Jahrgang 
1865
Seite
513
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in Affection genommen, daß er lange Zeit alles, was ſich auf Ent⸗ führung, heimliche Ehe, Gefangenſchaft und andre verwandte Gegen⸗ ſtände bezog, mit dem Gotteshans in Verbindung gebracht wiſſen wollte. Er freute ſich jetzt doppelt, daß ſeine Braut, wie jene Prin⸗ zeſſin des Gotteshans, Charlotte hieß und erklärte ernſthaft, er ſei überzeugt, daß die Landgräfin ſeiner Charlotte ſehr ähnlich geweſen ſein müſſe, eine Erklärung, welche durchaus keinen Widerſpruch fand und von der Braut wohl aufgenommen wurde. Der Gaſt rühmte den Generalwachtmeiſter und ſeine brüderliche Liebe, der Hausherr hatte dagegen ein beſonderes Wohlgefallen an dem Junker Joachim und dem Fräulein Loyſe, deren Eheloſigkeit er dahin erklärte, daß ſie das Erbe des Hauſes dem Gotteshans nicht hätten ſchmälern wollen.

Die Vrut fragte ihren Schwager mit lachendem Munde, aber einem ernſthaften Blicke in den lieblichen Augen, ob er vielleicht wünſche, daß ſie dem Beiſpiel des Fräuleins Loyſe folge und zum Beſten ſeiner Kinder unvermählt bleibe, worauf ſich dann eine Neckerei entſpann, die vielleicht nicht ganz ſo harmlos war, als ſie erſchien. vom Hauſe machte derſelben mit der ihr eigenen würdevollen Anmuth ein Ende, indem ſie plötzlich ſagte:Geſtern hat meine Schweſter er⸗ zählt, aber die Geſchichte iſt noch nicht ganz aus; das, was noch fehlt daran, das will ich nun heute mittheilen und ich denke, daß mein Schluß zu dieſem heitern Morgen paſſen wird.

Die ſchöne Dame erzählte darauf, daß ihr Vater eine ſtattliche Schar churmärkiſcher Landwehrreiter in den Befreiungskriegen ge⸗

führt habe, kräftige Söhne der Haide, die ſich immerdar gut ge⸗ Mit anderen Truppentheilen wurde der

ſchlagen und betragen. Herr von Haidelliſt in Frankreich während des Winters von 1814 einem Corps zugetheilt, welches unter dem Commando eines deutſchen Prinzen ſtand, der überall den Ruhm nicht nur eines tapfern und kriegskundigen, ſondern auch eines liebenswürdigen und leutſeligen

Die Dame

Herrn hatte. Der Herr von Haidelliſt ſtaunte alſo nicht wenig und zog ſich verletzt zurück, als jener Prinz ihn allein im Gegenſatze zu allen andern Officieren mit auffallender Kälte und beinahe hoch⸗ müthigem Stolz behandelte. Es war ihm das Benehmen des Prinzen völlig unerklärlich. Indeſſen nahm er ſich ſeine Revanche auf die beſte Art. Der Prinz gerieth nämlich bei einem Gefecht in eine feindliche Colonne, wurde abgeſchnitten und war in höchſter Gefahr, überwältigt und niedergemacht, oder wenigſtens gefangen zu werden. Haidelliſt und ſeine Reiter hieben ihn heraus und retteten ihn. Bei dieſer Gelegenheit nun ſagte der Prinz zu dem Haidelliſt, vor vielen Jahren habe Einer ſeines Namens dem fürſtlichen Hauſe eine große Schmach zugefügt und vielen Kummer gebracht; der Rittmeiſter ſei ihm verhaßt geweſen lediglich des Namens Haidelliſt wegen. Schließlich gab er zu, daß er Unrecht gehabt habe, deßwegen einem wackeren Officier unhöflich zu begegnen und erklärte, derſelbe habe durch ſeine tapfre That alles Unrecht geſühnt, was jemals ein Haidelliſt gegen ſein fürſtliches Haus gethan. Danach ſind ſie die beſten Freunde geweſen, der Prinz und der Rittmeiſter. Jener Prinz hat vielleicht die Ge⸗ ſchichte vom Gotteshans genauer gekannt, als wir ſie nachher zu er⸗ forſchen vermochten, der Rittmeiſter kannte ſie damals nicht, denn er war aus dem Cadettencorps ins Regiment gekommen und hatte dann in Berlin gelebt. In den Beſitz der Güter war er erſt durch eines ältern Bruders Tod im Jahr 1812 getreten. Später, als er die Geſchichte der Mordnacht erfuhr und ſich vielfach bemühte, das Ge⸗ heimniß zu durchdringen, würde er ſich ſicherlich auch an jenen Prinzen gewendet haben, der aber war damals ſchon todt.

Eine weitere Aufklärung zu unſerer Geſchichte gibt dieſe letzte Mittheilung der ſchönen Tochter des Hauſes Haidelliſt allerdings nicht, ſie gibt uns aber, wenigſtens einigermaßen, was uns noch fehlte einen verſöhnenden Schluß.

Irlebniſſe eines deutſchen Officiers im nordamerikaniſchen Kriege.

I.

Newyork. Die Anwerbungen. die Unionsarmee.

