Jahrgang 
1865
Seite
533
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reifen Sie5338

die und de Schneckengehäuſe(G) wird innen dnrch eine häutige Die periodiſchen Schwingungen der Klänge erfolgen entweder ruch wurde Treppe in zwei Gänge getheilt, und auf dieſer häutigen Scheide⸗ nach einfachen Geſetzen, wie z. B. die Schwingungen eines Pendels, kaum die wand ruht ein wunderbar organiſirtes Faſergewebe, die Netzhaut oder ſie erfolgen nach complicirten Geſetzen. Einfache pendelartig zu thun⸗ der Schnecke(r r.) Im Labyrinthwaſſer des Vorhofes und der periodiſche Schwingungen fühlet unſer Ohr als Ton, ſo die Line kleine Bogengänge ſchwimmt ein zartes häutiges Gebilde, das häutige Schwingungen einer Stimmgabel im Gegenſatz zum Klange, der veiter zu Labyrinth, von gleicher, nur etwas verkleinerter Form. Daſſelbe ſtets der Eindruck complicirt periodiſcher Schwingungen iſt. Die

ſt vor dem iſt mit einer ſchleimigen Flüſſigkeit, Hörſchleim, gefüllt, dem Tonhöhe hängt ab von der Anzahl der Pendelſchwingungen in tſchwunden an einzelnen Stellen feſte bewegliche Körper, Hörſteine(ss) bei⸗ einer Secunde, je größer dieſe, deſto höher der Ton.

und ruhten gemiſcht ſind; die Hörſteine endlich treten in innige Verbindung Helmholtz erkannte nun das wichtige Geſetz, daß ſich jeder

mit den Hörhärchen(tt), welche ſtellenweiſe die Innenfläche des Klang in eineAnzahl von Tönen mit verſchiedener Tonhöhe zer⸗ häutigen Labyrinthes bekleiden. legen läßt, daß jeder Klang aus einer Anzahl von Theiltönen

Die Netzhaut der Schnecke(ss) und jene mit Hör⸗ beſteht. Den tiefſten unter dieſen Theiltönen bezeichnete er als 8 härchen bedeckten Theile(tt) des häutigen Labyrinthes ſind Grundton, die übrigen als Obertöne des Klanges. Je nach

nſere Zahl die empfindenden Theile des Ohres, erſtere ſchwimmen im der Anzahl der Obertöne, je nach ihrer verſchiedenen Stärke, je nach ſonſt Vnt Waſſer, letztere im Schleim, in ſie hinein verzweigt ſich der ihrem Verhalten zum Grundtone ändert ſich als Ganzes der Klang rn M Hörnerv(I), ſich ſpaltend in einen Schneckenaſt(V) und in einen der ſchwingenden Materie, empfinden wir eine verſchiedene Klang⸗

rn Morgen w e. 3 3 Leetn 3 t zu haben(Vorhofsaſt(W). Der Hörnerv ſelbſt unterſcheidet ſich durch farbe; ſie wird weich oder hart, voll oder leer ꝛc. Pfede da ſeinen Bau in keinerlei Weiſe von einem anderen Nerv; zu er⸗ Es ſcheint, als ob unſere Sinnesnerven nur dadurch ſpecifiſch Pferde dies)

urden ut wähnen bleibt nur, daß er gerade aus der Mitte des kleinen Ge⸗ empfinden, ihre ſpecifiſche Energie beſitzen, daß ſie mit verſchieden rden wir Whirns, aus einer mit Waſſer gefüllten Höhle deſſelben entſpringt organiſirten Gebilden an ihren Endigungen in Verbindung treten;

welches mit einem beweglichen Deckel verſchloſſen iſt, und ein

Eine ſo grundverſchiedene Empfindung wie die von Klang und Geräuſch ſetzt nach dieſer Lehre voraus eine zwiefache, grundverſchiedene Struktur der Endigungsgebilde des Hörnerv. V Und ſo erkannte denn Helmholtz' acuſtiſcher Blick in den frei be⸗ weglichen elaſtiſchen Faſern der Netzhaut der Schnecke(rr) den klangempfindenden Faktor des b

Aäude ſu und ſomit überall Beweglichkeit vorherrſcht. ſo der Sehnerv mit ſeiner Netzhaut und der Hörnerv mit einzelnen

1 Gueullaü Gehen wir noch einmal zur Gebilden am häutigen Labyrinthe entfaltete Tdrrommelhöhle(D D) zurück, ſo und in der Schnecke; denn die ic das un⸗ finden wir an ihrer Labyrinth⸗ M Struktur aller Nerven iſt die⸗ d de

und was wand 2 Oeffnungen, Fenſter⸗ ſelbe, während die Struktur der V 4

oh, als um chen genannt; ein höher ge⸗ Endigungsgebilde bei jedem eine

wir in das legenes größeres ovales(i), microscopiſch verſchiedene iſt.

tiefer gelegeneres, kleineres run⸗ des(k), das von einer elaſtiſchen Haut bedeck wird. Erſteres führt zum Vorhofe, letzteres zur Schnecke. Zwiſchen dem Deckel V des Vorhofsfenſters und dem Trommelfelle ſehen wir eine äußerſt ſinnreiche, vollkommen V von Luft umgebene Knochen⸗ leitung eingeſchaltet durch die bekannten Gehörknöchelchen.

