an der Thün Daus herun and heraus! menhang gut em heimiſchen dlebt, aber es langen. Ob— te er doch den ten, durch die ſei, den mit⸗ nachzugeben, in einer ver⸗ herankommen lehr zu einem eten vor. N⸗ unher, bis er dieſer furcht⸗
onne auf den delgeſchrei um Grade die ße aber leicht⸗ den hölzernen Drucke nach, rrein mit dem and, heraus!“ durchforſchen, Hand. Ein alsbald die die Scheune, n, ohne daß Waffe und
lößende Stel⸗
n ihm!“ „Halbkreis um dem ſie ihren ger Wuth di britt vor und du mit Aleid
bes Geflüſte D erk Ohlſen
iuhaltsſchwen fühlte er doch
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rechter Lügner, ich bin nicht mit ihm verlobt.. „Ho ſtopp! das iſt ein anderes Ding!“ rief Derk Ohlſen. „Aber Du haſt ihn doch über Nacht im Hauſe gehabt?“ fragte
Tjeert, der wieder aufzuathmen begann.
„Das iſt nicht wahr. Er kam geſtern Abend ins Haus, und ich hatte ihn wahrhaftig nicht gerufen; er ſprach davon, daß ich ſeine Frau werden ſollte, und ich antwortete ihm, daß ich keine Luſt dazu hätte; ich wies ihn aus dem Hauſe und verbot ihm wiederzukommen, bis ich ihn riefe, und ich habe nicht anders gewußt, als daß er wirk⸗ lich fortgegangen ſei.„Nun hat ſich der ſchlechte Kerl, der er iſt, im Golf verſteckt, um mich armes Mädchen um meine Ehre zu bringen oder mich zu zwingen, daß ich einwillige, ich ſei mit ihm verlobt. Ader dieſe Kniffe helfen ihm nichts. Ich kann bei meinem Gott und Heiland ſchwören, daß ich nicht mit ihm verlobt bin und daß alles ſich ſo verhält, wie ich geſagt habe.“
Die jungen Männer blickten unwillig auf Folkert, nur ſein Freund Upke Haan fragte ihn mitleidig:„Spricht ſie die Wahrheit, Folkert?“
Folkert ſchwieg.
Aleida trat noch näher auf ihn zu und ſprach heftig:„Ich frage Dich bei Gott und Deinem Gewiſſen, ob es nicht ganz die Wahrheit iſt, was ich ſage?“
Folkert faßte ſich zuſammen und ſagte mit gepreßter, faſt keu— chender Stimme:„Ja, es iſt ſo, wie ſie ſagt. Ich wäre gleich aus dem Hauſe gegangen, aber wie ich ſah, daß jemand davor war, wollte ich warten, bis alles ruhig wäre, und bin darum hier in der Scheune geblieben. Ich habe allein die Schuld, Aleida iſt ſo rein wie ein weißer Vogel, an dem keine ſchwarze Feder iſt.“
„Aber Du haſt ja geſagt,“ rief Tjeert giftig,„Du wäreſt mit ihr verlobt!“
„Das ſag' ich noch jetzt, wenn Aleida es zufrieden iſt.“
Aleida aber ſprach heftig:„Ich wollte eben ſo gern mit einem Seehund verlobt ſein als mit Dir!“
Triumphirend ſagte Tjeert:„Die Sache iſt alſo klar. Er iſt nicht mit Aleida verlobt, und darum muß er durch den Kolk ge⸗ zogen werden.“ 1
„Ja,“ ſetzte die erbitterte Aleida hinzu,„zieht ihn meinetwegen durch die See bis nach Rottum*) und wieder zurück, mir ſoll's recht ſein.“
„Ahoi, Jungens, faßt an!“ rief Tjeert.
