Jahrgang 
1865
Seite
531
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kunft und erhielt einen Ort für uns zum Lager angewieſen. Unſer Stall war ſchon erbaut, d. h. ein Seil war an der Erde ausge⸗ ſpannt, wir banden unſere Pferde an, ſchlugen die Zelte auf und ließen uns nieder.

Gegen Abend kam O. K. zu mir und ſagte nach mehreren liebenswürdigen Bemerkungen:Ich habe bereits Ihretwegen mit dem Oberſt L.(ſo hieß der Regimentscommandeur) geſprochen und habe guten Grund, zu glauben, daß Sie ſehr ſchnell im Avancement berückſichtigt werden. Uebrigens kann ich Ihnen mittheilen, daß wir nicht hier bleiben, ſondern morgen weiter marſchiren. giment ſoll zwei Compagnien nach Fairfax Court als Wache für den dort commandirenden General Corcoran abgeben, und das militäriſche Ausſehen, der vorzügliche Sitz meiner Compagnie zu Pferde, genug unſere ganze Erſcheinung hat dem Oberſten ſo impo⸗ nirt, daß er uns dazu auserſehen hat. ebenſo großer Eſel, als Du ſelbſt, dachte ich in meinen Gedanken, gratulirte aber dem braven Manne zu ſeinen Erfolgen, und er nahm meinen Glückwunſch auch ganz ernſthaft an. In der Sache hatte er, was unſere Beſtimmung betraf, Recht, denn am nächſten Morgen brachen wir und die Compagnie K. nach Fairfax auf.

V. General Corcoran. Unſere erſten Unternehmungen gegen den Feind. Rückkehr zum Regimente.

In Fairfax fanden wir eine iriſche Diviſion vor unter ihrem General Corcoran, von dem damals gerade viel geſprochen wurde. Aus einer guten iriſchen Familie ſtammend und anfänglich engliſcher Officier nahm er um ſeiner republikaniſchen Ideen willen den Abſchied und ging nach Amerika. Hier wurde er Oberſt eines Milizregimentes und erwarb ſich dadurch einen großen Ruhm, daß er ſich bei Gelegen⸗ heit der Anweſenheit des Prinzen von Wales in Newyork weigerte, mit ſeinem Regimentvor einem Tyrannen zu paradiren,das ſei eines freien Bürgers unwürdig. Für dieſe Heldenthat wurde ihm eine Ovation nach der andern gebracht und ſchließlich das Commando einer Brigade im Felde anvertraut. Er war einer der brutalſten Menſchen, die je exiſtirt haben, traktirte die Soldaten mit Ohrfeigen, wo er ſie ſah, und ſagte ſeinen Officieren die maſſivſten Grobheiten. Dennoch war er in hohem Grade populär geweſen, bis die folgende Begebenheit den Nimbus doch einigermaßen zerſtörte. Colonel D. revidirt eines Nachts die Vorpoſten des Regiments, plötzlich ſprengt ein Reitertrupp auf ihn zu, der von ihm angerufen wird. Die Reiter halten, und der Oberſt fordert das Loſungswort.General Cor⸗ coran ertönt es zurück.Das kann jeder ſagen, ich bitte um das Loſungswort, erwiederte Colonel D. Ein Revolverſchuß des General Corcoran, der es wirklich war, iſt die Antwort, der Oberſt ſinkt todt zuſammen. Der General wurde wegen dieſes Mordes ſtark getadelt, das war aber auch alles, bald nachher bekam er das Commando der erwähnten iriſchen Diviſion.

Zum Glück hatten wir mit dieſem Manne nicht viel zu thun. Vor dem Courthouſe in Fairfax ſchlugen wir unſere Zelte auf und brachten die Pferde zum erſten Male in Ställen unter, die von der durch uns abgelöſten Compagnie erbaut waren.

Nach einigen Tagen erhielten wir Vefehl, auf eine Guerilla⸗ bande Jagd zu machen, welche in der Nacht vorher einige Vorpoſten aufgehoben hatte. Unter dem Oberſten irgend eines Milizregi⸗ mentes Namens Mac R. zog unſere Compagnie nebſt einem In⸗ fanteriedetachement zu dieſem Unternehmen aus. Wir ſollten auf der Straße nach Centreville vorgehen, weil ſich die Guerillas dort vorzugsweiſe aufhielten, und zwar ſollte Abends um 9 Uhr aufge⸗ brochen werden. Zur beſtimmten Stunde ſammelte ſich unſere Com⸗ pagnie, es kamen aber nur gegen 50 Reiter, die anderen blieben aus und waren in der Dunkelheit auch nicht zu finden. Etwa 50 Infan⸗ teriſten auf 5 großen Leiterwagen ſtießen zu uns und wir ſetzten uns, 6 Reiter als Avantgarde voran, in Marſch. Das Wetter war ſcheußlich, es regnete in Strömen, dazu blies ein eiskalter Sturmwind, der uns von Zeit zu Zeit einen Hagelſchauer ins Geſicht warf, genug, es war eine wilde Decembernacht. Außerhalb der Stadt wurden Sturm und Hagel ſo heftig, daß es faſt unmöglich war, vorwärts zu kommen. Die Pferde machten Kehrt und waren nur durch die unbarmherzigſten Sporenſtöße im Gange zu erhalten. Im Schutz eines Waldes warteten wir eine Stunde lang, bis ſich das Unwetter etwas gelegt

Das Re⸗

Dann iſt der Oberſt ein

hatte, dann ritten wir lautlos weiter. Ungefähr 10 engliſche Meilen mochten wir marſchirt ſein und waren eben im Begriff, einen Bach zu paſſiren, der die Straße durchſchnitt, als wir durch eine Gewehr⸗ ſalve vor uns aufgeſchreckt wurden. Zugleich kam unſer Vortrab in haltloſer Flucht zurück, ſtürzte auf unſere Colonne, ſprengte ſie aus⸗ einander und verſchwand im Dunkel der Nacht.

