Jahrgang 
1865
Seite
535
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Luft durch Schleimbildung verdrängt wie z. B. in der Grippe, ſo verſtimmt ſich unſer Inſtrument und ſchleunige Hilfe thut noth, denn der noch flüſſige freie Schleim läßt ſich leicht durch die Euſtachiſche Röhre entfernen, nicht ſo der erhärtete, verklebte. Das Labyrinthwaſſer überträgt die Schwingungen des Steig⸗ bügels auf die empfindenden Theile des Hörnerv, doch anders verhält es ſich beim Uebertragen der Geräuſche, anders bei dem von Tönen und Klängen. Letztere ſoll es noch bei der Leitung verſtärken, durch ſeine Reſonanz und Elaſticität und damit es reſonire, ſchuf der allgütige Schöpfer eine Gegenöffnung im Labyrinthe, das runde Fenſter der Schnecke(k) und verſchloß es mit elaſti⸗ ſcher Haut.

Das runde Fenſter iſt alſo kein Trommelhöhlenfenſter, wie das ovale, ſondern ein Labyrinthwaſſerfenſter, abſolut nöthig zum Hören der Klänge und weniger zum Hören der Geräuſche. Und ſo finden wir denn, wenn das Fenſter gedrückt wird, wenn die Haut ſich verdickt und verknöchert, bei weitem mehr, doch ſtets geſetzlich, eine Ab⸗ nahme der Hörkraft für Klänge, als der für Geräuſche.

Wir kommen jetzt zu den empfindenden Theilen des Ohres. Ein normales, zweckdienliches Ohr ſoll gleichzeitig gleich ſtarke Geräuſche ſowie Töne und Klänge empfinden, um vor allem die Sprache des Menſchen zu verſtehen, denn die Sprache iſt Com⸗ bination von Geräuſchen und Klängen, von Conſonanten und Vocalen, doch überwiegen die Klänge. Während die einen die Hörhärchen(tt) erregen, erregen die anderen die Netzhaut der Schnecke(rr).

Immer aber geht das Sprachverſtändniß Hand in Hand mit dem Hören der Klänge und nicht mit dem Hören der Geräuſche. Sobald der klangempfindende Faktor leidet, leidet das Verſtehen der Sprache, ſelbſt wenn der geräuſchempfindende Factor nicht mit⸗ leidet. Der intereſſanteſte, hierhin gehörende Fall dürfte wohl fol⸗ gender ſein. Ein Herr wurde plötzlich taub nach einem Sturzbade; er behielt die Fähigkeit Geräuſche zu vernehmen, ſo von weitem das Rollen der Wagen, ein leiſes Klopfen an die Thür oder Scheibe, ſchon das Kritzeln mit einer Feder, das Ticken der Uhr und ein leiſes Klingeln aber keine menſchliche Stimme kam ihm ferner zum Bewußtſein. Man konnte die einzelnen Vocale ſo klar, ſo laut und ſo deutlich, als nur immerhin möglich, ausſprechen, ſie machten alle auf ihn denſelben Eindruck eines unbeſtimmten, nichtsſagenden Geräuſches, eines hſt, kein Unterſchied im hohen i, im hellen a, im tiefen u, er war tauber als ein Taubſtummer gegen menſchliche Laute, und hörte jedes Geräuſch!

Dagegen lernte ich eine Dame kennen, die verſtand im erſten Stockwerke die Sprache der Menſchen auf der Straße, ſie hörte das Piano im höheren Stockwerk, doch ſie hörte keine Uhr, keine Glocke. Ihr Ohr empfand Klänge und Töne normal, doch nicht ſo Ge⸗ räuſche. Ja, ich kenne einen General, der das Commando zu führen verſteht und keine Repetiruhr vernimmt; der klangempfindende Fak⸗ tor ſeines acuſtiſchen Inſtrumentes iſt ſehr wohlgeſtimmt, der ge⸗ räuſchempfinde hingegen iſt verſtimmt.

Schluß folgt.)

Am Jamilientiſche.

Das Menagerieſchiff und der weiße Elephant.