Aber Folkert ſchien nicht in der Stimmung, ſich ruhig anfaſſen zu laſſen. Er war jetzt todtbleich, und ſeine Augen leuchteten unheim⸗ lich. Mit der einen Hand ſtieß er Aleida, die ihm zunächſt ſtand,
unſanft zurück, daß ſie zwiſchen den Haufen flog, mit der andern
Hand ſchwang er die Heugabel, indem er mit zitternder aber doch furchtbar eindringlicher Stimme ſagte:„Bleibt mir vom Leibe, oder es gibt ein Unglück! Wer mich anfaßt, der iſt des Todes, und ich ſteche ſo viele von den andern nieder, als ich kann, bis ich ſelbſt todt bin. Meine Leiche könnt Ihr durch den Kolk ziehen, aber mich ſollt Ihr nicht lebendig durchziehen.“
Der Kreis um ihn erweiterte ſich, denn jeder fühlte, daß dies bittrer Ernſt ſei. Die jungen Leute fürchteten ſich nicht, denn die Frieſen gehören zu den muthigſten Menſchen, aber ſie waren für den Augenblick unentſchloſſen, und nur die Hinterſten griffen nach den ruſten beſten Geräthen, die zur Hand waren und als Waffen dienen onnten.
Folkert nahm wieder das Wort und ſprach:„Unſere Satzung ſagt, daß ein Liebhaber durch den Kolk gezogen werden ſoll, wenn er ſich nicht bereit zur Verlobung erklärt, ich hab' aber erklärt, und erkläre noch jetzt, daß ich Aleidas Verlobter ſein will, wenn ſie's zu⸗ frieden iſt, Ihr habt alſo kein Recht, Hand an mich zu legen und mich durch den Kolk zu ziehen, und verdammt ſoll jeder ſein, der es verſuchen will. Wie ich hierher gekommen und über Nacht in der Scheune geblieben bin, wißt Ihr. Und nun gebt mir Raum, oder es iſt ein Unglück für Euch und mich!“
Raſch auf den Haufen zuſchreitend und zwar gerade auf die Stelle, wo Tjeert ſtand, warf er dieſen mit rieſiger Kraft bei Seite und ging durch die Verblüfften ſtolz hindurch, eh' ſie ſich recht beſin⸗
*) Eine kleine holländiſche Inſel, einige Seemeilen von Borkum entfernt.
523 „Er lügt,“ ſprach Aleida laut und beſtimmt,„er lügt wie ein
nen konnten. Vor der Thüre warf er die Heugabel weg und ſchritt feſt und langſam von dannen.
Der Erſte, der das Wort nahm, war Upke Haan:„Er hat ei⸗ gentlich Recht. Wenn er ſagt, er wolle ſeinerſeits mit Aleida Viſſer verlobt ſein, ſo können wir ihm nichts thun.“
„Er hätte aber doch eigentlich durch den Kolk gezogen werden müſſen!“ ſagte der junge Eilert Eilers, der ſich ſehr ungern ein Schauſpiel, bei dem er zum erſten Mal eine thätige Rolle geſpielt hätte, entgehen zu laſſen ſchien.
Aber Tjeert, welcher ſeine Beſinnung wiedergewonnen hatte und ſeine Partie genommen haben mochte, ſagte mit aufgeregtem Tone:„Laßt den Kerl laufen! Es iſt nur gut, daß das ſchönſte und beſte Mädchen von Borkum, Aleida Viſſer, nichts mit dem querköpfigen Menſchen zu thun gehabt hat und zu thun haben will; es wäre ja Jammerſchade geweſen, wenn ſie an den Blixem gekommen wäre. Wer aber ein Wort zur Unehre von Aleida Viſſer ſagt, dem werd' ich das Maul ſtopfen, daß er ſein Leben lang dran denken ſoll.“
Aber Aleida, die jetzt faſt ebenſo bleich war, wie vorher Folkert, wandte ſich gegen ihn und ſagte mit Anfangs unterdrück⸗ ter, dann aber immer ſtärker hervortretender Heftigkeit:„Du magſt wohl ſelbſt ein Blixem ſein, Tjeert Sniers! Du brauchſt nicht um meine Ehre zu ſorgen, Du hochmüthiger Menſch, und ich frage nach Dir ebenſo wenig wie nach Folkert Wybrand, und daß Du's nur weißt, ſo verbiete ich Dir, jemals wieder die Schwelle meines Hauſes zu betreten. Du allein haſt dieſen ganzen Lärm angezettelt, und ich wollte, daß Dich die Walfiſche dafür fräßen, wenn ſie ſo ſchlechte Speiſe freſſen könnten!“ Nach dieſer leidenſchaftlichen Rede kehrte ſie um und ging aus der Scheune ins Wohnhaus.