Unſer Wachtmeiſter Lampe, ein ſehr dicker, unbehilflicher Mann, ehemals preußiſcher Landwehrofficier, war bei dieſem Anprall vom Pferde geworfen worden; er kugelte ſich im kalten Waſſer herum und mochte ſich wohl für ſchwer verwundet halten, denn er brüllte wie ein Löwe nach der Ambulance. Dazwiſchen erklangen die Stimmen des Oberſten und des Capitän O. K., die darüber debattirten, was anzu⸗ fangen ſei. Unſer Lieutenant hatte ſeinen für gewöhnlich nicht gerade ſtarken, kriegeriſchen Muth vor dem Ausmarſch künſtlich entflammt, er war ſchwer betrunken und ſchrie in die Nacht hinein: er wolle auf der Stelle attakiren, die Feinde maſſacriren und alles niederſchießen. Einer der anderen Officiere ſagte ihm, er ſolle ſtille ſein, er mache ja die Leute irre, worauf er in voller Wuth ausrief:Was macht irre, wer macht irre, Ihr ſeid alle miteinander verrückt! Der dicke Wacht⸗ meiſter hatte ſich mittlerweile aus der Pfütze herausgekrabbelt und ſah ſich, da ſein Pferd entlaufen und die vielbegehrte Ambulance nicht vorhanden war, nach einem andern Beförderungsmittel um. Der betrunkene Lieutenant war der erſte, auf den er in der Dunkelheit traf.Laſſen Sie mich mit auf Ihr Pferd, mir iſt das meinige unter dem Leibe erſchoſſen worden, laſſen Sie mich aufſitzen, ſchnell, ſonſt bin ich gefangen, jammerte der triefende Held.Hol Sie der Satan, meinetwegen, aber Sie ſind verrückt, völlig verrückt, lallte der ange⸗ redete Officier zurück.Und Sie ſind betrunken, nein beſoffen ſind Sie, total beſoffen, entgegnete wieder der erboſte Wachtmeiſter. Ich hatte nicht länger Zeit, dieſer freundſchaftlichen Unterhaltung zuzu⸗ hören, denn der Capitän beauftragte mich, mir 6 Mann auszuſuchen, vorzureiten und zu ſehen, was es eigentlich gäbe. Ich wandte mich an 10 bis 12 Leute vergebens, endlich hatte ich 5 Freiwillige zu⸗ ſammen und ritt mit ihnen den Hügel hinauf. Von Zeit zu Zeit hielt ich ſtill und horchte, denn die Nacht war ſo finſter, daß man nichts unterſcheiden konnte alles war ſtumm. Eben hatten wir wieder einmal eine Weile gelauſcht, da hörte ich deutlich vom Winde zugetragen, von rechts herüber die Worte: Every man dismount! und unmittel⸗ bar nachher den Hufſchlag eines galoppirenden Pferdes. Die Revol⸗ ver in Bereitſchaft, erwarteten wir den vermeinten Feind, dicht vor uns ſtutzt er plötzlich, und ich erkenne, daß es ein reiterloſes Pferd iſt. Ich wollte darauf zureiten, um mich ſeiner zu verſichern, als ich das Licht mehrerer Laternen erblickte, die ſich hin⸗ und herbewegten und ſich winkende Zeichen gaben. Allmälich entfernten ſie ſich immer weiter und ein dumpfes Geräuſch, welches wir vernommen hatten, verſtummte.

Der Feind war aller Wahrſcheinlichkeit nach abmarſchirt; ich ritt noch etwas nach rechts vom Wege ab, in der Richtung der ver⸗ ſchwundenen Laternen, allein es zeigte ſich nichts Verdächtiges. Jetzt kehrte ich zurück und meldete dem Capitän, daß der Feind abgezogen ſei und etwa 3 bis 400 Schritte rechts in unſerer Flanke an dem erwähnten Bache geſtanden habe. Der Oberſt Mac R., der dies mit anhörte, wurde bei dem Worte Flanke ſehr ängſtlich und ſtotterte heraus, die Guerillas wollten uns umgehen, er werde deshalb einmal ſchießen laſſen. Die Infanteriſten mußten alſo abſteigen, ſich in einer Reihe aufſtellen und den beabſichtigten Angriff dadurch ver⸗ hindern, daß ſie in die pechſchwarze Nacht hinein jeder einige Schuß abgaben. Da ſich nichts rührte und wir alſo den Feind nunmehr völlig beſiegt hatten, wurde die Mannſchaft ſchnell wieder auf die Wagen geladen und der Rückzug angetreten. Hierbei entſtand ein fürchterliches Gezänk, unſer Wächtmeiſter hatte einen Platz auf einem der Wagen occupirt und gab denſelben durchaus nicht auf, darüber kam es zu einem lebhaften Wortwechſel und zu derben Schimpfreden.

Der Marſch ging ſo eilig von Statten, als es mit den Wagen auf der ſchlechten Straße möglich war. Nach etwa 8 Meilen machten wir Halt. Der Oberſt wußte ſich jetzt nur noch 2 engliſche Meilen von Fairfax entfernt und wurde plötzlich ſehr muthig.O, ſagte er zu O. K.,wenn ſie doch kämen, die verfluchten Rebellen, ich wollte ihnen ſchön heimleuchten! Aber niemand kam, obwohl wir zitternd vor Näſſe und Kälte warteten, bis der Morgen anbrach. Kaum waren wir in Fairfax angelangt, hatten abgeſattelt und uns todtmüde niedergelegt, als wir von neuem alarmirt wurden. Der Oberſt hatte

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