Jahrgang 
1865
Seite
512
Einzelbild herunterladen

Vermittelſt Meſſer und Scheere wird der Augapfel in mehren kreisförmigen Schnitten unter heftiger Blutung herausgelöſt; die ſpritzenden Arterien mit der Pincette gefaßt und ihre Enden mit ge⸗ wichſten Seidenfäden unterbunden, die Augenhöhle aber mit naſſer Charpie ausgefüllt.

Inzwiſchen iſt die Kranke erwacht, aber ſehr erſchöpft und an⸗ gegriffen. Man reinigt das wiederholt mit Blut überſtrömte Ge⸗ ſicht und bringt ſie zu Bett.

Wenn aber die Narkoſe gefälligen Begleiter.

zu lange anhält? fragte ich meinen

Friſche Luft und kaltes Waſſer rufen das Bewußtſein bald

zurück, antwortete er.Auch wird ſtets etwas kauſtiſches Ammo⸗ niak bereit gehalten, das man den Patienten einathmen läßt. Im ſchlimmſten Falle wird eine künſtliche Reſpiration eingeleitet, indem der Arzt dem Ohnmächtigen Mund an Mund Luft einbläſt und ihm die Bruſtſeiten zuſammenpreßt, um die Lungen zur Thätigkeit anzuregen.

Kann aber nicht auch wirklich der Tod eintreten?

Das pflegt höchſt ſelten zu geſchehen, in zehntauſend Fällen vielleicht ein Mal. O. Gl.

Die Mordnacht von Haidelliſt. Aus der Geſchichte einer ausgeſtorbenen Familie mitgetheilt von George Heſekiel. (Schluß.)

V. Ein verſöhnender Schluß. Alſo hat es ſich begeben, RAlle Leiden ſind gelindert, Bald wird nun ein neues Leben Aus dem vorigen beginnen. Ludwig Tieck.

Am Tage nach jenem Abend, an welchem die junge, reizende Braut im Gartenſaale zu Monorgueil ſo anziehend und lebhaft er⸗ zählt hatte von den Brüdern von Haidelliſt, von dem Verſchwinden des Gotteshanſen, der Mordnacht und alledem, was wir unſern Leſern gewiſſenhaft mitgetheilt, machte ſich in den erſten Morgenſtunden ſchon die ganze Geſellſchaft auf den Weg, um dem alten braunen Hauſe in der Haidebucht, das begreiflicher Weiſe nun ein viel größeres Intereſſe für alle hatte, einen Beſuch zu machen.

Man ſchritt munter in den kühlen und erquicklichen Morgen hinein, Sinne und Seelen labten ſich an der Thaufriſche und dem aromatiſchen Feldduft. Der Bräutigam ging wie billig mit den beiden Damen voran, die beiden andern Herren ſtiegen gemüthlich durch den tiefen Sand hinterher. Geſprochen wurden bei beiden Parteien nur wenige Worte, wie immer, wo auf empfängliche Seelen unmittelbar das Große und Schöne wirkt. Als aber die Geſellſchaft an die Stelle kam, wo der Weg den Knüppeldamm trifft und die drei Eichen um die kleine Sandſteinſäule ſtehen, da ſahen ſich, ſowohl die welche ſelbdritt, als auch die, welche ſelbander gingen, plötzlich an; jeder wollte den andern auf die Stelle dalne kiam machen, wo in der Mord⸗ nacht der feindliche Reiter auf die guten Leute von Haidelliſt geſchoſſen. Und ſo kamen die fünf auf dem Knüppeldamme, zur Rechten die Haide, zur Linken das Luch, dem braunen Schloſſe immer näher, das in ſeinen ſchweren Maſſen, trotz der hellen Morgenſonne, wie eine finſtere Drohung vor ihnen lag. Endlich traten ſie über die kleine Brücke durch das Thor, welches in der Mordnacht durch eine Petarde geſprengt wurde, in den ziemlich hochummauerten Schloßhof. Tiefe Stille herrſchte hier, ſelbſt die Entenſchar, welche auf dem moorigen, grün belegten Teich in der Mitte des Hofes ſchwamm, ſchien ſtumm zu ſein. Die großen alten Scheuern und Ställe, ſämmtlich von Backſtein auf⸗ geführt, die ſich an den Hofmauern hinzogen, waren verſchloſſen. Auf der rechten Seite ſtieß die Hofmauer im rechten Winkel auf den viereckten Hauptthurm, welcher in jener Nacht in Brand gerieth; der⸗ ſelbe war nicht wieder hergeſtellt, aber auch ohne Helm und Spitze ragte er noch rieſenhaft hervor über die andern Theile des um⸗ fangreichen Schloßbaus, die neben ihm beinahe unanſehnlich und ge⸗ drückt erſchienen: Auf der andern Seite führte an der Mauer ein ſchmaler Weg um das Schloß herum auf den eigentlichen Wirthſchafts⸗ hof, an welchem die Wohnungen der herrſchaftlichen Beumte lagen.