Sehr verdutzt ſtand Tjeert da, und es fehlte nicht an Blicken, die mit dem Ausdrucke der Schadenfreude auf ihm weilten. Dann verließ man allmälich die Scheune, den ſonderbaren Vorfall be⸗ ſprechend und nach verſchiedenen Seiten hin erörternd.
IV. Die Gefahr.
Die ganze männliche Bevölkerung der Inſel, ſo weit ſie in rüſtigen Jahren ſtand, hatte ſich auf den eignen Fahrzeugen einge⸗ ſchifft nach Amſterdam, um auf den Walfiſchfang auszuziehen. Nur Greiſe waren zurückgeblieben, aber deren waren nicht viele, denn das Schifferleben, zumal bei den damaligen unvollkommneren Verhält⸗ niſſen der Seefahrt, führte eine große Menge von Männern einem frühen Tode in rüſtigen Jahren entgegen. Die Frauen mußten allen Geſchäften obliegen: das Vieh beſorgen, Garten oder Feld be⸗ ſtellen, den Roggen auf der Roßmühle mahlen, kurz was nur vor⸗ kam, und es ſtand ihnen bevor, wenn das luſtig wachſende Gras der unabſehbaren Wieſe gezeitigt ſein würde, zu mähen und das Heu einzufahren.
Es war eigenthümlich genug, wenn Sonntags in der einfachen aber geräumigen Kirche die Gemeinde ſich zum Gottesdienſt ver⸗ ſammelt. Da ſaßen in zwei Bänken einige alte Männer mit weißen Haaren und zitterndem Haupte; in ein Paar andern Bänken drückten ſich die Knaben ſcheu zuſammen, denn ſie fühlten ſich gleichſam ver⸗ einſamt nnd verlaſſen; über den übrigen Raum waren nur Frauen⸗ zimmer verbreitet. Aber auch dieſe machten kaum einen ſonntäg⸗ lichen Eindruck, denn während an ſich ihre Tracht meiſt dunkelfarbig war, ſo fehlte jetzt wie in ſtillſchweigender Uebereinkunft jeder Schmuck; ſelbſt die ſilbernen, in einzelnen Fällen auch vergoldeten „Ohreiſen“, die ſonſt mit ihren breiten Platten ſich über die Schläfe legten, wurden zu Hauſe gelaſſen. Wenn nun der begreiflicher Weiſe dünne Geſang und der matte Kanzelvortrag des alten zahnloſen Prädikanten oder Domine, beides in holländiſcher Sprache, ertönte, ſo machte das einen ſehr melancholiſchen Eindruck.
Ein junger Mann war freilich im Dorfe, Folkert Wybrand, aber der ließ ſich weder in der Kirche noch ſonſtwo ſehen, denn er war gleichſam wie geächtet oder kam ſich doch ſo vor.
Die weibliche Dorfbevölkerung hatte faſt ohne Ausnahme Aleidas Partei genommen, und daß Folkert allein ſich von dem Zuge ins nördliche Meer ausgeſchloſſen hatte, ſetzte ihn einer noch größeren Mißachtung aus. Er lebte darum ganz für ſich und ging am liebſten, wenn es Wind und Wetter erlaubten, auf ſeinem kleinen Fahrzeug in See, wobei er nur den halbwüchſigen Sohn ſeiner Nachbarin mit⸗ nahm, theils um zu fiſchen, theils um müßig herumzukreuzen. Er