Abreiſe von Europa. Mein Eintritt in

Nachdem ich mehrere Jahre in einem Cavallerieregimente einer der großen deutſchen Armeen als Officier gedient hatte, nahm ich den Abſchied, um mich der Landwirthſchaft zu widmen und ſpäter die Leitung des väterlichen Gutes zu übernehmen. Allerhand Zu⸗ fälligkeiten vereitelten indeß mein Vorhaben und ich beſchloß, von neuem in das Heer einzutreten. Unglücklicher Weiſe kehrte damals einer meiner Bekannten aus Nordamerika zurück und theilte mir von den dortigen Zuſtänden ſo viel Gutes mit, daß der lebhafte Wunſch in mir rege wurde, jenes Eldorado für den Soldaten mit eigenen Augen zu ſehen, an dem gewaltigen Kampfe der Union gegen den Süden perſönlich theilzunehmen und mir in Amerika, wo nach allen den Schilderungen ein Tapferer ſchnell zu Ehren und Auszeichnungen kommen mußte, kriegeriſche Erfahrung und Ruhm zu ſuchen. Daß ſolche Gedanken thöricht waren, kann ich mir jetzt ſelbſt ſagen, früher glaubte ich es aber nicht, obgleich es mir von vielen geſagt wurde. Ich kannte eben die Welt und insbeſondere Amerika nicht und hatte meine Träume, wie ſie jeder junge Soldat hat, wenn er nicht ein Duckmäuſer iſt. Im Verlauf der Begebenheiten wird ſich freilich zeigen, wie unſanft ich aus meinen Träumen erwachen ſollte.

Alle Einreden meiner Familie waren vergebens, ich konnte ja nach einem thatenloſen Garniſonleben nun der Wirklichkeit des Krieges gegenübertreten und malte mir die Zukunft mit den roſen⸗ rothen Farben der Phantaſie aus, die mir Avancement und den Lorbeer in goldenem Lichte zeigte. Kurz, es wurden alle Hinderniſſe beſeitigt und ich trat, mit Geldmitteln hinreichend verſehen, im Früh⸗ jahr 1863 meine Reiſe nach der neuen Welt an.

Da von Havre aus nach Newyork keine regelmäßige Dampfſchiff⸗ verbindung beſteht, ſo löſte ich mir ein Billet auf dem Schiffe G., welches gerade mit einer Ladung Champagner und franzöſiſcher Manufacturwaaren ſegelfertig lag. Der Capitän ſchien ſich zu freuen, daß er in mir einen Geſellſchafter bekam. Er pries die

35.

Vorzüge eines Segelſchiffes vor einem Dampfſchiff und verſprach

mir eine außergewöhnlich ſchnelle Ueberfahrt. Am 1. Mai wurde der Anker gelichtet und das Schiff in den Kanal hinausbugſirt. Das Verſprechen des Capitäns bewährte ſich, der Wind war ausnehmend günſtig, und ſchon am 25. Mai weckte man mich mit der Nachricht, daß Land in Sicht ſei. Gegen Mittag liefen wir ein in die herrliche Bucht von Newyork, an deren Ufern ich die Natur in ihrer ganzen Jugendfriſche bewundern konnte, denn alle die Bucht umſäumenden waldigen Höhen prangten in einem Frühlingsgrün von ſo wunderbarer Schönheit und ſo ſeltenen Farbenſchattirungen, wie man es nur in der neuen Welt zu ſehen bekommt. Denkt man ſich als Hintergrund den impoſanten Hafen und das ungeheure Newyork mit ſeinen vier Schweſterſtädten Broklyn, Newyerſey, Hoboken und Williamsburg, ſo wird man be⸗ greifen, daß dieſer Anblick Entzücken und frohe Hoffnungen in mir erregte. Am Nachmittage ankerten wir im Hafen, und ich begab mich an das Land. Ein Boardinghaus mit ſeiner amerikaniſchen Eigenthümlichkeit und Ungemüthlichkeit nahm mich auf und ließ mich Amerika ſchon weniger ſchön finden, als ich geträumt hatte.

Die nächſte Zeit benutzte ich dazu mich zu orientiren. Die Stadt ſelbſt machte mir keinen beſonderen Eindruck. Obgleich voller Häuſer, voller Menſchen und voll geſchäftlichen Lebens, tritt Newyork doch hinter alle mir bekannten großen Reſidenzen Europas weit zu⸗ rück. Mit Paris kann es gar nicht verglichen werden, Wien und Berlin ſind bei weitem ſchöner und geſchmackvoller gebaut, als dieſe amerikaniſche Metropole mit den breiten, geraden Straßen und den kaſernenartigen Paläſten, von denen einer ausſieht wie der andere. Um die Einrichtungen des Landes und das Treiben in der Stadt bekümmerte ich mich nur inſoweit, als dies für die Erreichung meines Zweckes, Anſtellung im Heere der Union als Officier, nöthig war. Je mehr ich aber die Verhältniſſe durchſchaute, deſto gewiſſer wurde es mir, daß ich die gewünſchte Stelle niemals erhalten würde. An ein Officierspatent bei den regulären Truppen war gar nicht zu denken, ich mußte alſo die Volunteers, die Frei⸗ willigen, ins Auge faſſen, die von der Regierung der Vereinigten