Ohres und in den ſchwerer be⸗ weglichen unelaſtiſchen Hörhär⸗

Wir beſitzen deren drei, den chen des häutigen Labyrinthes Hammer(m)., deſſen Handgriff(tt) den geräuſchempfindenden mit dem Trommelfelle verwebt iſt, den Amboß(n), der mit dem Faktor deſſelben. Das war eine epochemachende Entdeckung, Kopfe des Hammers ein Gelenk bildet und daran den Steig⸗ beſtätigt durch jede Beobachtung des Lebens. Wie wäre es denn 4 bügel(0), deſſen Fußtritt den Deckel des ovalen Fenſters bildet. möglich, gleichzeitig Geräuſche und Klänge zu hören, hätte uns Durch die Euſtachiſche Trompete(E) dringt nun die ſehr ver⸗ nicht der Schäpfer verſchiedene, gleichzeitig empfindende Faktoren r ſell feinerte Schleimhaut vom Schlunde in die Trommelhöhle, überzieht gegeben? mmelfen aall ihre Wendungen, das Trommelfell und die Gehörknöchelchen, Mitten in geräuſchvoller Schlacht gehorchen wir den Briefpapler nund befeſtigt dabei den Fußtritt des Steigbügels mit dem Rande des ordnenden Klängen der Hörner. Alle Theile des Gehörorganes V dloſtiſchen Woovalen Fenſters. vor den empfindenden Gebilden ſind nur Leitungsvorrichtungen und elle begiunt Es iſt ſomit die Kette der Gehörknöchelchen zwar feſt ſchließend, gehorchen anderen Geſetzen bei der Leitung von Geräuſchen als bei D. Dieſe dooch äußerſt beweglich und empfindſam zwiſchen Trommelfell und der von Klängen. ad geht nach Vorhof eingelegt. Endlich finden wir noch 2 kleine Muskeln in ihr, Bei der Leitung von Geräuſchen wirkt der iſolirte, feſte en Kanal der eine zieht ſich vom Hammer zur Trompete(p); er ſpannt das und leicht bewegliche Conduktor der Trommelhöhle(Trommelfell e, V 4 a(E) g⸗ Trommelfell, der andere(q) erhebt den Steigbügel etwas nach hinten. Hammer m, Amboß n und Steigbügel o), nur als leichte, be⸗. 2 Das wäre im allgemeinen das Wiſſenswerthe vom Bau, von gränzte Maſſe, welche die Stöße empfängt und aufs Labyrintha e

der Form unſeres Inſtrumentes, doch alles im Leben iſt Zweck waſſer überträgt, damit ſie den geräuſchempfindenden Faktor erregen. und ſo war es der Gedanke des Schöpfers, uns auf unſeren Lebens⸗ Bei der Leitu ung der Klänge hingegen wirkt derſelbe Con⸗ pfad ein Inſtrument mitzugeben, daß ungefragt all und jede Schwin⸗ duktor nicht nur als Maſſe, ſondern vor allem als elaſtiſcher reſo⸗

gung der Materie nachſpielen kann und muß, bevor ſie zu unſerem nirender Körper, welcher durch Mitſchwingung die andringenden 7. Bewußtſein geführt wird. Ohne beſſere, tiefere Einſicht in das Schwingungen verſtärkt und ſie verſtärkt dem Labyrinthwaſſer über⸗ 6 1 Weſen der Schwingungen konnten wir nimmer eine größere Klarheit trägt. über das Spiel unſeres Inſtrumentes erwarten. Und ſo wurde denn Das frei bewegliche Labyrinthwaſſer ſeinerſeits iſt nun wieder⸗ 1

Helmholtz,, der Erſinder des Augenſpiegels, zum Reformator um elaſtiſch und verſtärkt abermals die ihm bereits verſtärkt zu⸗ des Ohres durch ſeine neuere Schwingungslehre. Ihm gebührt die geführten Klänge, ſo daß ſchon die leiſeſten Klänge der Außenwelt Palme des Sieges, durch phyſikaliſches Licht die dunklen Pforten des den klangempfindenden Faktor erregen können. Ohres erſchloſſen zu haben. Aus alledem folgt von ſelbſt: Die Geräuſche, welche wir hören, Die Schwingungen der Materie, die Störungen ihres Gleich- ſind bereits vor dem Ohre ſo intenſiv als wir ſie hören, ſie werden gewichtes ſind nach Helmholtz entweder gleichmäßige, dauernde, durch unſer Inſtrument nur geleitet; die Klänge aber, welche wir periodiſche, oder wechſelnde, ſtoßweiſe, nicht periodiſche. hören, ſind vor dem Ohre weniger intenſiv als wir ſie hören, ſie Die durch erſtere hervorgerufenen Eindrücke bezeichnet er als Klang, werden durch unſer Inſtrument nicht nur geleitet, ſondern gleich⸗ die durch letztere erzeugte als Geräuſch. zeitig durch deſſen Reſonanz verſtärkt.