen vermochte. Die Nacht ſenkte ſich herab und mein Scouter lief noch immer mit einer Geſchwindigkeit, daß mir der Athem verging, vor mir her.Halt, ſagte ich endlich,ich kann nicht weiter, Freund, laßt uns einen Augenblick ausruhen!Da⸗

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