Jahrgang 
1865
Seite
519
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Bei dieſer Vorſchrift iſt Folgendes zu beachten. Die Suppe ſoll dünnflüſſig und ſüß ſein und da zur Zuckerbildung eine gewiſſe Zeit nöthig iſt, und das Kochen die Wirkung des Malzmehls völlig aufhebt, ſo darf man ſich damit nicht übereilen. Erſt wenn die Suppe die gehörige Süßigkeit hat, bringt man ſie zum Sieden. An dieſem Punkte ſcheitern die meiſten, und ſo einfach die Bereitung an ſich iſt, ſo muß man ſich dennoch durch ein Paar Verſuche darauf einüben.

Waizenmehl. Man wählt dazu gewöhnliches friſches Mehl, nicht das feinſte oder Vorſchußmehl, welches reicher an Stärkemehl iſt als das ganze Mehl.

Malz. Von jedem Bierbrauer kann man ſich leicht Gerſten⸗ malz verſchaffen. das Malz ſo ſtark gedörrt, daß das Stärkemehl vieler Körner halb geröſtet erſcheint. Dies Malz zur Suppe verwendet gibt ihr einen Brotgeſchmack, der nicht unangenehm iſt; gewöhnlich enthält das Malz viele Unkrautſamen beigemiſcht, welche man mit der Hand ausleſen muß. Eine gewöhnliche Kaffeemühle dient zur Darſtellung des Malzmehls, es muß ebenfalls durch ein nicht allzufeines Haarſieb von den Spelzen getrennt werden; Malz aus Gerſte iſt dem aus Hafer, Waizen oder Roggen dargeſtellten vorzuziehen.

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In Deutſchland oder vielmehr in München wird

Einfach⸗kohlenſaures Kali. Zur Darſtellung der

Löſung dient das gewöhnliche cali carbon. depuratum der Apotheker; man löſt in einem Pfunde(16 Unzen) Waſſer 2 Unzen cali carbo- nicum depuratum auf. Nimmt man Brunnenwaſſer, ſo ſchlägt ſich gewöhnlich etwas kohlenſaurer Kalk nieder; nach einer Stunde wird die Flüſſigkeit vollkommen hell und klar. Das kohlenſaure Kali darf nicht ſchmierig oder feucht ſein. Das doppelt⸗kohlenſaure Kali iſt das gewöhnliche kryſtalliſirte Salz.

Um das etwas läſtige Abwiegen des Mehls zu vermeiden, diene die Bemerkung, daß ein gehäufter Eßlöffel voll Waizenmehl ziemlich genau ½ Unze(1 Loth) wiegt; ein gehäufter Eßlöffel voll Malz⸗ mehl, zur Hälfte mit einem Kartenblatt abgeſtrichen, wiegt ebenfalls ½ Unze.

Für das Abmeſſen der Kalilöſung dient ein gewöhnlicher Fingerhut, welcher damit gefüllt nahe 3 Gramm(45 Gran, 2,8 Kubikcentimeter) von der Kalilöſung faßt.

Für die Milch und das Waſſer läßt man ſich bei einem Apotheker in ein gewöhnliches Becherglas 2 Unzen, ſodann 5 Unzen Waſſer abwiegen und bemerkt den Stand beider Mengen Flüſſigkeit, indem man außen einen Streifen Papier anklebt.

Wenn die Suppe richtig bereitet iſt, ſo iſt ſie ſüß wie Milch und ein weiterer Zuckerzuſatz iſt unnöthig; ſie beſitzt die doppelte Concentration der Frauenmilch und kann, was bei Säuglingen nicht unwichtig iſt, im Saugglaſe dargereicht werden. Wenn ſie bis zum Sieden erhitzt worden iſt, ſo behält ſie

ihre gute Beſchaffenheit 24 Stunden lang; geſchieht dies nicht, ſo wird ſie ſauer und gerinnt wie die Milch; wird der Zuſatz von Kali ver⸗ ſäumt, ſo läßt ſie in der Regel ſich nicht zum Kochen erhitzen, ohne zu gerinnen. Bei Abweſenheit des Kalis wird die Suppeſchwer⸗verdaulich wie gewöhnlicher Milchbrei.