Leicht wie ein Reh eilte die lichte Geſtalt der ſchlanken Braut durch dieſen Gang, während ihre Geſellſchaft an dem Portale wartete und die Zeichen der zerbröckelnden Wappenſchilde zu erkennen ſuchte, welche in Form von großen Blättern rechts und links an dem ſteinernen Thorbogen hingen. Rechts, heraldiſch genommen, hing der Schild der Haidelliſte mit den drei eigenthümlichen Früchten, welche die Heral⸗ dik bald als Pinienäpfel, bald als Zirbelnüſſe angeſprochen hat, welche wir aber, gewiß mit gutem Grund, für einfache und ehrliche Kienäpfel oder Tannenzapfen erklären; das Wappen zur Linken, wahr⸗

ſcheinlich das Geſchlechtswappen der Gemahlin des Erbauers, war nicht zneßr zu erkennen.

Die Braut öffnete, nach kurzem Aufenthalte, von innen die kleine Thür, welche in die zewaltag Fläche des mit rieſigen Nägeln beſchlagenen Thors eingeſchnitten war, und die Geſellſchaft trat ihre Wanderung durch die inneren, zum Theil noch recht wohl erhaltenen, zum Theil aber, doch auch wüſten Räume des Schloſſes an. Wir wollen ſie nicht begleiten auf dieſer Wanderung; es gab da eigentlich nichts mehr zu ſehen, noch weniger etwas zu beſchreiben, wir wollen nur erwähnen, daß alle den Eindruck des Kleinen, Engen und Niedrigen empfingen, der uns faſt immer überkommt, wenn wir in die Wohnungen unſrer Altvordern treten. Die Alten waren nur groß in ihren Kirchen, Hallen, Rathhäuſern und ſonſtigen öffentlichen Gebäuden, mit ihrem Privatleben zogen ſie ſich eng, faſt ängſtlich zu⸗ ſammen, weil ſi ſtets auf die Vertheidigung Bedacht nehmen mußten.

Eine halbe Stunde ſpäter lagerte die Geſellſchaft auf einem an⸗ muthig ſonnigen Plätzchen in der Haide, dicht hinter dem braunen Schloſſe; der erquicklich heiße Kaffee wirkte belebend auf alle und be⸗ haglich rauchten die Männer ihre Pfeifen. Aber auch jetzt bildeten die am Abend zuvor erzählten Begebenheiten, deren vorzüglichſten Schauplatz man ſo eben beſchritten hatte, faſt ausſchließlich den Gegen⸗ ſtand der Unterhaltung.

Der jüngere Edelmann, poetiſch geſtimmt, wie es einem glück⸗ lichen Bräutigam ziemt, wünſchte, daß das Gemach, in welchem die beiden Brüder von Haidelliſt getödtet wurden, in eine Kapelle ver⸗ wandelt werde und fand mit dieſem Wunſch insgeheim gewiß An⸗ klang bei ſeiner reizenden Braut, wenn ihm auch entgegnet wurde, daß das enge niedrige Gemach gar nicht dazu tauge. Dann ſang er mit ſeiner ſonoren Stimme, die freilich gar keine Bildung hatte, ſich aber in der Haide grade ſehr gut machte, folgende Strophen:

Da ſprach der junge Ritter, Wie ſchwarze Nacht die Locke

Der ihr zu Häupten ſtand: Fiel auf das Saffran⸗Kleid Zeuch Du mit mir von hinnen Rapp', tummle dich von hinnen Bis in mein Vaterland! Mein Schlößlein iſt noch weit! Da ſprang ſie von der Erde, Die Haide nahm ſie ſchweigend Sie reicht ihm hold die Hand, In ihre Arme bald, Und zwei auf einem Pferde Die Bäume thäten neigen Hinflogen durch das Land. Sich flüſternd in dem Wald. Er hielt ſie feſt im Arme, Sie lacht mit hellen Augen Sie hielt den güldnen Zaum, Und weißen Zähnen zugleich, Sie lacht mit rothen Lippen, Da ſchwenkt am Hag die Roſe Ihm war es wie im Traum. Jubelnd den Blüthenzweig. Das Roß ſprang wiehernd weiter, Als wenn es alles wüßt', Da haben ſich die beiden Zum erſten Mal geküßt

Der Bräutigam brach plötzlich ab, zeigte ſich ernſthaft unwillig, daß er ſich ſo wenig auf den Anfang wie auf die Fortſetzung des Liedes beſinnen konnte, meinte aber ſchließlich mit wichtiger Miene, daß dieſes Lied ganz gewiß urſprünglich auch auf den Gotteshans gedichtet worden ſei, was ihm freilich die andern nicht widerlegen konnten, wenn auch ihre ungläubigen Mienen zeigten, daß ſie ſeine Ueberzeugung nicht theilten. Der junge Herr hatte den Gotteshans überhaupt dermaßen

*

in ffecti führung, 5 6 wollte. zeſſin des ſberzeng ſein müf und vot den Ger hatte do und de ſie das wollen. 4 einem daß ſie Kinder die vie vom ein E zählt, daran Schlu

Scha⸗ führt ſchlag Herr einen Prin krieg

Abre

einer ich d die fälli neue einen den in 1 Aug Süd den

komn ſolch glauf Ich

mein Duck zeige

nach Krie rothen Lorbe beſeite