Während der erſten preußiſchen Expedition nach Japan, China und Siam in den Jahren 1860 62 erhielt das Transportſchiff Elbe den Auf⸗ trag, für den zoologiſchen Garten in Berlin ſo viel ausländiſche Thiere mitzubringen, als in den verſchiedenen Häfen zu finden und auf dem Schiffe unterzubringen wären. Ich war damals Commandant der Elbe und mir war dieſer Auftrag ſehr willkommen, da ich mich von jeher für Naturgeſchichte intereſſirt und auf meinen früheren Seereiſen ſtets eine höchſt angenehme Beſchäftigung in der Beobachtung des Thierlebens ge⸗ ſucht und gefunden hatte.

Ich erhielt den Auftrag in Bangkok und da ich auf der Heimreiſe noch Singapore, Java und das Cap der guten Hoffnung anlaufen konnte, ſo war Ausſicht auf reiche Acquiſitionen vorhanden. Ich ließ deshalb das zum größten Theile leere Schiff zur Aufnahme der Thiere auf das Zweck⸗ mäßigſte herrichten. Der Sandballaſt wurde im untern Raume zu einer Fläche geebnet und dadurch ein ſchöner Platz von etwa 80 Fuß Länge, 30 Fuß Breite und 7 Fuß Höhe geſchaffen, der einer ganzen Menge fried⸗ licher Thiere zum Tummelplatz dienen konnte und durch die Decksluken hinreichend friſche Luft und Licht beſaß. In Bangkok erhielt ich ſogleich eine ziemliche Anzahl Bewohner für die Menagerie. Unter ihnen nahm der auch in weiteren Kreiſen bekannt gewordene ſogenannte weiße Elephant die hervorragendſte Stelle ein.

Indem ich mir vorbehalte, den Leſern des Daheim ſpäter noch einige andere Thiercharaktere vorzuführen, will ich mich heute mit dem Elephanten beſchäftigen, der mir vorzugsweiſe Intereſſe einflößte.

Er war ein Geſchenk des damals in Bangkok als engliſcher Conſul

fungirenden Sir Robert Schomburgk, unſeres Landsmanns, an die Frau

Kronprinzeſſin von Preußen.

Woher die allgemeine Annahme ſtammte, daß der mit der Elbe ge⸗ brachte Elephant ein weißer ſei, iſt mir unbekannt geblieben. Seine Farbe war im Gegentheil faſt ſchwarz und überhaupt gibt es gar keine weißen Elephanten. Der unter dieſem Namen bekannte und als heilig gehaltene Elephant des Königs von Siam iſt chocoladenfarbig.

Unſer Freund war noch jung und unerwachſen, drei Jahre alt und 4 ½ Fuß hoch. Ich ließ ihm ein ſolides Haus auf dem Oberdeck bauen und dieſes ſo einrichten, daß er bei größeren Bewegungen an den Wänden eine Stütze fand. Arbeitete das Schiff ſehr heftig, ſo wurden ihm breite Gurte unter den Leib gelegt und nach der Decke des Hauſes ſo ſtraff gezogen, daß er nicht fallen konnte.

Er war bereits vollſtändig gezähmt, als er an Bord kam, gewöhnte ſich ſehr bald an die neuen Verhältniſſe und wurde ebenſo ſchnell der Liebling der geſammten Mannſchaft. Nach ſeinem früheren Herrn wurde er Robert genannt und hörte in wenigen Tagen auf ſeinen neuen Namen.

Mit kurzen Unterbrechungen hatten wir während der ganzen Rückreiſe ſchönes Wetter und Robert erhielt daher vielfach Erlaubniß, frei auf dem Deck herumzuſpazieren. Meine Cajüte befand ſich ebenfalls auf dem Ober⸗ deck und da ich bei dem ſchönen Wetter gewöhnlich die Thüre geöffnet hielt, ſo wurde ich ſehr oft von unſerm Freunde beſucht. Es entſpann ſich bald ein intimes Freundſchaftsbündniß zwiſchen uns, auf deſſen Zuſtande⸗ kommen namentlich meine Vorräthe an Bananen und Apfelſinen einen ſehr günſtigen Einfluß übten. Bananen waren überhaupt ſein Tendre; für ſie wäre er durch das Feuer gegangen und mit ihrer Hilfe wurde ihm in wenigen Tagen eine ganze Reihe Kunſtſtücke beigebracht. So z. B.