Die Bereitung der eben beſchriebenen Suppe iſt zunächſt da durch veranlaßt worden, daß einer meiner Enkel von ſeiner Mutter nicht ernährt werden konnte und ein zweiter neben der Milch ſeiner Mutter noch einer concentrirteren Speiſe bedurfte; die Väter beider Kinder ſind Aerzte, die ihre Wirkung wohl zu beurtheilen vermochten. Sie hat ſich in meiner und noch in anderen hieſigen Familien, wo ſie eingeführt wurde, als ein vortreffliches Nahrungsmittel bewährt, und ich ſelbſt genieße häufig dieſe Suppe; ſie vertritt beim Kaffee die Stelle eines ziemlich guten Rahms(Sahne oder Obers).

Die Suppe hat einen ſchwachen Mehl- oder Malzgeſchmack, an den ſich die Kinder bald ſy gewöhnen, daß ſie dieſe Speiſe jeder anderen vorziehen. Ein hieſiger Arzt, Herr Dr. Vogel, welcher eine ausgedehnte Kinderpraxis hat, verſuchte dieſe Suppe in den Familien ärmerer Leute einzuführen; in der Regel hatte er bei dieſen keinen Erfolg, weil der dicke Milchbrei beim Zuſatz des Malzmehls ſeine Conſiſtenz verlor und dünnflüſſig wurde. Die Leute bildeten ſich ein, daß die Nahrhaftigkeit derſelben mit der Dicke des Breies

in Verbindung ſtehe und durch das Malz vermindert werde.

Ich habe die Bereitung dieſer Suppe zuerſt in dem Januarhefte der Popular Science Review von Dr. Lawſon, einer der ausge⸗ zeichnetſten engliſchen Zeitſchriften mitgetheilt und die Suppe hat ſeit dieſer Zeit eine große Verbreitung in Großbritannien gewonnen; die engliſchen Aerzte haben bald bemerkt, daß ſie nicht nur ein vollkommnes Nahrungsmittel für Sänglinge iſt, ſondern daß mit ihrem fortge⸗ ſetzten Gebrauche eine Menge kleiner Leiden(Verſtopfung und Diarrhoe) von ſelbſt verſchwinden, inſofern dieſe von ungeeigneter Nahrung herrühren.

Die Kinder bekommen, wie ich täglich Gelegenheit habe wahr⸗ zunehmen, ein feſtes(nicht ſchwammiges oder ſpeckiges) Fleiſch und die wichtigen Funktionen der Verdauungsorgane nehmen bei geſunden Individuen die größte Regelmäßigkeit an.

Als ein Zeichen des nec plus ultra ihres Ernährungswerthes in den Augen der Engländer, theilten mir die Herren Savory und Moore(Apotheker der Königin Victoria) mit, daß der junge Prinz Victor Albert(Sohn des Prinzen von Wales) ſeit mehreren Wochen damit ernährt werde.

In England iſt dieſe Suppe, in der Form von einer Miſchung von 1 Loth Waizenmehl, 1 Loth Malzmehl und 7 ½ Gran doppelt⸗ kohlenſaurem Kali, ein ſtehender Handelsartikel geworden, der in allen Apotheken zu haben iſt.

Am Jamilientiſche.

Englands reiche und arme Töchter.

In den blendend erleuchteten Räumen der Londoner Salons, wie auf den breiten, prächtigen Wegen ſeiner Parks entfaltet während der Saiſon die Damenwelt eine Toilette, ſo reich, ſo glänzend, ſo bunt, daß man ſich in ein Feenland verſetzt glauben könnte, wenn nicht die Ungeheuerlich⸗ keiten der Tagesmoden in etwas den Zauber ſtörten und zerſtreuten. Noch mehr wird aber derſelbe zerſtört, wenn man die Kehrſeite des Bildes er⸗ blickt und das Loos derjenigen betrachtet, die Tag und Nacht arbeiten müſſen, um all dieſe Pracht in Scene zu ſetzen.

Es war im September 1863, als eine edle Frau, die Hon. Mrs. Cowper in der Times die Aufmerkſamkeit auf ein Opfer des modernen Luxus und der ihn ausbeutenden Spekulation richtete, auf eine junge Kleidermacherin, die inmitten der luſtigen Londoner Saiſon in Folge von Ueberarbeitung und ſchlechter Wohnung geſtorben war. Die Regierung

betraute eine Commiſſion mit der Unterſuchung des Zuſtandes ihrer Ar⸗

beitsſchweſtern; 1864 erſchien ein Bericht, der die Angaben jener Dame nur zu ſehr beſtätigte. Er ergab Folgendes:

Das ganze brittiſche Königreich enthält zwiſchen 3 400000 Schneide⸗ rinnen und Putzmacherinnen. Ein ſehr großer Theil von ihnen lebt in London. Dort treten ſie häufig vater⸗ und mutterloſe Waiſen im Alter von fünfzehn Jahren in die Lehre ein; ihre Ange⸗ hörigen bezahlen ein Lehrgeld von 20 50 Pfund, gewöhnlich müſſen fie ſich verpflichten, drei Jahre lang zu bleiben. In dieſer Zeit arbeiten ſie zwölf Stunden in überfüllten Räumen, Tag aus, Tag ein, ohne Be⸗ wegung in der freien Luft.

nun, je nach ihrer Geſchicklichkeit und Begabung, jährlich ſteigend mit 12 bis 30, 40 und 50 Pfd. bezahlt, müſſen aber auch länger arbeiten. Namentlich in den vier Monaten, März bis Juli, wachſen die Ar⸗ beitsſtunden in den großen Geſchäften des Weſtendes von London; von 8 Uhr Morgens wird gewöhnlich bis 11 Uhr Abends gearbeitet. In der Woche vor einemDrawing room(Lever der Königin) und drei oder vier ſolche gibt es in jeder Saiſon dauert die Arbeitszeit 2 3 Stunden länger jede Nacht; ja an dem unmittelbar ihm vorangehenden Tage iſt es etwas ganz Gewöhnliches, daß 20 Stunden, zuweilen ſogar die ganze Nacht hindurch gearbeitet wird. Zum Eſſen wird oft kaum eine Stunde des Tages den jungen Mädchen gewährt.

Noch ſchlimmer aber als dieſe Ueberanſtrengung iſt die Ueberfüllung der Arbeitsräume. Die Luft iſt meiſt ſo heiß und bedrückt, daß ſie raſch eine ſtarke Erſchöpfung herbeiführt, und nervöſe Leiden und Auszehrung in den jugendlichen Körpern ausbildet. 80 156 Cubikfuß Luft kommt auf jede einzelne in den Arbeitszimmern, 178252 in den Schlafſtuben, wo oft drei in einem Bette ſchlafen; während z. B. in dem Pentonville⸗ gefängniß jede Zelle 800 Kubikfuß Luft hat, die fortwährend erneuert wird. Das Gas verdirbt in den Arbeitsräumen noch außerdem die Luft und bringt Augenleiden hervor, die nur zu oft in Blindheit enden.

Ein Schmerzensſchrei ertönte aus den Angaben dieſes Berichtes an das Ohr der reichen Damen Englands. Gottlob, er iſt gehört worden. Einedressmaking company(Kleidermacherinnengeſellſchaft) entſtand, an deren Spitze der in chriſtlicher Liebesthätigkeit unermüdliche Graf von Shaftesbury und die Biſchöfe von London und Oxford ſtehen, zu deren

Endlich iſt die Lehrzeit vorüber; ſie werden Beſchützerinnen und Verwalterinnen viele der vornehmſten Damen, ja