lernte er an einem Tage ſein Compliment zu machen, indem er ſich auf die Vorderkniee warf und den Kopf ſo weit nach unten bog, daß ſeine Stirn das Deck berührte. Dies wurde ihm nur von ſeinem Wärter vor⸗ gemacht und ihm dabei eine Banane vorgehalten. Er begriff ſofort den Zweck des Manbvers und lernte ebenſo ſchnell den Fuß geben. Ueber⸗ haupt herrſchte aber zwiſchen ihm und dem Wärter das zärtlichſte Ein⸗ vernehmen; ich habe noch nichts Aehnliches geſehen. Freilich that erſterer ſeinem Liebling auch alles Erdenkliche zu Gute. Als er bemerkte, daß Robert gekochten Reis lieber als rohen fraß, ſtand er jeden Morgen um 4 Uhr ſchon in der Küche, um die für den Tag nöthige Portion(etwa einen Eimer voll) mundgerecht zu bereiten. Damit nicht zufrieden, formte er den Reis bei den Mahlzeiten zu Kugeln und ſchob ſie dem Elephanten in den ge⸗ öffneten Mund, damit dieſer die wenigſtmöglichen Unbequemlichkeiten vom Freſſen habe. Robert erkannte ſolche Sorgfalt auch dankbarlichſt an und folgte dem Wärter wie ein Hund auf Schritt und Tritt. Wenn wir es für nöthig hielten, daß er in ſeinen Stall zurückgebracht wurde, ſo ge⸗ horchte er nur dem Wärter oder mir; niemand ſonſt vermochte ihn dazu zu bewegen.

Sobald Robert ſeine Mahlzeit eingenommen, ging der Wärter in den Raum, um auch die übrigen Thiere zu füttern. Der Elephant folgte ihm dann ſtets bis an die Luke, machte einige lebensgefährliche Verſuche die Treppe hinabzuklettern, wovon wir ihn nur unter Anwendung von Strenge zurückzuhalten vermochten und brüllte laut, ſobald er ſeinen geliebten Freund verſchwinden ſah. Der Wärter hieß Kuhl und der brüllende Ton klang faſt genau, als ob er dieſen Namen riefe, was der Mannſchaft oft Anlaß zur Heiterkeit gab.

Es war Robert eine höchſt angenehme Empfindung, wenn man ihn mit der Hand auf der Zunge krabbelte. Er ließ ſich dies Stundenlang gefallen und gar oft ſah ich in den Tropen, wenn ich ſpät Abends noch einmal das Deck betrat, Kuhl und Robert in trauteſtem Zuſammenſein. Kuhl krabbelte die Zunge und Robert hielt ihn mit ſeinem Rüſſel eng umſchlungen, damit er nur ja nicht aufhören ſolle.

Robert wußte ganz genau, wann ich meine Mahlzeiten einnahm. Er kam dann regelmäßig und lud ſich zu Gaſt. War die Thür meiner Ca⸗ jüte geſchloſſen, ſo öffnete er dieſelbe mit dem Rüſſel ſehr geſchickt, ſteckte den Kopf durch und ſchnupperte mit dem Rüſſel nach den Speiſen. Wenn ich ihm dann mit dem Löffel keinen Schlag gab, ſo betrachtete er dies als Zeichen, daß er kommen dürfe, zwängte ſich durch die Thür und wartete am Tiſch geduldig, bis ich ihm etwas gab. Als Bananen und andere friſche Früchte ihre Endſchaft erreicht hatten, wurde er von mir öfter mit Eingemachtem erfreut, wie er denn überhaupt allen Süßigkeiten ſehr zugethan war.

Eierkuchen oder ſogenannte Flinſen waren jedoch nach den Bananen ſein größter Leckerbiſſen. Abgeſehen davon, daß er regelmäßig einen oder zwei erhielt, wenn die Officiere oder ich dieſe Speiſe aßen, wurden ihm ſonn⸗ täglich ein Dutzend extra gebacken, die er mit außerordentlichem Behagen verzehrte. Sobald er nur den Geruch des Backens merkte, pflanzte er ſich vor der Küchenthür auf und wich nicht eher, bis der Koch ihm ein Koſthäppchen gegeben. Als er in Swinemünde ausgeſchifft wurde, nahm er mit kläg⸗ lichem Brüllen von uns Abſchied. Sein Wärter begleitete ihn nach Berlin und blieb noch 8 Wochen bei ihm, bis er ſich an die neue Umgebung ge⸗ wöhnt hatte. Er befindet ſich im zoologiſchen Garten in Berlin, dem er von der Kronprinzeſſin geſchenkt wurde. Ich habe ihn in den drei Jahren

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